Cortison als Nasenspray

Einleitung

Cortison ist ein aus Cholesterin hergestellter Botenstoff der zur Gruppe der Steroidhormone gezählt wird. Genau genommen gehört es zu den Glukokortikoiden, einer bestimmten Untergruppe der Steroidhormone.
Das oftmals als Medikament verabreichte Kortison ist im Grunde genommen lediglich die inaktive Form des vom Organismus selbst hergestellten Kortisols, es kann aber in dieser chemischen Struktur keinerlei Wirkung entfalten.
Diese Tatsache ist darin zu begründen, dass es dem Kortison selbst nicht möglich ist an die Körperzelle zu binden.
Aus diesem Grund ist die Anwendung auf der Haut wenig sinnvoll, oral eingenommen oder über die Vene verabreicht kann das Molekül jedoch enzymatisch in die aktive Form Kortisol überführt werden.
Bei langanhaltenden Stresssituationen wird Kortisol vermehrt hergestellt und in den Blutkreislauf ausgeschüttet.
Es hat in diesem Zusammenhang eine ähnliche Wirkung wie Adrenalin und Noradrenalin, die jedoch erst zeitverzögert eintritt.

Anwendungsgebiete

Cortison hat eine anti-allergische und abschwellende Wirkung auf die Nasenschleimhaut.
Gerade bei allergischen Reaktionen und speziellen Nasenerkrankungen kommen cortison- haltige Nasensprays zum Einsatz. Ein sehr häufiges Einsatzgebiet ist Heuschnupfen oder weitere Allergieformen (Hausstaub, Tierhaare usw.)


Art der Anwendung

Cortison kommt häufig bei Heuschnupfen als Nasenspray zum Einsatz.

Wie oft das Cortison Nasenspray täglich angewendet werden soll, muss vom behandelnden Arzt festgelegt werden.
Eine eigenständige Überdosierung ist zu vermeiden.
Leidet ein Patient unter allergischen Reaktionen, so ist es meist notwendig das Nasenspray 1 mal täglich, am besten morgens oder abends anzuwenden. Bei Nasenerkrankungen kommt das Präparat bis zu 2 mal am Tag zum Einsatz. Eine 3 malige Anwendung kann im Zuge von schweren Erkrankungen und/ oder Operationen von Nöten sein, es empfiehlt sich dann, das Medikament morgens, mittags und abends anzuwenden.
Neben der richtigen Dosierung spielt natürlich auch eine ideale Anwendung eine entscheidende Rolle für den Behandlungserfolg. Nur wenn das Cortison Nasenspray alle behandlungsbedürftigen Stellen im Naseninneren erreicht kann es seine volle Wirkung entfalten. Das hat zur Folge, dass das Spray möglichst tief in die Nase eingebracht werden sollte.
Manchmal (zum Beispiel bei verstopfter Nase) ist es jedoch nicht leicht das Medikament ungehindert einzusprühen. In solchen Fällen kann die gleichzeitige Anwendung von abschwellenden Nasensprays wie Nasivin, Nasic® oder Otriven dabei helfen das Naseninnere zugänglicher zu machen. Der Patient sollte zuerst ein abschwellendes und erst 20 Minuten später das cortison- haltige Nasenspray benutzen. Darüber hinaus ist das Einsprühen im liegen meist effektiver.

Nebenwirkungen

Die Behandlung mit Cortison Nasenspray birgt in der Regel und bei kurzzeitiger Anwendung keine nennenswerten Nebenwirkungen, da der Wirkstoff in der Regel nicht von den Nasenschleimhäuten aus in den Blutkreislauf eindringen kann.
Darüber hinaus lässt sich feststellen, dass ein Nasenspray auf Cortison- Basis im Vergleich zu anderen abschwellenden Sprays (zum Beispiel Otriven) wesentlich schonender für die Schleimhäute und somit allgemein besser verträglich ist.

Bei langfristiger und/ oder zu intensiver Anwendung kann es zu Nebenwirkungen kommen. Einige Patienten berichten über Austrocknung der Nasenschleimhaut und dem Auftreten von häufigem Nasenbluten.

Lesen Sie mehr zum Thema: Nasenbluten durch Nasenspray

Außerdem hat Cortison eine hemmende Wirkung auf die körpereigenen Abwehrkräfte und kann aus diesem Grund die Entstehung von Pilz- oder bakteriellen Infektionen begünstigen.
Darüber hinaus kann Cortison den Augeninnendruck erhöhen und/ oder die Entstehung von Grauem Star auslösen.

Weiterführende Informationen

Weitere Informationen zum Thema Cortison Nasenspray finden Sie hier:

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Autor: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 30.01.2017
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