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Gelbsucht

Synonyme

Ikterus

Definition Gelbsucht

Unter einer Gelbsucht versteht man eine unnatürliche Gelbfärbung der Haut bzw. der Bindehäute der Augen und der Schleimhäute, die durch eine Erhöhung des Stoffwechselproduktes Bilirubin ausgelöst wird. Steigt das Gestamtbilirubin im Körper auf Werte über 2 mg/dl wird eine Gelbfärbung ausgelöst.

Was ist ein Ikterus?

Ikterus ist der medizinische Fachbegriff für eine Gelbsucht. Kennzeichnend für einen Ikterus ist eine sichtbare Verfärbung der Haut und der Augen bzw. des “Augenweiß”, der sogenannten Skleren.

Ursächlich für das Auftreten einer Gelbsucht ist eine erhöhte Menge an Bilirubin, dabei handelt es sich um das Abbauprodukt des roten Blutfarbstoffes dem sogenannten Hämoglobin. Das Bilirubin kann je nachdem wie weit der Stoffwechselprozess schon voran geschritten ist in eine direkte Form und eine indirekte Form unterteilt werden. Die Gründe für das Auftreten eines Ikterus sind vielfältig und sollten in jedem Fall ärztlich abgeklärt werden.

Formen und Ursachen der Gelbsucht

Das Stoffwechselprodukt Bilirubin stellt das Abbauprodukt des roten Blutfarbstoffes dar. Kommt es zu einer Störung des Transportes, oder zu einem erhöhten Anfall, wird Bilirubin an das umliegende Gewebe abgegeben und färbt dann Haut, Schleimhaut und Lederhaut bzw. Bindehaut der Augen gelblich.

Prinzipiell unterscheidet man drei Hauptformen der Gelbsucht (Ikterus), die sich vom Ort der Entstehung ableiten.

Prähepatische Gelbsucht

Der prähepatische Ikterus hat meist seine Ursache außerhalb der Leber und zwar in dem Stoffwechselbereich, der der Leber vorgeschaltet ist. Dazu gehören hämolytische Anämien, also Erkrankungen, bei denen Blutbestandteile aufgelöst werden. Das Produkt, das dabei entsteht ist u.a. Bilirubin, das dann die Haut gelb färbt. Aber auch eine nicht effektive Blutproduktion kann zu einem erhöhten Anfall von Bilirubin führen und wird somit ebenfalls zum prähepatischen Ikterus gezählt.
Eine Sonderform stellt der sogenannte Morbus Hämolyticus Neonatorum (Neugeborenenikterus) dar. Eine Blutunverträglichkeit bei Neugeborenen. Bringt eine Mutter ein Kind mit einer anderen Rhesusgruppe auf die Welt, so bildet sie Antikörper. Bei der Geburt eines zweiten Kindes richten sich dann die Antikörper gegen das zweite Kind und greifen dessen Blutbestandteile an. Das Kind wird u.a. durch eine Gelbsucht auffällig.
Heute ist diese Art der Gelbsucht (Ikterus) relativ selten geworden, weil genaue Kontrollen der Mutter und der vorangegangenen Schwangerschaften zu den Standarduntersuchungen zählen.

Hepatische Gelbsucht

Der hepatische Ikterus hat seine Ursache in der Leber. Hierzu gehören alle Entzündungen des Lebergewebes, wie die infektiöse Hepatitis durch Viren, Bakterien und die chronische Hepatitis und die Leberzirrhose, die ihre Ursache entweder in Infektionen oder in übermäßigem Alkoholkonsum hat.

Erkrankungen, die eine erhöhte Bilirubinproduktion zur Folge haben (familiäre Hyperbilirubinämie), durch Gifte erzeugte Hepatitiden durch Alkohol, Tetrachlorkohlenstoff und Knollenblätterpilzvergiftung zählen ebenfalls zu den intrahepatischen Ursachen einer Gelbsucht.
Da die meisten Medikamente nach der Aufnahme in der Leber verstoffwechselt werden, ist es auch möglich bei Überdosierung die Leber so schwer zu schädigen, dass eine Gelbsucht daraus resultiert (Medikamenten Hepatitis, Drogen Hepatitis).

