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Hautausschlag am Oberkörper

Definition

Ein Hautausschlag beschreibt eine Hautirritation, welche durch verschiedenste Ursachen entstehen kann. In der Fachsprache wird der Hautausschlag auch Exanthem genannt. In diesem Fall tritt der Hautausschlag am Oberkörper auf. Ein Exanthem kann spontan entstehen und sich auch spontan wieder zurückbilden. Auch ein chronisches Exanthem kann bei bestimmten Krankheitsbildern vorkommen. Teilweise kann es zu Symptomen wie Juckreiz und Schmerzen kommen. 

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Ursachen

Die Ursachen für einen Hautausschlag am Oberkörper sind vielfältig. Es kann zum einen an harmlosen Ursachen liegen. Hierbei spielt auch die Empfindlichkeit der betroffenen Person eine entscheidende Rolle. Ist die Haut sehr empfindlich, kann schon Seife, Waschmittel oder auch ein bestimmter Stoff die Haut reizen. Diese Form des Hautausschlags ist an sich nicht gefährlich, sollte jedoch immer beobachtet werden. Insbesondere am Oberkörper kann die Verwendung von einem neuen Duschgel zu Hautreizungen und Ausschlägen führen, da diese Fläche eher eingeseift wird.

Ein Hautausschlag am Oberkörper kann auch durch Sonnenexposition hervorgerufen werden. Die UV-Strahlen des Sonnenlichts führen in der Haut zu Zellschäden, welche vom Körper in Form einer Entzündungsreaktion repariert oder abgebaut werden. Diese Entzündungsreaktion wird für uns als Hautrötung sichtbar. Teilweise kommt es zu Schmerzen, Überwärmung und dem Abschälen der Haut. Auch Stress kann Exantheme auslösen. Insbesondere, wenn die betroffenen Personen sowieso eine problematische Haut haben, kommt es hier schneller zu Ausschlägen unter Stress.

Neben den genannten Ursachen können jedoch auch Infektionskrankheiten der Grund für einen Hautausschlag am Oberkörper sein. Vor allem die Kinderkrankheiten Masern, Scharlach, Röteln, Ringelröteln, Dreitagefieber und Windpocken können zu Hautausschlägen führen.

Die Gürtelrose führt auch häufig zu Hautausschlägen in einem ringförmigen Muster (wie ein Gürtel) um den Körper herum. Eine Gürtelrose wird durch das Varizella-Zoster-Virus (auch Auslöser der Windpocken) ausgelöst und tritt bei einem schwachen Immunsystem auf. Die Infektionskrankheiten sind jedoch meistens gut anhand anderer Symptome oder spezieller Muster des Ausschlags zu diagnostizieren.

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Allergie

Bei einer Allergie gehört der Hautausschlag zu einem klassischen Symptom. Hierbei reagiert der Körper auf eine spezifische Substanz, welche eigentlich keine Bedrohung darstellt. Diese Substanz wird dann Allergen genannt. Das Allergen führt zu einer Entzündungsreaktion der Schleimhäute und der Haut. Diese Entzündungsreaktion wird dadurch ausgelöst, dass durch die Immunreaktion des Körpers viel Histamin (ein Botenstoff) aus Mastzellen (Immunzellen) ausgeschüttet wird.

Dieses Histamin sorgt dafür, dass die Haut gerötet ist und anschwillt. Auch eine gesteigerte Schmerzwahrnehmung und Juckreiz werden durch das Histamin verursacht. Die allergischen Hautausschläge können prinzipiell am gesamten Körper auftreten. Sie treten am Oberkörper auf, wenn dort Kontakt zwischen der Haut und dem Allergen bestand.

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Diagnose

Der Hautausschlag ist eine Blickdiagnose. Das bedeutet, dass man alleine durch das Anschauen die Diagnose stellen kann, da Exantheme in der Regel gut zu erkennen sind. Außerdem ist die Anamnese (Erfragen wichtiger Informationen) von großer Bedeutung. Symptome wie Juckreiz, oder Schmerzen müssen immer erfragt werden.

Hier kann der Arzt zusätzlich feststellen, ob eine bestimmte Ursache mit dem Hautausschlag zusammenhängt. Beispielsweise die Verwendung von bestimmten Medikamenten oder der Verzehr besonderer Nahrungsmittel können den Hautausschlag bedingen. Auch andere Symptome wie Fieber oder das allgemeine Befinden sind wichtig für eine Diagnose.

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Begleitende Symptome

Zum einen kommt es bei dem Hautausschlag zu einer Rötung der Haut. Diese kann in verschiedenen Formen auftreten. Es können Primäreffloreszenzen in Form von Flecken, Bläschen, Pusteln, Quaddeln oder Papeln (Knötchen) auftreten. Diese voneinander abzugrenzen kann jedoch für eine Person ohne dermatologische Erfahrung schwierig sein. Im Zuge der sekundären Effloreszenz kommt es häufig zu Krusten, Schuppen, Geschwüren oder Narben. Die Form des Ausschlags lässt häufig auf eine Ursache schließen.

Zu dem Hautausschlag können noch weitere Symptome kommen. Beispielsweise Fieber, vermehrtes Schwitzen, Übelkeit oder Schwindelgefühle können auftreten. Auch Atemprobleme, Husten und geschwollene Schleimhäute werden teilweise beobachtet.

Hautausschlag mit Juckreiz

Der Juckreiz ist ein häufig vorkommendes Begleitsymptom des Hautausschlags. Es handelt sich um einen Drang, an seiner Haut zu kratzen oder zu reiben. Durch das Kratzen und Reiben der Haut kommt es häufig zu einer Verschlechterung des Ausschlags, da die ohnehin schon gereizte Haut zusätzlich durch mechanische Einwirkung strapaziert wird. Der Juckreiz wird hauptsächlich durch die Botenstoffe Histamin und Prostaglandin ausgelöst. Diese werden bei Entzündungsreaktionen aus Mastzellen ausgeschüttet.

