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An diesen Symptomen erkennen Sie das Pfeiffersche Drüsenfieber

Einleitung

Das Pfeiffersche Drüsenfieber hat einen relativ konstanten und wiedererkennbaren Verlauf, den es typischerweise bei jeder Erstinfektion gibt. Trotzdem bleibt die Krankheit lange Zeit unscheinbar, da sie sich nicht wesentlich von einem Mischbild anderer viraler und bakterieller Erkrankungen unterscheidet. Zumeist bringen der zeitliche Verlauf und die typische Kombination von Symptomen den Arzt dann letztendlich zur richtigen Diagnose.

Symptome

Zu den typischen Symptomen zählen:

  • lange Zeit von allgemeiner Schlappheit. Die Betroffenen fühlen sich oftmals müde und geschlauchter als normalerweise. Diese Schlappheit beginnt vor dem fiebrigen Abschnitt und hält auch darüber hinaus noch an.
  • innerhalb der eigentlichen bzw. offensichtlichen Erkrankungsphase kommt es zum Fieber, mit Temperaturen, die bis auf 38,5 bis 39 Grad Celsius ansteigen.
  • weißliche Auflagerungen auf den stark geröteten und sichtbar vergrößerten Rachenmandeln
  • eine Schwellung vieler Lymphknoten im Kopf- und Halsbereich. Diese sind dann druckschmerzhaft und fühlbar vergrößert.
  • in ca. der Hälfte aller Fälle kommt es zu einer Milzschwellung, die im schlimmsten Falle soweit reichen kann, dass die Milzkapsel des Betroffenen reißt.
  • es können auch untypische bzw. unspezifische Symptome auftreten. Hierzu zählen zum Beispiel ein Hautausschlag und Juckreiz

Lesen Sie mehr hierzu: Symptome beim Pfeifferschen Drüsenfieber.

Typische Symptome bei Kindern

Die schon genannten Symptome treten, mit manchen Besonderheiten, auch bei Kindern auf. 

  • innerhalb der eigentlichen bzw. offensichtlichen Erkrankungsphase kommt es zum Fieber, mit Temperaturen um 38,5 bis 39 Grad. Das Fieber kann bei Kindern auch etwas weniger stark ausfallen.
  • weißliche Auflagerungen auf den stark geröteten und sichtbar vergrößerten Rachenmandeln
  • eine Schwellung vieler Lymphknoten im Kopf- und Halsbereich. Diese sind dann druckschmerzhaft und fühlbar vergrößert.
  • eine Zeit der allgemeinen Abgeschlagenheit lässt sich bei Kindern nur schwer festmachen. Oftmals dauert sie kürzer als bei den Erwachsenen an.
  • besonders bei Kleinkindern kann die gesamte Symptomliste jedoch hinfällig sein. In diesem Fällen verläuft die Erkrankung asymptomatisch, obwohl eine Infektion mit dem Erreger vorliegt.

Typische Symptome bei der chronischen Form

  • charakteristischer und konstanter Punkt bei der chronischen Erkrankungsform ist die langanhaltende Müdigkeit. Anders als bei der akuten Infektion, bei der sie einige Wochen andauert, leiden die meisten chronisch Erkrankten später Monate, im Extremfall sogar Jahre, an dieser Müdigkeit bzw. Abgeschlagenheit.
  • in anderer Hinsicht sind Aussagen bezüglich typischer Symptome leider fast unmöglich. Die chronische Form ist so facettenreich, dass die korrekte Diagnose „chronisches Pfeiffersches Drüsenfieber“ oftmals ein Zufallsbefund ist.

