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Stirnhöhlenentzündung

Einleitung

Bei einer Stirnhöhlenentzündung (Sinusitis frontalis) handelt es sich um eine schmerzhafte Erkrankung, welche sich vor allem durch enorme und länger anhaltende Kopfschmerzen (Cephalgien) äußert. Die Stirnhöhlenentzündung wird zu den Nasennebenhöhlenentzündungen dazu gezählt und tritt vor allem bei erwachsenen Patienten auf da bei Kindern die Stirnhöhlen erst noch vollständig ausgebildet werden müssen.

Ist eine Nasennebenhöhlenentzündung ansteckend? Informieren Sie sich unter Wie ansteckend ist eine Nasennebenhöhlenentzündung

Ursachen

Eine Stirnhöhlenentzündung kann mehrere Ursachen haben. Eine akut auftretende Stirnhöhlenentzündung kann sich aufgrund einer Erkältung entwickeln. Bei einer Erkältung kommt es dazu, dass die Schleimhäute in der Nase gereizt werden und anschwellen. Dies führt zum einen zu einem lästigen Schnupfen, zum anderen kommt es zu einem Sekretstau. Das bedeutet, dass die Flüssigkeit, welche normalerweise aus der Nase kommt am Austritt behindert wird, gleichzeitig kommt kaum noch Luft in die Stirnhöhle um diese zu belüften und zu reinigen.
Behandelt ein Patient seine Erkältung mit dem einhergehenden Schnupfen nicht ausreichend oder auch überhaupt nicht, kann es dazu kommen, dass das Sekret der Nase die enthaltenen Schadstoffe, Viren oder Bakterien nicht mit nach außen befördern kann. Stattdessen lagert das Sekret sich in die Stirnhöhlen ein und ist für Bakterien der ideale Ort um sich zu vermehren und ihr Schadstoffe frei zu setzten. Somit kann es durch den Schnupfen indirekt zu einer Stirnhöhlenentzündung kommen.
Dennoch führt nicht jeder Schnupfen zwangläufig zu einer Stirnhöhlenentzündung. Vor allem anatomische Begebenheiten begünstigen den Vorgang. So gibt es Patienten, die sehr enge Nasennebenhöhlen haben, wodurch das Sekret sich viel leichter stauen kann als bei Patienten mit weit ausgeprägten Stirn-und Nasennebenhöhlen. Auch eine Verkrümmung der Nasenscheidewand, beispielsweise nach einem Nasenbruch oder aufgrund von angeborenen Begebenheiten, engt den Sekretabfluss ein und begünstigt somit eine Stirnhöhlenentzündung.
Viele Patienten die unter chronischen Schnupfen leiden, aufgrund einer Allergie, kennen das Problem der Stirnhöhlenentzündung. Durch die dauerhafte Reizung der Nasenschleimhaut bleibt viel „altes“ Sekret in der Nase zurück und kann sich dadurch in der Stirnhöhle ansammeln. Dies führt bei Allergikern sehr häufig zu Stirnhöhlenentzündungen. Besonders häufig betroffen sind Patienten mit einer Allergie gegen Gräser und/oder Pollen.
Auch Nasenpolypen (Polyposis nasi) können zu einer Stirnhöhlenentzündung führen. Bei Nasenpolypen handelt es sich um Schleimhautwucherungen die entweder in der Nase entstehen und dann den Sekretabfluss behindern oder direkt in der Stirn- oder Nasenneben-höhle.
In seltenen Fällen führt auch eine Zahnwurzelentzündung zu einer Stirnhöhlenentzündung. Ursächlich hierfür ist eine direkte Verbindung zwischen dem Mundbereich und den Nasennebenhöhlen und somit auch der Stirnhöhle. Durch eine schnelle Behandlung leitet sich eine Zahnwurzelentzündung allerdings nur selten bis in die Stirnhöhle weiter.

