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Brennen im Gesicht - Was steckt dahinter?

Definition

Brennen im Gesicht kann verschiedene Ursachen haben und mit einer Vielzahl an weiteren Symptomen einhergehen. Eine Reizung der Haut durch Kosmetika, trockene Haut oder auch eine Allergie sind als Auslöser denkbar.

Eine weitere mögliche Ursache ist die Gürtelrose im Gesicht, bei der es im Verlauf zu kleinen flüssigkeitsgefüllten Bläschen im betroffenen Gebiet kommt. Zudem kann es zur Reizung bestimmter Nerven im Bereich des Gesichts kommen, es resultieren plötzlich einschießende, brennende, sehr starke Schmerzen im Gesicht. Die Behandlung richtet sich nach der zugrundeliegenden Ursache.

Das Brennen ist nicht nur auf das Gesicht beschränkt? Dann lesen Sie auch unseren Artikel Haut brennt - was tun?

Ursachen von Brennen im Gesicht

Eine häufige Ursache von Brennen im Gesicht ist eine Reizung der Haut. Durch aggressive Kosmetika, trockene Heizungsluft oder andere Umwelteinflüsse wie UV-Strahlung kommt es zu Brennen und Juckreiz im Gesicht, welche mit Hautveränderungen wie Rötungen und Schuppung einhergehen.

Auch Hauterkrankungen wie Neurodermitis oder das seborrhoische Ekzem können eine brennende Gesichtshaut zur Folge haben und werden von typischen Hautveränderungen begleitet. Eine Allergie beispielsweise gegen Inhaltsstoffe bestimmter Kosmetika kann ebenfalls zu brennenden Schmerzen und Juckreiz im Gesicht führen. Häufig kommt es hier zudem zu geröteter, schuppender Haut mit kleinen Bläschen und Pickeln.

Weitere Informationen zu Ursache und Therapie einer Allergie finden Sie in unserem Artikel Allergie!

Eine weitere Ursache von brennenden Schmerzen im Gesicht ist die Gürtelrose (Herpes Zoster). Diese wird von bestimmten Herpesviren (Varizellen) ausgelöst und äußert sich durch einseitige, brennende Schmerzen im Gesicht, die durch den Befall von dort verlaufenden Nerven ausgelöst werden. Im Verlauf von Tagen bilden sich zudem kleine, flüssigkeitsgefüllte Bläschen auf gerötetem Grund im betroffenen Bereich. Da auch Auge und Ohr betroffen sein und die Schmerzen zudem chronifizieren können, ist eine schnelle ärztliche Behandlung unumgänglich.

Weitere Informationen zum Krankheitsbild der Gürtelrose finden Sie in unserem Artikel Gürtelrose.

Zuletzt kann eine Trigeminusneuralgie Ursache für brennende Schmerzen im Gesicht sein. Hierbei kommt es zur Reizung des Trigeminus-Nervs, was sich in plötzlich einschießenden, für Sekunden anhaltenden, stärksten Schmerzen im Gesichtsbereich äußert. Die brennenden Schmerzen treten hierbei stets einseitig auf.

Eine Allergie als Auslöser

Ein Brennen im Gesicht kann auch als Folge einer Allergie auftreten. Liegt beispielsweise eine Allergie gegen Kosmetika vor, so spricht man von einer Kontaktallergie. Es kommt zu brennenden Schmerzen und Juckreiz, die von einem allergischen Ekzem (entzündliche Hauterkrankung mit Rötung, Schuppung, kleinen Pusteln und Pickeln) begleitet werden. Ähnlich kann sich eine Allergie gegen bestimmte Medikamente äußern. Auch Lebensmittelallergien oder Allergien gegen Insektengifte können mit einem brennenden Ausschlag im Gesicht einhergehen. Dieser erscheint in diesem Fall jedoch eher in Form flüchtiger Quaddeln (ähnlich dem Ausschlag nach dem Anfassen von Brennnesseln), die auch am restlichen Körper auftreten können.

Psychische Ursachen

Schmerzen in Form eines Brennens im Gesicht können immer auch einen psychosomatischen Hintergrund haben. Seelischer Stress und innerliche Konflikte können sich in Form von Schmerzen körperlich äußern und so den Betroffenen quälen. Um diese Diagnose stellen zu können, müssen jedoch zuerst andere Ursachen brennender Schmerzen im Gesicht wie eine Gürtelrose oder Trigeminusneuralgie ausgeschlossen werden. Typisch für psychisch verursachte Schmerzen im Gesicht ist ein unauffälliger Befund im Labor, der neurologischen und körperlichen Untersuchung, sowie falls durchgeführt auch in der Bildgebung.