Durch übermäßigen Alkoholkonsum und Leberzirrhose kann es schlussendlich auch zu einer Stauungsleber mit dem sogenannten Pfortaderhochdruck kommen, die den Gallensäurendurchfluss durch die Leber behindert. Einer der ersten Symptome dieser Stauungsleber (Pfortaderhochdruck) ist meist auch eine Gelbsucht.

Zahlreiche andere Erkrankungen können ebenfalls einen intrahepatischen Ikterus hervorrufen.
Es handelt sich dabei um seltene Stoffwechselerkrankungen, wie den Morbus Wilson, bei dem es zu einer abnormen Speicherung von Eisen in der Leber kommt, die Leber somit nicht mehr richtig arbeiten kann und den Blutfarbstoff Bilirubin nicht mehr entsorgen kann.

Ein narbiges Verkleben der Gallengänge, die sogenannte PSC (Primär sklerosierende Cholangitis) und die PBC (primär biliäre Zirrhose) stellen weitere seltene Ursachen eines intrahepatischen Ikterus dar. Entzündliche Veränderung der Gallengänge nach Infussion eines Chemotherapeutikums oder eine Thrombose in den Lebervenen (Budd Chiari Syndrom) sind zeitweise auch Ursachen einer Gelbsucht.

Eine Sonderform des intrahepatischen Ikterus stellt der idiopathische Schwangerschaftsikterus dar. Er ist für die Mutter ungefährlich, allerdings versterben bei Nichtbehandlung ca. 10 % der Kinder unter der Geburt, 20 % der Kinder kommen zu früh auf die Welt. Bei einer familiären Vorbelastung kann es während der Schwangerschaft zu einer Störung des Gallensäureabflusses mit begleitetem Bilirubinanstieg kommen. Eine Begleiterscheinung ist neben der Gelbfärbung auch meist ein unangenehmer Juckreiz der Haut.

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Posthepatische Gelbsucht

Unter einem posthepatischen Ikterus ist eine Abflussstörung aus der Ausflussstrombahn der Leber und des Gallengangssystems zu verstehen.
Dies kann zum einen durch einen Gallenstein oder nach Operationen entstandenen Verwachsungen passieren, aber auch durch Tumorbildung im Gallengangs-, oder Bauchspeicheldrüsenbereich. Der Ikterus (Gelbsucht) ist oft das erste Symptom dieser bösartigen Erkrankung, der Tumor leider zu diesem Zeitpunkt schon weit fortgeschritten.

Neugeborenen Gelbsucht

Bei Neugeborenen ist das Auftreten einer Gelbsucht zwischen dem 3-8 Lebenstag in der Regel als natürlich anzusehen. Dieses bildet sich dann üblicherweise innerhalb von 1-2 Wochen wieder zurück.

Kinder haben solange sie im Bauch der Mutter sind noch rote Blutkörperchen, die sich leicht von den der Erwachsenen unterscheiden und zudem noch in einer viel höheren Anzahl vorkommen. Nach der Geburt werden diese Blutkörperchen vermehrt abgebaut und durch neue, nämlich den gleichen die Erwachsene auch besitzen, ersetzt. Der starke Anfall an Abbauprodukten des roten Blutfarbstoffes, beziehungsweise des Bilirubins ist dann für den Ikterus verantwortlich und im Allgemeinen als harmlos zu betrachten.

Vorsicht ist jedoch bei einem Neugeborenen Ikterus geboten, der bereits in den ersten 24 Lebensstunden entsteht oder länger als 10 Tage anhält. Ebenso gilt als problematisch, wenn die Konzentration an Bilirubin einen bestimmten Wert übersteigt. In diesen Fällen ist dann eine umgehende ärztliche Untersuchung des Kindes notwendig.

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Cholestatische Gelbsucht

Eine cholestatisches Gelbsucht bezeichnet eine Gelbsucht, die durch eine gestörte Gallenbildung- oder sekretion oder einer Abflussstörung von Gallenflüssigkeit entstanden ist. Die Abflussstörung der Galle kann dabei sowohl in der Leber als auch auf den Gallenwegen, die sich außerhalb der Leber befinden lokalisiert sein.

