Bauchspeicheldrüsenentzündung - Wie gefährlich ist das?

Synonyme

Medizinisch: Pankreatitis

Entzündung der Bauchspeicheldrüse

Englisch: pancreatitis, inflammation of the pancreas

Definition Pankreatitis

(Pankreas = Bauchspeicheldrüse)

Unter einer Pankreatitis (Bauchspeicheldrüsenentzündung) versteht man eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse.

Die Bauchspeicheldrüsenentzündung kann mehrere Ursachen haben. Es kann sich um ein einmaliges Ergeignis handeln (akute Pankreatitis) oder wiederholt auftreten (chronische Pankreatitis).
Neben einer Erkrankung der Gallenwege spielt beispielsweise auch der Missbrauch von Alkohol eine bedeutende Rolle.

Ursachen

Man unterscheidet eine akute von einer chronischen Bauchspeicheldrüsenentzündung. Entsprechend unterschiedlich sind auch die häufigsten Auslöser der Erkrankung.
Akute Bauchspeicheldrüsenentzündungen, die plötzlich auftreten und mit einer entsprechenden Behandlung wieder völlig ausheilen, werden zum Großteil der Fälle durch Erkrankungen des Gallengangsystems ausgelöst. Zu nennen wären hier vor allem Steine, die sich im Gang des Gallensystems festsetzen und neben Schmerzen auch zu Abflussstörungen in diesem System führen können. Ein entsprechender Rückstau kann zu einer Bauchspeicheldrüsenentzündung akuter Genese führen.
Als zweite wichtige Ursache ist der Alkoholmissbrauch zu nennen, der zu akuten Bauchspeicheldrüsenentzündungen führen kann (siehe auch: Bauchschmerzen durch Alkohol). Er ist etwas seltener als oben genannte Gallengangserkrankungen aber mit ca. 35% immer noch recht häufig. Noch seltener kann eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse von Medikamenten ausgelöst werden sowie von einer Untersuchungsmethode zur Darstellung des Gallengangsystems, die auch als ERCP (endoskopisch retrograde Cholangiopankreatikographie) bezeichnet wird. Da hierbei Kontrastmittel in den Gallengang hineingespritzt wird kann es in einigen nicht gerade seltenen Fällen zu entzündlichen Veränderungen im Bereich der Bauchspeicheldrüse kommen.
Die chronische Bauchspeicheldrüsenentzündung, die nicht richtig ausheilt und immer wiederkehrt wird vor allem durch chronischen Alkoholmissbrauch ausgelöst. Dies macht ca. 80% der Fälle aus. Auch kann die regelmäßige Einnahme von Medikamenten zu einer chronischen Entzündung führen. Zu den Medikamenten zählen u.a. Blutdruckmedikamente vom Beta Blocker-Typ oder ACE -Hemmer, Wassermedikamente, einige Antibiotika, einige Krampfmittel und einige Chemotherapeutika.
Neben den Medikamenten können auch erhöhte Blutfettwerte die chronisch vorhanden sind zu einer Bauchspeicheldrüsenentzündung führen. Der Grund wird darin gesehen, dass die Bauchspeicheldrüse ständig versuchen muss fettspaltende Enzyme zu produzieren, um den erhöhten Blutfettwert zu senken und dies zu einer Überbelastung führt.
Eine Überfunktion der Nebenschilddrüse kann ebenfalls zu einer chronischen Entzündung der Bauchspeicheldrüse führen. Die Häufigkeit ist aber im Vergleich zu den vorherig genannten Ursachen eher selten. Noch seltener führen Gendefekte zu angeborenen und immer wiederkehrenden Entzündungen im Bereich der Bauchspeicheldrüse. Vor allem bei der asiatischen Bevölkerung kann es zudem durch Autoimmunerkrankungen zu solchen Entzündungen kommen. Der genaue Grund ist bis heute noch nicht eindeutig geklärt, meistens liegen aber in solchen Fällen auch andere Autoimmunerkrankungen vor.