Erfahren Sie hier mehr zum Thema: Das Chronische Pfeiffersche Drüsenfieber

Erläuterungen zu den einzelnen Symptomen

Müdigkeit

Die Müdigkeit ist zwar an sich ein sehr unspezifisches Symptom, jedoch typisch für das Pfeiffersche Drüsenfieber. Natürlich ist nun nicht jeder Mensch, der an zunehmender Müdigkeit leidet, an der Mononukleose (so die medizinische Bezeichnung des Pfeifferschen Drüsenfiebers) erkrankt. Jedoch weist die Großzahl der Infizierten dieses Symptom auf.
Die Müdigkeit dauert dabei typischerweise mehrere Wochen an und tritt als Symptom sowohl vor als auch nach der fiebrigen Phase der Erkrankung auf.

Zu anderen Ursachen von Müdigkeit lesen Sie unseren Hauptartikel: Müdigkeit

Geschwollene Lymphknoten

Geschwollene Lymphknoten, die vergrößert und druckschmerzhaft sind, sind ein Hinweis auf eine lokale, akute Aktivierung des Immunsystems zur Bekämpfung eines Krankheitserregers.
Vornehmlich sind die Lymphknoten im Hals-und Gesichtsbereich betroffen, die sich recht einfach ertasten lassen. Typischerweise liegt eine symmetrische Schwellung der Lymphknoten vor.
 

Mandelentzündung

Die geschwollenen, geröteten und mit grau-weißlichen Belägen gespickten Rachenmandeln sind ebenfalls eins der typischen Symptome der Mononukleose. Gleichzeitig birgt aber auch dieses Symptom die Gefahr, es mit einer anderen Krankheit zu verwechseln. Eine Vielzahl bakterieller Erkrankungen geht mit einer eitrigen Mandelentzündung einher. Eine Behandlung mit Antibiotika ist im Fall des Pfeifferschen Drüsenfiebers dann nicht indiziert, da es sich um eine viral bedingte Erkrankung handelt.

Die Mandelentzündung bildet sich beim Pfeifferschen Drüsenfieber von alleine wieder zurück, braucht jedoch eine gewisse Zeit.

Das könnte Sie auch interessieren: Ursachen einer Mandelentzündung.

Geschwollene Milz

Dieses Symptom tritt bei etwa der Hälfte aller Betroffenen auf. Die Milzschwellung stellt eine gefährliche Organbeteiligung der Erkrankung dar, da sie zu einer lebensbedrohlichen Situation auswachsen kann, sollte es zu einem Riss der Milzkapsel kommen. Wird die Ruptur zu spät erkannt, kann es aufgrund der sehr guten Durchblutungssituation der Milz, zu einem massiven Blutverlust kommen. Diese Komplikation tritt allerdings sehr selten auf.

Leberwerterhöhung

In seltenen Fällen kann auch die Leber betroffen sein. Dabei kann entweder der Erreger selbst eine Zerstörung von Leberzellen verursachen oder es staut sich Blut in die Leber zurück, was ebenfalls in einer Zerstörung von Leberzellen führt. Dieser Verlauf stellt sich das durch Erhöhung von Leberwerten aus dem Blut dar. Bei den gemessenen Werten handelt es sich um verschiedene Proteine, die so nur in der Leber vorkommen. Werden die Leberzellen zerstört, gelangen sie in den Blutkreislauf und sind dort nachweisbar.  

Lesen SIe hier mehr zum Thema erhöhte Leberwerte.

Ausschlag

Ausschlag ist ein Symptom, das im Zusammenhang mit dem Pfeifferschen Drüsenfieber nicht sonderlich häufig vorkommt. Es kann zu nicht näher bezeichenbaren Ausschlägen am Körperrumpf kommen. Diese sind gerötet und können jucken, enthalten aber kein ansteckendes Sekret.
Ob es sich bei diesem stammbetonten echten Ausschlag um eine Allergie handelt oder worin genau die Ursache hierfür liegt, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht komplett erforscht.

Des Weiteren kann es zu stecknadelkopfgroßen Einblutungen im Mund- und Rachenraum kommen. Dieses Bild könnte eventuell als Ausschlag fehlgedeutet werden. Grund für diesen Umstand ist aber eine unzureichende Anzahl von funktionsfähigen Blutplättchen.