Die Galle transportiert natürlicherweise das Blutabbauprodukt Bilirubin in den Darm, welches dann über den Stuhl ausgeschieden werden kann. Kommt es zu einer Behinderung des Abflusses bzw. Der Sekretion von Galle kann das Bilirubin nicht regelrecht ausgeschieden werden. Es kommt in Folge zum Auftreten der typischen Symptome eines Ikterus. Weiterhin kann sich eine cholestatische Gelbsucht durch das Auftreten von entfärbtem Stuhl bemerkbar machen, da das Bilirubin das dem Stuhl normalerweise seine typisch braune Farbe verleiht, fehlt. Der Körper versucht alternativ das vorhandene Bilirubin durch den Urin auszuscheiden, welches sich dann wie es der Stuhl normalerweise auch tut, bräunlich verfärbt. Ein weiteres Symptom einer Gelbsucht kann demnach also auch brauner Urin sein.

Ursächlich für die Störungen der Gallenproduktion oder –sekretion, wie auch dessen Abfluss können eine Vielzahl an Dingen sein. Dazu zählen Ursachen, die in der Leber selbst lokalisiert sind wie zum Beispiel eine Leberentzündung oder eine Leberzirrhose, also ein Zelluntergang der Leberzellen, der unterschiedliche Ursachen haben kann.  Auch ein Tumor der Leber oder der dort verlaufenden Gallenwege können zu einer Gelbsucht führen in dem es durch das wachsende Tumorgewebe den Gallenfluss blockieren.

Weiterhin kann es außerhalb der Leber zu Abflussstörungen durch mechanische Hindernisse kommen, hierzu zählen Beispielsweise Gallensteine oder entzündliche Prozesse in den Gallenwegen. Außerdem können Fehlbildungen der Gallenwege den Abfluss behindern. Ebenfalls können Tumore der Bauchspeicheldrüse oder eine Entzündung derselbigen zu einem Ikterus führen. Grund dafür ist die anatomische Nähe der Bauchspeicheldrüse zum Gallengang, welcher aus der Leber und der Gallenblase heraus, in den Darm mündet.

Symptome der Gelbsucht

Der Ikterus kennzeichnet sich durch eine Färbung der Haut aus. Häufig wird der Hautton als gelblich beschrieben, was sich auch in dem Namen der Gelbsucht wiederspiegelt. Steigt das Gesamtbilirubin über 2mg/dl im Serum können neben der Haut auch die Augen von der Färbung betroffen sein. Hier zeigen sich dann die Skleren, damit ist der natürlicherweise “weißlich erscheinende Teil des Auges” gemeint, ebenfalls in einem gelblichen Ton.

Ein starker Juckreiz der Haut gehört ebenso zu den Symptomen eines Ikterus, die genaue Ursache hierfür ist allerdings noch nicht ausreichend geklärt.

Eine Dunkelfärbung des Urins kann sich ebenfalls im Rahmen einer Gelbsucht präsentieren. Auch kann es zur Ausscheidung eines entfärbten Stuhlgangs kommen. Dem Stuhl fehlt dann seine charakteristische braune Farbe, er stellt sich viel heller als gewohnt dar. Das Auftreten der Symptome hängt von der Ursache des Ikterus ab. Ein Farbveränderung von Urin und Stuhl zum Beispiel tritt vor allem bei gestauten Gallenwegen auf, bzw. bei Abflussstörungen der Gallenwege.

Begleitend zum Ikterus können sich auch Fieber, Abgeschlagenheit und eine vergrößerte Leber zeigen. Dies tritt vor allem bei Entzündungen oder Infektionen der Leber selbst auf. Weitere begleitende Symptome hängen dann von der zugrundeliegenden Ursache des Ikterus ab.

Symptome an den Augen

Eine Färbung der Skleren bzw. des weißen Anteils des Auges tritt bei erhöhten Bilirubinwerten im Blut auf. Die sonst weißlich erscheinenden Skleren sind dann gelblich verfärbt.

Der Ikterus an den Augen tritt in der Regel bereits vor einer Gelbfärbung der Haut auf, da eine geringere Konzentration an Bilirubin bereits zur Färbung ausreicht. Auch die Gelbfärbung der Augen allein sollte diagnostisch abgeklärt werden, um ein Fortschreiten des Ikterus zu verhindern bzw. die Ursache ausfindig zu machen und in Folge dessen eine adäquate Therapie einleiten zu können.