Zusammenfassung

Eine Bauchspeicheldrüsenentzündun, also eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse, kann akut auftreten oder chronisch sein.
Meistens verursacht wird die Entzündung durch Gallensteine oder Alkohol (typischerweise nach "Saufgelage").
Symptome sind neben Übelkeit und Erbrechen auch gürtelförmige Schmerzen um den Bauch. Typisch sind Oberbauchschmerzen.
Gefährlich werden kann diese Bauchspeicheldrüsenentzündung weil Verdauungssäfte freigesetzt werden, die das umliegende Gewebe schädigen. Wenn beispielsweise der Ausführungsgang durch Gallensteine verlegt ist, staut sich das relativ aggressive Bauchspeicheldrüsensekret, was für die Verdauung gedacht ist, auf. Geht Rückstau bis zur Bauchspeicheldrüse zurück, wird diese angedaut (verdaut), was starke Schmerzen verursacht.
Die Diagnose der Bauchspeicheldrüsenentzündung erfolgt mit Hilfe der Symptome, der Blutwerte, aber auch durch Ultraschall.

Abbildung der Bauchspeicheldrüse

Abbildung Bauchspeicheldrüse mit Nachbarorganen
  1. Körper der
    Bauchspeicheldrüse -

    Corpus pancreatis
  2. Schwanz der
    Bauchspeicheldrüse -
    Cauda pancreatisauda
  3. Bauchspeichelgang
    (Hauptausführungsgang) -
    Ductus pancreaticus
  4. Zwölffingerdarm unterer Teil -
    Duodenum, Pars inferior
  5. Kopf der Bauchspeicheldrüse -
    Caput pancreatis
  6. Zusätzlicher
    Bauchspeichelgang -
    Ductus pancreaticus
    accessorius
  7. Hauptgallengang -
    Ductus choledochus
  8. Gallenblase - Vesica biliaris
  9. Rechte Niere - Ren dexter
  10. Leber - Hepar
  11. Magen - Gaster
  12. Zwerchfell - Diaphragma
  13. Milz - Splen
  14. Leerdarm - Jejunum
  15. Dünndarm - Intestinum tenue
  16. Dickdarm, aufsteigender Teil - Colon ascendens
  17. Herzbeutel - Pericardium

Eine Übersicht aller Abbildungen von Dr-Gumpert finden Sie unter: medizinische Abbildungen

Darstellung Pankreas und Gallenblase

  1. Gallenblase (grün)
  2. Bauchspeicheldrüsenkrebs (lila)
  3. Bauchspeicheldrüsengang (gelb)
  4. Pankreaskopf (blau)
  5. Pankreaskörper (Copus pancreaticus) (blau)
  6. Pankreasschwanz (blau)
  7. Gallengang (Ductus cysticus) (grün)

Verlauf akute Bauchspeicheldrüsenentzündung

Der Verlauf einer akuten Pankreatitis (Bauchspeicheldrüsenentzündung) verläuft in drei Phasen:

  1. Aufgrund einer Schwellung und absterbenden Gewebe der Bauchspeicheldrüse kommt es zu einem Anstieg der Pankreasenzyme, des Entzündungsparameters CRP und der weißen Blutkörperchen im Blut. Diese Veränderungen können anhand der Laborwerte diagnostiziert werden.
  2. Die zweite Phase besteht aus der Ausheilung.
  3. Falls sich die Bauchspeicheldrüse teilweise in absterbendes (nekrotisches) Gewebe umgebaut hat, ist eine Entzündung dieser Areale möglich.
    In gravierenden Fällen ist sogar eine Blutvergiftung (Sepsis) möglich.

