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Spinaliom

Definition Spinaliom

Unter einem Spinaliom versteht man eine bösartige Entartung der Zellen an der Hautoberfläche mit unkontrollierter Wucherung, die eine sofortige Behandlung notwendig macht.

Ursachen und Formen

Das Spinaliom gehört mit dem Basaliom zu den in Deutschland verbreitetsten und häufigsten bösartigen Hauterkrankungen. Das Spinaliom wird auch als weißer Hautkrebs bezeichnet und grenzt sich so vom Melanom, dem schwarzen Hautkrebs, ab. Seinen Ursprung nimmt das Spinaliom von der obersten Hautschicht, die auch als Stachelzellschicht (Stratum spinosum) bezeichnet wird. Der Tumor breitet sich nicht in die Tiefe sondern in die Breite aus und wird aus diesem Grund auch als horizontal wachsender Tumor bezeichnet.
In einigen Ausnahmefällen kann es aber trotzdem zu einem Tiefenwachstum kommen, bei dem Weichteilgewebe unter der Haut und sogar Knochen von dem Tumor befallen werden können. Eine Metastasierung des Spinalioms findet selten und wenn, dann in einem sehr weit fortgeschrittenem Zustand statt.
Hauptursache bei der Entstehung sind chronische Sonnenbestahlungen auf ungeschützte Haut. Aus diesem Grund sind meistens Hautareale von der Erkrankung betroffen, die nicht von Kleidung bedeckt werden, also Gesicht, Stirn und Arme. Des Weiteren können sich Spinaliome aus einer chronischen Wunde oder einer Narbe entwickeln. Aus diesem Grund sollten Auffälligkeiten in der Nähe von Narben oder Wunden unbedingt dermatologisch untersucht werden.

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Diagnose

Die Diagnose wird meistens durch die Blickdiagnose des Facharztes für Dermatologie gestellt. Da Hauttumoren aber unterschiedliches Aussehen und Verhalten zeigen können, müssen noch einige weitere Untersuchungen durchgeführt werden, um die endgültige Diagnose stellen zu können. Besonders wichtig ist die Frage nach der Wachstumsgeschwindigkeit. Während ein langsam, sein Monaten oder Jahre wachsender Tumor eher für eine gutartige Erkrankung spricht, kann ein innerhalb von wenigen Tagen oder Wochen entstehender Hauttumor Hinweise auf ein Spinaliom geben. Bevor die endgültige Diagnose jedoch gestellt werden kann, muss eine histologische Untersuchung durchgeführt werden. Hierzu wird das verdächtige Areal in der Haut entfernt und unter dem Mikroskop untersucht. Nur hier kann schlußendlich die Diagnose gestellt werden.

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Die Therapie eines Spinalioms

Es gibt zahlreiche Behandlungsansätze, die aber zur Behandlung eines Spinalioms unterschiedlich zu bewerten sind. Es kann versucht werden, das suspekte Hautareal mittels Vereisung zu zerstören. Diese sogenannte Kryotherapie hat aber den Nachteil, dass keine Biopsiegewinnung mehr erfolgen kann, da die defekte Haut fast vollständig zerstört wurde.
Auch kann mittels Strahlentherapie, die mittels Röntgenstrahlung durchgeführt wird, der Hauttumor zerstört werden. Auch hier kommt es zum Problem der fehlenden Biopsiegewinnung. Dies ist einer der Hauptgründe, weshalb heute immer noch am häufigsten die komplette chirurgische Entfernung durchgeführt wird. Dies hat die Vorteile, dass Hautproben im Labor untersucht werden können und, dass kontrolliert werden kann, ob die kranken Hautareale auch komplett entfernt wurden. Wenn im mikroskopischen Bild neben kranken Hautbereichen auch gesunde zu sehen sind, weiß man, dass der Tumor komplett getroffen wurde. Neben den klassischen Operationsverfahren zur Entfernung von Hautarealen stehen seit einigen Jahren auch die Schnitttechniken mittels Laser zu Verfügung. Die Ergebnisse sind vergleichbar gut.

Risikofaktoren

Besonders gefährdet ein Spinaliom zu bekommen sind Patienten, die sich häufig, vor allem ungeschützt, der Sonne aussetzen. Des Weiteren sind Patienten mit einem geschwächten Immunsystem häufiger von Spinaliomen betroffen. Diese Patienten haben entweder eine immundrosselnde Therapie (Kortison, Chemotherapie) oder aber eine immunschwächende Erkrankung, wie HIV. Auch spielt die genetische Komponente eine große Rolle bei der Entstehung eines Spinalioms. Auch deshalb sollte bei der Krankenbefragung immer herausgefunden werden, ob es bereits in der Familie schon einmal zu einem Hautkrebs gekommen ist.

Zusammenfassung

Spinaliome sind mit den Basaliomen die häufigsten Hauterkrankungen in Deutschland. Unter einem Spinaliom versteht man eine bösartige Erkrankung der oberen Schicht der Haut (Stachelzellschicht) Vor allem genetisch vorbelastete Patienten, immungeschwächte Patienten und welche, die sich häufig und ungeschützt der Sonne aussetzen, haben ein erhöhtes Risiko diese Hauterkrankung zu bekommen. Charakteristisch wächst ein Spinaliom in die Breite, kann aber in einigen Fällen auch in die Tiefe wachsen und Weichteile und Knochen erfassen. Eine Metastasierung findet nur in sehr weit fortgeschrittenen Stadien statt. Die Diagnose wird mittels Blickdiagnose, Krankenbefragung und Biopsie gestellt. Die Behandlung der Wahl ist die operative Entfernung des betroffenen Hautareals.

Weitere Informationen

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Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 01.03.2019
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