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Leberfleck blutet - Wie gefährlich ist das?

Einleitung

Leberfleck, Muttermal oder fachsprachlich Naevus – jeder von uns hat welche. Manche sind seit Geburt vorhanden, viele andere kommen im Laufe des Lebens dazu. Wirklich gefährlich sind die wenigsten davon. Umgekehrt entstehen ca. ein Drittel aller Fälle von schwarzem Hautkrebs (malignes Melanom) auf der Basis eines normalen Leberflecks.
Je heller der Hauttyp ist und je mehr erworbene Leberflecke ein Mensch hat, desto höher ist das Risiko an schwarzem Hautkrebs zu erkranken. Weitere signifikante Risikofaktoren sind gehäufte Hautkrebserkrankungen in der Familie und schwere Sonnenbrände, vor allem in der Kindheit und Jugend.

Wir nehmen nun folgendes Szenario: Ein Leberfleck blutet. Was nun?

Die Blutung eines Leberfleckes ist primär als harmlos zu bewerten, denn gerade in Bereichen, die häufig rasiert werden, kann es leicht zu Verletzungen kommen.
In selteneren Fällen kann es zu spontanen Blutungen eines Leberfleckes kommen oder blutet der Leberfleck gehäuft, sollte man einen Arzt konsultieren, um das mögliche Vorliegen eines bösartigen Tumors abklären zu lassen.

Ursache

Blut ist für den Menschen immer ein Warnsignal. Doch bei einem blutenden Leberfleck ist nicht immer gleich vom Schlimmsten auszugehen. Wichtig ist, wie es zu der Blutung gekommen ist und ob sich besagter Leberfleck in der vergangenen Zeit verändert hat.

Es kann passieren, dass erhabene Leberflecke in Regionen wie Gesicht, Achseln, Beine oder Intimbereich bei der Rasur verletzt werden und bluten. Teilweise kann die Blutung aufgrund der guten Gefäßversorgung auch erschreckend stark ausfallen.
Hier gilt es jedoch Ruhe zu bewahren, abzuwarten bis die Blutung gestillt ist und den Schnitt lediglich mit einem Pflaster zu versorgen. In der Regel sind solche Verletzungen harmlos.
Liegt der Leberfleck jedoch an einer Stelle, wo er regelmäßigen Verletzungen ausgesetzt ist, sollte über eine Entfernung nachgedacht werden. Dies gilt ebenso für Leberflecke an BH- Linien oder anderen Stellen mit beanspruchter Haut, wo es häufiger zu einer Blutung kommen kann.

Nun beginnt aber ein Leberfleck plötzlich zu bluten und eine versehentliche Verletzung kann ausgeschlossen werden. In solch einer Situation sollte man sich den betreffenden Leberfleck unbedingt genauer ansehen. Ist es eine relativ neue Hauterscheinung oder war der Fleck schon immer da?
Wenn es ein alter Leberfleck ist, hat er sich vielleicht in letzter Zeit verändert? Relevante Veränderungen sind vor allem Größenzunahme oder Verdunkelungen/ Schwärzungen.
Ein weiteres Symptom, das auf eine bösartige Entartung des Leberflecks hindeuten kann, ist Juckreiz oder Schmerz.
Jeder plötzlich blutende Leberfleck, der neu ist oder sich verändert hat oder aufgrund von Juckreiz aufgekratzt wurde, ist abklärungsbedürftig. Eine Vorstellung beim Haus- oder Hautarzt (Dermatologe) ist zu empfehlen.

Leberfleck blutet nach Rasur

Wenn man mit dem Finger über einen Leberfleck fährt, spürt man meist eine leicht wachsartige Oberfläche, die sich vom restlichen Hautniveau abhebt. Bei der Rasur der Haut kann es daher passieren, dass man den Leberfleck leicht aufkratzt oder einschneidet. Gerade mehrfach benutzte und unscharfe Rasierklingen bergen ein erhöhtes Verletzungsrisiko. Meist erfolgt eine solche Verletzung aus Unachtsamkeit, da der Leberfleck übersehen wird, wenn er sich nicht gerade an einer gut sichtbaren Hautstelle befindet.

In selteneren Fällen kann ein Muttermal oder Leberfleck auch vermehrt zu Blutungen bei mechanischen Belastungen wie einer Rasur neigen, wenn er bösartige Veränderungen zeigt. Melanome, Basaliome oder auch Spinaliome, die allesamt Tumore der Haut darstellen, sind nicht immer eindeutig von gutartigen Leberflecken zu unterscheiden und häufig sehr empfindlich beim Rasieren. Sie bluten meist schneller als ein gutartiger Leberfleck, da sie von mehr Gefäßen durchzogen sind als gutartige Leberflecke. Eine bösartige Veränderung ist jedoch eher seltener der Fall.