Brennen im Gesicht durch Stress

Stress und innere Anspannung äußern sich nicht selten durch körperliche Beschwerden wie Schmerzen. Auch im Gesicht kann es zu Brennen, Kribbeln oder anderen Missempfindungen kommen. Insbesondere wenn die Beschwerden in stressigen Lebensphasen zunehmen und beispielsweise im Urlaub nachlassen, liegt dieser Verdacht nahe.

Da jedoch auch körperliche Erkrankungen, wie die Gürtelrose, hinter dem Brennen stecken können, müssen ernstere Ursachen zunächst ausgeschlossen werden, bevor die Beschwerden als stressbedingt abgetan werden. Entspannende Verfahren wie autogenes Training oder Yoga-Übungen  können Stress bekämpfen und so hierdurch verursachte Beschwerden wie Missempfindungen und Brennen im Gesicht reduzieren.

Beispiele für Entspannungsverfahren finden Sie auch in unserem Artikel Entspannung.

Brennen im Gesicht nach Alkoholkonsum

Besonders nach dem Genuss von Wein kommt es bei Betroffenen bereits nach wenigen Schlucken zu einer fleckigen, brennenden und juckenden Rötung im Gesicht. Ursache ist eine Allergie gegen Inhaltsstoffe (z.B. das Lipidtransferprotein), die in verschiedenen Alkoholsorten in unterschiedlicher Konzentration enthalten sind.  Der brennende Ausschlag kann zudem von Schwellungen der Augen, Lippen oder Zunge begleitet werden und bis hin zu Atem- oder Kreislaufbeschwerden führen. Derartige Reaktionen treten meist bereits innerhalb der ersten Stunde nach dem Verzehr auf.

Häufiger als diese echte Allergie ist jedoch die Histaminintoleranz, welche ebenfalls zu Symptomen wie Rötungen, Brennen und Juckreiz führen kann. Da Alkohol den Histaminabbau blockiert, fallen in der Folge größere Mengen des unverträglichen Histamins an, was bei Betroffenen die genannten Beschwerden auslöst.

Ob Sie an einer Histamininterolanz leiden, erfahren Sie in unserem Artikel Histaminintoleranz.

Diagnose von Brennen im Gesicht

Bei anhaltendem Brennen im Gesicht sollte zunächst der Hausarzt aufgesucht werden. Durch das Betrachten der Haut und das Erfragen der genauen Beschwerdesymptomatik können erste Rückschlüsse auf einen Auslöser gezogen werden. So treten eine Gürtelrose oder eine Trigeminusneuralgie stets einseitig auf. In speziellen Fällen (z.B. bei Verdacht auf Trigeminusneuralgie) können die neurologische Untersuchung oder ein bildgebendes Verfahren (z.B. MRT) zum Einsatz kommen. Handelt es sich hingegen um eine Allergie oder eine Hauterkrankung, so kann eine Überweisung an den Hautarzt erfolgen.

Begleitende Symptome

Welche Symptome begleitend auftreten, hängt von der Ursache des Brennens im Gesicht ab.
Ist eine Hauterkrankung wie Neurodermitis Auslöser des Brennens, so kommt es begleitend zu Juckreiz und Hautveränderungen wie Rötungen und Schuppung. Auch trockene Haut als Ursache eines Brennens im Gesicht geht in der Regel mit Schuppenbildung und Juckreiz einher.

Bei einer Gürtelrose kommt es meist wenige Tage nach Beginn der einseitigen, brennenden Schmerzen zu flüssigkeitsgefüllten Bläschen auf gerötetem Grund auf der betroffenen Gesichtshälfte. Sind zudem das Auge oder Ohr mit betroffen, so kann es im Extremfall zur Hör- und Sehminderung kommen.

Weitere Informationen finden Sie auch in unserem Artikel Gürtelrose im Gesicht - das steckt dahinter.

Im Falle einer Allergie (z.B. gegen Kosmetika) kommt es zu einer unscharf begrenzten Rötung, gegebenenfalls mit Schuppung und kleinen Bläschen oder Pusteln.
Liegt dem Brennen eine Trigeminusneuralgie zugrunde, so kommt es zu plötzlich einschießenden, anfallartigen und wenige Sekunden andauernden, stärksten Schmerzen auf einer Gesichtshälfte.

Wie eine klassische allergische Reaktion abläuft, erfahren Sie auch in unserem Artikel Allergische Reaktion.

Brennen im Gesicht mit einem Juckreiz

Ein Brennen im Gesicht wird nicht selten von Juckreiz begleitet. Dies kann bei verschiedenen Erkrankungen der Fall sein und ist somit ein eher unspezifisches Symptom. Sowohl bei trockener Haut als auch im Rahmen verschiedener Hauterkrankungen wie Neurodermitis kann es zu Juckreiz im Gesicht kommen. Zudem gehen Allergien (allergisches Kontaktekzem) häufig mit juckendem Ausschlag einher.
Für die Trigeminusneuralgie und die Gürtelrose (Zoster) ist Juckreiz hingegen eher untypisch, hier kommt es durch die Affektion dort verlaufender Nerven zu deutlich brennenden Schmerzen im Bereich einer Gesichtshälfte.

