Unterschied Grippe - Erkältung

Synonym

Rhinitis, Cold, Verkühlung, Schnupfen, grippaler Infekt

Einleitung

Umgangssprachlich wird oft nicht zwischen den Begriffen "Grippe", "Erkältung" oder "grippaler Infekt" unterschieden. Das ist anhand der Symptome auch gar nicht so einfach, da sowohl bei einer Grippe (Influenza) als auch bei einer Erkältung (grippaler Infekt) Husten, Halsschmerzen und Abgeschlagenheit als Hauptbeschwerden vorkommen.

Doch es gibt bestimmte Unterschiede zwischen den beiden Krankheitsbildern und es ist wichtig, sie zu unterscheiden, da eine Erkältung zwar lästig ist, aber meistens problemlos ausheilt.
Die Grippe dagegen ist als Krankheit sehr ernst zu nehmen, da sie meist schwerer verläuft. Besonders bei älteren Menschen oder geschwächten Personen drohen bei einer Grippe schwere Komplikationen, wie beispielsweise eine Lungenentzündung.

Doch sowohl die Grippe als auch eine Erkältung können manchmal anders verlaufen und nicht alle typischen Symptome aufweisen. Eine korrekte Unterscheidung ist für medizinische Laien daher nicht immer möglich und es ist im Zweifel immer anzuraten, für die genaue Diagnose einen Arzt aufzusuchen.


Unterschiedliche Auslöser

Sowohl die Grippe als auch eine Erkältung wird über Tröpfcheninfektion übertragen. Das bedeutet, dass die Krankheitserreger beispielsweise beim Husten oder Niesen von Mensch zu Mensch gelangen. Auch über direkten Kontakt beispielsweise beim Händewaschen oder beim Anfassen einer Türklinke kann eine Übertragung stattfinden.
Ein großer Unterschied zwischen den beiden Krankheiten sind diese Krankheitserreger, nämlich die verschiedenen Arten von Viren.
So kann eine Erkältung von einer großen Anzahl unterschiedlicher Erkältungsviren ausgelöst werden, insgesamt kommen weit über 100 verschiede Viren als Auslöser für eine Erkältung in Frage. Ein Großteil der Erkältungen wird von den sogenannten Rhinoviren verursacht.
Die Grippe wird nur durch eine einzige Virenart ausgelöst, das sogenannte Influenza-Virus.

Außerdem spielt die Jahreszeit eine wichtige Rolle. Erkältungen treten in erster Linie in der kalten Jahreszeit auf, während die Grippe ganzjährig auftreten kann (häufiger im Winter).

Symptomvergleich

Eine Erkältung bahnt sich eher schleichend an, während eine Grippe meist einen sehr plötzlichen Krankheitsbeginn aufweist.
Hohes Fieber (über 39 Grad Celsius) und eine stark ausgeprägtes Krankheitsgefühl prägen das Krankheitsbild der Grippe.
Erkältungen zeigen dagegen meist keine Körpertemperaturerhöhung. Typischerweise treten Schnupfen und eine verstopfte Nase bei einer Erkältung auf, auch Halsschmerzen zeigen sich gerade zu Beginn durch ein unangenehmes "Kratzen" im Hals, während diese Symptome bei der Influenza eher selten auftreten.

Husten tritt bei einer Erkältung häufig im Verlauf auf, während bei einer Grippe oft zu Beginn bereits ein trockener Husten vorkommt. In der Regel gehen mit einer Grippe auch Kopfschmerzen, Muskel- und Gliederschmerzen und starke Müdigkeit und Abgeschlagenheit einher.Muskel- und Gliederschmerzen sind auch für eine Erkältung typisch, Kopfschmerzen treten jedoch nur teilweise auf, Müdigkeit und allgemeines Krankheitsgefühl sind nur mäßig ausgeprägt. Meist ist nach einer Woche alles überstanden. Eine Grippe dauert meistens deutlich länger als eine Erkältung und geht auch häufig mit dem typischen Symptomen der Appetitlosigkeit, des Schüttelfrostes und manchmal auch Luftnot einher.

Grippe oder Erkältung – wie handele ich richtig?

Sowohl bei der Grippe als auch bei einer Erkältung ist es eine sehr wichtige Maßnahme, sich zu schonen. Der Körper sollte keiner unnötigen Belastung ausgesetzt werden und Bettruhe ist zu empfehlen.

Die wichtigste Maßnahme ist es, sich zu schonen. Dabei ist es vollkommen egal, ob es sich um eine Grippe oder um eine Erkältung handelt. Beide Krankheiten schwächen den Körper soweit, dass er keiner unnötigen Belastung ausgesetzt werden sollte.
Besonders sportliche Aktivitäten oder Saunagänge sollten bei einer Erkältung vermieden werden. Wegen des sehr stark ausgeprägten Krankheitsgefühls wird der Betroffene bei einer Grippe ohnehin zur Schonung gezwungen.
Ratsam ist es, einige Tage Bettruhe einzuhalten, um dem Körper Zeit zu geben, sich zu erholen. Grundsätzlich gilt, dass der Betroffene sich nach einer Grippe auch noch eine Weile nach Abklingen der Symptome schonen sollte.