Im Falle eines verletzten Leberflecks sollte man diesen mit klarem Wasser abspülen und gegebenenfalls mit einem Pflaster bedecken. Man kann ihn jedoch auch an der Luft abheilen lassen. Ein Grund zur Besorgnis besteht nicht. Nach einigen Tagen heilt die kleine Wunde sehr gut von alleine wieder aus. Sollten starke Schwellungen, Rötungen, Schmerzen oder gar Fieber auftreten, kann es sich um eine Infektion des Hautgewebes handeln. In diesem Falle muss ein Arzt aufgesucht werden, da diese eventuell antibiotisch behandelt werden muss.

nach aufkratzen - was tun?

Leberflecken stellen für viele Menschen kein größeres Problem dar. Stört man sich jedoch an den erhabenen Hautflecken und kratzt sie auf, kann dies zu Blutungen führen. Leberflecken können auch jucken und deshalb aufgekratzt werden. Oft scheuert auch enges Schuhwerk oder enganliegende Kleidung an dem Leberfleck und kratzt ihn so auf.
Zunächst einmal muss dies kein Grund zur Sorge sein. Der Leberfleck sollte mit klarem Wasser abgewaschen werden. Jegliche Manipulation in Form von Salben, Cremes, Verbänden oder Ähnlichem sollte man jedoch unterlassen. Am besten zeigt man den Leberfleck zeitnah einem Hautarzt, um eine bösartige Veränderung auszuschließen.

Kann das Hautkrebs sein?

Das Auftreten von Hautkrebs in der Gesellschaft nimmt aufgrund verschiedener Faktoren, wie beispielsweise Sonnenexposition oder auch genetischer Veranlagung, immer mehr zu. Häufig können viele Hautkrebsarten im Frühstadium sehr gut behandelt und geheilt werden. Daher sind vor allem Früherkennungsmaßnahmen wie das Hautkrebs-Screening besonders wichtig.

Hautkrebs, wie das maligne Melanom oder das Spinaliom, kann teils gewöhnlichen Leberflecken ähneln und verursacht nicht immer eindeutige Symptome. Ein mögliches Symptom ist jedoch eine erhöhte Neigung des Hautkrebses zu oberflächlichen Blutungen. Gerade bei leichter mechanischer Beanspruchung, wie Berührungen mit Textilien, Scherbewegungen der Haut oder leichtem Kratzen, können solche Hautveränderungen zu Blutungen neigen. Meist ist die Blutung in diesem Falle kein einmaliges Ereignis, sondern tritt häufiger auf. Begleitend können Juckreiz, Schmerzen oder typische Veränderungen der Form, Farbe oder Oberfläche des Leberflecks auftreten.

Hier geht es zu Hautkrebs - Frühzeitig erkennen und behandeln

Wie kann ich selbst erkennen, ob es gefährlich ist?

Es ist nicht immer einfach zu erkennen, ob ein Leberfleck gut- oder bösartig ist. Für Hautärzte ist oft eine Verlaufsbeurteilung des Leberflecks über einen gewissen Zeitraum hinweg nötig, um bösartige Veränderungen feststellen zu können. Nicht immer ist das Aussehen des Leberflecks eindeutig beurteilbar, daher werden in vielen Fällen Leberflecke auch bei unklarer Diagnose vorsichtshalber entfernt.

Doch wie kann man nun selbst erkennen, ob ein blutender Leberfleck gefährlich ist, oder nicht? Verdächtig sind häufige Blutungen, die selbst bei kleinster mechanischer Reizung des Leberflecks auftreten. Beispielsweise kann das bloße Anziehen von Kleidung, scheuernde Pullover, die morgendliche Dusche oder ein leichtes Kratzen bereits für das Auftreten einer Blutung ausreichen. Weiterhin sind häufiger Juckreiz oder Schmerzen am Leberfleck verdächtig für eine bösartige Ursache.

Ein gutes Schema zur Beurteilung von Leberflecken stellen die ABCDE-Regeln dar. Anhand dieser kann man einschätzen, ob ein Leberfleck bösartig sein könnte. Im Folgenden ist eine kurze Anleitung zur Selbstbeurteilung eines Leberflecks nach den ABCDE-Regeln angeführt:

  • A = Asymmetrie (z.B. unförmiger, nicht oval/ nicht runder Leberfleck) 
  • B = Begrenzung (z.B. unscharf begrenzter Leberfleck mit Ausläufern/ Ausziehungen)
  • C = Colour (z.B. unterschiedlich starke Pigmentierung/ mehrere Farben in einem Fleck/ ungewöhnliche Farbe bspw. grau)
  • D = Durchmesser (über 5mm)
  • E = Erhabenheit oder Entwicklung (stark über dem Hautniveau erhaben mit unregelmäßiger Oberfläche/ Veränderungen in kurzer Zeit

Lesen Sie außerdem: Leberfleck und Hautkrebs

Juckreiz als Begleitsymptom

Leberflecken können hin und wieder einmal auch leicht jucken und dadurch einen Anreiz darstellen, sie aufzukratzen. Im Zuge dessen können leichte, oberflächliche Blutungen auftreten. Im ersten Moment muss dies kein Grund zur Beunruhigung sein. Der Juckreiz muss nicht zwingen in Verbindung mit einer bösartigen Erkrankung der Haut stehen, wie oft behauptet wird. Er kann jedoch auch ein Symptom des Hautkrebses sein. Daher ist es als prophylaktische Maßnahme empfehlenswert, juckende und blutende Leberflecken einmal einem Hautarzt zu zeigen, sodass dieser eine Einschätzung vornehmen kann. Oft wird der Leberfleck dann in regelmäßigen Abständen beobachtet, um seinen Verlauf zu beurteilen.

