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Ansteckungsgefahr einer Nasennebenhöhlenentzündung

Einleitung

Eine Nasennebenhöhlenentzündung wird in der Fachsprache auch als „Sinusitis“ bezeichnet. Betroffen sind dabei die Schleimhäute der Kieferhöhle, Stirnhöhle oder Siebbeinzellen (siehe auch: Entzündung der Siebbeinzellen), seltener auch anderer Nebenhöhlen. Eine Nebenhöhlenentzündung geht meist mit einem Schnupfen einher und kann verschiedene Ursachen haben. Die Entzündung kann dabei, wie in den meisten Fällen, akut verlaufen oder chronisch über Monate hinweg, abhängig von dem Ausmaß der Entzündung und der Therapie.

Eine Ansteckung ist über kleine Tröpfchen möglich, die beim Husten oder Niesen ausgeschieden werden. Wichtig für das Ansteckungsrisiko ist wie lange die Krankheit schon vorherrscht; ist der Erkrankte erst kürzlich selbst angesteckt worden, ist die Wahrscheinlichkeit viel höher, dass er die Krankheit weitergibt. Es gilt also je länger es her ist, dass die Krankheit ausgebrochen ist, desto unwahrscheinlicher ist es andere Person anzustecken.

Dauer der Ansteckungsgefahr

Eine Ansteckungsgefahr besteht, wenn die Virenlast, also die Anzahl der Erreger, besonders hoch ist. Noch bevor die ersten Symptome erscheinen ist man für etwa 1-2 Tage ansteckend.
Mit dem Eintritt der Symptome reagiert das Immunsystem merklich auf den Erreger und versucht diesen auszuscheiden und zu beseitigen.
In den ersten 2-3 Tagen der Symptome ist die Ansteckungsgefahr am größten, da zusätzlich über Niesen und Husten die Viren über Tröpfchen verteilt werden. Nach etwa 3 Tagen ist der Großteil der Viruslast ausgeschieden, eine Ansteckung über Tröpfchen ist dann eher unwahrscheinlich für ein gesundes Immunsystem.

Dauer einer Nasennebenhöhlenentzündung

Die Dauer der Nasennebenhöhlenentzündung kann in manchen Fällen von wenigen Tagen bis zu mehreren Monaten variieren.
Ein typischer viraler Infekt, der aus einem Schnupfen hervorgeht kann von selbst oder mit Behandlung in unter einer Woche kuriert werden.
Bei bakteriellen Erregern kann sich die Heilung um eine weitere Woche verzogen.
Nur bei sehr hartnäckigen Erregern und schweren Abflussstörungen in der Nase kann die Nasennebenhöhlenentzündung auch chronisch werden. Hier müssen eventuelle lange Antibiotikagaben oder sogar operative Maßnahmen erfolgen.

Dauer der Krankschreibung

Die Dauer der Krankschreibung richtet sich nach der Arbeit, dem Wunsch und dem Krankheitsbild des Patienten. Die häufigste Form der Nebenhöhlenentzündung, durch virale Erreger verursacht, klingt innerhalb von etwa 4-5 Tagen von selbst ab. Da die Ansteckung anderer Menschen und die meisten Symptome nach etwa 3 Tagen weitestgehend überwunden sind, schreibt der Arzt in der Regel für 2-3 Tage krank. Bei physisch anspruchsvollen Berufen oder im Gesundheitsdienst kann eine Krankschreibung auch über etwa eine Woche erfolgen.

Dauer der Antibiotikatherapie

Besteht der Verdacht auf eine bakteriell ausgelöste Nasennebenhöhlenentzündung kann eine Antibiotikagabe erfolgen. Typischerweise wird dabei ein Mittel wie „Amoxiciliinfür etwa 5-7 Tage eingenommen. Auch wenn die Beschwerden deutlich besser werden, darf das Antibiotikum nicht vorzeitig eigenständig abgesetzt werden. Nicht eliminierte Bakterien können sich schnell ausbreiten und eine erneute Entzündung verursachen. Bei chronischen Entzündungen können auch Antibiotikagaben gemeinsam mit weiteren Therapieverfahren über mehrere Wochen erfolgen.

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Dauer einer Nasennebenhöhlenentzündung ohne Antibiotikagabe

Der Großteil aller Nasennebenhöhlenentzündungen wird nicht bakteriell ausgelöst. Somit beschleunigt eine Antibiotikagabe nur in wenigen Fällen die Heilung.
Bei bakteriellen Entzündungen, die nicht mit Antibiotika therapiert werden, besteht die Gefahr, dass die Entzündung nicht von selbst ausheilt.
Wird die Sinusitis über Wochen ignoriert trotz Druckschmerzen der Nasennebenhöhlen und zähem gelben Schnupfen, kann der Infekt chronisch werden. In diesem Fall kann sich die Heilung über Monate hinauszögern. Unter Umständen kann der Infekt erst nach Therapie über Wochen hinweg vollständig ausheilen.