Häufigkeitsverteilung

Eine Stirnhöhlenentzündung tritt vor allem bei Patienten mit besonders engen Nasennebenhöhlen oder Nasescheidewanddefekten auf.
Bei kleinen Kindern oder Säuglingen ist sie nur sehr selten zu finden da diese ihre Stirnhöhle erst noch komplett ausbilden müssen und sich vorher nur sehr wenig Sekret dort ablagern kann. Dennoch kann es besonders nach Mittelohrentzündungen auch bei kleinen Kindern zu Stirnhöhlenentzündungen kommen.

Diagnose

Um die Diagnose einer Stirnhöhlenentzündung zu stellen bedarf es zunächst eines ausgiebigen Arzt-Patienten-Gespräches, also einer Anamnese. Zusätzlich kann der Arzt Blut abnehmen um festzustellen ob eine akute bakterielle oder virale Entzündung vorliegt.
Zusätzlich kann die Nase von innen untersucht werden, man bezeichnet diesen Vorgang als Rhinoskopie. Der Arzt verwendet hierzu ein dünnes Röhrchen, welches in die Nase eingeführt wird. Über eine Kamera kann dann an einem Monitor die Nase genau betrachtet werden und somit die richtige Diagnose gestellt werden.
Statt der Blutentnahme kann auch ein Nasenabstrich gemacht werden um festzustellen, welche Erreger den Schnupfen und damit meist auch die Stirnhöhlenentzündung verursachen. In seltenen Fällen, besonders bei chronischer Stirnhöhlenentzündung, kann auch eine Röntgenaufnahme oder eine Computertomographie (CT)-Aufnahme gemacht werden um mittels der Bilder zu erkennen, ob sich noch Sekret in der Stirnhöhle befindet und somit für die Entzündung verantwortlich ist.

Symptome

Die Symptome einer Stirnhöhlenentzündung treten bei jedem Patient in unterschiedlicher Intensität auf. Dennoch gibt es viele Übereinstimmungen. Zum einen ist es typisch, dass eine Stirnhöhlenentzündung nach einer Erkältung oder infolge der Allergie auftritt. Der Patient hat also meist schon länger anhaltenden Schnupfen und zusätzlich ständig das Gefühl, dass die Nase verstopft ist und es keine Möglichkeit der kompletten Befreiung gibt. Häufig ist die Nase komplett zu und dem Patienten fällt es schwer durch die Nase zu atmen, was dann nachts zu Schnarchen führt. Zusätzlich kann es zu eitrigem, in seltenen Fällen auch leicht blutigem Ausfluss aus der Nase kommen.
Der Eiter entsteht durch die Bakterien, Blutungen können entstehen, wenn durch das ständige Naseschnäuzen kleine Äderchen in der Nase einreißen. Typisch ist außerdem ein stärker werdender Kopfschmerz (Cephalgie) vor allem im Bereich der Stirn. Der Schmerz kann sich jedoch auch auf den Bereich hinter den Augen ausbreiten. Neben den Schmerzen kommt es zusätzlich zu einem starken Druckgefühl. Druckgefühl und Schmerz können bei einer Verlagerung des Gewichtes nach vorne, beispielsweise wenn man vorne über gebeugt sitzt, zunehmen. Lässt man eine Stirnhöhlenentzündung lange unbehandelt so kann sich die Entzündung verschlimmern und es kann zusätzlich zu Fieber, Schwellungen und Sehstörungen kommen. Spätestens bei diesen Symptomen ist dringend ein Arzt aufzusuchen.

Therapie

Eine adäquate Therapie bei einer Stirnhöhlenentzündung ist dringen zu empfehlen und sollte mit dem Hausarzt oder dem Hals-Nasen-Ohren-Arzt (kurz HNO) abgesprochen werden.
Bei einer leichten Stirnhöhlenentzündung reichen häufig Nasensprays aus, diese sollten jedoch nicht länger als 7 oder 8 Tage verwendet werden da sonst Suchtpotenzial besteht.
In Drogeriemärkten findet man hingegen häufig Nasensprays, welche Kochsalzlösungen enthalten. Diese sind unbedenklich, entfalten aber nur im Anfangsstadium einer Stirnhöhlenentzündung eine ausreichende Wirkung.
Besser sind daher Inhalationen. Vor allem Salzwasserlösungen, die über mehrere Minuten inhaliert werden können dem Patienten helfen da so die Nasenschleimhaut abschwillt und das Sekret abfließen kann.