Die typischen Symptome, die sowohl bei der Grippe als auch bei der Erkältung auftreten, wie Husten, Schnupfen und Halsschmerzen, können mit frei verkäuflichen Medikamenten behandelt werden.
Schnupfensprays der neuen Generation (mit einem abschwellend wirkendem Medikament und zusätzlichem Schleimhautschutz Dexpanthenol), Hustenstiller, Hustenlöser oder Halstabletten können die Beschwerden lindern.
Kopf- und Gliederschmerzen können mit Schmerzmitteln (zB Acetysalicylsäure, ASS) behandelt werden, auch Pfefferminzöl kann bei Kopfschmerzen helfen. Unterstützend können bewährte Hausmittel wie Wadenwickel, Salbeitee, Kartoffelumschläge auf der Brust, Inhalation mit Kamille oder Gurgeln Linderung verschaffen.
Vorsicht ist bei viralen Infekten bei Kindern geboten. Kindern dürfen keinesfalls Salicylate (zB Acetylsalicylsäure) verabreicht werden, da die Gefahr eines Reye-Syndroms (schwere Erkrankung mit Hirn- und Leberschädigungen) besteht.

Bei einer Grippe mit leichtem Verlauf genügen normalerweise Bettruhe und die oben aufgelisteten Medikamente zur Besserung der Symptome. Bei einer schweren Grippe gibt es die Möglichkeit, die Viren mit speziellen, antiviralen Medikamenten (Virostatika) zu bekämpfen. Dies ist allerdings nur sinnvoll, wenn die Medikamente innerhalb von 48 Stunden angewendet werden. In seltenen Fällen kommt es zusätzlich zu einer Infektion mit Bakterien, wodurch sich beispielsweise eine Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis), Entzündung der Atemwege (Bronchitis) oder Lungenentzündung (Pneumonie) entwickeln kann. Diese Erkrankungen werden üblicherweise mit Antibiotika behandelt, allerdings tatsächlich erst dann, wenn auch Bakterien als Auslöser festgestellt wurden. Gegen Viren können Antibiotika nichts ausrichten!

Vorbeugung

Es besteht die Möglichkeit, mithilfe der Grippe-Impfung einer Grippe vorzubeugen. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt, dass sich Personen über 60 Jahre, Schwangere ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel, Bewohner von Alter- oder Pflegeheimen und Personen mit erhöhter Gefährdung (zB medizinisches und pflegendes Personal) der Grippeschutzimpfung jährlich unterziehen.

Außerdem wird die Impfung auch für Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit einer erhöhten gesundheitlichen Gefährdung infolge eines Grundleidens (zB chronische Lungen-, Leber-, Nierenerkrankungen, Diabetes mellitus) empfohlen. Eine Impfung schützt bis zu 90 Prozent der Geimpften vor der Influenza oder mildert den Verlauf der Erkrankung deutlich. Jedoch schützt die Grippeschutzimpfung nicht vor einer Erkältung.
Einer Erkältung kann man mit einem starken Immunsystem vorbeugen. Ausreichende Bewegung, gesunde Ernährung und auch regelmäßige Saunagänge können helfen, die Immunabwehr des Körpers fit zu halten. Der Kontakt mit erkälteten Personen (zB in ungelüfteten Räumen zur Winterzeit) sollte nach Möglichkeit vermieden werden. Außerdem sollten regelmäßig und gründlich die Hände gewaschen werden, denn die Viren übertragen sich leicht von Mensch zu Mensch oder von Türklinken, Geländern oder Haltegriffen im Bus über die Hände auf die eigenen Schleimhäute.

Zusammenfassung

Häufig wird die Erkältung mit den entsprechenden Symptomen mit einer Grippe verwechselt. Hierzu sollte man folgende Unterschiede festhalten: die Grippe wird durch den Influenza Virus verursacht. Dieser wechselt in jeder Saison sein äußeres Erscheinungsbild und muss, um einen Impfstoff herstellen zu können, immer wieder neu identifiziert werden. Der Beginn einer Erkältung oder eines grippalen Infektes geht schleichend, mit leichten Kopfschmerzen, Halskratzen, Abgeschlagenheit, Schwitzen, und Schnupfen einher. Das eventuell eingetretene Fieber ist eher leicht, der Husten oft nur schwach. Die (Influenza)Grippe tritt schnell ein, ist begleitet von starken bis sehr starken Kopfschmerzen, hohem Fieber und trockenem Husten. Des Weiteren klagen Patienten mit einer (Influenza)Grippe über oft starke Gliederschmerzen, Kreislaufbeschweren und Müdigkeit. Die Erkältungserkrankung verschwindet meisten nach einigen Tagen. Die Influenza(Grippe) kann bis zu 14 Tage anhalten.

Autor: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 02.10.2016
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