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Influenza

Definition

Influenza, teilweise auch als „echteGrippe oder Virusgrippe bezeichnet wird, beschreibt eine Erkrankung, welche durch bestimmte Virusgruppen verursacht werden kann. Es handelt sich um eine sehr ansteckende Erkrankung, die nicht mit anderen Viruserkrankungen, welche meist eine normale Erkältung auslösen, verwechselt werden sollte. Die Influenza tritt meist in den kalten Jahreszeiten auf, wobei vor allem ältere Menschen und Kinder, sowie Menschen mit einer Immunschwäche oder Vorerkrankungen von der Erkrankung gefährdet werden.

In den letzten Jahren kam es immer wieder zu einer Mutation der Viren, welche unter anderem als „Schweinegrippe“ oder „Vogelgrippe“ bekannt wurden. Gegen die meisten relevanten Typen der Influenza Viren existiert ein Impfstoff, der als einziger prophylaktischer Schutz vor der Erkrankung verfügbar ist und in der Regel von den gesetzlichen und privaten Krankenkassen bezahlt wird.

 

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Symptome

Eine Erkrankung mit Influenza Viren kann unterschiedlich schwere Symptome aufweisen. Dies hängt besonders davon ab, wie das Immunsystem der erkrankten Person mit dem Virus fertig wird. So sind besonders immunschwache Menschen wie Kinder, ältere Menschen und Menschen, die durch Medikamente oder einer Erkrankung ein schwaches Immunsystem aufweisen, von schweren Symptomen der Influenza betroffen. Jedoch auch Personen, welche vor der Erkrankung völlig gesund waren und ein gesundes Immunsystem aufweisen, können unter den Symptomen der Influenza sehr leiden. Insgesamt können somit schwache Verläufe der Erkrankung bis hin zu starken Beeinträchtigungen des Körpers auftreten.

Schwierig für die Diagnose der Erkrankung ist, dass die Symptome bei einer Erkrankung mit einem Influenza Virus sehr unspezifisch sind. Das bedeutet, dass eine Erkrankung mit einem solchen Virus nicht immer gleich als solche erkannt werden kann. Es exisitieren jedoch einige Warnzeichen, die bei korrekter Deutung einen Hinweis auf das Vorliegen einer echten Grippe geben. So ist ein akuter, plötzlicher Krankheitsbeginn typisch für eine Erkrankung mit dem Virus. Die Erkrankung und die Symptome, die mit dieser einhergehen, können innerhalb von einigen Stunden auftreten. Ein meist im Vergleich zu einer „normalen Erkältung“ längerer Verlauf und damit längerer Zeitraum, in dem die Symptome der Erkrankung spürbar sind, ist ein weiteres Indiz, dass es sich bei der Erkrankung um eine „echte Grippe“ handelt, welche von einem Influenza Virus ausgelöst wurde.

Die relativ unspezifischen Symptome, welche bei der Erkrankung meist verspürt werden, sind geprägt von hohem Fieber (bis zu 40°C), ein damit verbundener Schüttelfrost, Kopf- und Gliederschmerzen, Abgeschlagenheit, Müdigkeit sowie einem generellen Krankheitsgefühl. Die Symptome sind in der Regel so stark, dass ein normaler Tagesrhythmus durch sie unterbrochen werden muss und die meiste Zeit der Erkrankung geruht werden muss. Weitere typische Symptome, welche die Atemwege betreffen, sind eine Schwellung der Nasenschleimhäute und ein trockener Husten. Symptome des Magen-Darm Traktes beinhalten eine ausgeprägte Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, und das Auftreten von starken Durchfällen.

In den meisten Fällen bestehen die Symptome der Influenza 7-14 Tage bevor diese abklingen. Da alle der genannten Symptome auch bei einer normalen Erkältung auftreten können, wundert es nicht, dass diese oft als „grippaler Infekt“ bezeichnet werden. Durch die Durchführung einer Diagnostik vom behandelnden Arzt kann jedoch relativ zuverlässig eine „echte Grippe“ von einem „grippalen Infekt“, also einer Erkältung, unterschieden werden.


