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Diagnose einer Grippe

Synonyme

Influenza, echte Grippe, Virusgrippe

Diagnoseverfahren bei Grippe

Die Diagnose der Grippe ergibt sich aus der typischen Symptomatik, jedoch kann man das Virus auch direkt oder indirekt nachweisen. Dabei wird mittels eines Abstrichs aus Nase, Rachen oder den Augen Sekret gewonnen, in dem die Viren oder Antikörper gegen diese nachgewiesen werden können. Andere Möglichkeiten der Gewinnung von Material sind die Spülung von Nase und Rachen oder durch eine Bronchoskopie (Untersuchung der Lunge mit einer Fiberoptik) die Gewinnung von Trachealsekret oder Spülflüssigkeit (BAL = Bronchoalveoläre Lavage).

 

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Mit dem Influenzaschnelltest lässt sich innerhalb von 15 Minuten ein Ergebnis erzielen, hierbei werden durch auf einem Teststreifen angebrachte Antikörper gegen Influenzaviren diese nachgewiesen. Der Schnelltest ist allerdings nicht immer aussagekräftig, da er eine hohe Fehlerquote hat.

Ein eindeutiger Nachweis von Grippeviren gelingt mit der PCR (Polymerase Chain Reaction). Hiermit kann man direkt die Erbinformation der Viren nachweisen.

Im Blut lassen sich Antikörper gegen Influenzaviren nachweisen. Dieser Test ist allerdings nur im Nachhinein sinnvoll, da es mindestens eine Woche ab Erkrankungsbeginn dauert, bis der Körper genug Antikörper gebildet hat, um diese nachweisen zu können.

Zusammenfassung

Zusammenfassend kann man sagen, dass die eindeutige Diagnose der „echten Grippe“, da die Symptome, vor allem zu Beginn der Erkrankung, den Symptomen einer Erkältung ähneln, und eine Infektion mit dem Virus teilweise zu schweren Krankheitsverläufen führen kann, am besten von einem Arzt durchgeführt werden sollte. Neben einer ausführlichen Anamnese kann mithilfe eines Abstriches die sichere Diagnose der Erkrankung gestellt werden. Die Untersuchung der Probe kann entweder mittels eines Schnelltests oder in einem externen Labor durchgeführt werden. Die Diagnose durch die Untersuchung des Blutes des Patienten stellt zwar eine sehr sichere Nachweismethode des Virus dar, ist jedoch erst nach 7 Tagen nach Beginn der Erkrankung aussagekräftig.

Blut

Neben anderen Möglichkeiten der Diagnose der Erkrankung mit Influenzaviren kann auch das Blut der betroffenen Person als Material dienen um die Diagnose zu stellen. Hierbei können unterschiedliche Marker im Blut untersucht werden. Eine Methode untersucht die Anzahl sogenannter spezifischer Antikörper, welche sich aufgrund der Infektion mit dem Virus bilden. Je nachdem wie groß die Menge der Antikörper ist, kann eine Infektion mit dem Virus als sehr wahrscheinlich eingestuft werden. Da sich diese Antikörper jedoch erst nach 7 Tagen in ausreichenden Mengen im Blut befinden, ist dieser Test nicht geeignet, die Krankheit in einem frühen Stadium nachweisen zu können. Ein anderer Test, der als extrem sensitiv gilt, jedoch in der Durchführung relativ aufwendig ist, ist der Nachweis der DNA des Virus im Blut des Betroffenen.

ICD

ICD steht für „Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme“ (engl.: International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems). Es handelt sich hierbei um das am weitesten verbreitete und angewandte Diagnoseklassifikationssystem in der medizinischen Diagnostik.

Jeder Erkrankung wird eine sogenannte Notation zugeordnet, welche spezifisch für diese Art der Erkrankung ist. Die Notation bei vorliegen einer Infektion mit Influenzaviren ist J10 und fällt damit unter die Gruppe der Erkrankungen des Atmungssystems. Die korrekte Bezeichnung lautet dann: J10 – Grippe durch sonstige nachgewiesene Influenzaviren, und beschreibt somit eine „echte Grippe“. Es bestehen außerdem Untergruppen der Notation, die je nach Beschwerdebild vergeben werden:

So steht J10.0 für eine Grippe mit einer gleichzeitigen Pneumonie (Lungenentzündung) und dem Nachweis von Influenzaviren.

J10.1 für eine Manifestation der Erkrankung in den Atemwegen mit gleichzeitigem Nachweis von Influenzaviren. So würde beispielsweise eine nachgewiesene Infektion mit Influenzaviren mit einer bestehenden Rachenentzündung so klassifiziert werden.

J10.8 steht laut ICD Klassifikation für eine Infektion mit Influenzaviren, welche nachgewiesen wurde und sich in Organen außerhalb der Atemwege manifestiert hat. Eine Grippe mit vorliegender, darauf zurückzuführender, akuter Herzmuskelentzündung würde demnach als J10.8 klassifiziert werden.

Diagnose Vogelgrippe

Bei der Vogelgrippe, auch aviäre Influenza genannt, handelt es sich um Mutationen des Influenza-A Virus. Sie unterscheidet sich gegenüber der Infektion mit anderen Influenzaviren kaum.

Die Symptome sind, wie bei anderen Typen des Influenza Virus grippeähnlich, weshalb die Unterscheidung zwischen einer Vogelgrippe und anderen Subtypen auf andere Weise als der Betrachtung der Symptomatik geschehen muss. Wichtig für die Diagnosestellung des Vorliegens einer Vogelgrippe ist zunächst einmal die Anamnese durch den behandelnden Arzt. Da die Influenzaviren des Vogelgrippe-Subtyps für den Menschen schwächer ansteckend sind, als die „normale“ Grippe, muss typischerweise ein intensiver Kontakt zwischen infiziertem Geflügel und Betroffenem geherrscht haben. Ob dies der Fall war, ist bei Verdacht auf Vorliegen einer Infektion mit dem Virus einer der zentralen Punkte der Anamnese.

Falls sich der Verdacht der Diagnose „Infektion mit Vogelgrippe-Virus“ erhärtet, sollte ein Abstrich der Rachenwand oder der Nasenschleimhaut erfolgen, damit die DNA des Virus für die sichere Stellung der Diagnose nachgewiesen werden kann. Da sich die Erbinformation des Vogelgrippe Virus von der DNA der anderen üblichen Influenza Viren unterscheidet, kann dieser Test Sicherheit über das Vorliegen einer Infektion mit diesem Virus schaffen.

Diagnose Schweinegrippe

Bei der Schweinegrippe (auch: „Neue Grippe“) handelt es sich um eine Mutation des Influenza-A Virus, welcher neben dem Schwein auch den Menschen befallen kann. Da die Symptome den üblichen Beschwerden einer Infektion mit dem Influenzavirus gleichen, kann eine eindeutige Diagnosestellung nicht allein anhand der Symptome erfolgen. Eine eindeutige Diagnose kann dann gestellt werden, wenn sich das Erbgut des Virus in einem Abstrich des Rachens oder der Nasenschleimhaut des Betroffenen finden lässt. Das Material wird mittels eines Wattestäbchens entnommen und die enthaltene DNA vervielfältigt und untersucht. Sollte sich neben der DNA des Betroffenen auch das Erbgut des Schweinegrippe Virus nachweisen lassen, handelt es sich bei der Infektion mit großer Sicherheit um eine Infektion mit dem mutierten Influenza-A Virus.

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 17.12.2018
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