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Therapie der Bauchspeichelsdrüsenentzündung

Einleitung

Bei der Therapie einer Bauchspeicheldrüsenentzündung muss zuerst unterschieden werden um welche Art der Erkrankung es sich handelt. Der behandelnde Arzt muss also feststellen, ob es sich um die

  • akute oder die
  • chronische Verlaufsform handelt.

Die Therapie der Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis) kann entweder:

  • konservativ (nicht-operativ)
  • endoskopisch (minimal-invasiv) oder
  • durch eine Operation geschehen.

Akute Bauchspeicheldrüsenentzündung

Nicht- operative Therapie

Da eine akute Bauchspeicheldrüsenentzündung in der Regel mit starken Schmerzen einhergeht und ernstzunehmende Gefahren birgt, erfolgt die Behandlung grundsätzlich im Krankenhaus.
Bei sehr schweren Verlaufsformen ist sogar ein Aufenthalt in einer intensivmedizinischen Station unumgänglich.

In nicht wenigen Fällen hat eine solche Erkrankung einen sogenannten Kreislaufschock zur Folge, bei dem den betreffenden Patienten werden zur Kompensation des Blutdruckabfalls Blutkonserven und/ oder Infusionen verabreicht werden.
Um die starken Schmerzen zu lindern erhalten Menschen, die an einer akuten Bauchspeicheldrüsenentzündung (akute Pankreatitis) erkrankt sind, krampflösende und schmerzstillende Medikamente, die dem Körper zumeist über die Vene verabreicht werden.

Des Weiteren ist es im Zuge einer Drüsenentlastung notwendig, über einen gewissen Zeitraum auf die Nahrungsaufnahme zu verzichten (2 – 5 Tage). Während dieser Zeit erfolgt die Flüssigkeits- und Nährstoffzunahme vollständig über das Blut oder eine Dünndarmsonde. So wird der natürliche Verdauungsweg, unter Einbeziehung der Bauchspeicheldrüsenenzyme, umgangen.

Nach der Besserung der Symptome und relevanten Blutwerte beginnt eine Therapie- Phase, in der mit dem langsamen Kostaufbau begonnen wird. Der Patient erhält einige Tage lang eine leichte Schonkost, welche dann aufgestockt wird. In vielen Fällen ist es außerdem sinnvoll dem Patienten Enzympräparate zu verabreichen, um die Bauchspeicheldrüse weiterhin zu entlasten.

Alkohol sollte während der gesamten Behandlungsdauer in keinem Fall konsumiert werden.
Bei starken Verlaufsformen der akuten Bauchspeicheldrüsenentzündung ist es sinnvoll ein Antibiotikum einzunehmen und dadurch das Risiko einer Infektion zu minimieren.

Operative Therapie

Im Zuge einer akuten Bauchspeicheldrüsenentzündung kann es dazu kommen, dass viel Gewebe abstirbt. In solchen Fällen reichen die nicht- operativen Therapiemaßnahmen nicht aus um die kritische Situation des Patienten zu beheben. Das abgestorbene Pankreasgewebe muss chirurgisch entfernt werden.

Chronische Bauchspeicheldrüsenentzündung

Nicht-operative Therapie

Da bei vielen Betroffenen der Konsum von Alkohol eine tragende Rolle in der Entstehung der chronischen Bauchspeichelentzündung (chronische Pankreatitis) spielt, ist es zwingend notwendig, dass diese Patienten zeitlebens auf Alkohol verzichten.

Auch eine Diät und die Umstellung der Nahrungsaufnahme führt im Großteil der Fälle zu einer deutlichen Verbesserung der Symptomatik und letztendlich zur Erholung des Pankreasgewebes.

Menschen, die an dieser Form der Bauchspeicheldrüsenentzündung leiden, werden lebenslang Pankreasenzyme und verschiedene Vitamine (zu Beispiel Vitamin A, D, E und K; fettlösliche Vitamine) von außen zugeführt. Diese Maßnahme bewirkt eine dauerhafte Entlastung der Drüse, da diese selbst nur noch vermindert Enzyme produzieren muss und/ oder kann. Während der schubweise auftretenden akuten Phasen wird diese Form der Erkrankung genauso behandelt wie eine gewöhnliche akute Bauchspeicheldrüsenentzündung.

Chirurgische Therapie

Nicht immer sind die nicht- operativen Behandlungsmaßnahmen ausreichend, um den Patienten symptomfrei zu halten.
Nun wird es notwendig auf chirurgische Eingriffe zurückzugreifen. Der behandelnde Chirurg kann gegebenenfalls

  • verengte Ausführungsgänge der Bauchspeicheldrüse erweitern,
  • einen künstlichen Gang zum Dünndarm legen und/ oder
  • abgestorbene Teile des Pankreasgewebes entfernen.

 

 

Minimal invasive Therapie

  • Liegen der Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis) Gallensteine zugrunde, die den gemeinsamen Ausführungsgang von Galle und Bauchspeicheldrüse (Ductus choledochus) verstopfen, so müssen diese entfernt werden.
    Dies geschieht mittlerweile mittels eines Endoskops. Dieses wird durch den Darm bis zur Austrittsstelle des Ductus choledochus im Zwölffingerdarm vorgeschoben. Die Austrittsstelle wird nun mittels eines kleinen Schnitts eröffnet, so dass die Steine austreten können.

  • Bei einem Abszess der Bauchspeicheldrüse (Eiteransammlung durch bakterielle Entzündung) wird dieser abgesaugt und anschließend gespült. Ein Abszess ist eine umkapselte Eiteransammlung.

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 01.03.2019
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