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Die richtige Ernährung bei Akne

Einleitung

Akne ist eine Erkrankung der Talgdrüsen und Haarfollikel der Haut, bei der das gemeinsame Einwirken vielfältiger Faktoren die Entstehung von Mitessern und Pickeln begünstigt.
In den meisten Fällen liegt dieser häufigen, aber deshalb nicht weniger lästigen Hauterkrankung eine Verhornungsstörung der oberen Hautschichten und eine gesteigerte Talgproduktion (Seborrhoe) zugrunde.

Erfahren Sie mehr über die: Akne

Es kommt zur Verstopfung der Ausführungsgänge der Talgdrüsen und dadurch zum Verhalt des von der Drüse gebildeten Talgs. Diese verstopften Poren sind umgangssprachlich als Mitesser (Komedonen) bekannt. Der Talg bietet einen idealen Nährboden für Bakterien der Hautflora, welche sich in der verstopften Hautdrüse oder dem benachbarten Haarfollikel vermehren können. Der Körper reagiert auf die auftretende, plötzliche Zunahme der bakteriellen Besiedlung zusätzlich mit einer Entzündungsreaktion, die als Rötung des an der Hautoberfläche liegenden Pickels sichtbar wird.

Sie interessieren sich weitergehend für die Thematik? Lesen Sie auch: Einfluss der Ernährung auf fettige Haut

Akne wurde lange Zeit ausschließlich als Hauterkrankung des Jugendalters beschrieben, welche sich nach abgeschlossener Pubertät zurückbildet. Tatsächlich nimmt die Neigung zu fettiger, unreiner Haut und zu Mitessern und Pickeln mit Eintritt in das Erwachsenenalter ab. Seltener besteht die Akne bis jenseits des 25. Lebensjahres. In einigen Fällen beobachtet man jedoch ein erneutes Auftreten der Erkrankung beim Erwachsenen.

Die möglichen Ursachen der Hautkrankheit, die in einigen Fällen zu einer schweren kosmetischen Beeinträchtigung führen, werden kontrovers diskutiert. Während Mediziner sich einig sind, dass die Neigung zu überschießender Sekretion der Talgdrüsen im Jugendalter vor allem auf den veränderten Hormonhaushalt bei Eintritt in die Pubertät zurückzuführen ist, werden allgemein unterschiedlichste Faktoren diskutiert, die die Schwere und den Fortbestand der Krankheit begünstigen. Hierzu zählen neben der exzessiven Verwendung von unterschiedlichen Kosmetika auch Stress und Tabakkonsum, sowie die mancherorts steigende Luftverschmutzung. Einen großen Stellenwert in der Diskussion um Faktoren, die die Akne begünstigen, nimmt die Ernährung ein. Obgleich neueste Studien der Dermatologie, der Ernährung einen geringen Einfluss auf die Hauterkrankung Akne zuschreiben, herrscht bei vielen Betroffenen und auch bei einer Vielzahl von Ärzten die Überzeugung vor, dass das Hautbild durch richtige Ernährung günstig beeinflussbar sei. In den folgenden Absätzen werden deshalb die verschiedenen Ernährungsratschläge bei Akne genauer beleuchtet.

Was sollte man beachten?

Ein weitverbreiteter Mythos beschreibt die Akne als Ausdruck einer Nahrungsmittelunverträglichkeit oder einer Allergie, was mit Sicherheit nicht der Wahrheit entspricht.

Betroffene unterliegen demzufolge keinerlei Beschränkungen bezüglich ihres Essverhaltens und können alles zu sich nehmen, was sie bereits vor Auftreten der Hauterscheinung gegessen haben. Es sind bislang keine Nahrungsmittel bekannt, die Akne im Sinne einer Allergie auslösen können. Ob und in welchem Maße die Ernährung das Hautbild verändert ist individuell und muss folglich jeder mit einer Neigung zur Akne selbst evaluieren. Dabei können bestimmte Ratschläge bezüglich der Ernährung hilfreich sein, wobei die auslösenden Ursachen zunächst im veränderten Hormonhaushalt zu Beginn der Pubertät zu suchen sind.

