Narkose bei Kindern

Vor der Narkose

Vor jedem Eingriff steht eine genaue Anamnese über die gesamte medizinisch relevante Vorgeschichte des zu behandelnden Kindes. Diese ist wichtig, da unter Umständen eine Verlegung des OP-Termins notwendig sein kann. Eltern, sowie das zu behandelnde Kind, werden rechtzeitig vor der Operation noch einmal über alle Risiken aufgeklärt und haben die Möglichkeit, Fragen über den genauen Ablauf der Operation und die Narkose zu stellen.

Je nach Alter gelten unterschiedliche Zeiten, für die das zu behandelnde Kind nüchtern sein muss. Für alle Kinder älter als sechs Monate gilt, dass mindestens etwa sechs Stunden vor der Operation keine Nahrung, inklusive gesüßter Getränke, mehr eingenommen werden sollten.
Die Zeit bei Säuglingen unter 6 Monaten liegt bei vier Stunden vor dem Eingriff. Ungesüßte Flüssigkeiten sollten von jeder Altersgruppe spätestens zwei Stunden vor der Operation vermieden werden. Etwa 60 Minuten vor dem Eingriff wird ein Beruhigungsmittel verabreicht, welches das Kind entspannt und etwas schläfrig machen wird.
Kurz vor der Operation werden außerdem entweder hautbetäubende Pflaster (EMLA Pflaster), beziehungsweise ein Spray auf den Arm aufgetragen, die das Legen des Katheters möglichst schmerzfrei gestalten. Bei Kindern, die das Legen eines Katheters nicht zulassen, kann in aller Regel die Einleitung der Narkose auch inhalativ mittels Narkosegas erfolgen, bevor der intravenöse Zugang gelegt wird.

Während der Narkose

Im Operationssaal erfolgt die Lagerung des Kindes und das Anbringen der Überwachungsgeräte. Diese Geräte überwachen während der gesamten Zeit den Blutdruck, den Puls, sowie die Atmung des Kindes.
Danach erfolgt das Einleiten der Narkose. Je nachdem, ob ein intravenöser Zugang gelegt werden konnte, erfolgt die Einleitung mit Medikamenten, welche über das Gefäßsystem verabreicht werden, oder inhalativ mittels Narkosegasen.
Die Aufrechterhaltung der Vollnarkose findet in aller Regel nach dem balancierten Modell der Allgemeinanästhesie statt. Das bedeutet, dass sowohl Narkosegas in die Atemluft gemischt wird, sowie intravenös Medikamente mittels Spritzenpumpen verabreicht werden.

Nach der Narkose

Nach dem Eingriff kommt das Kind in den sogenannten Aufwachraum. Dort findet weiterhin eine Kontrolle der Atem- sowie Herzfunktionen statt und es wird unter ärztlicher Aufsicht gewartet, bis die Wirkung der Narkosemittel nachlässt.
Erst wenn das behandelte Kind wieder vollständig bei Sinnen ist und sich orientieren kann, kann es entweder auf Station oder bei ambulanten Eingriffen nach Hause. In jedem Fall sollte in den ersten 24 Stunden nach der Operation eine gute Betreuung des Kindes gewährleistet sein. Je nach Lokalität der Operation kann in den meisten Fällen schon kurz nach der Operation wieder gegessen und getrunken werden.

Nebenwirkungen

Wie die meisten medizinischen Eingriffe und Arzneistoffe ist auch die Vollnarkose nicht immer frei von Nebenwirkungen. Die Dauer der Nebenwirkungen einer Narkose können dabei variieren. In den letzten Jahrzenten hat sich jedoch einiges getan in der Entwicklung neuer Medikamente für die Narkose sowie der genauen Überwachung der Patienten während des Eingriffs. Trotz allem treten bei Vollnarkosen Nebenwirkungen auf, die jedoch in den meisten Fällen keine bleibenden Schäden zurücklassen und schadlos abheilen.

