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Entzündung der Leber

Definition

Die Leberentzündung (Hepatitis) ist eine Reaktion des Abwehrsystems und Gefäß-Bindegewebes auf innere und äußere Schädigungen in der Leber.

Ursachen und Symptomatik

Es gibt mehrere Ursachen für eine Leberentzündung:

Man unterscheidet weiterhin zwischen akuten Leberentzündungen, die weniger als zwei Monate bestehen und einen schnellen Verlauf ausweisen. Falls die akuten Entzündungen nicht ausheilen, können sich daraus chronische Leberentzündungen entwickeln, wenn die Entzündung länger als 6 Monate besteht. Die chronische Entzündung weist einen schleichenden Verlauf und uncharakteristische Symptome auf, bei welcher es zu Spätfolgen kommen kann, die zum Tod führen können.

Die Symptome einer Leberentzündung unterscheiden sich im Speziellen von der Art und der Ursache für die Entzündung. Im Allgemeinen treten Symptome wie Unwohlsein, Abgeschlagenheit, Appetitverlust, Übelkeit, Müdigkeit und Fieber auf. In manchen Fällen kommt es zur Gelbsucht (Ikterus), bei welcher sich die Haut und die Augen gelb färben und der Urin sich dunkel verfärbt.


Virale Ursachen

Die Erreger viraler Leberentzündungen werden als Hepatitiden bezeichnet. Alle lösen eine Leberentzündung aus, gehören allerdings nicht zu derselben Virusfamilie.

Akute Hepatitis

Die Erreger der Hepatitis A und E lösen akute Entzündungen aus und werden mit dem Stuhl (fäkal) ausgeschieden und über den Mund (oral) aufgenommen. Diesen Übertragungsweg bezeichnet man daher als fäkal-oral.

Die Hepatitis A (Leberentzündung A) wird durch das Hepatitis-A-Virus übertragen und ist als Reisehepatitis bekannt, denn sie wird durch verunreinigtes Wasser oder rohe Speisen, wie Austern oder Salat übertragen (niedriger Hygienestandard). Erste Symptome einer akuten Hepatitis treten nach 3-5 Wochen auf und es kann zu einer leichten Gelbsucht kommen. Der Verlauf einer Hepatitis A ist altersabhängig und dauert in der Regel ungefähr 5 Wochen an. Bei Reisen in Gebiete in denen Hepatitis A (Tropen und Subtropen) verbreitet ist, sollte man sich impfen lassen.

Auch die Hepatitis E (Hepatitis-E-Virus) ist eine Reisehepatitis (Verzehr von Risikoprodukten wie Salat, Eiswürfeln, Leitungswasser), kann aber auch in Deutschland durch den Verzehr von nichtdurchgegartem Fleisch (Wildschwein, Innereien) übertragen werden. Risikogebiete sind der indische Subkontinent, Afrika, Südostasien und die Karibik, wenn auf der Reise in eher bescheidenen Unterkünften übernachtet wird.
Erste Symptome treten nach 2-8 Wochen auf, die von alleine wieder verschwinden. Die Infektion kann mit zunehmendem Alter schwerer Verlaufen und weist eine Sterblichkeit von 1-4% auf. Besonders bei Schwangeren kann eine Hepatitis E Infektion einen besonders schweren Verlauf haben. Aktuell ist in Deutschland kein Impfstoff gegen Heptatitis E zugelassen.

Chronische Hepatitiserreger

Zu den Erregern von chronischen Leberentzündungen zählen Hepatitis B, C und D Viren, die meist über den Blutweg (parenteral) in den Körper gelangen. Bei chronischen Leberentzündungen treten folgende Symptome auf: Wasseransammlung im Bauch (Aszites), Gelbsucht (Ikterus), Ausschlag an der Handinnenfläche (Palmarerythem) und es kommt zu Umbaumaßnahmen des Lebergewebes.

In Deutschland gibt es 400 000 Menschen, die das Hepatitis B Virus in sich tragen. Die Viruserkrankung ist weltweit noch stark verbreitet und tritt vor allem in Afrika, Südostasien und Südamerika häufig auf. Übertragen wird Hepatitis B vor allem über Sexualkontakt, kann aber auch über den Speichel oder das Stillen von der Mutter auf das Kind übergehen.
Ein weiterer Übertragungsweg ist der Weg über das Blut – beispielsweise über das Teilen einer Nadel (Needle-Sharing) beim Drogenmissbrauch von Heroin.

Die Inkubationszeit der Krankheit beträgt zwischen 45 – 180 Tagen und endet, wenn sie chronisch verläuft, in 30-90% der Fälle 5 Jahre nach der Infektion tödlich. Diese Krankheit kann allerdings durch eine Interferon-Therapie oder die Anwendung von Nukleosid-Analoga therapiert werden. Prophylaktisch sollte man sich impfen lassen, um einer Infektion vorzubeugen.
Die Impfung gegen die Hepatitis B schützt indirekt auch vor dem Hepatitis D Virus, welches meist über Needle-Sharing übertragen wird. Auch die Hepatitis C ist weltweit sehr verbreitet und wird ebenfalls hauptsächlich über den intravenösen Drogenkonsum übertragen. Sexuelle Übertragung spielt eine eher untergeordnete Rolle.

