Unreine Haut

Synonyme im weiteren Sinne

Hautunreinheiten, Hautunregelmäßigeiten, Hautpflege, Akne

Englisch: blemished skin

Definition

Unter unreiner Haut versteht man Unregelmäßigkeiten der Hautoberfläche sowie Schmutz- oder Talgeinschlüsse, die der Haut einen unreinen Anblick verleihen.

Ursachen

Die Entstehung von unreiner Haut wird in der Regel durch das Zusammenspiel von drei essenziellen Faktoren getriggert.

1. Seborrhoe

Dieser Begriff beschreibt die übermäßige Produktion von Talg und Fett. In den meisten Fällen folgt die Seborrhoe einem hormonellen Stimulus. Vor allem starke Schwankungen innerhalb des Hormonhaushaltes beeinflussen die Talg- und Hautfettproduktion dahingehend, dass es zur Entstehung von unreiner Haut kommt. Aus diesem Grund leiden vor allem Jugendliche in der Pubertät unter unreiner Haut und Akne. Darüber hinaus können hormonelle Schwankungen während des Zyklus und/oder der Schwangerschaft Ursache einer gesteigerten Talgproduktion sein.

Auch das Absetzen der Anti-Baby-Pille nach langjähriger Einnahme kann derartige Hormonschwankungen auslösen, die zur Entstehung unreiner Haut führen können. Unreine Haut und Akne sind deshalb kein Problem, das nur junge Menschen betrifft. Des Weiteren soll sich lang anhaltender Stress nachweislich auf die Talg- und Fettproduktion der Haut auswirken. Aus diesem Grund gilt auch Stress als eine Ursache für das Auftreten von unreiner Haut und Akne.

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2. Follikuläre Hyperkeratose

Im Endeffekt wird unreine Haut durch die übermäßige Bildung von Mitessern und eine ausgeprägte Störung der Hornbildung am Ausführungsgang der Haarfollikel verursacht. Zumindest die Störung der Verhornung geht in den meisten Fällen auf eine genetische Veranlagung zurück und ist kaum zu beeinflussen. Durch die übermäßige Hornbildung im Bereich des Follikelausführungsgangs wird der regelrechte Abfluss von Talg und Fett unterbunden. Infolgedessen entsteht eine zunehmende Verstopfung der einzelnen Poren mit einem damit einhergehenden Talgstau. Im Inneren des betroffenen Follikels bildet sich zuerst ein Mitesser (Fachwort: Komedone), der sich unter Umständen entzünden kann. Die unkontrollierte Verhornung der obersten Hautschicht ist demnach eine typische Ursache für die Entstehung unreiner Haut.

3. Bakterielle Infektion und Entstehung entzündlicher Prozesse im Bereich des Follikels

Da der regelrechte Talgabfluss durch die überschießende Verhornung der obersten Hautschicht behindert wird, vermehren sich bakterielle Erreger im Inneren des Follikels unkontrolliert. Die klassischen bakteriellen Erreger, die als Ursache der Entstehung unreiner Haut gelten, sind die sogenannten „Propionibacteries acnes“. Durch die langfristige Absonderung der Stoffwechselendprodukte der ursächlichen Bakterien kommt es im Inneren des Follikels zur Freisetzung verschiedener Entzündungsmediatoren und zur Entstehung entzündlicher Prozesse. Infolgedessen verdeutlichen sich die typischen Effloreszenzen (Hauterscheinungen) unreiner Haut.

Darüber hinaus lassen sich die typischen Ursachen für das Auftreten von unreiner Haut in endogene (vom Organismus selbst ausgehend) und exogene (von außen auf den Organismus einwirkende) Faktoren unterteilen. Häufiger Kontakt mit schädlichen Substanzen, die auf die Hautoberflächen einwirken, gilt als typische Ursache für unreine Haut. Des Weiteren spielen berufliche Einflüsse und fetthaltige Cremes und Kosmetika eine entscheidende Rolle bei der Entstehung von Hautunreinheiten.
Nachweislich wirken sich zudem bestimmte Grunderkrankungen auf das Erscheinungsbild der Haut aus. In diesem Zusammenhang spielen vor allem Allergien und Diabetes mellitus eine entscheidende Rolle. Auch einfache Unverträglichkeiten gegen unterschiedliche Lebensmittel und/oder Arzneimittel gelten als mögliche Ursache für die Entstehung von unreiner Haut und/oder ausgeprägter Akne.

