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Pfeiffersches Drüsenfieber beim Kind

Einleitung

Das Pfeiffersche Drüsenfieber, fachsprachlich als infektiöse Mononukleose bezeichnet, ist eine Viruserkrankung, die durch das Epstein-Barr-Virus (EBV) übertragen wird. Das Virus befällt besonders das Lymphgewebe, sodass vor allem Lymphknoten, Milz und Mandeln betroffen sind, welche Lymphgewebe enthalten.

Fast jeder Mensch (circa 70%) kommt im Verlauf seines Lebens mit dieser Erkrankung in Berührung. Die Erkrankung tritt meist bei Kindern und Jugendlichen auf. Da die Erkrankung bei Jugendlichen häufig durch Küssen übertragen wird, bezeichnet man sie auch als „kissing disease“. Kinder sind meist in einem Alter zwischen 4 und 15 Jahren betroffen. Bei Kleinkindern findet die Übertragung häufig durch Küsse der Eltern statt.

Symptome des Pfeifferschen Drüsenfiebers beim Kind

Bei Kindern verläuft die Erkrankung in der Regel mild, sodass sie oft nicht als Pfeiffersche Drüsenfieber erkannt wird, da nur unspezifische Symptome wie Müdigkeit und Fieber auftreten.

Gerade bei Babys und Kleinkindern ähnelt die Infektion mehr einer harmlosen Virusinfektion und läuft ohne Auffälligkeiten ab. In manchen Fällen treten bei ihnen auch überhaupt keine Symptome auf.

Der mildere Verlauf von Babys und Kleinkindern liegt daran, dass bei ihnen das Immunsystem noch nicht so stark auf das Virus reagiert wie bei älteren Kindern. Ab dem Kindergartenalter kann bereits das charakteristische Erscheinungsbild des Pfeifferschen Drüsenfiebers auftreten.

Typischer ist dies allerdings bei Jugendlichen und vor allem Erwachsenen. Sie sind oft stärker betroffen und die Erkrankung dauert auch länger an.

  • In der Regel beginnt eine EBV-Infektion mit allgemeinen Zeichen einer Erkältung, wie Husten, Schnupfen und Halsschmerzen.
  • Meist wird dies durch hohes Fieber und eine halsbetonte Lymphknotenschwellung begleitet.
  • Auch eine Mandelentzündung und folglich begleitende starke Halsschmerzen und Schluckbeschwerden kann oft damit einher gehen. Es kommt dann charakteristischerweise zu weißen Belägen auf den Mandeln und kleinen Einblutungen am Gaumen.
  • Selten kommt es begleitend zu einem Hautausschlag.
  • Bei manchen Patienten kann auch eine Schwellung der Leber vorkommen.
  • Häufiger ist es allerdings, dass es zu einer Schwellung der Milz kommt. Patienten sollten in dieser Zeit auf jeden Fall keinen Sport betreiben, da die Gefahr besteht, dass die geschwollene Milz einreißt und es zu einer lebensgefährlichen Milzruptur kommt. 
  • Etwa in 10% der Fälle tritt eine Leberschwellung auf, teilweise kommt es dadurch ausgelöst zu einer Gelbsucht.
  • In ganz seltenen Fällen ist auch das zentrale Nervensystem betroffen, was zu Lähmungen und Entzündungen im Gehirn und der Rückenmarkshäute führen kann, weshalb in der akuten Krankheitsphase auf jeden Fall eine Bettruhe eingehalten werden sollte.

Ein solch schwerwiegender Verlauf ist bei Kindern allerdings eher untypisch. In den meisten Fällen läuft sie sehr mild und häufig sogar asymptomatisch ab. Meist wird es mit einer harmlosen Erkältung verwechselt.

Lesen Sie dazu auch: An diesen Symptomen erkennen Sie das Pfeiffersche Drüsenfieber

Ausschlag - ein Symptom des Pfeifferschen Drüsenfiebers bei Kindern?

In manchen Fällen kann das Pfeiffersche Drüsenfieber mit einem Ausschlag einhergehen. Der Ausschlag ist kein zwingendes Kriterium, um die Diagnose stellen zu können, kann sich aber im Rahmen der Infektion an verschiedenen Hautstellen oder über den gesamten Körper verteilt manifestieren. Wenn ein Ausschlag auftritt, zeigt er sich in den meisten Fällen in den ersten 2 – 3 Tagen der Erkrankung. Oftmals ist der Körperstamm befallen, es kann aber auch zu Hautveränderungen an den Extremitäten, im Gesicht oder auch in der Mundhöhle und an den Schleimhäuten kommen.