Juckreiz

Der Juckreiz kann zusammen mit einem auftretenden Hautauschlag Hinweis dafür dein, dass das Pfeiffersche Drüsenfieber fälschlicherweise mit einer bakteriellen Erkrankung verwechselt wurde.
Manche Patienten reagieren auf die Antibiotikaeinnahme bei Mononukleose mit Hautauschlag und Juckreiz. Man könnte in diesem Zusammenhang von einer allergischen Reaktion auf das Antibiotikum sprechen. Häufig tritt dieser Fall bei einer Behandlung mit Penicillin ein.
Deshalb sollte eine Eigenbehandlung mit zu Hause vorrätigen Medikamenten vermieden werden und ein Arzt aufgesucht werden, um solche Zwischenfälle zu vermeiden.

Dauer der Symptome

Eine generelle Angabe lässt sich darüber nicht treffen. Jede Person ist bezüglich der Krankheitsdauer sehr individuell, wie es auch bei anderen Erkrankungen der Fall ist.
Generell kann man jedoch sagen, dass sich das Pfeiffersche Drüsenfieber, verglichen mit anderen Krankheiten, über einen langen Zeitraum hinzieht.
Die Dauer der Phase, in der man sich wirklich krank fühlt, hält jedoch in aller Regel nicht länger als zwei Wochen an. In dieser Zeit treten das merkliche Fieber, die Mandelentzündung und die schmerzhaften Lymphknotenschwellungen auf.

Die Mononukleose ist aber vor allem dafür bekannt, dass die Krankheit in ihrer Gesamtheit einige Wochen dauern kann, da sich die Müdigkeit bzw. Abgeschlagenheit der Betroffenen über mehrere Wochen hinziehen kann. Sie tritt dabei sowohl schon vor der „eigentlichen Krankheitsphase“ als auch danach auf.

Auch die Milzschwellung und die erhöhten Leberwerte sind auf den Zeitraum der fiebrigen Krankheitsphase beschränkt und normalisieren sich danach in aller Regel wieder.#

Wie lange die Symptome und auch die Krankheit generell andauert lesen Sie auf unserer Seite Dauer des Pfeifferschen Drüsenfiebers

Warum kann es zur Reaktivierung der Symptome kommen?

Das Epstein-Barr-Virus gehört zu der Gruppe der Herpesviren. Ähnlich wie man es von Herpesviren kennt, die für den „Herpes“ an Lippe oder Nase sorgen, können auch die Epstein-Barr-Viren im Körper von Betroffenen überdauern.
Die Viren nisten sich dabei in körpereigene Zellen ein und schaffen es so, sich im übertragenen Sinne vor dem menschlichen Immunsystem zu verstecken. Der Erreger wird also nicht vollständig eliminiert.
Ist das Immunsystem nun durch andere Stressfaktoren geschwächt, beginnen die Viren wieder, sich im Körper zu vermehren. Sie verteilen sich dabei im ganzen Körper und bedingen dadurch die Reaktivierung.

An diesen Symptomen erkenne ich einen Rückfall

Ein Rückfall bzw. eine Reaktivierung des Pfeifferschen Drüsenfiebers ist in aller Regel nicht leicht oder eindeutig erkennbar. Die Symptome sind sehr unterschiedlich. Eindeutig ließe sich die Reaktivierung nur durch den Nachweis von bestimmten Viruspartikeln im Blut erbringen.
Von unspezifischen Bauchschmerzen bis hin zu Funktionsstörungen von Herz oder Niere sind dabei zahlreiche Erscheinungsformen möglich. In aller Regel geht die Reaktivierung aber auch wieder mit einer andauernden Abgeschlagenheit einher.