Zu den Nebenwirkungen, welche gelegentlich auftreten, also in etwa 1 von 10 bis 1 von 100 Fällen, gehören:

  • Übelkeit sowie Erbrechen nach einer Narkose. Diese Übelkeit lässt sich auf die verwendeten Narkosegase während der Operation zurückführen. Um diese Nebenwirkung zu verhindern, kann auf das Narkosegas verzichtet und die Narkose allein mit intravenös verabreichten Medikamenten durchgeführt werden.
  • Blutergüsse durch Lagerung beziehungsweise Blutgefäßpunktionen. Diese harmlosen Blutergüsse lösen sich in einigen Tagen von selbst auf und heilen gefahrlos wieder ab.
  • Schmerzen im Rachenbereich, welche häufig mit Schluckbeschwerden und einer veränderten Stimme einhergehen. Dieser Effekt wird von der Intubation während der Operation hervorgerufen. Durch den Intubationsschlauch werden die Stimmbänder und der Rachenbereich gereizt. In aller Regel gehen die durch die Intubation hervorgerufenen Nebenwirkungen innerhalb weniger Stunden oder Tage vorüber.
  • Im Aufwachraum kann außerdem ein Zittern am ganzen Körper auftreten, was auf eine während der Operation gesunkenen Körpertemperatur und die verwendeten Narkosemittel zurückzuführen ist. In solchen Fällen können die Kinder mit Decken gewärmt werden.
  • Bei Kindern kann es vorkommen, dass sie sich nach einer Operation generell sehr unwohl fühlen und dieses Unwohlsein durch Schreien, Weinen oder Unruhe im Aufwachraum zum Ausdruck bringen. Nach der Verlegung auf Station sollte das Gefühl jedoch schnell vorüber gehen.
    In einem von 100 bis zu einem von 1000 Fällen können folgende Nebenwirkungen auftreten:
  • Eine allergische Reaktion auf während der Operation verwendete Mittel kann sich nach dem Eingriff durch Jucken oder rötlichen Schwellungen bemerkbar machen. Um dieses zu verhindern, kann schon vor der Operation mit antiallergischen Mitteln therapiert werden.
  • Es können Infektionen an der Einstichstelle des Katheters auftreten, sowie Zahnschäden, welche einer zahnärztlichen Behandlung bedürfen. Außerdem kommt es in einigen Fällen zu vorübergehenden Bewegungseinschränkungen, welche dem Druck während der Lagerung zu schulden sind. In den meisten Fällen sind diese Lähmungen jedoch nur von kurzer Dauer und regenerieren sich nach einigen Tagen.
  • Zu den sehr seltenen Nebenwirkungen von Vollnarkosen bei Kindern, also bei weniger als einem Fall von 1000 Behandlungen, gehören schwere allergische Reaktionen, Stimmstörungen, bleibende Lähmungen, sowie das sogenannte Awareness Phänomen, bei dem der Patient während der Operation das Bewusstsein wiedererlangt und sogar teilweise Schmerzen empfindet. Dieses Phänomen tritt gehäuft bei Kindern auf, da diese die eingesetzten Narkosemittel schneller abbauen und die genaue Dosierung der Mittel schwieriger ist.
  • In weniger als einem von 10.000 Fällen treten schwere Nebenwirkungen auf, wie ein Herz-Kreislauf-Stillstand, Sepsis, Organschäden, Thrombosen, starke Blutungen sowie Atemstillstände.
  • Eine weitere gefürchtete Nebenwirkung während der Vollnarkose, welche vor allem durch die verwendeten Narkosegase entstehen kann, ist die sogenannte maligne Hyperthermie. Eine erbliche Veranlagung kann das Auftreten dieser gefährlichen Stoffwechselentgleisung, welche mit einem starken Anstieg der Körpertemperatur einhergeht, begünstigen. Durch die Einführung moderner Medikation ist die Sterblichkeitsrate wegen maligner Hyperthermie in den letzten Jahren jedoch deutlich gesunken.

Wie gefährlich ist eine Vollnarkose bei Kindern

Die Entscheidung für die Durchführung eines medizinischen Eingriffs, der eine Vollnarkose bedarf, wird, besonders bei Kindern, nie leichtfertig entschieden. Trotz der modernen Technologie und der großen medizinischen Erfahrung birgt eine Operation und die erforderliche Vollnarkose immer Risiken. Risiko behaftete Eingriffe werden bei Kindern nicht durchgeführt, wenn eine Operation zu einem späteren Zeitpunkt möglich ist.

Das individuelle Risiko bei einer Vollnarkose hängt immer von den vorliegenden Begleiterkrankungen, dem allgemeinen Gesundheitszustand sowie der Dauer der Narkose ab. Das Risiko, an schwerwiegenden Komplikationen während der Vollnarkose zu sterben oder bleibende Schäden zu behalten, steigt signifikant mit dem sogenannten ASA Score.
Dieser Wert berechnet sich aus den vorliegenden Begleiterkrankungen, die eine Person hat. Bei vorliegenden relevanten Begleiterkrankungen steigt der Wert und das Risiko der Narkose deutlich an.