Typischen Hauterkrankungen, welche Juckreiz auslösen, sind z.B. die Infektionskrankheiten Röteln, Windpocken und Scharlach welche auch Hautausschläge am Oberkörper auslösen können. Diese Infektionen treten jedoch meistens in der Kindheit auf und sind durch die Form des Ausschlags voneinander abzugrenzen.

Auch die Schuppenflechte führt zu juckenden Hautausschlägen, welche am Oberkörper auftreten können. Hier sind in der Regel weiße Hautschuppen zu erkennen. Auch Neurodermitis hat einen stark juckenden Charakter, tritt jedoch eher in den Armbeugen, Kniekehlen und dem Gesicht auf.

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Hautausschlag ohne Juckreiz

Der Hautausschlag ohne Juckreiz kann ebenfalls diverse Ursachen haben. Die Masern (Morbilli) haben keinen typischen Juckreiz als Symptom. Sie sorgen jedoch für einen Hautauschlag, welcher sich auch über den Oberkörper ziehen kann. Bei den Masern handelt es sich um eine Virusinfektion, welche in der Regel bei Kindern auftritt. Heutzutage deckt der Impfschutz den Masernvirus ab.

Häufig hat ein Hautausschlag, welcher aufgrund von Medikamenten auftritt keinen Juckreiz, es kann hier jedoch stark variieren. Auch Empfindlichkeitsreaktionen, wie z.B. auf neue Duschgels, Waschmittel o.ä., oder Allergien können einen Hautausschlag am Oberkörper auslösen, welcher ohne einen Juckreiz auftritt.

Bei der Infektion mit dem HI-Virus oder Immunsuppression (z.B. durch Chemotherapie) treten auch öfters Hautausschläge auf, welche durch das Wachstum von Hautpilzen entstehen. Die Hautpilze können aufgrund des geschwächten Immunsystems wachsen und treten am Oberkörper vor allem in Hautfalten bei Adipösen (Übergewichtig) Menschen auf.

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Hautausschlag mit roten Flecken

Tritt ein Hautausschlag mit roten Flecken auf, ist zuerst zu unterscheiden, ob die Flecken klein und in einer großen Anzahl oder als eine größere Fläche vorliegen.  Häufig handelt es sich bei den roten Flecken um eine allergische Reaktion der Haut auf ein Allergen. In vielen Fällen kommt auch eine Empfindlichkeitsreaktion oder eine Unverträglichkeit bestimmter Substanzen in Form von roten Flecken vor.

Eine Hauterkrankung, welche typischerweise am Oberkörper vorkommt, ist die Röschenflechte (Ptyriasis rosea) anzutreffen. Dieser Ausschlag dauert ca. 8 Wochen an und ist nicht ansteckend. Kommt zu den Flecken auch ein Juckreiz hinzu, kann es sich um Infektionskrankheiten wie z.B. Windpocken oder Röteln handeln. Diese Flecken treten jedoch meistens am gesamten Körper auf.

Auch eine Syphilis-Infektion im zweiten Stadium kann sich durch rote Flecken am Oberkörper auszeichnen. Hierbei sollte jedoch vorher ein Ulkus (Geschwür) an den Geschlechtsorganen aufgetreten sein.

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Hautausschlag am seitlichen Oberkörper

Der Hautausschlag am seitlichen Oberkörper kann verschiedene Gründe haben. Ebenso wie am restlichen Körper können die meisten Hautausschläge auch am seitlichen Oberkörper auftreten. Aus diesem Grund ist anhand der Lokalisation des seitlichen Oberkörpers schlecht auf die eigentliche Erkrankung zu schließen. Ist eine Person an Scharlach erkrankt, kann es zu Ausschlägen im Bereich unter der Achsel kommen. Zusätzlich findet man jedoch eine sogenannte „Himbeerzunge“. Zusätzlich tritt ein Ausschlag in der Leistengegend und auf den Wangen auf.

 

Hautausschlag beim Baby

Gerade bei Babys kommt es häufig zu den bereits erwähnten Infektionskrankheiten wie Windpocken, Masern, Röteln, Ringelröteln und Dreitagefieber. Der Hautausschlag ist in den meisten Fällen am gesamten Körper vorzufinden, also nicht nur auf den Oberkörper beschränkt. Gerade Masern ist jedoch der beginnende Hautausschlag vor allem am Oberkörper zu sehen.

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Therapie

Die Therapie des Hautausschlags geht sehr mit der Ursachenfindung einher. Ist der Hautausschlag am Oberkörper aufgetreten, weil die Haut Empfindlich auf eine Substanz oder einen Reiz reagierte, sollte man diesen Auslöser möglichst vermeiden. Im Falle des Duschgels oder des Waschmittels lieber wieder zu den bewährten Produkten greifen.

Im Falle einer Allergie sollte möglichst früh mit einer spezifischen Immuntherapie begonnen werden, um die Allergie im besten Fall auszuschalten. Abgesehen davon kann mit der Vermeidung der Allergene und einer medikamentösen Therapie mithilfe von Antihistaminika (Histamin-Rezeptor-Blocker) oder Cortison ein guter Erfolg erzielt werden. Generell kann man die Haut kühlen, um eine Verminderung des Ausschlags zu bewirken. Dies kann mithilfe von Umschlägen oder Gels stattfinden. Besteht der Verdacht, dass eine Infektionskrankheit besteht, muss die Krankheit in den meisten Fällen abheilen, damit die Ausschläge zurückgehen. Bei Zweifeln sollte hier ein Arzt aufgesucht werden!

 

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 01.03.2019
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