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Spätfolgen des Pfeifferschen Drüsenfiebers

Einleitung

Das Pfeiffersche Drüsenfieber ist eine weltweit vorkommende Erkrankung, die durch den Epstein Barr Virus ausgelöst wird. Während der Krankheitsphase selbst kommt es zu typischen Symptomen wie Entzündung der Rachenmandeln, Lymphknotenschwellung und hohem Fieber. Die Spätfolgen des Pfeifferschen Drüsenfiebers, die auch nach einem relativen Abheilen der Viruserkrankung vorkommen können, sind hingegen nicht jedem bekannt. Ein Grund dafür ist, dass Komplikationen und Spätfolgen nur einen minimalen Anteil der Erkrankten betreffen. In Deutschland liegt die Durchseuchungsrate des Virus im Alter von 40 Jahren bei fast 100%.

Das können die Spätfolgen sein

Der Epstein Barr Virus befällt nach Eindringen in den menschlichen Organismus die humanen B-Lymphozyten.

In diesen vermehrt er sich und persistiert auch nach Abheilen der Krankheit. So kann der Virus im Grunde genommen jederzeit wieder ausbrechen oder chronifizieren, falls das Immunsystem stark geschwächt ist und den Virus nicht mehr kontrollieren kann.

Des Weiteren war es der Epstein Barr Virus, dem als erster Virus eine kanzerogene Fähigkeit bewiesen wurde. Es kann also viele Jahre nach der Infektion mit dem Erreger durch eine Reihe von Zusammenkünften zu einer Krebserkrankung kommen. Aber auch allein durch das Durchmachen der Pfeifferschen Erkrankung kann es in ganz seltenen Fällen noch Jahre nach Ausbruch der Erkrankung zu Folgen an bestimmten Organen kommen. So kann unter anderem die Leber, die Milz, das Gehirn oder das Immunsystem selbst betroffen sein. In einigen Fällen wird auch noch lange Zeit nach Abklingen der anderen klinischen Symptome von der charakteristisch für die infektiöse Mononukleose Müdigkeit berichtet.

Spätfolgen für die Leber

Während der frischen Infektion mit dem Epstein Barr Virus und dem Ausbruch der Krankheit kann es zu einer Leberbeteiligung mit Vergrößerung dieser kommen.

Die Leberwerte, die eine Leberzellschädigung anzeigen, sind in einigen Fällen erhöht und bestätigen diesen Krankheitsprozess. Eine mögliche Leberentzündung, also eine Hepatitis, heilt im Großteil der Fälle ohne weitere Folgen aus. Im schlechten Fall kann dies allerdings Spätfolgen für die Leber bedeuten, zum Beispiel durch eine Leberzirrhose, chronische Einschränkung der Funktion oder eine chronische Hepatitis.

Spätfolgen für die Milz

Bei einem sehr kleinen Anteil der an Pfeifferschem Drüsenfieber Erkrankten Menschen kann es zur Ruptur der Milz kommen. Die Milz als Lymphorgan kann reaktiv vergrößert sein während der Krankheit. Die genaue Größe kann im Ultraschall untersucht werden.

In der zweiten oder dritten Krankheitswoche ist die Gefahr am größten, dass es zu einem Riss kommt, da der Patient sich besser fühlt und wieder mit Aktivitäten beginnt. Ist die Milz rupturiert und nachhaltig geschädigt oder musste entfernt werden, bedeutet das eine höhere Anfälligkeit für bestimmte Erreger für diesen Patienten.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: Milzriss

Spätfolgen für das Gehirn

Bei schweren Verläufen eines Pfeifferschen Drüsenfiebers kann es zur Beteiligung des Zentralen Nervensystems kommen. Das kann sich zeigen durch ein Neuauftreten von Krampfanfällen, Guillain-Barré Syndrom, Bells Syndrom, Myelitis, Encephalitis, Meningitis oder Hirnnervenlähmungen.

Durch eine nicht reversible Schädigung des Nervensystems während eines dieser Symptome, können bleibende Beeinträchtigungen auch nach der Krankheit weiter bestehen. Narbengewebe im Gehirn kann weiter zu Krämpfen führen, eventuelle Lähmungen können persistieren und Entzündungsprozesse im Gehirn können das Gehör, die Kognition oder die Sehfähigkeit dauerhaft schädigen.