Der Ausschlag ähnelt den Hautveränderungen einer Rötelninfektion. Es zeigen sich kleine, rötliche Flecken, die sich vereinen und wie eine flächige Rötung erscheinen, die sich vom Gesichtsbereich über den ganzen Körper ausbreitet. Im Gegensatz zu dem typischen Ausschlag bei Röteln ist ein Ausschlag im Rahmen einer Infektion mit dem Pfeifferschen Drüsenfieber weniger stark ausgeprägt. Meist zeigen sich nur vereinzelte Hauterhabenheiten und Rötungen, die wie eine Quaddel erscheinen und mit einem starken Juckreiz einhergehen. Zur Linderung der Symptome kann man den Kindern lediglich fieber – und schmerzlindernde Medikamente verabreichen und auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten. Der Ausschlag geht von selbst und ohne bleibende Hautschäden wieder zurück.

Lesen Sie mehr zum Thema: Ausschlag bei einem Pfeiffersches Drüsenfieber

Behandlung des Pfeifferschen Drüsenfiebers beim Kind

Bei einer harmlos verlaufenden Infektion ist keine Behandlung nötig. Eine gezielte Therapie gegen das Virus existiert nicht. Wenn eine Therapie nötig wird, dann handelt es sich dabei um eine symptomatische Therapie.

  • Wichtig ist das Einhalten der Bettruhe.
  • Des Weiteren sollte eine ausführliche Mundreinigung durchgeführt werden, im Rahmen von Zähneputzen und Gurgeln.
  • Wichtig ist, dass das Kind aufgrund des Fiebers viel trinkt und eine leicht verdauliche Nahrung zu sich nimmt. Die Nahrung sollte aufgrund der häufig auftretenden Mandelentzündung vor allem leicht zu schlucken sein.
  • Auch kühle Getränke und Eis können die Symptomatik lindern.
  • Saures und scharfes Essen sollte eher vermieden werden, da sie die Schleimhaut reizen.
  • Auch eine homöopathische Therapie kann Linderung verschaffen.

Da Antibiotika nur gegen Bakterien wirken und nicht gegen Viren, ist der Einsatz sinnlos. Teilweise wird das Pfeiffersche Drüsenfieber mit einer Mandelentzündung verwechselt und dann doch mit Antibiotika behandelt. Findet diese Behandlung dann mit einem Antibiotikum aus der Gruppe der Aminopenicilline statt, kommt es bei Vorliegen eines Pfeifferschen Drüsenfiebers zu einem charakteristischen Hautausschlag.

Lesen Sie mehr zum Thema: Behandlung des Pfeiffersche Drüsenfiebers

Komplikationen des Pfeifferschen Drüsenfiebers beim Kind

Ein Pfeiffersches Drüsenfieber sollte ärztlich betreut werden, damit Komplikationen früh genug erkannt werden können. Wenn begleitend ein Hautausschlag oder eine gelbliche Verfärbung der Haut auftritt und die Lymphknoten geschwollen sind, spricht dies für einen stärkeren Verlauf der Erkrankung, sodass unbedingt ein Arzt aufgesucht werden sollte.

Kommt es zu plötzlich einsetzenden heftigen Bauchschmerzen betont im linken Oberbauch und begleitender Blässe, sollte umgehend ein Notarzt gerufen werden, da der Verdacht für eine Milzruptur besteht. Eine vorliegende Milzruptur muss umgehend operiert werden.

Treten dunkelrote Hautflecken auf, deutet dies auf einen Mangel an Blutplättchen hin, sodass eine erhöhte Blutungsgefahr besteht, was ebenfalls lebensbedrohliche Folgen haben kann.

Weitere Komplikationen, die auftreten können, sind eine Atemnot aufgrund stark geschwollener Mandeln. Des Weiteren kann es zu einer Lungenentzündung, einer Leberentzündung mit begleitender Gelbsucht und einer Hirnhautentzündung kommen.

