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Hausmittel bei Ohrenschmerzen

Übersicht - Welche Hausmittel gibt es?

Zur selbstständigen Behandlung von Ohrenschmerzen eignen sich pflanzliche Mittel nur bedingt. Zudem ist immer im Einzelfall abzuwägen, welches Hausmittel sinnvollerweise angewendet werden kann. Auf jeden Fall darf aber die eigenmächtige Behandlung mit pflanzlichen Mitteln eine ärztliche Untersuchung nicht ersetzen. Das Symptom „Ohrenschmerzen“ kann nämlich bei einer großen Bandbreite von Erkrankungen vorliegen. Durch einen Arzt sollte immer beurteilt werden, welche Ursache den Schmerzen zugrunde liegt und ob alle Strukturen im Ohr noch intakt sind. Als Grundsatz gilt, dass keine Flüssigkeit in das Ohr eingeführt werden sollte. Die Gefahr ist einfach zu groß, dass Flüssigkeit durch ein geschädigtes Trommelfell in das Mittelohr gelangt. Der Effekt kann von einer Entzündung bis zu einer Schädigung der Gehörknöchelchen reichen.

Lediglich Auflagen in Form von Zwiebel- oder Kartoffelsäckchen können auf das äußere Ohr gelegt werden. Es sollte nur Watte direkt in den äußeren Gehörgang eingebracht werden. Auf einen optimalen Sitz und eine lockere Abdichtung des Gehörganges sollte in diesem Rahmen immer penibel geachtet werden. Entzündungshemmende und abschwellende Hausmittel sollten des Weiteren bevorzugt bei Ohrenschmerzen eingesetzt werden. Somit sind Knoblauch und Zwiebeln mit ihrer antibakteriellen Wirkung und Kochsalzlösung mit seiner abschwellenden Wirkung unterstützend zur Heilung gut einzusetzen. Eine optimale Beseitigung der Ursache bieten sie allerdings nicht und schützen auch nicht vor dem erneuten Auftreten von Ohrenschmerzen. Altberüchtigte Hausmittel wie Oliven- oder Teebaumöl sollten sogar aufgrund ihres allergenen Potenzials und ihrer öligen Konsistenz vermieden werden.

Lesen Sie mehr zum Thema: Hausmittel bei Mittelohrentzündung

Olivenöl

Aus medizinischer Sicht ist die Anwendung von Olivenöl im Ohr nicht zu empfehlen. Jedes pflanzliche Öl enthält nämlich Inhaltsstoffe, die zu einer allergischen Reaktion führen können. Der Effekt wäre eine Symptomverschlimmerung mit zunehmenden Ohrenschmerzen. Im Gegensatz zu anderen pflanzlichen Hausmitteln wie Zwiebeln oder Knoblauch hat Olivenöl auch nahezu keine desinfizierende Wirkung. Die Anwendung verspricht also keine entzündungshemmende Wirkung. Die einzige Möglichkeit Olivenöl zur Therapie von Ohrenschmerzen einzusetzen ist eine trockene Haut hinter dem Ohr. Eine ausgetrocknete, schuppige Haut kann nämlich mithilfe von Öl wieder an Elastizität und Geschmeidigkeit gewinnen. Die Fettpartikel schützen nämlich vor einer weiteren Austrocknung der Haut, da sie die oberste Hautschicht leicht abdichten können. Erregern wird dadurch das Eindringen in eine geschädigte Hautbarriere erschwert. Alle anderen Ursachen für Ohrenschmerzen sollten aber durch Medikamente oder unterstützend mit pflanzlichen Mitteln behandelt werden.