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Diagnose

Die Diagnose von Pickel und unreiner Haut ist immer eine Blickdiagnose. Die Ursachen der unreinen Haut muss zum Einen durch die Krankenbefragung (Anamnese) zum Anderen durch einen körperliche Untersuchung herausgefunden werden. Die Diagnose und Therapie wird in der Regel vom Hautarzt festgestellt.
Bei Jugendlichen zwischen 12 und 16 Jahren, fällt die Ursachenfindung zumeist nicht schwer, da oben genannte Faktoren, wie Hormonstatus sowie Stress und Gemütslage Aknebildung begünstigen. Bei älteren Patienten kann die Frage nach familiären Vorkommnissen sowie Lebensgewohnheiten, wie z.B. Kosmetika und Hautcremenutzung Hinweise geben, woher die unreine Haut kommt.
Ein Dermatologe kann immer auch einen Allergietest machen. Hierzu werden kleine Streifen mit einem entsprechenden Allergen (ein die Haut reizender Stoff) auf die Haut aufgeklebt und einige Zeit dort belassen. Nach einiger Zeit wird der Streifen entfernt und eine entsprechende allergische Reaktion abgelesen. Sieht man unter den Streifen Pustel oder Pickelbildung sowie unreine Haut, kann man von einer allergischen Reaktion auf den entsprechenden Stoff ausgehen. Der Kontakt mit diesem Stoff ist dann in Zukunft zu meiden.

Folgen/ Risiken einer unreinen Haut

Unreine Haut sowie Akne und Mitesser gehen in den allermeisten Fällen früher oder später vorüber und heilen ab. Die typische pubertäre Akne bildet sich zurück, nachdem das Hormonmilieu bei den Betroffenen sich wieder normalisiert hat.
Unreine Haut und Mitesser können je nach Beschaffenheit der Haut des Betroffenen jedoch das gesamte Leben vorhanden sein. Folge von unreiner Haut sind selten zu beobachten. Ausnahmen stellen jedoch die starke Akne vulgaris dar. Hierbei drücken die Betroffenen oft Mitesser und Pickel einfach aus. Bei chronischem Manipulieren an der Haut kann es zu Entzündungen der Haut in diesem Bereich führen.

In einigen Fällen wird die Unterhaut dabei so geschädigt, dass es zur Narbenbildung kommt, die nicht mehr revidierbar ist. Um solche Folgen zu vermeiden sollten die Betroffenen darauf achten nicht selbst an der Haut und hier insbesondere an unreinen Stellen herumzumanipulieren. Mitesser können zwar entfernt werden, hierbei sollten hygienische Bedingungen jedoch unbedingt beachtet werden, um zu verhindert, dass Krankeitserreger in die Haut eindringen können und dort Entzündungen verursachen können. Des Weiteren sollten zur Entfernung von Mitessern speziell steril gehaltene Instrumentarien benutzt werden. Das Manipulieren an Pickeln sollte gänzlich unterlassen werden.
In einigen seltenen Fällen kann ein Manipulieren an Pickeln oder Mitessern auch zu einer Sepsis (Blutvergiftung) führen. Dies kann insbesondere dann passieren, wenn an Hautstellen direkt über der Oberlippe oder an den seitlichen Rändern der Nase herummanipuliert wird. Grund ist der, dass das Lymphsystem und das Blutsystem an dieser Stelle des Körpers nahe beieinanderliegen, die nächste filternde Lymphknotenstation jedoch weiter weg ist. Bakterien und Krankheitserreger, die durch Manipulieren über die Haut in den Körper gelangen können, gelangen so auch schneller und ungefiltert ins Blut.