Allgemein gilt, dass es im Rahmen des Pfeifferschen Drüsenfiebers bei Kindern selten zu den aufgeführten Komplikationen kommt.

Bei welchen Symptomen sollte mein Kind ins Krankenhaus gehen?

Von einer Infektion mit dem Pfeifferschen Drüsenfieber sind meistens Kinder im Alter zwischen 4 – 16 Jahren betroffen. In den aller meisten Fällen verläuft die Infektion jedoch sehr mild und wird oftmals mit einer leichten Erkältung verwechselt.

Dennoch kann die Erkrankung auch in einen schwerwiegenden Verlauf mit Komplikationen einhergehen. Bei Fieber von über 39° und einer deutlichen Abnahme des Allgemeinbefindens sollte man darauf achten, ob sich die Wachheit des Kindes verändert.

Entwickeln Kinder Fieber, stellen sie oftmals das Trinken ein und nehmen zu wenig Flüssigkeit zu sich. Sie trüben ein und werden sehr schläfrig. In diesem Zustand sollte man sich ins Krankenhaus begeben, damit eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr gewährleistet werden kann und sich der Allgemeinzustand stabilisiert. Bei starker Lymphknotenschwellung, Hals – und Schluckbeschwerden kann es ebenfalls zu einer Reduktion der Flüssigkeits – und auch der Nahrungsaufnahme kommen.

Außerdem sollte das Kind im Krankenhaus überwacht werden, wenn starke Bauchschmerzen auftreten. Diese können im Rahmen einer Vergrößerung der Milz entstehen und im schlimmsten Fall auf eine Milzruptur hinweisen.

Besteht eine Meldepflicht beim Pfeifferschen Drüsenfieber?

Bei einem Einzelfall von einer Infektion mit dem Epstein Barr Virus besteht keine Meldepflicht. Das Infektionsgesetz sieht es nicht vor, dass eine Meldung erfolgen muss.

Kommt es jedoch innerhalb einer Gemeinschaftseinrichtung, also eines Kindergartens oder einer Schule, zu mehreren Vorfällen, so muss dies dem Gesundheitsamt durch eine Meldung mitgeteilt werden.

Ist ein Kind also an dem Virus erkrankt und wurde durch Blutuntersuchungen die akute Erkrankung bewiesen, so sollten die Eltern dies der Gemeinschaftseinrichtung mitteilen, in die ihr Kind geht. Die Einrichtung kann dann bei weiteren Erkrankungen eine Meldung durchführen.

Wie lange ist die Inkubationszeit?

Die Inkubationszeit des Pfeifferschen Drüsenfiebers ist variabel von etwa 1 Woche bis zu ungefähr 50 Tagen. Dies bedeutet, dass der Zeitraum von der Ansteckung mit dem Epstein Barr Virus bis zum Ausbruch der Symptomatik des Pfeifferschen Drüsenfiebers sich hinziehen kann von einer bis zu mehreren Wochen. In Einzelfällen kann sich die Inkubationszeit über Monate ausdehnen. Ein Infizierter ist schon während der Inkubationszeit ansteckend.

Wie ansteckend ist das Pfeiffersche Drüsenfieber beim Kind?

Die Zeit zwischen Ansteckung und Ausbruch der Erkrankung liegt zwischen 10 und 50 Tagen. Diese Zeit, die das Virus braucht, um den Körper zu infizieren, bezeichnet man als Inkubationszeit. Die Übertragung des Virus findet über Speichelkontakt statt, da das Virus über den Speichel ausgeschieden wird. Auch bevor die ersten Symptome auftreten, ist die Erkrankung schon ansteckend, da sich das Virus schon im Speichel befindet und folglich über eine Tröpfcheninfektion übertragen werden kann. Eine Ansteckungsgefahr kann noch lange über die akute Erkrankung hinaus gehen. In der Regel besteht eine Ansteckungsgefahr über einige Monate hinweg, teilweise aber auch über Jahre. Ist man bereits am Pfeifferschen Drüsenfieber erkrankt, ist man zukünftig dagegen immun.

Viele weitere Informationen erhalten Sie zu diesem Thema unter: So ansteckend ist das Pfeiffersche Drüsenfieber!

Wie lange dauert das Pfeiffersches Drüsenfieber beim Kind?

