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Akne inversa

Synonyme: Hidradenitis suppurativa, Pyodermia fistulans sinifica, Acne tetrade

Englisch: acne inversa, hidradenitis suppurativa

Definition

Akne inversa ist eine Hauterkrankung, die vor allem Areale betrifft, die viele Schweißdrüsen besitzen. Dazu gehören besonders die Achselhöhlen, die Haut unter den Brüsten, die Schenkelinnenseiten, die Leisten- sowie die Genitalregion.
In diesen Arealen kann es bei der Akne inversa zu chronischen Abszessen, Zysten und starken Infektionen mit teilweise tennisballgroßen Wunden kommen, die eine entsprechende Narbenbildung verursachen. Die Akne inversa ist nicht ansteckend.

Allgemeines

Die Akne inversa hat mit dem landläufig bekannten Krankheitsbild Akne, welches sich besonders in der Pubertät durch das gehäufte Auftreten von Pickeln im Gesicht auszeichnet, nichts gemeinsam.
Vielmehr handelt es sich bei der Akne inversa um eine Hautkrankheit, deren Ursprung nicht geklärt ist. Es wird vermutet, dass es sich um eine genetisch bedingte Erkrankung handelt, die durch einige Verhaltensweisen noch weiter verschlimmert werden kann.

Weitere Informationen zum Thema Akne inversa finden Sie im Hautpartikel Akne.

Symptome

Häufig beginnt die Akne inversa mit harmlos erscheinenden erbsengroßen Knötchen oder kleinsten Entzündungen in den Beugeregionen am Körper, an denen sich viele Schweißdrüsen befinden und zwei Hautpartien aufeinander liegen, meistens in der Achselhöhle, in der Leistenregion oder im Genitalbereich. Bei entsprechender Neigung können sich diese Entzündungen spezieller Schweißdrüsen rund um die Haarfollikel weiter ausbreiten und zu Abszessen führen, die durchaus auch die Größe eines Tennisballs haben können.
Neben diesen äußerst schmerzhaften Schwellungen kommt es häufig auch zu einer dunkler Verfärbung der Haut über den Abszessen. Eröffnet sich der Abszess, so tritt ein häufig übel riechendes Sekret aus. Im weiteren, schwereren Verlauf der Akne inversa können auch Fisteln entstehen. Fisteln sind Gänge gefüllt mit Eiter oder Wundsekret, die vorher noch nicht im Körper vorhanden waren und durch die Krankheit gebildet werden. Diese Fisteln müssen häufig chirurgisch behandelt werden und können große Narben hinterlassen. Die Kombination der Symptome führt häufig dazu, dass Betroffene sich zurückziehen und sozial isolieren, was den Leidensdruck der Erkrankten weiter erhöht.

Therapie

Zuerst sollten generell alle oben erwähnten Risikofaktoren wie Rauchen oder Übergewicht vermieden werden, damit die Akne Iiversa sich möglicherweise zurückbilden kann. Abhängig vom Schweregrad der Krankheit kann sie eher konservativ oder operativ behandelt werden.
Zu den konservativen Therapieansätzen mit Medikamenten zählt die Gabe von Antibiotika und Kortikosteroide. Manchmal kann der Ausbruch einer Akne inversa auch durch eine erhöhte Menge an männlichen Geschlechtshormonen begünstigt sein. In diesem Fall empfiehlt sich eine Therapie mit Antiandrogen wirksamen Medikamenten, um den Spiegel von männlichen Geschlechtshormonen im Blut zu senken. Weitere Therapieansätze bestehen in der Einnahme von Vitamin A und Zinkpräparaten.

Ein neuer, vor allem in Europa verbreiteter Therapieansatz, besteht in der Bestrahlung der betroffenen Hautareale durch den Radiologen. Hierbei muss allerdings das Risiko für Hautkrebserkrankungen durch die Bestrahlung beachtet werden.