Therapie

Die Therapie eines Patienten, der unreine Haut aufweist, kann sowohl mit Hausmitteln, als auch medikamentös erfolgen. Arzneimittel sollten immer dann angewendet werden, wenn die Therapie durch richtige Reinigung und Pflege der Haut nicht ausreicht und die entzündlichen Prozesse im Bereich der Oberhaut nicht nachlassen. Prinzipiell stehen zur Therapie unreiner Haut unterschiedliche Wirkstoffe zur Verfügung. Diese werden jedoch in den meisten Fällen nicht einzeln, sondern in Kombination miteinander angewendet. Zudem eignen sich bestimmte Wirkstoffe vor allem bei leichten und andere Substanzen eher bei schweren Ausprägungen von unreiner Haut.

  • Nicht-medikamentöse Therapie

Bevor jedoch zur medikamentösen Therapie gegriffen wird, sollten die betroffenen Patienten versuchen, die unreine Haut durch schonende Verfahren zu behandeln. In diesem Zusammenhang muss dringend beachtet werden, dass niemals selbst an Pickeln oder offenen Hautstellen herum gedrückt werden sollte. Im Idealfall besucht der betroffene Patient eine Kosmetikerin und lässt diese eine professionelle Therapie durchführen. Andernfalls besteht die Gefahr der Entstehung von ausgedehnten Entzündungen und Narben. Personen, die unreine Haut aufweisen, sollten Gesicht, Hals und Nacken nur mit pH-neutrale (pH ungefähr 5,5), milden, parfümfreien und hautfreundlichen Waschlotionen reinigen.

Zudem sollte die Reinigung auch bei zu Unreinheiten neigender Haut maximal zweimal täglich erfolgen. Zu häufiges Waschen kann andernfalls den natürlichen Säureschutzmantel zerstören und das Beschwerdebild „unreine Haut“ zusätzlich verschlimmern. Darüber hinaus sollten stets Cremes auf Wasserbasis angewendet werden. Fett- oder ölhaltige Hautcremes können die Poren verstopfen und Hautunreinheiten fördern. Zusätzlich können Pflegeprodukte, die über Fruchtsäuren, Salizylsäure oder Milchsäure verfügen, das Hautbild sichtbar verfeinern. Die eigenständige Therapie der unreinen Haut kann zudem nur dann erfolgreich sein, wenn im Anschluss an die Reinigung keine abdeckenden oder Teint-korrigierenden Make-ups aufgetragen werden.

Zwischen Reinigung und Anwendung von Make-up sollte im Idealfall mindestens eine halbe Stunde Zeit vergehen. Darüber hinaus kann die Therapie bei Personen, die unreine Haut aufweisen, dadurch optimiert werden, dass die Hautoberfläche keiner strengen Kälte und/oder Wärme ausgesetzt wird. Auch zu viel UV-Licht kann unreine Haut und Akne verstärken. Personen, die unter starken Hautunreinheiten und offenen Stellen im Bereich des Gesichtes leiden, sollten außerdem daran denken, sich nicht ständig mit den Händen ins Gesicht zu fassen. Grund dafür ist die Tatsache, dass sich auf den Fingern und Handflächen unzählige natürliche Umgebungskeime befinden. Fassen sich die betroffenen Patienten permanent ins Gesicht, so können diese bakteriellen Erreger durch die offenen Stellen in die Haut eindringen und entzündliche Prozesse verursachen. Die Therapie der unreinen Haut wird dadurch negativ beeinflusst.

Manche Hausmittel, die gegen Pickel und unreine Haut angepriesen werden, sind jedoch nachweislich vollkommen nutzlos. Die Therapie von Hautunreinheiten durch das Auftragen von Zahnpasta ist sogar eher kontraproduktiv. Das in den meisten Zahncremes enthaltene Fluor neigt dazu entzündliche Prozesse anzukurbeln und das Abheilen verletzter Hautareale zu verzögern. Zahncreme kann demnach, je nach Zusammensetzung, dazu führen, dass sich unreine Haut sogar verschlimmert.