Zwiebel, Zwiebelsaft und Zwiebelsäckchen

Zwiebeln sind schon lange als Hausmittel gegen Ohrenschmerzen bekannt. Es sind dabei die ätherischen Öle der Zwiebel, die eine antibakterielle Wirkung haben und zu einer Schmerzlinderung bei einer erregerbedingten Mittelohrentzündung führen können. Gerade der Saft einer Zwiebel enthält als Inhaltsstoff viele Alliine, denen die Wirkung eines natürlichen Antibiotikums zugeschrieben wird. Um eine optimale Wirkung der Zwiebel am Ohr zu haben, empfiehlt es sich ein Zwiebelsäckchen anzufertigen. Lose kleine Stücke drohen damit nicht das Trommelfell direkt zu reizen oder sogar ins Mittelohr durch ein gerissenes Trommelfell zu gelangen. Schneidet man eine rohe Zwiebel in kleine Stücke und schlägt sie in ein dünnes Tuch ein, müssen die Zwiebeln nur noch etwas mit den Händen gepresst werden. Hat sich das Tuch infolgedessen leicht mit Zwiebelsaft getränkt, kann das mit Zwiebelstücken gefüllte Säckchen auf das äußere Ohr aufgelegt werden. Eine Erfolgsgarantie gibt es aber nicht für die Anwendung mit Zwiebelsäckchen. Im Einzelfall kann es sogar sein, dass die Zwiebel zu einem unangenehmen Juckreiz im Gehörgang führt, da ihre ätherischen Öle die Haut auch reizen können. Bei jedem unangenehmen Gefühl sollte daher die Behandlung abgebrochen werden und besser durch eine innere Anwendung ersetzt werden.


Eine innere Anwendung bedeutet am Beispiel der Zwiebel das Trinken von einem selbstgemachten Zwiebelsirup. Gehackte Zwiebeln werden zur Herstellung leicht erwärmt und anschließend mit etwas Zucker vermischt. Der nach einem Tag entstandene bräunliche Sirup kann dann mit etwas Wasser vermischt getrunken werden. Unangenehme Nebenwirkungen auf der Haut oder ein brennendes Tränen der Augen werden so vermieden. Die für die Abheilung wertvollen Inhaltsstoffe der Zwiebel werden zudem auch über die Schleimhaut des Magen-Darm-Traktes aufgenommen. Ungewünschte Nebenwirkungen bei dieser Methode sind allerdings der eigenwillige Geschmack des Sirups und eventuell sich entwickelnde Blähungen.

Watte

Watte ist sehr gut zur Linderung von Ohrenschmerzen, wenn als Ursache das Trommelfell stark entzündet oder gerissen ist. Die Watte dichtet den Gehörgang ab und schützt somit das Ohr vor dem Eindringen von Fremdkörpern wie Staub. Staubpartikel würden einen zusätzlichen Entzündungsreiz verursachen, der die Wundheilung verzögern könnte. Zusätzlich schützt die Watte aber auch vor lauten Geräuschen, die das Trommelfell im Rahmen des Hörprozesses stark beanspruchen würden. Bei einem entzündeten oder verletzten Trommelfell würde dies zu Schmerzen führen, da die Spannung des Trommelfells noch weitere Nerven reizen oder sogar vielleicht an bestehenden Wundrändern ziehen würde. Die Watte ist also ein einfaches Mittel, dass das Ohr auch ohne Medikamentenzusatz bei der Wundheilung unterstützen kann.

Therapiert man ergänzend mit Ohrentropfen oder Salben auf Rezept eines Arztes, kann die Watte zwei zusätzliche Funktionen übernehmen. Zum einen kann sie das Herauslaufen der Ohrentropfen vermeiden. Zum anderen sorgt sie dafür, dass die Wirkstoffe auch an ihren Wirkort gelangen und schrittweise an die auskleidende Haut der Ohrhöhle abgegeben werden können. Optimal funktioniert dies aber nur, wenn die Watte nicht auf die umgebenden Strukturen drückt, sondern nur locker aufliegt.  Eine ausreichende Durchblutung kann nur so gewährleistet werden. Zudem sollte darauf geachtet werden, dass die Watte auch nur soweit vorgeschoben wird, wie sie sicher wieder hinausgenommen werden kann. Kann der Betroffene mit den bloßen Fingern die Watte entfernen, ist dies ein guter Hinweis für die richtige Lage der Watte. Sie liegt damit im äußeren Gehörgang und droht nicht die Gehörknöchelchen oder Nerven tief im Mittelohr zu irritieren.