Chronische Bauchspeicheldrüsenentzündung

Hierunter wird ein chronischer Entzündungsprozess verstanden, der ohne große Linderung oder Abheilung den Bereich um die Bauchspeicheldrüse betrifft. Die Ursachen sind in fast allen Fällen in einem chronischen Alkoholkonsum zu sehen. Alkoholsuchtkranke Menschen haben das größte Risiko für eine solche, auch als chronische Pankreatitis bezeichnete Erkrankung. Daneben können noch einige Medikamente (Blutdruckmedikamente, Antibiotika, Krampfmittel und Chemotherapeutika) zu einer chronischen Entzündung führen.
Neben einer Erhöhung des Blutfettspiegels kann auch eine Überfunktion der Nebenschilddrüse als Ursache angesehen werden. Trotz der ausgiebigen medizinischen Erforschung lässt sich in ca. 15% der Fälle keine genaue Ursache herausfinden.
Die Diagnose einer chronischen Bauchspeicheldrüsenentzündung erfolgt mittels Ultraschall zum einen aber auch durch Blutuntersuchungen zum anderen, bei denen Bauchspeicheldrüsenwerte untersucht werden. Sind diese stark erhöht (Lipase) deutet dies auf einen entzündlichen Prozess hin. Im Ultraschall würden verkalkende Strukturen (weißlich im Ultraschall sichtbar) oder aber eine wolkige Aufhebung der normalen Struktur der Bauchspeicheldrüse auf eine Entzündung hindeuten. Ob es sich aber um einen akuten Prozess oder einen chronischen Vorgang handelt würde man lediglich an der Dauer und der bereits stattgefundenen Schüben festmachen. Handelt es sich also um eine Ersterkrankung würde man den Vorgang eher als akut bezeichnen, während ein Verlauf, der sich immer mal wiederholt oder nie ganz unterbrochen ist zu einer chronischen Bauchspeicheldrüsenentzündung gezählt werden würde.
Ist die Diagnose einer chronischen Entzündung gestellt, sollte auf jeden Fall jeglicher Alkoholkonsum eingestellt und eine längere Nahrungskarenz durchgeführt werden. Nur so kann eine Erholung der Bauchspeicheldrüsenzellen garantiert werden. Versuche einer konservativen Behandlung, wie Schonung, Schmerzmittel und ggfs. Antibiotikagabe unter engmaschiger Kontrolle des Patienten sollten auf jeden Fall zunächst versucht werden. Kommt es aber zu keiner Besserung sollte auch ein chirurgisches Vorgehen in Betracht gezogen werden. Dabei wird endoskopisch der entzündete Bereich inspiziert und chirurgisch abgetragen. Vor allem wenn Zellbereiche, die bereits abgestorben sind, vorhanden sind, sollte dieses Vorgehen gewählt werden. Eine ausgedehnte Entzündung muss unbedingt durch sterile Spüllösungen zusätzlich behandelt werden. Ein chronischer oder schwerer Verlauf einer Bauchspeicheldrüsenentzündung kann in einigen Fällen auch tödlich verlaufen. Hier sind vor allem Patienten von betroffen, die trotz immer wiederkehrenden Schüben den Alkoholkonsum nicht unterlassen.

Symptome

Bei der Bauchspeicheldrüsenentzündung gibt es so genannte Leitsymptome:

Leitsymptome sind für eine bestimmte Krankheit typische und in der Regel immer auftretende Beschwerden und Merkmale.

Bei der Mehrzahl der Patienten (90%) mit Bauchspeicheldrüsenentzündung ist ein akuter Beginn mit heftigsten Bauchschmerzen, die nach der Seite ausstrahlen können. Oft zieht der Schmerz sich wie ein Gürtel um den Körper.

Weitere Symptome der Bauchspeicheldrüsenentzündung sind Übelkeit und Erbrechen, ein aufgeblähter Bauch und Lähmungen des Darms (Ileus). Fieber, niedriger Blutdruck und Veränderungen im EKG sind ebenso zu beobachten.

Ist das leiden chronischer Natur kommt es oft zu Fettstühlen - das bedeutet Auscheidung von Fett, was durch mangelnde Bauchspeicheldrüsensekrete nicht durch den Darm aufgenommen werden konnte, Gewichtsabnahme und Durchfall.
Außerdem tritt eine Nahrungsintoleranz auf. Fettige Speisen werden also schlecht vertragen und führen zu Übelkeit, Erbrechen und Schmerzen. Leitsymptom ist hier der immer wiederkehrende Schmerz, der nicht kolikartig ist, sondern über Stunden und Tage anhalten kann.