Darüber hinaus gibt es einige Viren, die generalisierte Infektionen auslösen, allerdings auch die Leber betreffen können. Dazu zählt das HI-Virus (HIV), das Epstein-Barr-Virus (Pfeiffer’sches Drüsenfieber), das Varizella-Zoster-Virus (Windpocken, Gürtelrose) und das Zytomegalievirus (stark grippeähnliche Symptome). Zusätzlich können auch Viren eine Hepatitis auslösen, die sonst für Mumps, Röteln oder verschiedene Fiebererkrankungen verantwortlich sind.

Bakterielle Ursachen

Einige Bakterien können auch zu Leberentzündungen führen, wie beispielsweise der Erreger der Tuberkulose oder der Syphilis. Außerdem gibt es einige Pilz- oder parasitäre Erkrankungen, die zu einer Entzündung der Leber führen.

Weitere Ursachen

Leberentzündungen können auch in Folge von Schädigungen mit giftigen Stoffen auftreten, wie beispielsweise übermäßigem Alkoholkonsum über einen langen Zeitraum.
Aber auch bestimmte Medikamente schädigen die Leber, zum Beispiel die Schmerzmittel Diclofenac oder Paracetamol.

Physikalische“ Formen der Leberentzündung treten nach Leberquetschungen auf und werden als posttraumatische Hepatitis bezeichnet. Aber auch eine vorhergegangene Strahlentherapie kann zu einer Leberentzündung führen.

Weitere Auslöser für eine Leberentzündung sind möglicherweise auch außerhalb der Leber lokalisiert. So können Entzündungen aus den Gallenwegen zur Leber aufsteigen und dort ebenfalls eine Entzündung auslösen. Es gibt auch angeborene Ursachen für Leberentzündungen, zu welchen Eisen- oder Kupferspeicherkrankheiten zählen.

Diagnose eine Leberentzündung

Die Leberentzündung wird durch den Arzt mittels Blutuntersuchungen festgestellt, bei welcher man auch die Ursache der Erkrankung (Viren, Bakterien, Stoffwechselerkrankung) ermitteln kann.
Darüber hinaus kann man durch die Blutuntersuchung auch feststellen, wie weit fortgeschritten die Leberentzündung ist.

Weitere Informationen finden Sie hier: Bilirubin

Ist eine Blutuntersuchung nicht eindeutig genug wird im nächsten Schritt ein Ultraschall durchgeführt um eine Diagnose zu stellen. Da der Ultraschall nebenwirkungsfrei ist, ist dieses eine sehr angewendete Diagnosemethode.

Lesen Sie mehr zum Thema: Ultraschall des Bauches
Als weitere Untersuchungsmöglichkeit steht noch das MRT der Leber zu Verfügung. Wie auch der Ultraschall hat das MRT der Leber an sich keine Nebenwirkungen, wenn es keine Kontraindikationen gibt.
Im Gegensatz zum Ultraschall kann durch das MRT weitere wertvolle Informationen gewonnen werden.
Der Nachteil ist der Aufwand und die Kosten der Untersuchung, teilweise wird für die Untersuchung Kontrastmittel verwendet, was Nebenwirkungen verursachen kann.
Lesen Sie mehr zum Thema: MRT der Leber
Ist eine Entzündung chronisch wird eine Gewebeprobe aus der Leber entnommen (Leberbiopsie), um die Ursachen und die Qualität / Zustand des Lebergewebes zu beurteilen.

Für weitere Informationen hierzu lesen Sie auch unsere Seite Leberwerte.

Folgen einer Leberentzündung

Eine Leberentzündung bewirkt langfristig das Absterben von Lebergewebe (Nekrose). Da die Leber über eine hohe Regenerationsfähigkeit verfügt, können sich nach Abklingen der Entzündung neue Zellen bilden und man trägt nach einer akuten Erkrankungen keine Schäden davon.

Besteht eine chronische Entzündung kann die Leber nicht mehr genug neue Zellen bilden und die Leistungsfähigkeit des Organs nimmt ab. Es wird vermehrt Bindegewebe in der Leber gebildet und es bilden sich Knoten, die irreversibel sind. Das resultierende Krankheitsbild nennt sich Leberzirrhose. Besonders Infektionen mit Hepatitis B oder C können zudem zu Krebserkrankungen in der Leber führen.

Lesen Sie mehr zum Thema: Aufgaben der Leber

Therapie und Prophylaxe

Eine Impfung gegen Hepatitisviren zur Vermeidung von Infektionen und besondere Vorsichtsmaßnahmen in Gebiete mit niedrigen Hygienestandards helfen, um Leberentzündungen zu vermeiden. Desweiteren sollte man nur in Maßen Alkohol zu sich nehmen.

Falls sich Symptome einer Leberentzündung auftreten sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden. Wie die Leberentzündung therapiert wird hängt von der jeweiligen Ursache ab.

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 13.04.2018
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