Kartoffel

Kartoffeln wirken vor allem über eine angenehme Wärmeabgabe lindernd auf Ohrenschmerzen. Um das Ohr jedoch nicht durch gekochte Kartoffeln zu verbrennen, empfiehlt es sich Kartoffelsäckchen auf das Ohr aufzulegen. Eine gekochte Kartoffel wird dafür mit der Gabel zerstampft und in ein dünnes Tuch eingeschlagen. Ist eine angenehme Temperatur durch das Tuch zu fühlen, kann das Kartoffelsäckchen auf das äußere Ohr aufgelegt werden. Die Schmerzlinderung bringt sowohl die Wärme selbst als auch das ruhige Liegen auf der Seite für das Auflegen. Der heilende Effekt begründet sich aber durch die verbesserte Durchblutung aufgrund der Wärme. Steigt die Temperatur im Gehörgang, weiten sich nämlich reflektorisch Blutgefäße und es fließt mehr Blut durch die Strukturen im Ohr. Mit dem Blut gelangen dringend benötigte Abwehrzellen zu entzündeten Strukturen wie zum Beispiel dem Trommelfell. Die Infektion kann dadurch besser vom Körper in den Griff bekommen werden. Auch die sich anschließende Wundheilung erfolgt schneller, da benötigte Stoffe schneller an ihren Zielort transportiert werden können. Die Kartoffel wirkt also selbst nicht antibakteriell oder desinfizierend, sondern erreicht über ihre Wärmeabgabe eine Symptomlinderung. Zusätzlich unterstützt sie die körpereigene Wundheilung, ohne die Ursache des Krankheitsgeschehens direkt zu beeinflussen. Liegt eine bakterielle Infektion des Ohres vor, sollte eine Wärmeanwendung am Ohr kritisch gesehen werden. Die erhöhte Temperatur im Ohr bietet nämlich optimale Wachstumsbedingungen für Bakterien. Eine bakteriell bedingte Mittelohrentzündung eignet sich deswegen nicht für die Anwendung von Kartoffelsäckchen.

Salz

Salz wird häufig in Form von Kochsalzlösung zur Behandlung von Erkältungskrankheiten eingesetzt. Vor allem Nasenspülungen führen zu einer verbesserten Nasenatmung bei einem Schnupfen, da es zum Abschwellen der Schleimhäute führt. Angeschwollene Schleimhäute enthalten nämlich viel Flüssigkeit, die durch das Salz entzogen werden kann. Wird eine Lösung mit Kochsalz gegurgelt, kann sie auch zur Linderung von Ohrenschmerzen eingesetzt werden. Mit dem Gurgeln wird nämlich auch die Schleimhaut des Rachens mit Salzwasser benetzt. Das Abschwellen der Rachenschleimhaut ermöglicht dann eine bessere Belüftung des Mittelohres, da beide Strukturen in Form der Eustachischen Röhre miteinander verbunden sind. Bei einer Erkältung ist die Eustachische Röhre im Rahmen des Entzündungsprozesses oft zugeschwollen. Klingt die Entzündung ab, wird die Verbindungsstruktur wiedereröffnet und der Druck im Mittelohr lässt nach. Das Trommelfell entspannt sich und die Ohrenschmerzen lassen infolge dessen nach. Die direkte Anwendung von Salz im Ohr sollte aber unterlassen werden. Ist das Trommelfell nämlich zum Beispiel im Rahmen einer Mittelohrentzündung gerissen, würde die Flüssigkeit ungeschützt in das Ohr hineinfließen. Die Folge wäre eine Flüssigkeitsansammlung im Mittelohr, die wegen der zugeschwollenen Eustachischen Röhre nicht in den Rachen abfließen kann. Es bildet sich also eine feuchte Kammer, die einen optimalen Nährboden für Bakterien darstellt. Die Ohrenschmerzen würden daher nur noch verschlimmert. Deswegen sollte Salzwasser nur in Form von Nasenduschen oder Gurgeln zur unterstützenden Behandlung von Ohrenschmerzen eingesetzt werden. Bei diesen Anwendungen ist der Abfluss der Flüssigkeit nämlich gewährleistet und führt nachgewiesen zu einem Abschwellen der entzündeten Schleimhäute.