Insgesamt lässt sich eine Vollnarkose dennoch als risikoarm einstufen. Mittels der Narkose werden einige operative Eingriffe erst möglich gemacht und durch die engmaschige Überwachung des Kindes während der Bewusstlosigkeit können gefährliche Komplikationen erkannt und behoben werden.

Verglichen mit Operationen an älteren Menschen vertragen Kinder die Narkose und den Stress, dem sie durch die Operation ausgesetzt sind, sehr gut. Schwere Begleiterkrankungen sind bei Kindern seltener, der Allgemeinzustand ist in aller Regel sehr gut. Die Komplikationen sind jedoch bei Säuglingen aufrgrund ihres noch schwachen Immunsystems häufiger, weshalb einige Operationen auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden müssen.

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Aktuelle Situation

Wegen experimenteller Versuche, die vor allem im Tiermodell durchgeführt wurden, wurden in letzter Zeit die Stimmen lauter, die einen möglichen Gehirnzellschaden bei Kindern vermuten, der durch eine Narkose verursacht werden soll.
Aufgrund einer Neurotoxizität der Narkosemittel soll durch die erhaltene Narkose das Lernvermögen von Kindern eingeschränkt werden. Nach der Erkenntnis dieses Zusammenhangs im Tiermodell wurden einige Studien gestartet, welche Kinder untersuchen sollten, die früh in ihrem Leben eine Narkose erhalten haben. Hierzu wurden Studien in den USA sowie in Europa durchgeführt.

Das Ergebnis dieser Studien, die erst vor einiger Zeit beendet und veröffentlicht wurden, fiel ganz unterschiedlich aus:

Studien aus Dänemark und den Niederlanden konnten keinen Zusammenhang zwischen einer erhaltenen Narkose und Veränderungen im Gehirn oder Verhalten der Kinder feststellen. Nur eine Studie aus den USA, die retrospektiv Kinder untersuchte, die vor dem Alter von 4 Jahren mehr als einmal eine Narkose bekamen, konnte tatsächlich einen Zusammenhang zwischen Lernschwierigkeiten und der erhaltenen Narkose feststellen.

Auch nach Auswertung aller Studien ist ein eindeutiges Ergebnis unklar. Es gilt als nicht sicher, ob die bei den Kindern aufgetretene Lernstörung tatsächlich durch die Narkose oder vielmehr durch die Operation/en und die jeweilige Krankheit selbst hervorgerufen wurde.
Allgemein gilt jedoch, dass bei vielen Operationen keine Alternative zu einer Vollnarkose zur Verfügung steht. Es kann nur in seltenen Fällen empfohlen werden, eine Operation auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben, um eine Operation während der Entwicklungsphase des Gehirns zu umgehen. Die meisten Operationen an Kindern sind wichtige Eingriffe und müssen zu dem jeweiligen Zeitpunkt durchgeführt werden.

Narkose beim Zahnarzt

Häufig sind zahnärztliche Eingriffe schmerzhaft und vor allem für Kinder mit Angst verbunden.
Um möglichst gute Behandlungsbedingungen zu schaffen kann das Durchführen einer Sedierung (Narkose) notwendig werden. Dabei bekommt das Kind ein Beruhigungsmittel verabreicht, kann aber weiterhin selbst atmen.
Eine Möglichkeit der Sedierung von Kindern beim Zahnarzt ist das Verabreichen des Beruhigungssaftes Midazolam (Dormicum). Die Wirkung des Medikaments erreicht ihren Höhepunkt etwa 20 Minuten nach der Verabreichung. Es wirkt stark angstlösend, beruhigend und macht etwas müde.

Zudem bewirkt es, dass die Kinder sich anschließend nicht mehr an den Zeitraum der Behandlung erinnern. Während des gesamten Zeitraums ist das Kind wach und ansprechbar, trotzdem erfolgt eine stetige Überwachung. Nach dem Eingriff sollte das Kind gemeinsam mit seinen Eltern in der Zahnarztpraxis bleiben bis das Medikament abgebaut ist.
Eine weitere Möglichkeit eine Sedierung bei Kindern während eines zahnärztlichen Eingriffes durchzuführen ist Lachgas. Auch hierbei ist das Kind durchgehend wach und ansprechbar.