Juckreiz

Eines der Kernsymptome eines Ikterus ist der Juckreiz der Haut. Die Betroffenen nehmen diesen häufig als sehr quälend wahr.

Die genaue Ursache des Juckreizes ist bis heute nicht eindeutig geklärt, vermutete wird eine Reizung der Nervenendigungen durch die Ansammlung von Bilirubin in der Haut. Daneben gibt es weitere Hypothesen deren Beweis aber ebenso aussteht und an dieser Stelle vernachlässigt werden sollen.
Weitaus wichtiger ist was sich gegen den Juckreiz im Rahmen eines Ikterus machen lässt. Zur Linderung des Juckreizes können den Betroffenen spezielle Medikamente verabreicht werden. Hierzu zählen Beispielsweise das Mittel Colestyramin wie auch die Medikamente Rifampicin oder Naltrexon. Die Verordnung, dieser teils nebenwirkungsreichen Medikamenten erfolgt immer durch den behandelnden Arzt.

Therapie des Ikterus

Die Behandlung der Gelbsucht richtet sich immer nach der zugrundeliegenden Ursache. Ein Ikterus ist “nur” das Symptom einer Störung oder Erkrankung.

Zu den möglichen Ursachen einer Gelbsucht zählen unter anderem Gallensteine. Diese können in der Regel gut durch eine operative Entfernung des Steins behandelt werden.

Bei einer Entzündung der Leber einer sogenannten Hepatitis muss gegebenfalls eine medikamentöse Therapie eingeleitet werden. Hier ist nochmal eine Unterteilung der Entzündungs-auslösenden Ursachen für die Therapieplanung entscheidend.

Sind wiederrum Medikamente oder ein starker Alkoholkonsum für den Ikterus verantwortlich, gilt es diese abzusetzen.

Auch können Tumore in der Leber  selbst, in der Bauchspeicheldrüse  oder auch in den Gallengängen zu einem Ikterus führen. Diese werden zumeist in bildgebenden diagnostischen Maßnahmen wie Ultraschall, CT, MRT erkannt und dann je nach bestehenden Behandlungsmöglichkeiten versorgt. Dazu zählen die operative Entfernung, Chemotherapie und Bestrahlung. Je nach Tumor sind dabei die Erfolgsaussichten bzw. Heilungschancen sehr individuell und können nicht pauschal vorhergesagt werden.

Auch spezielle Bluterkrankungen können zum Auftreten einer Gelbsucht führen. So etwa bei der Kugelzellanämie, bei der die roten Blutkörperchen durch ihre runde Zellform auffällig werden und durch ihre abweichende Gestalt zu einem erhöhten Abbau in der Milz führen- wodurch vermehrt Bilirubin entsteht. Hier wird gegebenenfalls eine Entfernung der Milz vorgenommen um der Ursache der Gelbsucht entgegen zu wirken.
Die zumeist natürlich auftretende Gelbsucht bei Neugeborenen kann durch eine Fototherapie (Behandlung mit Licht) behandelt werden. Diese erfolgt in der Regel noch im Krankenhaus und das Kind wird mehrere Stunden am Tag mit bestimmten Lichtfrequenzen bestrahlt.
Zur Behandlung des quälenden Juckreizes, einem Symptom das sich oft bei Gelbsuchtbetroffenen zeigt, kann vor allem bei Erwachsenen durch die Gabe bestimmter Medikamente begegnet werden.

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Häufigkeit der Gelbsucht

Die Häufigkeit einer Gelbsucht richtet sich nach der verursachenden Erkrankung. Bei der Hepatitis A z.B. kommt es bei Kindern, die jünger als 6 Jahre sind, in weniger als 10%, bei Kindern über 6 Jahre in 45 % und bei Erwachsenen in 75% der Fälle zu einem ikterischen Verlauf.
Der Morbus Hämolyticus Neonatorum als Ursache einer Gelbsucht (Ikterus) kommt heute verhältnismäßig selten vor. Ebenso die Vielzahl an familiären Hyperbilirubinämie- Syndromen. Tumoröse Erkrankungen, wie das Bauchspeicheldrüsenkarzinom, treten vornehmlich bei Patienten im sechsten bzw. siebten Lebensjahrzehnt auf. In 25% kommt es im Frühstadium zu einem Ikterus. Im Spätstadium haben 90% der Patienten eine Gelbsucht.