Diagnose

Im Vordergrund der Diagnose der Erkrankung mit dem Influenza Virus steht das Arzt-Patienten Gespräch im Rahmen der Anamnese der erkrankten Person. Wichtig ist hierbei vor allem die Erfragung des Immunstatus des Patienten, da hierbei das individuelle Risiko der Erkrankung von dem Arzt abgeschätzt werden kann. So haben Personen, welche ein geschwächtes Immunsystem aufweisen, ein stark erhöhtes Risiko für das Auftreten von Komplikationen während des Krankheitsverlaufs der Influenza. Auch die Symptome, mögliche Vorerkrankungen, Allergien, Medikamente, und die individuellen Lebensgewohnheiten werden in diesem Gespräch erfragt.

Ein weiterer wichtiger Schritt in der Diagnosefindung ist die körperliche Untersuchung. Speziell bei dem Verdacht auf eine Erkrankung mit einem Influenza Virus kommt vor allem die sogenannte Auskultation des Betroffenen zum Einsatz. Hierbei wird die Lunge von dem Arzt mittels eines Stethoskops abgehört. Bestimmte Geräusche, welche durch das Ein- beziehungsweise Ausatmen entstehen, können dem behandelnden Arzt ein Hinweis auf die Erkrankung mit einem Influenza Virus sein.

Auch die Palpation, also das Abtasten der Bauchorgane kann ein Hinweis auf die Situation des Erkrankten geben. So kann hierdurch besonders die Situation des Magen-Darm Trakts beurteilt werden.

Da diese Tests zwar den Verdacht einer Erkrankung mit dem Influenza Virus erhärten, jedoch nicht 100%-ig bestätigen können, kann ein Abstrich der Schleimhäute erfolgen, durch dessen das Vorliegen des Virus bestätigt werden kann. Hierbei wird ein Wattestäbchen an der Nasenschleimhaut oder der Mundschleimhaut abgestrichen, und das Material für die Diagnose in ein Labor geschickt. Sollte eine Erkrankung mit dem Influenza Virus vorliegen, wird die DNA des Virus in der Probe nachgewiesen und die Diagnose mit Sicherheit bestätigt werden.

Alternativ kann auch das Blut der betroffenen Person verwendet werden, um die Diagnose zu stellen. Vor allem nach 7 Tagen nach dem Ausbruch der Grippe können im Blut eine ausreichende Menge an Antikörpern nachgewiesen werden, die spezifisch für das Vorliegen der Erkrankung sind und der Nachweis dieser somit die Erkrankung bestätigt. Ein weiterer Parameter, welche den Verdacht auf das Vorliegen einer Erkrankung mit Influenza Viren erhärten kann stellt die sogenannte Blut-Senkungs-Geschwindigkeit (kurz: BSG oder BSR) dar. Dieser Wert gibt an, wie viel Zeit vergeht, bis die zellulären Bestandteile des Blutes sich zu einem Großteil von den nicht zellulären Bestandteilen des Blutes getrennt haben. Ein positiver Befund, also wenn diese Geschwindigkeit erhöht ist, kann jedoch auch für das Vorliegen anderer Erkrankungen sprechen, weshalb diese Methode nicht sehr selektiv für das Vorliegen einer Influenza Erkrankung beweist.

Deutlich besser und sensitiver sind eine Reihe von Schnelltests, welche bei positivem Befund mit großer Sicherheit das Influenzavirus nachweisen können. Vor allem dann, wenn die Diagnose mittels Laborbefund zu lange dauern würde für den Beginn einer Therapie, werden diese Schnelltests gerne angewandt. Das Prinzip dieser Tests beruht auf einer Antikörper-Antigen Reaktion. Wichtig ist hierbei zu erwähnen, dass die Durchführung dieser Tests derzeit nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen wird.

Therapie

Die Therapie der erkrankten Person erfolgt je nach Risikoprofil ganz individuell. Das bedeutet, dass einer immunschwachen Person eine andere Therapie empfohlen werden sollte, als einer Person, bei welcher das eigene Immunsystem vermutlich stark genug ist, die Erkrankung selbst in den Griff zu bekommen. Da im ungünstigsten Fall die Erkrankung bei immunschwachen Personen sogar bis zum Tod führen kann, steht der zeitige Beginn der Therapie der Erkrankung bei diesen Personen im Vordergrund. Bei Personen, welche in diese Gruppe fallen, wird eine antivirale Therapie durchgeführt, wohingegen bei Personen mit kompetenten Immunsystem eine sogenannte symptomatische Therapie im Vordergrund steht, welche zwar nicht die Ursache der Erkrankung, jedoch die unangenehmen Beschwerden welche mit dieser einhergehen, behandelt.