In anderen Fällen wird ein Leberfleck bei unklarem Status oder Verdacht auf eine bösartige Erkrankung entfernt und feingeweblich unter dem Mikroskop untersucht. Zusätzliche suspekte Veränderungen des Aussehens des Leberflecks (siehe ABCDE-Regeln) erhärten den Verdacht. Ein Arztbesuch sollte nicht hinausgezögert werden. Hautkrebs ist in frühen Stadien sehr gut behandelbar, wohingegen bei einem fortgeschrittenen Stadium und einer Streuung des Krebses oftmals keine guten Therapiemöglichkeiten mehr bestehen.

Diagnose

Ein objektives Schema zur Beurteilung von Leberflecken ist die ABCD-Regel. Es wird sowohl zur Ersteinschätzung als auch im Verlauf der Vorsorgeuntersuchungen eingesetzt. Auch als Laie kann man sich bei eventuellen Unsicherheiten grob danach richten.
Ein Arzt sollte bei verdächtigen Blutungen jedoch trotzdem immer aufgesucht werden. Je mehr Kriterien erfüllt sind, desto verdächtiger ist der Leberfleck.

A – Asymmetrie: Unauffällige Leberflecke sind in der Regel regelmäßig rund oder oval und symmetrisch. Asymmetrien sind verdächtig.

B – Begrenzung: Der Rand des Leberfleckes sollte glatt und scharf begrenzt sein, ausgefranste Ränder oder Ausläufer sind ein Hinweis auf Entartung.

C - Color oder Farbe: Die Farbe ist mitunter das wichtigste Kriterium, da an ihr Veränderungen des Leberflecks mit der Zeit am besten bemerkbar sind. Verdächtig sind schwarze bis bläuliche, graue oder rötliche Flecken oder mehrere Farbtöne nebeneinander. Ein Leberfleck sollte auch nicht blasser werden.

D – Durchmesser: Jeder Fleck mit einem Durchmesser über 5mm sollte beobachtet werden, ebenso sich ausbreitende Leberflecke.

Mittlerweile wurde auch noch ein E wie Erhabenheit oder Entwicklung hinzugefügt. Erhabenheit, also ob der Fleck tastbar ist, ist ebenfalls ein Kriterium. Wie schon erwähnt ist die Entwicklung des Leberfleckes mit etwaigen Veränderungen ebenfalls sehr wichtig.
Der Leberfleck wird vom Hautarzt mit dem sog. Dermatoskop untersucht, einer Lupe mit Lichtquelle. Damit können die Kriterien besonders gut beurteilt werden.

Sollte der Fleck nun nach der ABCD-Regel für auffällig befunden werden, wird er im Ganzen herausgeschnitten und mikroskopisch untersucht. Bösartige Veränderungen werden hiermit auf Zellebene festgestellt und sichern die Diagnose.

Gerade im Alter treten auch andere gutartige Veränderungen, wie z.B. die Seborrhoische Warze, auf, die auf den ersten Blick einem schwarzen Hautkrebs ähneln können.

Therapie

Bei gutartigen Leberflecken ist keine Therapie nötig. Eine Entfernung wird von den Krankenkassen sogar teilweise übernommen, wenn der Fleck an einer störenden oder beanspruchten Stelle sitzt. Kosmetische Eingriffe werden jedoch nicht gezahlt.

Bestätigt die mikroskopische Untersuchung eines verdächtigen Leberflecks nach dem Entfernen das Vorliegen eines schwarzen Hautkrebses, muss der Fortschritt der Erkrankung abgeklärt werden. Dazu gehören die Entnahme von zugehörigen Lymphknoten und die Suche nach Tochtergeschwüren (Metastasen) mittels Bildgebung.

Im frühen Stadium ist die Entfernung des Melanoms als Therapie in der Regel ausreichend und die Prognose ist gut. In fortgeschrittenen Stadien mit Metastasenabsiedelung ist eine Chemotherapie nötig und die Prognose sinkt je nach Lokalisation der Metastasen.

Prävention

Um verdächtige Hautveränderungen frühzeitig zu bemerken, empfiehlt es sich ab dem 35. Lebensjahr regelmäßig (alle zwei Jahre) an der Vorsorgeuntersuchung teilzunehmen. Dabei werden alle Leberflecke am Körper nach der ABCD - Regel beurteilt. Auftretende Veränderungen können so am besten aufgespürt und in einem zeitlichen Zusammenhang beobachtet werden.

Generell ist auch das Vermeiden von Sonnenbränden durch Eincremen mit Sonnenschutzmittel oder der Aufenthalt im Schatten zu empfehlen, um das Risiko zu reduzieren.

Weitere Informationen

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Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 01.03.2019
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