Dem Kind wird eine Nasenmaske aufgesetzt, durch welches es ein Gasgemisch aus Sauerstoff und Lachgas einatmet. Das Lachgas wirkt beruhigend und angstlösend. Es lindert Schmerzen und führt dazu, dass das Kind sich euphorisch fühlt und sein Zeitgefühl verliert. Dadurch wird beispielsweise das Setzen einer Betäubungsspritze deutlich eher akzeptiert.

Lesen Sie mehr zum Thema: Lokalanästhesie beim Zahnarzt

Kosten für die Narkose beim Zahnarzt

Beim Zahnarzt werden die meisten kleinen Eingriffe in Lokalanästhesie (örtliche Betäubung) durchgeführt. Da viele Kinder allerdings große Angst vor der Behandlung haben und die jüngeren Kinder oftmals nicht lang genug stillhalten können, greifen Zahnärzte gerne auf die Vollnarkose zurück.

In der Regel übernehmen Krankenkassen die Kosten dafür, sofern die Kinder unter 12 Jahre alt sind und die Notwendigkeit der Narkose medizinisch begründet werden kann. Die Bedingungen für die Kostenübernahme variieren jedoch je nach Krankenkasse. Im Zweifel sollte mit einem Kostenvoranschlag vom Zahnarzt bei der Krankenkasse nachgefragt werden.

Narkose mit Erkältung

Ob ein Kind an seinem Operationstag für eine Narkose geeignet ist, unterliegt der Entscheidung durch den Narkosearzt.
Er entscheidet dies zum einen aufgrund seiner eigenen Untersuchungsergebnisse, zum anderen bezieht der die Ergebnisse einer vorangehenden Untersuchung durch den Kinderarzt mit ein.

Diese Untersuchung dient dazu Vorerkrankungen zu erkennen und den körperlichen Zustand des Kindes einschätzen zu können. Der Kinderarzt nimmt dann schriftlich Stellung, inwiefern das Kind generell narkosefähig ist. Um dem Narkosearzt die Beurteilung zu ermöglichen, ist es von großer Bedeutung ihm jegliche Veränderung des Gesundheitszustandes des Kindes wie Fieber, Husten oder Erkältung mitzuteilen.

Liegt bei dem Kind eine Erkältung vor, so muss abgewogen werden, ob eine Narkosefähigkeit vorliegt. Das Problem ist, dass eine Erkältung, also ein Infekt der oberen Luftwege, vor allem bei sehr kleinen Kindern zu schwerwiegenden Komplikationen, wie Bronchospasmus und Laryngospasmus, führen kann. Darunter versteht man ein krampfartiges Zusammenziehen der Bronchien bzw. des Kehlkopfes (Larynx) wodurch es zu einem Verschluss der Atemwege kommen kann.
Hervorgerufen werden kann dies durch Irritationen der Luftwege welche im Zusammenhang mit der Narkose vorgenommen werden. Bis zu zehn Tage nach einem abgelaufenen Infekt können die Luftwege noch überempfindlich sein.

In den meisten Fällen können diese Komplikationen erfolgreich behandelt werden. Dennoch muss sorgfältig abgewogen werden, ob das Risiko der Durchführung einer Operation bei einer Erkältung eingegangen wird.
Dringende Eingriffe werden in der Regel trotzdem durchgeführt. Bei nicht dringenden Eingriffen, wird die Operationen in den meisten Fällen sicherheitshalber um mindestens zwei Wochen verschoben. Wichtig ist stets, dass die Eltern sich möglichst frühzeitig mit dem operierenden Arzt sowie dem Narkosearzt in Verbindung setzen, um abzuklären inwiefern diese den aktuellen Infekt als Gefahr für die Durchführung der Operation einschätzen und gegebenenfalls den Termin zu verschieben.

Zu beachten ist jedoch, dass nicht jede leichte Erkältung, wie eine leicht laufende Nase, zwingend ein Hinderungsgrund für die Durchführung einer Operation ist. In der Hals-Nasen-Ohrenheilkunde beispielsweise dienen viele Eingriffe bei Kindern dazu, dass die Anzahl häufiger Infekte vermindert werden soll.

Lesen Sie mehr zum Thema: Narkose trotz einer Erkältung

Vollnarkose beim Zahnarzt

In einigen Fällen ist eine Durchführung einer Vollnarkose bei Kindern notwendig.
Diese wird normalerweise von einem Narkosearzt durchgeführt. Zunächst erfolgt eine Voruntersuchung beim Kinderarzt sowie ein Aufklärungsgespräch durch einen Narkosearzt.

