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Leberfleck oder Hautkrebs

Allgemeines

Was in der Umgangssprache häufig als „Leberfleck“ oder „Muttermal“ bezeichnet wird, nennt man in der Fachsprache „Pigmentnävus“. Manchmal findet man auch die Begriffe „Melanozytennävus“ oder melanozytärer Nävus. Dabei handelt es sich um gutartige Hautwucherungen, die aufgrund ihres Melanozytengehalts (Hautpigmentzellen) dunkel pigmentiert sind und hell bis dunkel braun erscheinen. Genauer ist das, was man häufig als Leberfleck bezeichnet, ein Nävuszellnävus, Lentigo simplex oder Lentigo solaris. Es ist jedoch schwierig, das alles genau zu differenzieren, da das, was wir umgangssprachlich Leberfleck nennen, sehr stark variieren kann. Der folgende Artikel befasst sich mit den Zusammenhängen zwischen „Leberflecken“ und der Entstehung von Hautkrebs beziehungsweise bösartiger Erkrankungen der Haut.

Bedeutung der Leberflecke für die Gesundheit der Haut

Leberflecken sind per se nichts Bedenkliches. Eine hohe Zahl an Leberflecken bedeutet nicht zwingend ein hohes Risiko, an Krebs zu erkranken. Doch worin besteht hier der Zusammenhang? „Leberflecken“ können in sich ein Risiko für die Entstehung einer malignen Erkrankung der Haut, sprich Hautkrebs, bergen. Dies betrifft jedoch nicht alle Leberflecken, sondern nur bestimmte Arten. Sie sind charakteristisch in ihrer Pigmentierung, Form und ihrem Aussehen. Einzig und allein ein Hautarzt ist dazu befähigt, zu unterscheiden, ob ein Leberfleck bedenklich für die Gesundheit sein könnte oder nicht. Aus einem risikoreichen Leberfleck kann sich unter Umständen ein malignes Melanom (bösartiger Hautkrebs) entwickeln. Das maligne Melanom ist ein bösartiger Tumor der Haut, der von den Pigmentzellen, den Melanozyten, ausgeht und sehr früh metastasiert.

Wann ein Leberfleck bedenklich ist, lässt sich schwierig differenzieren, wenn man kein Facharzt ist. Es gibt jedoch Kriterien, nach denen man selbst im Alltag seine Leberflecken prüfen kann. So kann man bei einem Verdacht recht schnell einen Arzt aufsuchen und so das Risiko minimieren, eine maligne Erkrankung zu übersehen. Je früher Hautkrebs erkannt wird und je schneller mit einer Therapie begonnen wird, desto besser sind die Aussichten auf eine Heilung. Die sogenannte A-B-C-D-E-Regel liefert einen Leitfaden für die Selbstkontrolle von Muttermalen und Leberflecken und wird im Folgenden näher erläutert:

Zur Selbstuntersuchung stellt man sich am besten bei gutem Licht vor einen Ganzkörperspiegel. Handspiegel können helfen sich Leberflecken anzuschauen, die sich an nicht so gut sichtbaren Stellen befinden, beispielsweise am Rücken. Bei der Kontrolle eines Leberflecks geht man die folgenden Kriterien systematisch nacheinander durch:

A = Asymmetrie ? bösartige Veränderungen sind nicht rund, sondern ungleichmäßig gestaltet

B = Begrenzung ? Melanome sind nicht scharf begrenzt, sondern haben unscharfe Ränder mit fransigen Ausläufern

C = Colorierung ? bösartige Veränderungen sind nicht gleichmäßig gefärbt und weisen teils ungewöhnliche Farben auf, die von weiß, grau, blau und rot bis hin zu schwarz reichen

D = Durchmesser ? Melanome sind größer (meist über 5mm) insbesondere, wenn sie aus einem Leberfleck hervorgegangen sind

E = Entwicklung/Erhabenheit ? der Leberfleck verändert sich und wächst/ragt über das Hautniveau heraus

Weitere Warnzeichen sind ein juckender Leberfleck, Nässen oder Bluten des Leberflecks. Auch eine Schorfbildung kann bedenklich sein. Hinsichtlich dieser Kriterien, kann man nun selbst ungefähr einschätzen, ob man einen Hautarzt aufsuchen sollte. Dieser kann dann ein professionelles Hautkrebs-Screening durchführen, bei welchem er jeden Leberfleck hinsichtlich seiner Form und seines Aussehens beurteilt. Dabei wird der ganze Körper untersucht und kein Leberfleck ausgelassen.

Lesen Sie mehr zum Thema unter: Wie erkennt man Hautkrebs?