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Antivirale Therapie: Die antivirale Therapie bekämpft die für die Influenza verantwortlichen Viren direkt. Je nachdem, wann die Therapie mit diesen Medikamenten begonnen wird, kann die Dauer der Erkrankung durch den Einsatz dieser deutlich verkürzt werden. Wichtig ist diese Behandlung bei immungeschwächten Patienten, da sich nachweisen ließ, dass bei frühzeitigem Beginn einer antiviralen Therapie die Anzahl der gefährlichen Komplikationen bei Patienten mit Influenza Viren und geschwächtem Immunsystem deutlich zurückging. Es existieren zwei unterschiedliche Wirkstoffe, welche für eine antivirale Therapie bei Vorliegen einer Erkrankung mit Influenza Viren in Frage kommen. So sind zum einen Medikamente auf dem Markt, welche ein spezifisches Membranprotein hemmen, welches für das Überleben des Virus wichtig ist, sowie die häufiger verwendeten sogenannten Neuraminidase-Hemmer.

Die Neuraminidase-Hemmer hemmen, wie der Name vermuten lässt die sogenannte Neuraminidase. Durch die Hemmung dieses Enzyms, kann sich das Virus nicht mehr von der Wirtszelle lösen und die Verbreitung des Virus im Körper wird somit effektiv unterbunden.

Beide verfügbaren Medikamente verhindern die Ausbreitung und Vermehrung der Viren, weshalb sie auch Virostatika genannt werden. Das „abtöten“ der Viruszellen, welche sich schon im Körper befinden muss demnach das eigene Immunsystem leisten. Dennoch stellen diese Medikamente bei zeitigem Beginn der Therapie eine hilfreiche Unterstützung für das Immunsystem dar und können gefährliche Situationen für immunschwache Patienten verhindern. Ein Beginn der Therapie nach 48 Stunden nach dem Auftreten der ersten Symptome wird durch Experten jedoch als nicht sinnvoll erachtet, da nach dieser Zeit zu viele aktive Viren im Körper vorhanden sind, die durch die verfügbaren Medikamente nicht abgetötet werden können.

Symptomatische Therapie: Die symptomatische Therapie steht vor allem bei betroffenen Personen im Vordergrund, die von der Erkrankung zwar betroffen sind, jedoch ansonsten keine Schwächung des Immunsystems aufweisen. Die symptomatische Therapie soll die Beschwerden, welche die Erkrankung in der Regel begleiten, lindern. Die symptomatische Therapie beinhaltet im Gegensatz zu der antiviralen Therapie eine Reihe unterschiedlicher Medikamentenoptionen, welche, je nach Beschwerdebild, ein unterschiedliches Wirkungsprofil aufweisen. So kann gegen Kopf- und Gliederschmerzen Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Paracetamol gegeben werden, welche auch bei der Behandlung der Fieberschübe im Vordergrund stehen. Die Dosis der einzunehmenden Medikamente sollte jedoch immer mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden, damit eine Überdosierung verhindert werden kann. Wichtig ist es zu wissen, dass Medikamente, welche den Wirkstoff Acetylsalicylsäure enthalten, wie beispielsweise Aspirin, niemals an Kinder unter 12 Jahren gegeben werden sollte. Der Grund hierfür ist die Gefahr einer gefährlichen Komplikation, dem sogenannten Reye-Syndrom.

Für die Behandlung von Symptomen, welche den Magen-Darm Trakt betreffen, stehen eine Reihe von Medikamenten zur Verfügung, welche beispielsweise Übelkeit oder Durchfälle symptomatisch behandeln können.

Über einer medikamentösen Therapie hinaus ist es hilfreich, dem Körper ausreichend Flüssigkeit zuzuführen und ausreichend Ruhe für die Bekämpfung der Erkrankung zu geben.