Am Tag der Behandlung durch den Zahnarzt muss das Kind nüchtern sein, was bedeutet, dass es sechs Stunden vor dem Eingriff nichts gegessen und vier Stunden vorher nichts getrunken haben darf.
Auch die Zähne sollten vorher nicht geputzt werden. Beim Zahnarzt wird dem Kind zunächst ein angstlösender Beruhigungssaft verabreicht. Anschließend wird die Narkose mit einer speziellen Maske eingeleitet. Nach wenigen Minuten schläft das Kind ein, erst dann müssen die Eltern den Behandlungsraum verlassen.

Nun wird der Eingriff durch den Zahnarzt durchgeführt. Während des gesamten Zeitraums wird das Kind durch den Narkosearzt überwacht. Anschließend wird das Kind im Aufwachraum weiter überwacht bis es ausgeschlafen ist.
In der Regel dürfen die Eltern direkt nach der Behandlung wieder zu ihrem Kind. Wenn das Kind wieder vollkommen wach ist und der Narkosearzt sein Einverständnis gibt, kann es wieder nach Hause.

Erfahren Sie dazu mehr unter: Vollnarkose beim Zahnarzt

Narkose für Polypen-OP

Polypen sind die sogenannten Rachenmandeln. Die Entfernung der Polypen ist zwar mittlerweile ein absoluter Routineeingriff, dennoch ist die Operation nicht unkompliziert und wird daher immer in Vollnarkose durchgeführt.

Die Narkose besteht aus einem Schlafmittel, welches das Bewusstsein ausschaltet. Zudem werden ein Schmerzmittel und ein Medikament, welches die Muskulatur entspannt, gegeben. Aufgrund der Muskelentspannung kann die betroffene Person nicht alleine atmen. Stattdessen wird über einen sognannten Tubus (ein Schlauch, der durch den Mund in die Luftröhre führt) beatmet.

Schlafstörung nach Narkose

Schlafstörungen nach einer Vollnarkose werden bei Kindern immer wieder beobachtet. Sie können in den ersten Tagen nach der Operation auftreten und innerhalb einer Woche wieder verschwinden. Viele berichten allerdings auch von länger anhaltenden Episoden mit Schlafstörungen.

Ein konkreter Zusammenhang mit der Narkose ist nicht bekannt. Viel mehr geht man davon aus, dass die Kinder nach der Operation mit Schmerzen wieder aufwachen, zudem bemerken sie eine Veränderung an der operierten Stelle. Dadurch entsteht eventuell die Angst davor, erneut mit diesen Gefühlen aufzuwachen. Im Normalfall hilft viel Geduld und positiver Zuspruch, bis die Schlafstörungen nach einigen Tagen bis Wochen abklingen.

Fieber nach Narkose

Fieber nach einer Narkose kann unterschiedliche Ursachen haben. Besonders bekannt ist ein postoperatives (nach der Operation auftretendes) Zittern.

Dies liegt allerdings nicht daran, dass das betroffene Kind Fieber hat. Vielmehr hat es während der Operation Körperwärme verloren und muss diese durch das Zittern wieder erwerben. Eine tatsächliche Erhöhung der Körpertemperatur auf über 38°C spricht meistens für eine Infektion.

Diese kann durch Wundinfektionen oder die Entzündung beispielsweise an der Einstichstelle der Braunüle (die „Nadel“, über die Infusionen gegeben werden) entstehen und sollte sorgfältig beobachtet werden. Fiebersenkende Mittel und Medikamente (z.B. Antibiotika) je nach Ursache können dem Fieber entgegenwirken.

Übelkeit und Erbrechen nach Narkose

Bei etwa 30% der Menschen treten nach einer Vollnarkose einmalig Übelkeit und Erbrechen auf. Dies ist nicht nur bei Kindern der Fall, sondern bezieht sich auf alle Altersgruppen.

Besonders häufig leiden die Personen an Übelkeit, die ihre Narkose durch ein Inhalationsanästhetikum (über die Atemluft verabreichtes Narkosemittel) erhalten haben.

Weitere Personengruppen, die für die sogenannte „postoperative nausea and vomiting“ (Übelkeit und Erbrechen nach der Operation) kurz PONV besonders anfällig sind, sind Mädchen und Frauen sowie Menschen, die an Schwindel oder Reiseübelkeit leiden.

Normalerweise kann das Problem mit einer einmaligen Gabe eines Antiemetikums (Mittel gegen Übelkeit und Erbrechen) gelöst werden.

Weitere Informationen

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Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 04.01.2018
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