Seit längerem ist jedoch bekannt, dass bestimmte ernährungsbedingte Stoffwechselerkrankungen die Wahrscheinlichkeit des Auftretens der Akne erhöhen können. Hierzu zählen in erster Linie krankhaft erhöhte Blutzuckerwerte, wie sie beim Diabetes mellitus (umgangssprachlich "Zuckerkrankheit") auftreten können. Bei diesem herrscht eine generelle Infektionsanfälligkeit des Organismus vor, die auch die Haut betrifft.

Hautinfektionen, zu denen als entzündliche Erkrankung auch die Akne gehört, prägen sich folglich schwerwiegender aus als bei einem Gesunden. Daraus leitete sich die Vermutung ab, dass erhöhte Blutzuckerspiegel, wie sie zum Beispiel beim Verzehr großer Mengen Zucker auftreten, das Hautbild verschlechtern können. Tatsächlich konnte eine Studie der Universität Melbourne im Jahr 2007 eine Verbesserung des Hautbildes, bei Probanden, deren Zuckeraufnahme unter anderem durch Vermeidung von Süßigkeiten oder süßen Softdrinks, erheblich reduziert wurde, feststellen. Im Jahre 2005 wies eine auf Fragebögen basierende Studie einen Zusammenhang zwischen dem Auftreten von Akne und dem Konsum von Milchprodukten nach. Für beide Studien gilt jedoch, dass sie nicht oder nur unzureichend durch Folgestudien belegt werden konnten.

Neuere Studien relativieren den Einfluss der Ernährung auf den Verlauf einer Akneerkrankung. Nichtsdestotrotz sei jedem Betroffenen zu einer ausgewogenen und gesunden Ernährung geraten. Denn ein intaktes Immunsystem unterstützt die Bekämpfung von Entzündungen und begrenzt somit das Ausmaß der Hautkrankheit. Abgesehen von der Empfehlung sich ausgewogen und gesund, sowie reich an Rohkost und arm an Zucker zu ernähren, kann man keine allgemeingültige Diät für alle Akne-Patienten empfehlen. Vielmehr ist Betroffenen anzuraten, im Selbstversuch herauszufinden, welche Nahrungsmittel ihr Hautbild beeinflussen.

Weitere Informationen finden Sie unter: Vollwertige Ernährung, sowie Immunsystem stärken

Empfohlene Lebensmittel bei Akne

Im Mittelpunkt der empfohlenen gesunden Ernährung stehen Lebensmittel, die reich an Vitaminen, Ballaststoffen und natürlichen Spurenelementen sind. Hierzu zählt vor allem Rohkost, was in einem großen Anteil von Gemüse und Obst an den täglichen Mahlzeiten resultiert. Karotten, Tomaten, Gurken und Radieschen, sowie unterschiedliche Kohlsorten wie Kohlrabi, Weiß- oder Rotkohl lassen sich auch ungekocht auf vielfältige Art und Weise zubereiten und bieten gemeinsam mit verschiedenen Salaten und Spinat eine ideale Grundlage für eine ausgewogene Ernährung. Rohkost bietet den Vorteil, dass unter anderem die Vitamine nicht durch Hitzeeinwirkung zerstört werden.

Darüber hinaus steigt der Blutzuckerspiegel nach einer Mahlzeit nicht so stark an, wie nach dem Verzehr von stark verarbeiteten, kurzkettigen Kohlenhydraten. Dieser Effekt kann zusätzlich durch den Verzehr zum Beispiel von Vollkornbrot mit seinem hohen Anteil an Ballaststoffen und langkettigeren, für den Körper schwerer aufzuschließender Kohlenhydrate, unterstützt werden.

Bei der Zubereitung gesunder Mahlzeiten wird empfohlen, auf einen hohen Anteil an ungesättigten oder mehrfach ungesättigten Fettsäuren zu achten. Diese finden sich vor allem in pflanzlichen Ölen wie Distel-, Raps- und Olivenöl. Bei den tierischen Lebensmitteln weist Fisch den höchsten Anteil mehrfach ungesättigter Fettsäuren auf.

Wer den Beobachtungen einiger Betroffener Rechnung tragen und Milchprodukte meiden möchte, um sein Hautbild zu verbessern, findet mittlerweile in jedem gut sortierten Supermarkt entsprechende Ersatzprodukte. Neben der bereits gut bekannten Sojamilch findet man mittlerweile auch Mandelmilch und Milch aus Makadamia- oder Cashewnüssen.