Treten die Probleme chronisch auf und kommt es in Folge von Fistelbildungen zu starken Eiteransammlungen und großflächigen schmerzhaften Entzündungen, stellt häufig nur noch eine Operation eine Option dar. Bei dieser Operation werden die infizierten Bereiche großflächig herausgeschnitten. Heilt die Wunde nicht von alleine oder ist der herausgeschnittene Bereich zu groß, so muss das defekte Areal durch einen Hautlappen aus einem anderen Bereich des Körpers bedeckt werden.

Des Weiteren können Enzympeelings helfen, die Reinheit der Haut zu gewährleisten und die Poren atmen zu lassen. Ein Beispiel dafür ist das Dr. Severin Enzympeeling aus der Apotheke.

Ursache

Wie bereits erwähnt, ist die Ursache für die Akne inversa noch ungeklärt. Es wird jedoch vermutet, dass die Akne inversa aufgrund einer Verhornungsstörung der obersten Hautschicht (Epidermis) entsteht. Dies bedeutet, dass sich die obersten Hautzellen, die sogenannten Hornzellen, immer weiter unkontrolliert vermehren und dadurch die Ausführungsgänge der Schweißdrüsen an den Haaren verstopfen. Durch diese Verstopfung kommt es zu Entzündungen, die von Bakterien besiedelt werden können. Dadurch entstehen die für die Akne inversa charakteristischen Risse und Abszesse in der Haut.

Weiterhin geht man heute davon aus, dass die Entstehung der Akne inversa genetisch bedingt ist. Hinweise darauf gibt das gehäufte Auftreten innerhalb von bestimmten Familien. Aber auch andere Risikofaktoren können das Enstehen einer Akne inversa begünstigen. Dazu gehören vor allem Rauchen und Übergewicht. Bei übergewichtigen Patienten kommt es aufgrund der Feuchtigkeit in Hautfalten zu einer höheren Wahrscheinlichkeit eines Ausbruches der Akne inversa. Wie bei den meisten Hauterkrankungen kann auch Stress, falsche oder zu enge Kleidung sowie falsche und ungesunde Ernährung eine Akne inversa begünstigen oder verschlechtern.

Diagnose

Häufig dauert es sehr lange bis die richtige Diagnose Akne inversa gestellt wird, da die Akne inversa leicht mit anderen Krankheitsbildern, wie Pilzinfektionen oder einfach Abszesse der Schweißdrüsen verwechselt werden kann. Um sicherzugehen, dass es sich bei den Beschwerden wirklich um eine Akne inversa handelt, sollte von einer betroffenen Stelle eine Gewebeprobe entnommen werden, die dann vom Hautarzt unter dem Mikroskop genau untersucht werden kann.

Prophylaxe und Prognose

Da man davon ausgeht, dass die Entstehung der Akne inversa hauptsächlich genetisch bedingt ist, gibt es wenige prophylaktische Maßnahmen. Allerdings weiß man, dass sowohl Rauchen als auch Übergewicht die Entstehung einer Akne inversa begünstigt, sodass diese Verhaltensweisen vermieden werden sollten.

Durch die aus der Krankheit resultierenden Narben kann es zu Kontrakturen und Fibrosen kommen, sodass die Bewegungsfähigkeit eingeschränkt wird. Werden die vor allem im schweren chronischen Stadium der Akne inversa auftretenden Fisteln nicht behandelt, so kann daraus Hautkrebs entstehen. Ebenso kann es zu starken Infektionen, Blutarmut (Anämie) bis hin zu Sepsis und Multiorganversagen kommen, sodass die Akne inversa potentiell auch tödlich verlaufen kann. Allerdings ist dies heute selten, da die Infektionen gut antibiotisch oder chirurgisch behandelt werden können.

In klinischen Studien werden zur Zeit antientzündliche Medikamente wie Infliximab oder Etanercept erprobt, von denen man sich einen neuen Behandlungserfolg verspricht.

Weitere Informationen

Weitere Informationen zum Thema Akne inversa finden Sie unter:

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Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 01.03.2019
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