Teebaumöl

Früher wurde Teebaumöl oft zur Therapie von Ohrenschmerzen eingesetzt. Heutzutage gibt es allerdings zahlreiche Alternativen, die eine bessere Option darstellen. Die Gefahr bei der Anwendung von Teebaumöl ist nämlich eine starke Reizung des äußeren Gehörganges aufgrund der verschiedenen ätherischen Öle. Gerade empfindliche Haut reagiert sehr stark im Bereich des Ohres auf die pflanzlichen Inhaltsstoffe mit Brennen und Juckreiz. Zusätzlich besteht die Gefahr, dass bei einem gerissenen Trommelfell das Teebaumöl in das Mittelohr gelangt. Eine allergische Reaktion kann hier zu einer Beeinträchtigung der Gehörknöchelchen führen. Mildere pflanzlichere Varianten wie Knoblauch oder Kartoffeln sollten aufgrund ihres niedrigeren Nebenwirkungsprofils bevorzugt werden.

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Knoblauch

Knoblauch ist ein Zwiebelgewächs und kann über seine desinfizierende Wirkung Ohrenschmerzen in ihrer Intensität reduzieren. Für die praktische Anwendung bedeutet dies ein Stück Knoblauch im äußeren Gehörgang zu positionieren, damit die ätherischen Öle an ihren Wirkort gelangen können. Medizinisch gesehen ist es zu empfehlen Knoblauchsaft auf ein Stück Watte auszupressen und dieses in den Gehörgang einzulegen. Die Gefahr, dass das Stück Knoblauch zu tief ins Ohr hineinrutscht, ist dadurch beseitigt. Vorteilhaft ist bei der Verwendung von Knoblauch, dass es praktisch keine Nebenwirkungen bei richtiger Anwendung hat. Lediglich der Geruch kann als belästigend empfunden werden.

Kamillentee

Kamillen-Tee kann unterstützend zur Linderung von Ohrenschmerzen eingesetzt werden. Er sollte jedoch nur getrunken und nicht lokal am Ohr angewendet werden. Jede Flüssigkeit, die ins Ohr gelangt, kann nämlich eine allergische Reaktion auslösen. Beim Kamillentee sind es vor allem Blütenbestandteile, die zu einer Reizung führen können. Der Effekt wäre eine Verschlimmerung der Ohrenschmerzen. Wird der Kamillentee jedoch getrunken, nimmt der Körper über den Magen-Darm-Trakt nur die Inhaltsstoffe auf, die er zur Unterstützung der Heilung gebrauchen kann.

Rotlicht

Rotlicht wird mitunter gerne zur Behandlung von Ohrenschmerzen bei Kindern eingesetzt. Die Wirkung der Rotlichtlampe ist dabei die Erzeugung einer angenehmen Wärme, die zu einer besseren Durchblutung des Ohres führt. Die im Blut transportierten Abwehrzellen erreichen somit schneller ihren Zielort. Es ist wichtig, die Behandlung mit Rotlicht nur dosiert einzusetzen. Andernfalls kann sie zur Verschlimmerung der Symptomatik führen. Bei zu starker Wärme können nämlich die zur Wundheilung benötigten Enzyme ihre Wirkung nicht entfalten. Ist die Wärmeanwendung übermäßig stark, drohen sogar Verbrennungen. Eine zehnminütige Behandlung mit fünfzig Zentimeter Abstand ist daher optimal um die Durchblutung etwas anzuregen und die Enzyme nicht in ihrer Funktion zu stören.

Weitere Informationen zum Thema Hausmittel bei Ohrenschmerzen:

Eine Übersicht weiterer Themen der Hals-Nasen-Ohrenheilkunde finden Sie unter: HNO A-Z

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 15.11.2018
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