Wer auf gesüßte Speisen nicht verzichten möchte, sollte Rohrzucker meiden und stattdessen Honig oder Ahornsirup anwenden. Hier ist jedoch zu bedenken, dass es sich bei diesen Produkten ebenfalls um zuckerhaltige Nahrungsmittel handelt, die den Blutzuckerspiegel bisweilen stark ansteigen lassen und die deshalb sparsam verwendet werden sollten.

Die Haut reagiert in großem Maße auf den Flüssigkeitshaushalt des Körpers, so dass ein Flüssigkeitsmangel primär am Erscheinungsbild von Haut und Schleimhäuten erkannt werden kann. Eine trockene Haut ist anfälliger für Infektionen, so dass es ratsam ist auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu achten. Diese sollte in Form von Wasser oder ungesüßten Tees erfolgen. Für einen jungen Erwachsenen kann eine Flüssigkeitsmenge von 2,0 bis 2,5 L pro Tag als grober Richtwert angesehen werden.

Lebensmittel, die man meiden sollte

Befürworter der Theorie, dass sich der Verlauf einer Akneerkrankung durch diätische Maßnahmen beeinflussen lasse, raten Speisen mit hohem glykämischen Index zu meiden. Der glykämische Index ist ein Maß dafür, wie stark ein kohlenhydrathaltiges Lebensmittel den Blutzuckerspiegel ansteigen lässt.
Je höher der glykämische Index ist, desto stärker und schneller steigt der Blutzuckerspiegel nach dem Verzehr an. Folglich sollten Lebensmittel, die in einem großen Anteil prozessierte, kurzkettige Kohlenhydrate enthalten, nur in geringen Mengen konsumiert werden. Zu diesen zählen neben Weißbrot und Nudeln auch sämtliche Süßspeisen, wie Schokoladenriegel und Fruchtgummis. Dies ist ebenfalls bei stark zuckerhaltigen Softdrinks und Fruchtsäften der Fall. Häufig verbirgt sich Zucker in Lebensmitteln, bei denen man nicht zwangsläufig von einem hohen Zuckergehalt ausgeht. Hierzu gehören beispielsweise Ketchup, Gewürzgurken und Heringssalat.

Einige Studien stellen einen Zusammenhang zwischen dem Konsum von Milchprodukten und dem Schweregrad einer Akne dar, sodass oft empfohlen wird, Milchprodukte zumindest für die Dauer von einigen Wochen vom Speiseplan zu streichen und die Entwicklung des Hautbildes zu beobachten. Wird eine deutliche Verbesserung wahrgenommen, ist eine dauerhafte Ernährungsumstellung in Erwägung zu ziehen. Hierbei ist jedoch zu beachten, dass Milch notwendige Spurenelemente und Mineralien wie Kalzium enthält, welches für den Knochenaufbau vonnöten ist.

Gemieden werden sollten außerdem stark fetthaltige Nahrungsmittel, wie Pommes, Chips und andere frittierte Produkte. Vor allem der Konsum tierischer Fette, wie sie in großer Menge in durchwachsenem Fleisch enthalten sind, sollte eingeschränkt werden. Fastfood sollte mit seinem hohen Gehalt an Zucker und tierischen Fetten gänzlich aus dem Ernährungsplan gestrichen werden.

Beispiel einer geeigneten Ernährung

Wer seiner Haut und seinem Körper etwas Gutes tun möchte, sollte vor allem bei Gemüse zugreifen und Zucchini, Brokkoli, Karotten, Kohlsorten, Salate und Spinat verarbeiten. Um die Speisen möglichst schonend zuzubereiten, sollte allenfalls leicht und schonend gegart werden. Obwohl auch verschiedenes Obst Zucker in Form von Fruchtzucker enthalten, sollte der tägliche Speiseplan großzügig mit Äpfeln, Birnen, Bananen, Trauben und Beeren ergänzt werden. Milch kann nach einem Besuch in einem gut sortierten Super- oder Drogeriemarkt ohne weiteres durch Mandel- oder Sojamilch ersetzt werden. Milchprodukte, wie Joghurt und Sahne gibt es mittlerweile auch auf Sojabasis, wobei auf den Zuckergehalt geachtet werden sollte. Salate und andere Speisen sollten mit pflanzlichen Ölen wie Leinsamen- oder Olivenöl zubereitet werden. Fleisch sollte mit Bedacht und in Maßen gegessen werden, wobei eine Fleischmahlzeit pro Woche heutzutage als Teil einer bewussten Ernährung angesehen wird. Fisch stellt, wenn er gedünstet wird, eine gesunde Alternative zum Fleisch dar. Es sollte auf eine Flüssigkeitsaufnahme von mindestens 2 Litern pro Tag in Form von Wasser oder ungesüßten Tees geachtet werden. Da eine Verschlechterung des Hautbildes bei Rauchern und starkem Alkoholkonsum festgestellt wurde, sollte auf den Konsum von Nikotin möglichst verzichtet und Alkohol reduziert werden.