Diagnose

Die Gelbsucht ist kein eigenständiges Krankheitsbild, sondern eher ein Symptom, das von unterschiedlichen Faktoren (siehe oben) ausgelöst wird.
Die Gelbsucht ist zumeist eine Blickdiagnose. Der Arzt kann dann durch eine Blutentnahme den Bilirubinspiegel bestimmen. Meistens ist dieser bei einer Gelbsucht erhöht, der Wert liegt mindestens über 2 mg/dl. Nun muss herausgefunden werden, welche Ursache der erhöhte Bilirubinspiegel hat.

Die Bestimmung eines großen Blutbildes kann Aufschluss darüber geben, ob eine der zahlreichen Blutbildungserkrankungen vorliegt. Die Ultraschalluntersuchung von Leber und Gallengangsystem gibt Hinweise auf Erkrankungen dieser Organe. Um zu untersuchen, ob z.B. eine Raumforderung des Gallengangs oder der Bauchspeicheldrüse den Gallensäurenabfluss verursacht, kann eine sogenannte ERCP (endoskopische retrograde Cholangiopankreatikographie) durchgeführt werden. Hierbei wird ein Schlauch mit einer an der Spitze befestigten Kamera in den Magen und von dort in den Zwölffingerdarm geschoben. Am Eingang des Bauchspeicheldrüsenganges wird ein Kontrastmittel in diesen gespritzt.
Kurz danach wird eine Röntgenaufnahme durchgeführt. Auf dem Bild sieht man nun, ob Gallengang und Bauchspeicheldrüsengang durchgängig sind oder ob irgendetwas diesen verschließt oder einengt. Auch kann man dieses Instrument dazu benutzen Gallengangssteine zu bergen oder Proben der Einengung zu nehmen. Die ERCP stellt eine wichtige Untersuchungsmethode zur Ursachenfindung des Ikterus und zur Diagnose eines Bauchspeicheldrüsentumors dar.

Krankheitsverlauf

Beim Ikterus handelt es sich um ein Symptom einer Erkrankung oder im Rahmen der Neugeborenen zumeist um ein natürlich auftretendes Phänomen.  

Der Krankheitsverlauf der “Gelbsucht-auslösenden” Erkrankung ist im Grunde entscheidend. Je nach Ursache und Therapiemaßnahme wird so auch der Verlauf des Ikterus mitbestimmt.

Maßgeblich für das Bestehen des Ikterus sind erhöhte Konzentrationen von Bilirubin im Blut. Zumeist kommt es erst zu einer Färbung der Augen und anschließend zu einem gelblichen Hautton. Wenn diese angemessen therapiert werden, verschwindet auch der Ikterus, wobei die Grunderkrankung gegebenenfalls noch länger bestehen bleiben kann und weiterhin behandelt werden muss.

Bei Neugeborenen können besonders hohe Werte des Bilirubins, bzw. Des indirekten Bilirubins darüber hinaus noch einer sogenannten Bilirubinenzephalopathie führen. Damit sind in der medizinischen Fachsprache krankhafte Veränderungen im Hirn gemeint. Die Kinder können verschiedene Symptome zeigen: Zu diesen zählen Schläfrigkeit, Schrilles Schreien, eine Trinkschwäche und Krampfanfälle. Zur Behandlung wird eine Fototherapie und ggf. Eine Blutaustauschtransfusion eingesetzt.

Die erhöhte Menge an Bilirubin kann, vor allem wenn sie unbehandelt bleibt dann auch im schlimmsten Fall zu einem sogenannten Kernikterus führen. Dabei handelt es sich um eine schwere Nervenschädigung des kindlichen Gehirns, die durch die abnorm hohe Konzentration an Bilirubin bzw. des noch nicht in der Leber verstoffwechselten, sogenannten indirekten Bilirubin ausgelöst wird.

Dauer und Prognose

Die Dauer eines Ikterus richtet sich nach dessen Ursache. Eine allgemeine Aussage lässt sich demnach nicht tätigen. Dasselbe gilt auch für die Prognose bei einer Gelbsucht.

