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Entzündung der Siebbeinzellen

Einleitung

Als Siebbeinzellen (lat. Sinus ethmoidalis, auch Cellulae ethmoidales) bezeichnet man eine Vielzahl an Luft gefüllten Räumen im Siebbein (Os ethmoidale). Man unterscheidet vordere und hintere Siebbeinzellen, die das Siebbeinlabyrinth bilden. Zusammen mit der Kiefer-, der Keilbein- und der Stirnhöhle gehören die Siebbeinzellen zu den Nasennebenhöhlen. Als solche können sich diese auch entzünden und Schmerzen verursachen.

Lesen sie hier mehr zum Thema: Siebbeinzellen

Die Hauptfunktion der Siebbeinzellen liegt vermutlich, wie bei allen Nasennebenhöhlen, in der durch den Hohlraum mit Luftfüllung entstehenden Gewichtsersparnis (Pneumatisierung des Knochens). Weitere Funktionen werden noch erforscht und gelten als umstritten.

Ursachen

Auf Grund der Verbindung der Siebbeinzellen nach außen können Infektionen, die ursprünglich im Bereich der Nase entstehen bis in die Nasennebenhöhlen, also auch bis in die Siebbeinzellen, wandern. Man spricht dann von einer Nasennebenhöhlenentzündung, einer Sinusitis. Meist sind diese Entzündungen durch virale Krankheitserreger bedingt, die bereits im Vorfeld in der Nasenhaupthöhle Beschwerden verursacht haben. Aber auch Bakterien können die Ursache einer Siebbeinzellenentzündung sein oder sich sekundär auf bereits geschwächtem Gebiet ansiedeln. Während bei Erwachsenen häufig die Kieferhöhle Ort einer Nasennebenhöhlenentzündung ist, trifft es bei Kindern am ehesten die Siebbeinzellen. Häufig kommt es dann zu einer Ansammlung von Sekret und Eiter im Inneren der Aushöhlungen, da der Zu- und Abflussweg nur ein relativ schmaler Spalt ist.

Symptome

Eine solche Entzündung der Siebbeinzellen macht sich bemerkbar mit:

  • Druckgefühl über Stirn und Nase sowie unterhalb oder hinter den Augen
  • Kopfschmerzen
  • einem vorangegangenen oder immer noch aktuellen Schnupfen (Rhinitis)
  • gelegentlich auch Fieber 

Meist verstärken sich die Beschwerden beim Bücken und Vornüberneigen.

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Diagnose

Diese typischen Symptome reichen meist aus, um die Diagnose Sinusitis zu stellen. Vor allem bei schweren unklaren Verläufen oder unklarer Lokalisation kommt zusätzlich eine Nasenspiegelung in Betracht. Bei dieser betrachtet der Arzt mit Hilfe eines Rhinoskopes die Nasenräume von innen und kann so die Beschaffenheit der Schleimhäute beurteilen. Zusätzlich können sowohl eine Röntgenaufnahme als auch computertomographische Bilder der Nase und der Nasennebenhöhlen angefertigt werden.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: MRT der Nasennebenhöhlen

Therapie

Eine akute virale Sinusitis heilt in der Regel innerhalb einiger Tage bis Wochen vollständig aus. Therapeutisch ist der Einsatz von abschwellenden Medikamenten sinnvoll, sowie die Einnahme von Schmerzmitteln und bei Bedarf fiebersenkende Präparate.
Selbiges gilt für erstmalig auftretende akute bakterielle Infektionen. Bei dem Verdacht auf eine bakterielle Ursache der Erkrankung ist zudem ein Antibiotikum indiziert. Auch Nasensprays auf Cortisonbasis können die Entzündung lokal bekämpfen.
In einigen Fällen kommt es zu lange anhaltenden Verläufen, die chronifizieren und dann immer wieder ausbrechen können (rezidivierende chronische Sinusitis). Bei erfolglosen Therapieversuchen oder überdurchschnittlich häufig auftretenden Infektionen steht als weiterer Schritt im Therapiekonzept eine operative Sanierung der gesamten Nasennebenhöhlen zur Verfügung. Diese erfolgt meist endoskopisch durch die Nase (transnasaler Zugang), so dass keine großen Schnitte nötig sind. Im Verlauf der Operation werden Eiter und überschüssiges Sekret ausgeräumt, alle Nebenhöhlen gespült und eventuelle anatomische Besonderheiten, die Entzündungen begünstigen können, behoben. Dazu zählen zum Beispiel gutartige Schleimhautwucherungen (Polypen) oder auch eine verkrümmte Nasenscheidewand. Ein Teil der häufig entzündeten Schleimhaut kann abgetragen werden und somit das zukünftige Infektionsrisiko gesenkt werden.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: Behandlung einer Nasennebenhöhlenentzündung

Prognose

Entzündungen der Siebbeinzellen, die häufig Kleinkinder betreffen, heilen in aller Regel komplikationslos und zügig ab. In sehr seltenen Fällen kann es zu einem Übergreifen auf benachbarte Organe, also zum Beispiel die Augenhöhle oder auch die Hirnhäute oder das Gehirn kommen. Ohne Behandlung besteht zudem die Gefahr einer Knochenhautentzündung.

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 17.12.2018
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