Zinksalbe kann aufgrund ihrer antientzündlichen Eigenschaften zwar dabei helfen entzündliche Prozesse im Bereich der Hautoberfläche zu behandeln, unreine Haut kann jedoch auch bei regelmäßiger Anwendung auf diese Weise nicht therapiert werden.

Einige berichten aber von den positiven Eigenschaften des Teebaumöls auf unreine Haut. Das ätherische Öl wirkt antientzündlich und antibakteriell und ist bereits Bestandteil von zahlreichen Cremes und Geschichtswässern. Mehr Anwendunghinweise finden Sie auch unterTeebaumöl

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Psychologische Faktoren unreiner Haut

Hänseleien in der Schule können ernste seelische Schäden anrichten.

Besonders unreine Haut in jungen Jahren und in der Pubertät stellt noch eine gewaltige psychologische Problematik dar. So befinden sich junge Menschen, die an unreiner Haut leiden häufig im Abseits ihrer hautgesunden Altersgenossen. Der Leidensdruck wird immer größer und verstärkt sich noch, wenn selbstständig an der Haut herummanipuliert wird ohne einen Hautarzt hinzuzuziehen. Kommt es daraufhin zur weiteren Schädigungen der Haut und zur Narbenbildung verstärken sich in vielen Fällen auch psychische Probleme, da die jungen Menschen noch weiter ins Abseits gedrängt werden. In schweren Fällen muss sogar die Hilfe eines Kinder- und Jugendpsychologen in Anspruch genommen werden.

  • Medikamentöse Therapie

Sollte die schonende, nicht-medikamentöse Behandlung bei unreiner Haut nicht zu einem sichtbaren Erfolg führen, macht es Sinn eine medikamentöse Therapie einzuleiten. In der Therapie von Patienten, die unreine Haut aufweisen, haben sich Vitamin-A-Säure-Abkömmlinge (Vitamin-A-Säure-Derivate) bewährt. Diese Substanzen wirken sich positiv auf Mitesser, Pickel und entzündliche Prozesse aus und können das Hautbild aus diesem Grund sichtbar verfeinern. Darüber hinaus können in schweren Fällen hornhautlösende und bakterienabtötende Lösungen angewendet werden. Der Wirkstoff Benzoylperoxid löst die oberflächliche Hornschicht der Haut und tötet die im Ausführungsgang des Follikels persistierenden Bakterien ab. Der Wirkstoff Azelainsäure hingegen hat sich vor allem in der Therapie von Mitessern und lokalen Entzündungsreaktionen bewährt.

Bei lokaler Anwendung von salizylhaltigen Salben oder Cremes wird die oberste, verhornte Hautschicht abgelöst und die verstopften Poren effektiv geöffnet. Im Anschluss an die Therapie kann der für die unreine Haut verantwortliche Talg abfließen. Bei leichten bis mittelschweren Formen der unreinen Haut kann in vielen Fällen eine Therapie mit lokal wirkenden Antibiotika sinnvoll sein. Diese sollten jedoch stets in Kombination mit anderen Wirkstoffen (Vitamin-A-Säure-Abkömmlingen, Benzoylperoxid oder Salizylsäure) angewendet werden. Die in der Therapie unreiner Haut am häufigsten verwendeten Antibiotika enthalten den Wirkstoff Erythromycin oder Clindamycin. Darüber hinaus können bei jungen Frauen hormonelle Verhütungsmittel (beispielsweise die Pille) dabei helfen unreine Haut zu behandeln.

Ernährung bei unreiner Haut

Die Haut kann durch die unterschiedlichsten Faktoren beeinflusst werden. Vor allem die Ernährung kann einen entscheidenden Einfluss auf das Erscheinungsbild der Haut und die Entstehung von Hautunreinheiten nehmen. Während eine ungesunde Ernährung in der Regel zu sichtbaren Hautunreinheiten führt, kann eine gezielte Nahrungsumstellung das Hautbild nachweislich verfeinern. Menschen, die sich eine ungesunde Ernährung antrainiert haben, erhöhen das Risiko der Entstehung von unreiner Haut und Akne um ein Vielfaches. Eine umfangreiche Umstellung der Ernährung mit ausgeprägtem Verzicht auf gewisse Speisen ist jedoch in den meisten Fällen gar nicht notwendig.