Spätfolgen für das Immunsystem

Da die Erreger des Pfeifferschen Drüsenfiebers direkt die Immunzellen des menschlichen Körpers befallen, sich dort vermehren und auch nach der Krankheit dort verbleiben, kann man von einer lebenslangen Persistenz im Körper sprechen.

Bleibt das Immunsystem intakt, kann es den Virus in den B-Lymphozyten kontrollieren. Ist das Immunsystem durch andere Faktoren geschädigt, zum Beispiel bei einer HIV-Infektion, kann das Virus reaktiviert werden. Auch hat man herausgefunden, dass durch den Epstein Barr Virus die Funktion des Immunsystems geschwächt werden kann und in manchen Gegenden Afrikas oder Asiens bestimmte Krebsarten im Zusammenhang damit häufiger vorkommen können.

Lesen Sie hierzu auch folgenden Artikel: Wie kann man das Immunsystem stärken?

Müdigkeit als Spätfolge

Kennzeichnend für den typischen Verlauf eines Pfeifferschen Drüsenfiebers ist die ausgesprochen starke Müdigkeit über die Zeit der Krankheit. In einigen Fällen kann es auch nach Abheilen der anderen Krankheitssymptomatik zum Bestehen dieser ausgeprägten körperlichen Schwäche kommen.

Die Patienten beschreiben einen durchgehend von Müdigkeit geprägten Zustand, der sich auch nicht durch Bettruhe bessert. Insbesondere Schlaf wird nicht als erholsam empfunden und gewöhnliche Alltagsaktivitäten erfordern mehr Anstrengung als sonst. Für dieses Symptom wurde bisher keine organische Ursache festgestellt.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: Immer müde - Was kann ich tun? 

Depression als Spätfolge

Man hat festgestellt, dass einige Viren mit dem Krankheitsbild einer Depression im direkten Zusammenhang stehen. Einer dieser Viren ist auch das Epstein Barr Virus, das das Pfeiffersche Drüsenfieber auslöst.

Besonders in Verbindung mit dem chronischen Erschöpfungssyndrom wird in einigen Fällen das Auftreten von Antriebslosigkeit, Verlust von Motivation für bisher gern ausgeführten Tätigkeiten und Gedankenkreisen beschrieben. In diesem Fall sollte nicht gezögert werden, einen Arzt aufzusuchen und eine Psychotherapie zu beginnen.

Lesen Sie hierzu mehr unter: Anzeichen einer Depression oder Therapie der Depression

Was ist das chronische Erschöpfungssyndrom?

Sehr häufig wird ein durchgemachtes Pfeiffersches Drüsenfieber mit einem chronischen Erschöpfungssyndrom in Verbindung gebracht.

Das chronische Erschöpfungssyndrom, auch als Myalgische Enzephalomyelitis bezeichnet, definiert in der Medizin einen Zustand von langanhaltender, außergewöhnlicher Müdigkeit. Diese tritt vor allem nach körperlicher Betätigung auf und ist für den Betroffenen einschränkend in seiner Lebensaktivität.

Pathologien finden sich hierbei im Immunsystem, in der Regulation der Hormone und in einer Fehlfunktion des Nervensystems. Wissenschaftler vermuten, dass das chronische Erschöpfungssyndrom durch eine Infektion eingeleitet wird, wie zum Beispiel durch den Epstein Barr Virus.

Was sind die Spätfolgen bezogen auf Sport?

Nach dem Abheilen der Symptome des Pfeifferschen Drüsenfiebers sollten je nach Schwere der Krankheit einige Parameter abschließend vom behandelnden Arzt untersucht werden, bevor mit dem Sport wieder begonnen wird.

So sollten Milz- und Lebergröße bestimmt werden. Auch die zuvor pathologischen Parameter in der Blutuntersuchung können erneut untersucht werden.

Falls es im Rahmen des Pfeifferschen Drüsenfiebers zu einer Blutarmut (Anämie) kam, kann das die Belastung beim Sport deutlich beeinträchtigen. Aber auch insgesamt berichten viele Patienten von einer langwierigen Trainingsdauer, bis der ehemalige Fitnesszustand von vor der Krankheit wieder erreicht wird.

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Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 17.12.2018
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