Diese Symptome, welche auf eine Reaktivierung hindeuten können, werden im Folgenden erläuert:

  • Kopf-, Rücken-, Muskelschmerzen und Fieber
  • Ödem
  • Bauchschmerzen
  • Nachtschweiß
  • Depression
     

Kopf-, Rücken-, Muskelschmerzen und Fieber

Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen sind jene drei Symptome, die die meisten Menschen bei einer Infektion entwickeln. In allen Fällen sind die von den Erregern gebildeten Botenstoffe dafür verantwortlich, dass das Immunsystem des Betroffenen aktiviert wird.
Steigt die Anzahl aktiver Viren im Rahmen der Reaktivierung erneut an, sorgt das Immunsystem im Rahmen der Abwehrreaktion für eine gesteigerte Schmerzempfindlichkeit  und sorgt im Gehirn dafür, dass die „Körpersollwerttemperatur“ nach oben geschraubt wird. Daraufhin kommt es zum Fieberanstieg. Zu den Muskelschmerzen, welche häufig im Rückenbereich auftreten, kann es außerdem kommen, indem sich Bestandteile der Viren in den Muskeln ablagern.

Ödem

Ödeme können ihre Ursprünge entweder in einer Erkrankung des Herzens oder der Nieren haben. Ödeme sind Wassereinlagerungen im Körpergewebe. Sie selbst sind vielmehr Symptom einer kardiologischen oder nephrologischen Problematik. Kommt es im Rahmen eines Pfeiffer-Drüsenfiebers also zur Schädigung von Herz oder Nieren, was nur in seltenen Fällen auftritt, können Ödeme Ausdruck dieser Organschädigungen sein. 

Bauchschmerzen

In seltenen Fällen befällt das Epstein-Barr Virus bei einer Reaktivierung nochmals die Milz oder die Leber. Ist dies der Fall, kann hierin der Grund für das Auftreten von Bauchschmerzen liegen. Mithilfe einer Ultraschalluntersuchung kann sich der behandelnde Arzt dann ein Bild vom Zustand bzw. von eventuell vorhandenen Schädigungen dieser Organe machen.  
Wie bereits mehrfach angeklungen, kann sich eine Reaktivierung allerdings auf ganz unterschiedliche Weise präsentieren. Somit kann nicht ausgeschlossen werden, dass die viralen Erreger auch für die Entstehung einer Bauchspeicheldrüsenentzündung oder Darmentzündung verantwortlich sein können.
 

Nachtschweiß

Der Nachtschweiß kann in zweierlei Dingen begründet sein. Zum einen wird nachts die durch Erregerbestandteile erhöhte „Solltemperatur“ wieder gedrosselt. Um sich dann abzukühlen, beginnt der Körper zu schwitzen.
Eine zweite – jedoch sehr weitgreifende- Erklärung liegt in der Tatsache begründet, dass man vermutet, dass Epstein-Barr-Viren für die Entstehung bestimmter Krebsarten eine entscheidende Rolle spielen könnten.
Nachtschweißigkeit ist in diesem Zusammenhang dann ein Hinweis darauf, dass die Tumorentstehung in aller Regel schon fortgeschritten ist. Nachtschweiß ist bei Tumorerkrankungen ein typisches Symptom und wird zusammen mit Fieber und ungewolltem Gewichtsverlust als "B-Symptomatik" bezeichnet. 

Lesen Sie hierzu: B-Symptomatik

Depression

Worin genau der Zusammenhang zwischen der Entwicklung einer Depression und der Reaktivierung der Mononukleose besteht, ist bislang noch nicht geklärt. Am ehesten scheint die mit der Reaktivierung wiedereinsetzende, langwierige Abgeschlagenheit, der Auslöser für die Depression zu sein. Nicht auszuschließen ist auch, dass hier ein körperliches Symptom fälschlicherweise auf eine psychische Ursache zurückgeführt wird. Dies bedeutet also, dass die Abgeschlagenheit von Ärzten als Äußerungsform einer Depression angesehen wird.

Hier geht es zu: Anzeichen einer Depression
 

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 17.12.2018
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