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Chronisches Pfeiffersches Drüsenfieber

Definition - Was ist ein chronisches Pfeiffersches Drüsenfieber?

Das chronisch aktive Pfeiffersche Drüsenfieber ist wie der der Name schon sagt eine chronifizierte Form des akuten Pfeifferschen Drüsenfiebers, der "infektiösen Mononukleose". Definiert wird es als das Auftreten von Krankheitsbeschwerden auch noch nach 3 Monaten nach der Infektion mit dem Ebstein Barr Virus.

Es handelt sich dabei um eine seltene, voranschreitend verlaufende Krankheit mit dem Beginn durch eine akute Infektion mit dem Pfeifferschen Drüsenfieber. Es können sowohl Erwachsene als auch Kinder betroffen sein. Die chronisch aktive Form der infektiösen Mononukleose ist sehr selten.

Erfahren Sie hier mehr zum Thema: Chronische Erkrankung oder zu den Spätfolgen des Pfeifferschen Drüsenfiebers

Ursachen für eine Chronifizierung des Pfeifferschen Drüsenfiebers

Es gibt einige komplexe Umstände den menschlichen Körper betreffend, die dazu führen können, dass eine EBV-Infektion chronifiziert. So ist zum Beispiel zu erwähnen, dass in Deutschland die Durchseuchungsrate einer durchgemachten Infektion von Pfeifferschem Drüsenfieber bei fast der gesamten Bevölkerung im Alter von 40 Jahren liegt. Das bedeutet, dass fast alle 40-Jährigen Menschen in Deutschland im Laufe ihres Lebens eine EBV Erkrankung durchgemacht haben.

Die Antikörper dagegen befinden sich im Sinne des Immungedächtnisses ein Leben lang im Blut eines Menschen. Immungeschwächte erkranken oft mit schwerer verlaufender Symptomatik als Immunkompetente Menschen. Der Grund dafür ist, dass das Epstein Barr Virus bestimmte Abwehrzellen befällt, die für eine adäquate Immunabwehr wichtig sind.

Somit ist die Wahrscheinlichkeit höher für Menschen mit einer Immunschwäche, sich nicht ausreichend von der akut aktiven Infektion zu erholen oder eine chronisch aktive Form des Pfeifferschen Drüsenfiebers zu entwickeln. Die exakten Gründe für eine Chronifizierung hat man leider noch nicht herausgefunden.

An diesen Symptomen erkennt man ein chronisches Pfeiffersches Drüsenfieber

Die Symptome des chronisch aktiven Pfeifferschen Drüsenfiebers sind denen der akuten Form sehr ähnlich, wenn auch die chronische Form etwas unspezifischer verlaufen kann. Bei den meisten chronisch Erkrankten kommt es zu Fieber mit Schüttelfrost und Entzündungen im Halsbereich. Variabel dazu ist das Vorkommen von stark ausgeprägter Müdigkeit, Konzentrationsproblemen, Schwierigkeiten sich an alles zu erinnern und einem reduzierten Allgemeinzustand. Dazu kommen können wie bei der akuten Form Entzündungen der Rachenmandeln und eine Vergrößerung der Milz. Das ist in einer Ultraschalluntersuchung des Bauchraumes feststellbar. Des Weiteren kann es zu einer Beteiligung der Leber mit eventueller Gelbfärbung der Haut, dem sogenannten Ikterus, kommen.

Im Vordergrund der chronisch aktiven Form ist die Einschränkung der Aktivitäten durch die stark ausgeprägte Müdigkeit, was sehr belastend für den Patienten ist. Zusätzlich kann es zu diffusen Schmerzen am ganzen Körper kommen. Bei der chronischen Form des Pfeifferschen Drüsenfiebers müssen die Symptome laut Definition länger als 3 Monate bestehen.

Lesen Sie hierzu auch unseren Artikel über die Spätfolgen des Pfeifferschen Drüsenfiebers

Diagnose des chronischen Pfeifferschen Drüsenfiebers

Die chronisch aktive Form der infektiösen Mononukleose ist entweder über eine Blutuntersuchung diagnostizierbar oder über eine Probeentnahme aus lymphatischem Gewebe. So besagt die laborchemische Definition entweder, dass im Blut nachweisbar die DNA des Ebstein Barr Virus zu finden ist oder dass EBV-positive Lymphozyten im lymphatischen Gewebe des Erkrankten zu finden sind. Dafür muss eine Gewebeprobe aus zum Beispiel den Rachenmandeln oder Lymphknoten entnommen werden.

Blutwerte beim chronischen Pfeifferschen Drüsenfieber

Bei einer Erkrankung mit dem Pfeifferschen Drüsenfieber können die Blutwerte einige wichtige Aussagen liefern. So sind häufig schon bei der akuten Infektion LDH (Indikator für Zelluntergang) und die Transaminasen (Indikator für Leberbeteiligung) erhört. Außerdem sind bestimmte Antikörper nachweisbar, die IgM-Antikörper deuten auf eine aktive Krankheit hin und die IgG-Antikörper zeigen, dass eine Infektion in der Vergangenheit durchgemacht wurde.