Bereits die Beachtung einiger weniger Tipps kann dabei helfen, unreiner Haut effektiv vorzubeugen und das Hautbild zu verfeinern. Menschen, die an Akne oder sichtbaren Hautunreinheiten leiden, sollten die Zufuhr bestimmter Lebensmittel weitestgehend drosseln. In diesem Zusammenhang sollte die Ernährung derart optimiert werden, dass der Betroffene auf folgende Lebensmittel weitestgehend verzichtet:

  • hoch glykämische Lebensmittel (Brot, Chips, Cracker, Süßigkeiten)
  • zuckerhaltige Lebensmittel (Kuchen, Desserts, Süßigkeiten)
  • fetthaltige Speisen (Pommes, Pizza, Junk Food)
  • Süßgetränke (Limonade, Cola)
  • Milchprodukte

Der schlechte Einfluss all jener Lebensmittel wird durch eine Erhöhung der Blutglukosekonzentration vermittelt. Steigt der Zuckergehalt im Blut, so beginnt die Bauchspeicheldrüse große Mengen Insulin zu produzieren und auszuschütten. Bei dieser körpereigenen Substanz handelt es sich um ein sogenanntes "Stresshormon", das einen negativen Einfluss auf das Hautbild ausüben kann. Ein durch eine ungesunde Ernährung langfristig erhöhter Blutglukosewert führt demnach unweigerlich zu unreiner Haut und/oder Akne. Betroffene Patienten müssen jedoch nicht vollends auf den Verzehr dieser Lebensmittel verzichten. In den meisten Fällen hilft bereits eine gezielte Regulation der Zucker- und Fettaufnahme dabei, unreine Haut zu vermeiden.

Darüber hinaus gibt es einige Lebensmittel, deren regelmäßiger Genuss sogar dazu führen kann, dass sich das Hautbild deutlich verbessert und unreine Haut verschwindet. Zu den in diesem Zusammenhang wichtigen Lebensmitteln gehören:

  • frisches Gemüse
  • frisches Obst
  • Fisch
  • langkettige Kohlenhydrate

Neben der Ernährung soll darüber hinaus eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr dabei helfen unreiner Haut effektiv vorzubeugen. Menschen, die an unreiner Haut oder Akne leiden, sollten aus diesem Grund darauf achten, täglich mindestens zwei bis drei Liter Wasser zu trinken. Letztendlich gibt es keine wissenschaftlichen Beweise dafür, dass die Ernährung eine relevante Ursache für die Entstehung unreiner Haut ist. Man muss vielmehr davon ausgehen, dass Hautunreinheiten und Akne von dem Zusammenspiel vieler Faktoren verursacht werden. Beobachtungen von Betroffenen lassen jedoch darauf schließen, dass die Umstellung der Ernährung das Erscheinungsbild der Haut deutlich verbessern und bestehend Symptome lindern kann. Aus diesem Grund ist die Umstellung der Ernährung bei Menschen mit unreiner Haut immer als sinnvolle Maßnahme anzusehen.

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Zusammenfassung

Von unreiner Haut wird immer dann gesprochen, wenn das Hautbild und vor allem die Hautoberfläche durch farbliche Veränderungen in Form von Rötungen verändert ist oder wenn Änderungen der Hautbeschaffenheit, wie Schuppungen, Unregelmäßigkeiten der Hautoberfläche oder Dellungen zu Tage treten. Sichtbar wird die unreine Haut meistens durch die sogenannten Mitesser, kleine schwarze Pünktchen, die sich in den Talgdrüsen der Haut ansammeln. Die Talgdrüsen füllen sich bei unreiner Haut mit Talg, Haarbestandteilen sowie mit Bakterien, meistens Staphylokokken, die dann, wenn sie in die Haut eingedrungen sind, zu Entzündungen führen können.