Bei einer eher als “harmlos" zu betrachtenden Gallensteinserkankung zum Beispiel, hilft meist ein operativer Eingriff aus um die Symptomatik zu lindern. Die Gelbsucht wird dann durch die Entfernung des Steins behoben und die Betroffenen haben in der Regel eine gute Prognose.

Bei anderen Ursachen wie etwa einem Tumor kann ggf. die Symptomatik der Gelbsucht durch die Entfernung des Tumors behoben werden. Der weitere Verlauf und die damit zusammenhängende Prognose kann aber nicht allgemein vorhergesagt werden.
 

Ist die Gelbsucht ansteckend?

Ein Ikterus oder Gelbsucht ist im Allgemeinen nicht ansteckend, da es sich hierbei lediglich um ein Symptom einer zugrundeliegenden Störung oder Erkrankung handelt. Die Ursache des Ikterus wiederrum kann ggf. eine Ansteckungsgefahr beherbergen.

Als Beispiel wäre hier etwa die Hepatitis B  Erkrankung zu nennen. Dies kann durch ungeschützten Geschlechtsverkehr oder durch eine Nadelverletzung mit einer Hepatitis B infizierten Nadel auf eine andere Person übertragen werden. Zu den möglichen Präventionsmaßnahmen eines Ikterus zählt daher z.B eine Impfung gegen das Hepatitis B Virus.

Was ist ein Kernikterus?

Der Kerinkterus ist eine schwere Schädigung des kindlichen Gehirns, das auf eine abnorm hohe Konzentration von Bilirubin bzw. Indirekten Bilirubin zurückzuführen ist.

Das indirekte Bilirubin wurde noch nicht in der Leber verarbeitet und kann aufgrund seiner speziellen Eigenschaft die sogenannte Blut-Hirn Grenze überschreiten. Durch diverse Krankheiten kann es bei Neugeborenen zu einem ungewöhnlich hohen Anstieg des Bilirubins kommen.

In der Regel werden die Kinder dann mit einer Fototherapie behandelt. In schweren Fällen wird auch eine Blutaustauschtransfusion vorgenommen. Bleibt der Ikterus unbehandelt oder zeigen sich enorm hohe indirekte Bilirubinwerte kann es auch zur Ausbildung eines Kernikterus kommen. Zu den möglichen schwerwiegenden Folgeschäden des Kernikterus zählen dann eine mögliche Blick- und Hörstörung, eine Intelligenzminderung sowie eine motorische, also die Muskeln betreffende Bewegungsstörungen der Neugeborenen.   

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Was ist ein Ikterus prolongatus?

Darunter wird ein erhöhter Bilirubinwert im Blut mit einem einhergehenden Ikterus bei Neugeborenen verstanden, welcher auch noch nach dem 10. Lebenstag besteht. In der Regel zeigt sich der Ikterus natürlicherweise zwischen dem 3-8 Lebenstag. Über diesen Zeitpunkt hinaus können weiterhin erhöhte Bilirubinwerte bei den Neugeborenen auf das Vorliegen einer Störung oder Erkrankung hinweisen.

Wie beim Erwachsenen auch gibt es hier viele Ursachen und eine ärztliche Abklärung ist unerläßlich, um eventuelle bestehende Erkrankungen aufzudecken.

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Darf man bei einer Gelbsucht Alkohol trinken?

Vom Alkoholkonsum während einer bestehenden Gelbsucht ist im Allgemeinen abzuraten.

Die Leber ist Teil des Stoffwechselprozesses zum Abbau von Alkohol und kann bei einer Gelbsucht bereits stark belastet sein. Vor allem dann, wenn die Ursache für das Auftreten in der Leber selbst liegt, z.B durch eine Hepatitis sollte vom Alkoholgenuss abgesehen werden. Nach Ursachenfindung und erfolgreicher Therapie kann ggf. Wieder Alkohol in einem gesunden Ausmaß von den Betroffenen konsumiert werden. Dies erfolgt dann am besten in Rücksprache mit dem Arzt da vor allem die Leber zur Alkoholverwertung in einem einwandfreien Zustand befinden muss.  

Weitere Informationen

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 30.11.2018
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