Hier gibt es zusätzlich einige Hausmittel welche man verwenden kann. Eines der besten Hausmittel ist das Einatmen und Inhalieren von Bädern, welche beispielsweise ätherische Öle enthalten. Kamillenbäder oder Bäder mit Thymian helfen bei Stirnhöhlenentzündungen. Auch ätherische Öle die Myrte enthalten sind besonders heilsam, man kann sie jedoch auch in Kapsel-Form zu sich nehmen da sie auch auf diese Weise entzündungshemmend wirken.
Ein weiteres Hausmittel, das gegen eine Stirnhöhlenentzündung hilft ist die Primewurzel. Diese kann man in der Apotheke erwerben und dann zerkleinert in den Tee geben. Die Primewurzel verflüssigt das Sekret in der Nase und kann somit die Ursache der Stirnhöhlenentzündung direkt bekämpfen.

Neben den Hausmitteln gibt es auch synthetische, schleimlösende Medikamente, welche eingesetzt werden können, vor allem wenn sie neben der Sekret-verflüssigenden Wirkung zusätzlich abschwellend wirken.
Ist die Stirnhöhlenentzündung bakteriell bedingt und weit fortgeschritten sollte jedoch über eine Therapie mit Antibiotika nachgedacht werden. Nach einiger Zeit kann es nämlich sein, dass sich viele Bakterien in der Stirnhöhle angesammelt haben, welche durch Inhalationen oder Nasensprays nicht zu bekämpfen sind. Dann ist es ratsam, zu Antibiotika zu greifen.
Vor allem wenn der Ausfluss aus der Nase eitrig wird, deutet dies darauf hin, dass eine Infektion mit den Bakterien der Klasse Staphylokokken oder Streptokokken vorliegt. Nach einem Abstrich der Nase weiß der Arzt genau, welches Bakterium die Stirnhöhlenentzündung verursacht und gegen welches Antibiotikum dieses Bakterium resistent ist. In diesem Fall kann eine adäquate Therapie mit Antibiotika begonnen werden, zusätzlich kann der Patient weiterhin Bäder inhalieren oder Nasensprays benutzen.

Prophylaxe

Eine Stirnhöhlenentzündung ist häufig nur schwer zu vermeiden, vor allem dann, wenn der Patient unter besonders engen Nasennebenhöhlen oder einem Nasenscheidewanddefekt leidet.
Vor allem bei diesen Patienten ist es deshalb wichtig, jede Erkältung und jeden Schnupfen ausreichend auszukurieren. Inhalationen können helfen und wirken schleimhautabschwellend. Zusätzlich sollte der Patient viel trinken um die Durchblutung zu fördern. Wichtig ist es vor allem in dieser Zeit keinen Sport zu treiben da sich die Entzündung sonst mithilfe der Blutwege Richtung Herz ausbreiten kann.

Prognose und Sporttreiben

Eine Stirnhöhlenentzündung hat eine sehr gute Prognose solange der Patient sich an die Therapie des Arztes hält.
Außerdem ist es wichtig, dass während der Stirnhöhlenentzündung aber auch während der Erkältung kein Sport betrieben wird! Viele Patienten unterschätzen das Risiko dabei. Eine Stirnhöhlenentzündung, die bakteriell oder viral bedingt ist muss immer einhergehen mit absolutem Sport-Verbot da sich die Keime über die Blutwege Richtung Herz ausbreiten können und ihr im schlimmsten Fall auch nach Jahren zu einer Entzündung des Herzens führen können (Endokarditis), welche dann mit einer sehr hohen Komplikationsrate und nicht selten mit dem Tod einhergeht. Deshalb sollte der Patient während der Behandlungsdauer nach Rücksprache mit dem Arzt möglichst keinen Sport betreiben, es sein denn der Arzt hält dies für problemlos. Sobald die Stirnhöhlenentzündung wieder eingedämmt ist, ist es auch kein Problem mit dem Sport zu beginnen.

Weitere Informationen

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Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 17.12.2018
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