Therapie

Maligne Melanome werden chirurgisch entfernt. Dabei wird keine Biopsie (Gewebsentnahme) vom Primärtumor gemacht, um einem Streuen von entarteten Zellen in die Blut- oder Lymphbahn vorzubeugen. Wichtig ist es, dass das bösartige Gewebe großflächig entfernt wird. Dabei wird das Gewebe unter dem Tumor bis zur Muskelfaszie (Muskelhaut) entfernt. Man macht dies, um keine entarteten Zellen in der Haut zu lassen, da sonst ein Rezidiv (Wiederauftreten der Erkrankung) recht wahrscheinlich wäre. Ist der „bösartige Leberfleck“ im Gesicht oder an den Akren, sieht man von so einer radikalen Operation ab. Man bedient sich einem feinmechanischeren Verfahren, bei welchem mittels eines Mikroskops die Schnittränder genau kontrolliert werden. Man nennt dies mikroskopisch-kontrollierte-Chirurgie.

Zusätzlich zu chirurgischen Maßnahmen besteht auch noch die Möglichkeit, Chemotherapien und Strahlenbehandlungen anzuwenden. Das ist der Fall, wenn die Erkrankung weit fortgeschritten ist und sich Metastasen finden. Außerdem gibt es die sogenannte Immuntherapie, bei welcher das Immunsystem stimuliert wird und so die Krebszellen bekämpfen kann. Jedoch stehen die Chancen auf eine Heilung nicht mehr so gut, wenn der Krebs bereits gestreut hat, sprich sich Metastasen in anderen Organen und Lymphknoten gebildet haben. Dennoch können die Therapiemaßnahmen eine Besserung des Gesundheitszustandes herbeiführen. Nach durchgemachten Therapien werden Patienten häufiger zum Hautkrebsscreening geschickt, um so recht engmaschig sicherzustellen, dass keine erneute bösartige Veränderung auftritt.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: Entfernung von Leberflecken

Prognose

Ob eine Gefahr von einem Leberfleck ausgeht, sich zu einem Melanom zu entwickeln, und wie hoch diese ist, kann nur ein erfahrener Hautarzt einschätzen. Prinzipiell geht von Sommersprossen, Cafe-au-lait-Flecken und kleinfleckigen Lentiges (Lentigo simplex und Lentigo solaris) keine Gefahr für ein Melanom aus. Anders sieht es jedoch bei gewissen Formen von Leberflecken aus wie beispielsweise den dysplastischen Nävi. Sie sind zwar nicht als Melanomvorstufen anzusehen, es gibt jedoch eine erhöhte Entwicklung von Melanomen bei Menschen mit sehr vielen von solchen dysplastischen Nävi (DNS=Syndrom der dysplastischen Nävi).

Auch konnatale Nävuszellnävi (angeborene, gutartige, braune Hautveränderungen) bergen mit wachsender Größe ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung eines Melanoms. Sie sind jedoch keine Leberflecken im herkömmlichen Sinne und nur der Vollständigkeit halber hier angeführt.

Prophylaxe

Menschen mit sehr heller Haut und vielen „Leberflecken“ sollten besonders darauf achten, ihre Haut vor schädigenden Einflüssen zu schützen. Aber generell gilt: nicht zu lange und ohne Schutz in der Sonne aufhalten! Sehr helle Hauttypen sollten dementsprechend Sonnenschutzprodukte mit einem hohen Lichtschutzfaktor verwenden und über den Tag verteilt immer wieder auffrischen. Auch schützende Kleidung wie Sonnenhüte und schulterbedeckende Oberteile sind empfehlenswert. Sonnenstudios sollten im Allgemeinen strikt gemieden werden, da die UV-Strahlung das Hautkrebsrisiko massiv erhöht. Gerade im Sommer sollte man die heiße Mittagssonne meiden, aber auch im Schatten darf man den Sonnenschutz nicht vergessen, denn auch hier kommt die UV-Strahlung nicht unbedenklich durch.

Zusammenfassung

Pigmentzellnävi, welche umgangssprachlich als Leberflecke bezeichnet werden, sind primär unbedenklich, solange sie keine auffälligen Veränderungen aufweisen. Sie sind aufgrund ihres hohen Gehaltes an Melanozyten (Pigmentzellen) braun gefärbt und können in unterschiedlicher Häufigkeit auftreten. Mithilfe der A-B-C-D-E-Regel kann man selbst überprüfen, ob ein Leberfleck bedenklich aussieht und gegebenenfalls einen Arzt aufsuchen.

Da sich in manchen Fällen aus einem Leberfleck eine bösartige Veränderung entwickeln kann, das sogenannte maligne Melanom, kann eine chirurgische Entfernung bei Verdacht oder feststehender Diagnose vonnöten sein. Bei einer fortgeschrittenen Erkrankung mit Metastasierung in andere Organe und Lymphknoten werden die Betroffenen zusätzlich bestrahlt und mit Chemotherapien behandelt.

Weiterführende Informationen

Weitere Informationen zum Thema Leberfleck Hautkrebs finden Sie hier:

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Eine Liste alle Themen zur Dermatologie, die wir bereits veröffentlicht haben finden Sie unter: Dermatologie A-Z

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 17.12.2018
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