Es gibt eine Vielzahl von Ursachen für unreine Haut. Die häufigste Ursache sind hormonbedingte Gründe. Das männliche Geschlechtshormon Testosteron hat die Eigenschaft die Talgproduktion der Haut anzuregen. Dies führt dazu, dass vermehrt Talg in der Haut gebildet wird und sich so auch ablagern kann. Da die Hormonproduktion von Testosteron hauptsächlich bei jungen Heranwachsenden vonstatten geht, leiden meistens Mädchen und Jungen in der Pubertät unter unreiner Haut. Entzünden sich die durch Talg gefüllten Gänge kommt es zur sogenannten Komedonbildung. Weiße Blutkörperchen werden aus dem Blutstrom an die Stelle der Entzündung gelockt und bilden eine eitrige Ansammlung, die dann als Pickel sichtbar wird. Auch psychische Faktoren wie übermäßiger Stress können das Hautmilieu so sehr durcheinanderbringen, dass die Haut unreiner wird bzw. oben erwähnte, hormonabhängige Ursache noch verstärkt.
Des Weiteren kann eine unreine Haut auch toxisch entstehen. Etwas seltener ist die sogenannte Chlorakne. Besonders Leistungsschwimmer, die häufig und lange in gechlorten Schwimmbecken sind, reagieren oft mit unreiner Haut, der sogenannten Chlorakne. Patienten, die kortisonhaltige Cremes benutzen bzw. anabolische Aufbaumittel zu sich nehmen, leiden oft unter der sogenannten Kortisonakne.
Auch wenn kosmetische Hautcremes zu häufig aufgetragen werden, kann die Haut mit einer Pickelbildung reagieren. Grund sind vor allem die Zusatzstoffe bestimmter Cremes, die eine Art allergische Reaktion auslösen können. Auch stark fettende Hautcremes können dazu führen, dass die Haut als Reaktion noch weiter Fett und Talg produziert, was wiederum zu starker Unreinheit führen kann.

Die Behandlung unreiner Haut zielt zunächst auf die Vermeidung der Ursache hin. So müssen auslösende kosmetische Substanzen gemieden werden. Unreine Haut, die hormonbedingt ist, muss in leichteren Fällen nicht behandelt werden, in schweren Fällen kann die Behandlung mit bestimmten Cremes, die vom Dermatologen verschrieben werden, erfolgen. Des Weiteren kann ein Behandlungsversuch mit einer UV-Bestrahlung erfolgen. Hierbei steht der Patient in eine Art Röhre und wird bestrahlt. Dieser Vorgäng muss einige Male wiederholt werden.
In schweren Fällen kann die Microdermalabrasion zum Einsatz kommen, bei der die Oberfläche der unreinen Haut, nachdem sie betäubt wurde, abgeschliffen wird. Auch dieser Vorgang muss, je nach Schwere der Erkrankung bei unreiner Haut, mehrmals wiederholt werden.

Unreine Haut, die hauptsächlich aus Mitessern besteht, kann gereinigt werden, in dem die Talgbereiche aus der Haut herausgehebelt werden. Hierbei sollte nicht eigenständig an der Haut herummanipuliert werden sondern nach entsprechender Hautreinigung ein entsprechendes kosmetisches Gerät benutzt werden (in Kosmetikfachhandlungen erhältlich). Medikamentös kann bei der sogenannten Akne vulgarin ein Behandlungsversuch mit antibiotikahaltigen Salben bzw. systemisch mit Tabletten versucht werden. Hierbei kommt vor allem der Wirkstoff Doxycyclin zum Einsatz. Frauen können, bei hormonbedingter unreinen Haut einen Behandlungsversuch mit weiblichen Geschlechtshormonen machen. Die „Anti Baby Pille“ hat als Nebenwirkung eine verminderte Aknebildung. Unreine Haut ist eine häufige und eigentlich ungefährliche Erkrankung, die in einigen schweren Fällen aber auch zu Narbenbildung und Entzündungen führen kann.

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Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 05.04.2017
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