Dauer der Zahnschmerzen

Plötzliche Zahnschmerzen können auf eine Nasennebenhöhlenentzündung hindeuten. Auch die Kieferhöhle zählt zu den Nebenhöhlen und kann vermeintliche Zahnschmerzen verursachen. Lockert sich durch eine Behandlung der Schleimabfluss, sollte auch der Schmerz und Druck der Nebenhöhlen nach wenigen Tagen nachlassen. In manchen Fällen kann sich auch dort die Entzündung festsetzen und chronisch werden mit lang anhaltendem Schmerz am Zahn.

Lesen Sie mehr zum Thema Nasennebenhöhlenentzündung und Zahnschmerzen

Dauer der Kopfschmerzen

Ist die Stirnhöhle betroffen kann es auch zu unangenehmen Schmerzen im Kopf kommen, die mit einem Druckgefühl der Stirn und Schläfen einhergehen. Gemeinsam mit Schnupfen und schleimigem Sekret sollte auch der Kopfschmerz innerhalb weniger Tage zurückgehen. Wenn nicht, könnte eine hartnäckige Infektion weiterer Therapieschritte bedürfen.

Ursachen einer Nasennebenhöhlenentzündung

Ursächlich für eine Nasennebenhöhlenentzündung sind im Großteil der Fälle infektiöse Erreger. Viren bilden den Hauptanteil der potentiellen Erreger, aber auch Bakterien können Entzündungen mit Schnupfen hervorrufen. Die Viren, die hauptverantwortlich für Schnupfen mit Entzündungen sind, nennt man „Rhinoviren“. Bakterien, die eine Nasennebenhöhlenentzündung auslösen, sind hauptsächlich Streptokokken und Staphylokokken. Ihnen wird unter 20% der Erkältungen zugerechnet.

Wichtige Begleitfaktoren, die eine Nasennebenhöhlenentzündung begünstigen, sind Kälte, Rauchen, Allergien, Polypen, eine krumme Nasenscheidewand, große Nasenmuscheln und ein bereits vorbestehender Schnupfen. Bei den letzteren Problemen der Nase besteht eine generelle Abflussbehinderung von schleimigem Sekret. Dadurch setzt sich der Schleim mit dem Erreger in der Nase fest und kann sich in der Folge auf die Nasennebenhöhlen ausbreiten. Bei einer Allergie, zum Beispiel gegen Hausstaub oder Pollen, besteht eine erhöhte Schleimbildung in der Nase, die das Festsetzen eines Erregers ebenfalls begünstigt.

Symptome

Die typischen Symptome einer Nasennebenhöhlenentzündung sind neben Schnupfen mit zähem, verfärbten Sekret auch ein Druckgefühl der Nase, Stirn und Wangen, nasales Sprechen, Kopfschmerzen und eine verstopfte Nase. Zusätzlich können bei einer größeren Entzündung Fieber, Müdigkeit, Gliederschmerz, Husten, Schwellungen und weitere Infektionssymptome auftreten. Besonders typisch ist das Druckgefühl oberhalb der betroffenen Nasennebenhöhlen, welches sich noch verschlimmert, wenn man sich vornüber beugt oder den Kopf nach unten hängen lässt. Es ist ein wichtiger Indikator bei der Anamnese für eine eitrige, zähe Schleimfüllung der Nebenhöhlen.

Die Art des Schnupfens und Schleims lassen in manchen Fällen einen Rückschluss auf die Ursache der Entzündung zu. Bei einseitiger Verstopfung der Nase ist eine bakterielle Entzündung wahrscheinlicher, bei beidseitiger eine virale. Ebenso kann bei einer Krankheitsdauer von mehr als einer Woche mit besonders gelblich zähem Nasensekret ein bakterieller Erreger vermutet werden.

Therapie

Da die Ursache der Nasennebenhöhlenentzündung darin liegt, dass der Sekretabfluss behindert ist, muss diese Passage durch die Therapie wieder ermöglicht werden. Durch das Öffnen der Abflusswege kann sich der Schleim von selbst lösen und weniger Sekret wird produziert. Da die Nasenschleimhäute durch den Schnupfen mitunter stark angeschwollen sind, können abschwellende Nasensprays verwendet werden. Diese dürfen allerdings keinesfalls über zu langen Zeitraum benutzt werden, da sonst die selbständige Regulation der Schleimhautzellen nachhaltig geschädigt wird. Auch Nasenspülungen mit Meersalzwasser können den Sekretabfluss anregen.

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Liegt ein bakterieller Erreger vor, muss häufig über einige Tage ein Antibiotikum verordnet werden, damit die Entzündung zurückgedrängt wird. Eine lange Symptomdauer mit gelbem Schleim spricht für eine bakterielle Nasennebenhöhlenentzündung.

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Bei chronischen Nasennebenhöhlenentzündungen müssen die Ursachen genau ermittelt und eventuelle Risikofaktoren beseitigt werden. Operativ können im Ernstfall Polypen entfernt und Nasenmuscheln sowie die Nasenscheidewand versorgt werden, damit der Abfluss langfristig verbessert wird.

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Weitere Informationen

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Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 17.12.2018
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