Schmerzen

Ein sogenanntes Leitsymptom der Bauchspeicheldrüsenentzündung ist der Schmerz, der den Patienten meist früher oder später zum Arzt gehen lässt. In ca. 90% der Fälle einer Bauchspeicheldrüsenentzündung klagen Patienten über einen mäßigen aber immer weiter zunehmenden Schmerz im Bereich des mittigen Oberbauches. Er wird als dauerhaft beschrieben und ist somit von dem Kolikschmerz bei Gallenkoliken gut abgrenzbar. Er kann Tage bis Wochen empfunden werden und lässt in aller Regel zu keiner Tageszeit nach. Tendenziell wird aber vielmehr eine Verstärkung beschrieben. Er wird von den Patienten als ein Tiefenschmerz empfunden, der fernab von der Bauchoberfläche seinen Ursprung hat. Er ist aus diesem Grund bei der ärztlichen Untersuchung oftmals nur nach tiefer Palpation auszulösen (eine Ausnahme ist die stark akute Bauchspeicheldrüsenentzündung, die ggfs. auch mit einer Peritonitis einhergeht. In diesem Fall reicht oftmals auch schon eine leichte Berührung des mittleren Oberbauchbereiches).Der angegebene Schmerz tritt oftmals verstärkt nach dem Essen auf, aber anders als bei einer Gallenblasenentzündung längere Zeit nach dem Essen. Man kann vielmehr sagen, dass der Grundschmerz bei einer Bauchspeicheldrüsenentzündung den ganzen Tag vorhanden ist, durch die Nahrungsaufnahme aber in Form einer starken Schmerzspitze imponiert.
Charakteristisch wird der Startpunkt des Schmerzes im mittleren Oberbauch angegeben. In vielen Fällen breitet er sich beidseits Richtung Flanke aus und wird in einigen Fällen auch bis in den Rücken ziehend angegeben. Vom Patienten geschilderte Oberbauchschmerzen, die in den Rücken ziehen, sollten den Untersucher immer hellhörig werden und weitere Untersuchungen durchführen lassen. Oftmals wird hier auch der Begriff des gürtelförmigen Schmerzes gebraucht, weil er im mittleren Oberbauch beginnt und sich dann gürtelförmig um den Körper herumlegt ,um am Rücken zusammenzulaufen. Diese Schmerzbeschreibung sollte an eine Bauchspeicheldrüsenentzündung denken lassen, das Fehlen bedeutet aber in keinem Fall, dass keine Pankreatitis vorhanden ist.
Der Schmerzcharakter wird im vorderen Bauchbereich eher als dumpf bis ziehend beschrieben zur Seite und in den Rücken aber oftmals als brennend oder beißend. Aber auch zahlreiche Mischformen des Schmerzes sind beschrieben worden und vielmehr sollten die angegebene Lokalisation als die Schmerzart zum Verdacht einer Bauchspeicheldrüsenentzündung kommen lassen.

Komplikationen

Wie bei fast allen Erkrankungen kann es auch bei der Bauchspeicheldrüsenentzündung zu Komplikationen kommen. Hierzu zählen beispielsweise bakterielle Infektionen des narbig umgebauten Gewebes, Kreislaufschock, sowie umkapselte Eiteransammlungen im Pankreas (Bauchspeicheldrüse).

Diagnose

Die Diagnose der Bauchspeicheldrüsenentzündung wird anhand der Symptome und der Anamnese gestellt. Auch die Laborwerte und der Ultraschall sind von Bedeutung.

Bei der Blutuntersuchung ist ein Enzym spezifisch für die Bauchspeicheldrüse: die Lipase. Mit Hilfe dieses Enzyms kann das Fett besser vom Darm aufgenommen werden.

Wenn dieses Enzym im Blut ansteigt, kann man die Diagnose mit großer Wahrscheinlichkeit stellen.
Im Ultraschall lassen sich Steine, welche die Ausführungsgänge verlegen (Gallensteine), nachweisen. Auch die Schwellung der Bauchspeicheldrüse kann man im Ultraschall erkennen.
Wenn tatsächlich ein Stein den Ductus Choledochus (Ausführungsgang von Sekreten der Leber und Bauchspeicheldrüse) verlegt, steigen die Transaminasen (bestimmte Leberenzyme) im Blut an.

Prophylaxe

Die Prophylaxe der Bauchspeicheldrüsenentzündung besteht in der Beseitigung von Ursachen, z. Bsp.: Alkohol und bestimmte Medikamente vermeiden oder Gallensteine aus den Gallenwegen entfernen.