Was sich noch hinter juckender Haut verbergen könnte, erfahren Sie in unserem Artikel Haut juckt - was tun?

Brennen und Kribbeln

Ein Kribbeln muss von Juckreiz abgegrenzt werden und wird von den Betroffenen häufig als Armeisenlaufen beschrieben. Ein Kribbeln im Gesicht deutet auf eine Beteiligung (Schädigung oder Reizung) des Nerven des jeweiligen Gebietes hin. Ein Kribbeln kann in frühen Stadien einer Gürtelrose noch vor den Bläschen auftreten. Das Kribbeln ist hierbei stets einseitig. Auch durch die Reizung des Trigeminus-Nerven während dessen Verlaufs im Gehirn kann es zu Kribbeln und Brennen im Gesicht kommen. Dies ist beispielsweise im Rahmen eines Borreliose-Befalls des Gehirns denkbar. Generell ist Kribbeln ein sehr unspezifisches Symptom, das harmlose aber auch ernstere Ursachen haben kann, der Hausarzt kann hierzu eine erste Abschätzung abgeben.

Brennen in Kombination mit einer Rötung

Tritt begleitend zum Brennen im Gesicht eine Rötung in der betroffenen Region auf, so kann dies ein Hinweis auf eine Hauterkrankung sein. Besonders trockene Haut und Betroffene mit Neurodermitis neigen zu geröteter Haut. Aber auch im Rahmen eines allergischen Ekzems (entzündliche Hautveränderung durch eine allergische Reaktion) kann es zu Rötungen im Gesichtsbereich kommen. Bei der durch Herpesviren ausgelösten Gürtelrose kommt es ebenfalls zu einer (einseitigen) Rötung im Gesichtsbereich. Auf dem Boden dieser Rötung entstehen viele kleine,  flüssigkeitsgefüllte Bläschen, die virushaltiges Sekret enthalten.

Wie Sie ein Ekzem erkennen und was sie dagegen tun können, erfahren Sie in unserem Artikel Ekzeme - Usachen, Behandlung & mehr!

Therapie von Brennen im Gesicht

Die Behandlung eines Brennens im Gesicht richtet sich nach der zugrundeliegenden Ursache. Ist das Brennen auf eine Hauterkrankung wie Neurodermitis zurückzuführen, so kann der Hautarzt spezielle lindernde Cremes (z.B. Cortison-Präparate) verschreiben. Bei trockener Haut hilft oft schon das regelmäßige Auftragen einer reichhaltigen Feuchtigkeitspflege, beispielsweise aus der Apotheke.

Im Falle einer Allergie sollte zudem unbedingt auf den Auslöser (z.B. Kosmetika) verzichtet werden, sofern dieser bekannt ist. Tritt das Brennen im Gesicht im Rahmen einer Gürtelrose (Zoster) auf, so müssen antivirale Medikamente verschrieben werden und eine adäquate Schmerzbehandlung gewährleistet sein. Da die Attacken bei einer Trigeminusneuralgie eine sehr starke Schmerzintensität aufweisen, sollte hier eine dauerhafte medikamentöse Prophylaxe zum Einsatz kommen. Hierfür eignet sich besonders Carbamazepin, welches sonst bei Epilepsien Verwendung findet.

Was Sie gegen trockene Haut tun können, erfahren Sie in unseren Artikel Trockene Haut - Ursachen und Pflegetipps!

Dauer

Ist ein Brennen im Gesicht auf eine Hauterkrankung wie Neurodermitis oder trockene Haut zurückzuführen, so lassen sich die Beschwerden mit vom Arzt verschriebenen Cremes oft innerhalb weniger Tagen in den Griff kriegen. Durch Meiden des auslösenden Agens (z.B. Kosmetika) sowie lindernde Salben ist auch das Brennen im Gesicht aufgrund einer allergischen Reaktion oft nach mehreren Tagen rückläufig.

Besonders bei älteren Menschen können die brennenden Schmerzen im Rahmen einer Gürtelrose im Gesicht chronifizieren. Um dies zu verhindern, sollte frühzeitig mit einer adäquaten Schmerztherapie durch einen erfahrenen Arzt begonnen werden. Die brennenden Schmerzattacken bei einer Trigeminusneuralgie halten zwar nur für wenige Sekunden an, jedoch sind die Schmerzen von der Intensität derart ausgeprägt, dass eine dauerhafte medikamentöse Therapie erfolgen sollte.

Welche Medikamente bei einer Gürtelrose eingesetzt werden, erfahren Sie in unserem Artikel Medikamente gegen die Gürtelrose!

Weiterführende Informationen

Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie unter:

Eine Übersicht aller Themen der Dermatologie finden Sie unter: Dermatologie A-Z

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 01.03.2019
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