Andere Therapiemöglichkeiten: Obwohl die Grippe Erkrankung auf Viren zurückzuführen ist, kann es in einigen Fällen durchaus sinnvoll sein, eine Behandlung mit einem Antibiotikum einzuleiten. Da das Immunsystem durch die Bekämpfung der Influenza etwas geschwächt ist, kommt es häufig zu sogenannten Superinfektionen mit Bakterien, welche die Symptomatik der Influenza Erkrankung noch verschlimmern können und das Krankheitsgefühl verschlechtern. So kommt es neben der regulären Symptomatik der Influenza häufig noch zu akuten Bronchitiden, bakteriellen Halsentzündungen, Lungenentzündungen oder sogar Hirnhautentzündungen. Bei der Behandlung dieser Infektionen kann ein Antibiotikum dem körpereigenen Immunsystem zu Hilfe kommen und das Abklingen der Erkrankung beschleunigen, sowie die Entstehung gefährlicher Komplikationen verhindern.

Prophylaxe

Da die Erkrankung mit Influenza Viren nicht nur unangenehm sondern sogar sehr gefährlich sein kann, ist es sinnvoll, den Ausbruch der Erkrankung selbst zu vermeiden. Die einzige wirklich effektive Methode eine Erkrankung mit Influenza Viren zu verhindern, ist die Impfung gegen dieselben. Da jedoch die bestimmten Gruppen der Influenza Viren eine hohe Mutationsrate aufweisen, muss in regelmäßigen Abständen ein neuer Impfstoff entwickelt werden, welcher gegen die meisten Influenza Viren wirken soll. Die Ständige Impfkommission (STIKO) hat für bestimmte Risikogruppen eine Empfehlung für die jährliche Auffrischung der Grippe-Impfung ausgesprochen. Zu diesen Risikogruppen gehören:

  • alle Personen ab 60 Jahren
  • alle Schwangeren, welche in der Influenza Saison schwanger sind
  • Personen, welche aufgrund bestimmter Vorerkrankungen durch eine Erkrankung mit Influenza Viren gefährdet wären
  • Bewohner von Alten- oder Pflegeheimen
  • Personen, welche einem größeren Risiko ausgesetzt sind zu erkranken (zum Beispiel medizinisches Personal) beziehungsweise ein erhöhtes Risiko aufweisen, andere Personen anzustecken (zum Beispiel Lehrer)
  • sowie Personen, welche in Kontakt mit Geflügel oder Wildvögeln stehen

Die Kosten für die Impfung werden in der Regel von den gesetzlichen oder privaten Versicherungen getragen. Die Durchführung einer Impfung muss jeder individuell für sich entscheiden. Personen, welche nicht zu diesen Risikogruppen gehören, wird von einer Impfung gegen Influenza Viren nicht abgeraten. Da jedoch das Immunsystem dieser Personengruppen in den meisten Fällen in der Lage ist, die Erkrankung selbständig abzuwehren, ist die Dringlichkeit der Impfung als niedriger einzustufen. Insgesamt geht aus den Daten des Robert-Koch Instituts hervor, dass sich in der Saison 2009/10 etwa 26,6% der erwachsenen Bevölkerung gegen das Influenza Virus hat impfen lassen. Die Zahlen in den einzelnen Risikogruppen liegen etwas höher, treffen jedoch nicht die Zielvorgaben der Europäischen Union, welche eine Impfquote bei beispielsweise älteren Personen über 60 von 75% anstreben.

Weitere Maßnahmen, welche einer Erkrankung mit Influenza Viren vorbeugen können beinhalten vor allem die eigene Körperhygiene. Vor allem das mehrmals tägliche, gründliche Waschen sowie das Desinfizieren der Hände kann eine Ansteckung mit den Viren effizient verhindern. Personen, welche ein erhöhtes Risikoprofil aufweisen, sollten bei Kontakt mit erkrankten Personen besonders aufpassen und Vorsichtsmaßnahmen ergreifen, die eine Ansteckung verhindern können. Hierzu gehört beispielsweise das Tragen von einem Mundschutz.

Personen, bei denen aus unterschiedlichen Gründen eine Impfung gegen das Virus nicht mehr möglich ist (beispielsweise durch ein stark geschwächtes Immunsystem), bietet sich eine Behandlung mit Neuraminidase-Hemmern als Prophylaxe an.

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 03.08.2018
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