Wird ein Blutausstrich angefertigt, kann der Untersucher die verschiedenen Blutzellen genau untersuchen. Hier kann man im Falle einer Erkrankung vermehrt Lymphozyten sehen, die durch die Bekämpfung des Virus verändert sind und den Monozyten ähneln. Deswegen heißt es auch „Infektiöse Mononukleose“. Wegweisend für die Diagnose einer chronisch aktiven Form ist die Untersuchung der Virus-DNA im Blut und die Krankheitsdauer von über 3 Monaten. IgG ist erhört und IgM kann erhöht oder normwertig sein.

Das chronische Erschöpfungssyndrom

Das chronische Erschöpfungssyndrom ist ein komplexes Krankheitsbild, welches durch extreme Müdigkeit gekennzeichnet ist und noch nicht durch eine organische Ursache erklärbar ist. Häufig wird es in Zusammenhang mit dem Pfeifferschen Drüsenfieber gebracht. Bei einer symptomatischen Erkrankung mit dem Pfeifferschen Drüsenfieber wird häufig eine ausgeprägte körperliche Schwäche und Müdigkeit beobachtet, die auch nach Ausheilen der anderen Symptome über mehrere Wochen hinweg andauern kann. Bei einem chronischen Erschöpfungssyndrom ist die Ausführung von Alltagsaktivitäten eingeschränkt und Bettruhe führt nicht zur Besserung des Allgemeinzustandes.

Behandlung des chronischen Pfeifferschen Drüsenfiebers

Grundsätzlich steht bei der Therapie des Pfeifferschen Drüsenfiebers die Verbesserung und Linderung der Symptome im Vordergrund.

  • Körperliche Schonung sollte eingehalten werden.
  • Bei starken Schmerzen und Fieber können Schmerzmittel wie Ibuprofen und Aspirin® oder andere fiebersenkende Schmerzmittel wie Paracetamol helfen.
  • Durch das Fieber und die Abwehrprozesse im Körper ist der Erkrankte gefährdet, viel Flüssigkeit zu verlieren. Deshalb muss auf eine ausreichende Trinkmenge geachtet werden.
  • Bei Halsentzündungen darf kein Ampicillin gegeben werden, da eine Virusinfektion vorliegt und manche Antibiotika beim Epstein Barr Virus einen Hautausschlag auslösen.

Weitere Informationen erhalten Sie hier: Behandlung des Pfeifferschen Drüsenfiebers

Die Therapie des chronisch aktiven Pfeifferschen Drüsenfiebers ist momentan noch nicht ausreichend durch klinische Studien belegt. Von einigen Medizinern wird Aciclovir empfohlen, ein Virustatika, das die Vermehrung des Virus stoppt. Außerdem ist Interleukin 2 im Gespräch, welches ein Gewebshormon ist, das Teil Immunsystems des Menschen ist. In Einzelfällen hat eine Stammzelltransplantation zur Heilung geführt.

Zusammenfassend ist also festzuhalten, dass noch keine etablierte Therapieform für die chronisch aktive Form des Pfeifferschen Drüsenfiebers existiert und im Einzelfall je nach Zustand des Patienten entschieden werden muss.

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Homöopathie beim chronischen Pfeifferschen Drüsenfieber

Der ganzheitliche Therapieansatz der Homöopathie beschäftigt sich seit Jahren eingehend mit möglichen Verbesserungen für die Symptomatik einer chronisch aktiven Epstein-Barr-Virus-Infektion. Hierbei wird durch verdünnte Wirkstoffe versucht, regulatorische Prozesse des Körpers in Gang zu bringen und den Heilungsprozess zu unterstützen. Ziel ist eine Veränderung in den Zellen und Organen des Körpers zu erhalten durch eine Stärkung des Immunsystems. Bei Interesse einer naturheilkundlichen Therapie kann ein eine homöopathische Praxis aufgesucht werden.

Weitere Informationen finden Sie hier: Homöopathie beim Pfeifferschen Drüsenfieber

Dauer / Prognose

Da die chronisch aktive Form des Pfeifferschen Drüsenfiebers sehr selten vorkommt, kann man keine generelle Aussage über die Dauer oder die Prognose der Krankheit machen. Grundsätzlich gilt, dass die Symptome über 3 Monate bestehen müssen, damit die Voraussetzungen für eine chronische Erkrankung vorliegen. Je nach individuellem Zustand und Ansprechen auf die Therapie fällt die Dauer der Symptome unterschiedlich aus. Die Prognose der Krankheit ist vor allem abhängig von Komplikationen, die auftreten können.

Wann darf man wieder Sport machen?

Grundsätzlich ist auch bei dem Wiederaufnehmen von sportlichen Aktivitäten wichtig, dass er Gesamtzustand jedes Patienten einzeln beurteilt wird und dementsprechend die Entscheidung getroffen wird. Kam es zu einer Milzvergrößerung, so ist körperliche Schonung wichtig, bis im Ultraschall die Normalgröße der Milz vom Arzt gemessen wird.

Das Blutbild betreffend sollte vor allem die Viruslast untersucht werden und Sport erst wieder betrieben werden, wenn die Virus DNA nicht mehr nachzuweisen ist. Durch übermäßige Anstrengung kann das Immunsystem zu sehr gefordert werden und der Heilungsprozess gestört werden.

Außerdem empfiehlt es sich, eine Normalisierung des Blutbildes und der Leberwerte abzuwarten.

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 01.03.2019
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