Wie lange eine Ansteckungsgefahr besteht, kann nicht eindeutig gesagt werden. Das Virus überdauert nach einer Infektion lebenslang im Körper eines Infizierten und wird auch immer wieder periodisch in den Speichel abgegeben. Die Patienten sind dann theoretisch ansteckend. Da fast die gesamt Bevölkerung über einem Alter von 30 mit dem Virus in Berührung gekommen ist, spielt die Ansteckungsgefahr, für diese keine Rolle mehr. Eine erhöhte Ansteckungsgefahr besteht aber auf jeden Fall während einer Infektion und einige Wochen nach einer Infektion, da währenddessen besonders viel des Virus in den Speichel ausgeschieden wird, sodass eine Ansteckung leichter ist. Für eine Ansteckung muss allerdings ein enger Kontakt zu einer infizierten Person bestehen, wie zum Beispiel beim Küssen.

Weitere Informationen finden Sie hier: Die Dauer des Pfeifferschen Drüsenfiebers

Besonderheiten beim Baby

Bei Kleinkindern und vor allem beim Baby verläuft das Pfeiffersche Drüsenfieber in den meisten Fällen ohne klinische Symptome. Oft wird die Infektion mit dem Epstein Barr Virus auch einfach mit einer Erkältung verwechselt.

Ist der Verlauf beim Baby mit hohem und langanhaltendem Fieber gekennzeichnet, sollte in jedem Fall ein Arzt aufgesucht werden. Dieser kann dann den Zustand beurteilen und die Therapie zur Linderung der Symptome einleiten. Vorranging wird dann das Fieber medikamentös gesenkt und auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr geachtet.

Erfahren Sie hier mehr zum Thema: Pfeiffersches Drüsenfieber beim Baby

Wann darf mein Kind wieder in den Kindergarten?

Ist ein Kind mit dem Pfeifferschen Drüsenfieber infiziert, so ist es vom Zeitpunkt der Infektion über den Ausbruch der Krankheit bis Wochen danach noch ansteckend. Kinder dürfen Gemeinschaftseinrichtungen, wie zum Beispiel den Kindergarten wieder besuchen, sobald die klinischen Symptome abgeheilt sind.

Bei einigen Krankheitsverläufen kommt es zur Beteiligung der Milz mit Vergrößerung. Dabei fürchtet man einen Riss der Milz, weswegen körperliche Schonung wichtig ist und ein Fernbleiben vom Kindergarten in dem Punkt außerdem sehr förderlich ist.

Kann mein Kind weiter in die Schule gehen?

Auf einen Schulbesuch sollte während einer Infektion verzichtet werden. Zum einen, weil andere noch nicht infizierte Kinder angesteckt werden können. Zum anderen geht die Krankheit oft mit einer starken Abgeschlagenheit und Ähnlichem einher, sodass die Kinder nicht in der Lage sind, sich zu Konzentrieren und einen Schultag durch zu stehen. Die Krankheit bessert sich vor allem durch das Einhalten von Ruhe.

Wann darf mein Kind Sport machen?

Während der akuten Krankheitsphase besteht eine absolute Indikation für einen Sportverzicht. Während dieser Phase sollte bei einer stark einschränkenden Symptomatik eine Bettruhe eingehalten werden. Auch sechs bis acht Wochen nach einer abgeklungenen Infektion besteht noch ein Sportverbot, da immer noch die Gefahr einer lebensgefährlichen Milzruptur besteht. Dieses Verbot gilt besonders dann, wenn durch den behandelnden Arzt eine Milzschwellung im Ultraschall nachgewiesen wurde. Dadurch dass die Milz geschwollen ist, ragt sie weiter aus dem Brustkorb heraus und ist so gegen Stöße oder ähnliches nicht gut geschützt, sodass es leichter zu Einrissen kommen kann, die dann zu einer lebensgefährlichen Bauchblutung führen. Durch die Schonung hat die Milz genug Zeit wieder abzuschwellen. Dies dauert meist sechs bis acht Wochen an. Nicht nur sportliche Aktivitäten, sondern auch kindliches Toben und Ballspielen oder Ähnliches sollten von den Eltern unterbunden werden.

Viele weitere Informationen erhalten Sie zu diesem Thema unter: Pfeiffersche Drüsenfieber und Sport

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 17.12.2018
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