Zusammenfassung allgemeiner Ernährungstipps

Allgemeingültige Ernährungsratschläge für jeden von Akne Betroffenen auszusprechen gestaltet sich sehr schwierig. Ein eindeutiger Zusammenhang zwischen bestimmten Ernährungsgewohnheiten und der Schwere oder gar dem Auftreten einer Akne konnte bisher nicht zweifelsfrei nachgewiesen werden. Die Zahl derer, die nach einer Ernährungsumstellung eine Verbesserung ihres Hautbildes bemerkt haben, ist jedoch groß und es kursieren die unterschiedlichsten Ernährungsratschläge und Diätpläne.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Haut ein Organ ist, welches sehr sensibel auf den Gesundheitszustand des Körpers reagiert. Anders als die inneren Organe ist sie jedoch nach außen hin für jedermann gut sichtbar und legt häufig Zeugnis über die gesundheitliche Verfassung des Individuums ab. Wer sich gesund ernährt und einige der oben genannten Ratschläge beherzigt, tut damit seinem gesamten Körper und nicht zuletzt seiner Haut einen großen Gefallen.

Weitere mögliche Therapiemaßnahmen bei Akne

Die moderne Medizin fußt auf mehreren therapeutischen Ansätze, um sich einer schweren Akneerkrankung zu nähern.
Auf den betroffenen Arealen der Haut kommt neben verschiedenen Peelings, die unter anderem Fruchtsäure enthalten (Fruchtsäure-Peeling), auch das sogenannte Benzoylperoxid (BPO) zum Einsatz. Bei letzterem handelt es sich um ein starkes Oxidationsmittel, welches antibakteriell wirkt und die Ablösung der oberflächlichen, verhornten Hautschicht unterstützt. Dadurch wird dem Verschluss und der bakteriellen Besiedlung von Talgdrüsen vorgebeugt.

Cremes mit Linolsäure können das Auftreten von Mitessern deutlich reduzieren. Linolsäure ist ein natürlicher Bestandteil der obersten Hautschicht (Epidermis) und hilft, den Wasserhaushalt der Haut zu regulieren.

Verwandte des Vitamin-A, sogenannte Retinoide, können, als Salbe angewendet die Auflösung von Mitessern bewirken und das Hautbild verfeinern. Der systemische Einsatz des Retinoids Isotretionin kann die Talgproduktion dauerhaft senken. Da es bei diesem Präparat jedoch zu schweren Nebenwirkungen wie Depressionen, trockenen Schleimhäuten und Haarausfall kommen kann, sollte die Anwendung nur bei schwerer, therapieresistenter Akne erfolgen.

Bei mittelschweren und schweren Fällen kommen Antibiotika zum Einsatz, die entweder direkt auf der Haut angewendet oder oral eingenommen können. Die orale Einnahme von Antibiotika, hierzu zählen die in der Aknetherapie gerne verwendeten Tetrazykline, gilt als deutlich wirksamer als die lokale Anwendung auf der Haut, wobei vor allem die antientzündliche Wirkkomponente zum Tragen kommt.

Die Lichttherapie (photodynamische Therapie), bei der künstlich erzeugte UV-Strahlung auf der Haut antibakteriell wirken soll, ist heute umstritten. Zwar kann die bakterielle Besiedelung der betroffenen Hautareale deutlich reduziert werden, doch wird in gleichem Maße die Verhornung der oberen Hautschichten angeregt, wodurch es wiederum zum Verschluss von Talgdrüsen kommen kann. Nach Absetzen der Lichttherapie verschlechtert sich das Hautbild durch das nunmehr wieder zunehmende Bakterienwachstum in der Regel wieder.

Weitere Informationen zu Therapieoptionen der Akne, erhalten Sie unter: Hausmittel bei Akne und Homöopathie bei Akne

Weitere Informationen

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Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 11.01.2019
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