Bei immer wieder auftretenden Gallensteinen ist eine Entfernung der Gallenblase in Erwägung zu ziehen.
Das Risiko Gallensteine zu bilden, kann durch eine fettarme und ausgewogene Ernährung gesenkt werden.

Therapie

Ist die Diagnose einer Bauchspeicheldrüsenentzündung gestellt, sollte, wenn möglich, die auslösende Ursache abgestellt werden. In den meisten Fällen bedeutet dies, dass der Alkoholkonsum eingestellt werden muss. Auch entsprechende Steine, die sich im Gallengang befinden und den Auslöser für eine Entzündung darstellen, sollten endoskopisch oder auch, wenn notwendig, chirurgisch ausgeräumt werden. Danach wird in aller Regel zunächst versucht die Entzündung konservativ zu beheben. Dies geschieht hauptsächlich durch eine engmaschige Kontrolle des Patienten auf der Intensivstation. Medikamentös werden Schmerzmittel verabreicht sowie auf einen ausgewogenen Flüssigkeitshaushalt geachtet. Auch sollten engmaschig Laboruntersuchungen durchgeführt werden, die deutlich machen sollen, ob sich die Entzündung verschlechtert oder tendenziell zurückgeht. Ist die auslösende Ursache beseitigt, kommt es nicht selten vor, dass eine Bauchspeicheldrüsenentzündung durch diese konservative Behandlung völlig ausheilt. Ebenfalls zur konservativen Behandlung gehört eine entsprechende Nahrungskarenz solange der Patient noch über Schmerzen klagt. Danach kann langsam wieder mit einem Kostaufbau begonnen werden.
Antibiotika
können ebenfalls verabreicht werden (sowohl als Tablette als auch als Infusion) sollten aber nur dann zum Einsatz kommen, wenn es sich bei der Bauchspeicheldrüsenentzündung um eine nekrotisierende Verlaufsform handelt oder wenn bauchspeicheldrüsennah ein Abszess gesehen werden konnte. Ist die konservative Behandlung erfolglos und verschlechtert sich der gesundheitliche Zustand des Patienten muss darüber nachgedacht werden einen chirurgischen Eingriff vorzunehmen. Er wird in aller Regel endoskopisch durchgeführt. Dabei werden drei Geräte in die Nähe des entzündeten Bereiches vorgebracht und stark entzündetes Gewebe oder bereits abgestorbenes (nekrotisches) Gewebe abgetragen. Handelt es sich um eine stark vorangeschrittene Entzündung oder lassen die anatomischen Gegebenheiten keine Alternative zu, muss auch in Ausnahmefällen die Operation offen durchgeführt werden. Bei sehr ausgeprägten, entzündlichen Befunden kann es auch zu einer Peritonitis (Bauchfellentzündung) gekommen sein. In diesem Fall muss neben der Freilegung und der Abtragung des betroffenen Bereiches auch eine sogenannte Lavage durchgeführt werden. Unter diesem Verfahren versteht man eine Art Spülung des Bauchraumes mit einer sterilen Flüssigkeit, die dafür sorgen soll, dass bakterielle Herde, die nicht auf Anhieb sichtbar sind ausgeräumt werden. Es kann bei sehr ausgedehnten Befunden auch unter Umständen notwendig werden, dass diese Spülung mehrmals wiederholt werden muss. Auch eine begleitende antibiotische Behandlung sollte in diesem Fall erwogen werden.

Prognose

Der Verlauf einer akuten Bauchspeicheldrüsenentzündung ist schwer vorhersehbar. Für die Prognose ist entscheidend, dass der Patient regelmäßig in kurzen Zeitabständen überwacht und kontrolliert wird.
Dies ist notwenig um eventuelle Komplikationen schnell zu erkennen und zu behandeln, oder besser sie ganz zu vermeiden.
Die Sterblichkeit bei einer Bauchspeicheldrüsenentzündung hängt vom Schweregrad der Erkrankung ab. Wenn sich das absterbende Gewebe infiziert ist die Prognose allgemein schlechter, als mit sterilem = nicht - infiziertem Gewebe.

Autor: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 08.11.2016
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