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Symptome einer Herzmuskelentzündung

Einleitung

Das Herz ist ein großer Muskel (Herzmuskel) und besteht insgesamt aus drei verschiedenen Schichten.

Die äußere Schicht, auch Epikard genannt, besteht aus Bindegewebe und ist mit der Muskulatur verwachsen. Die mittlere Schicht bildet die Muskelschicht, die auch Myokard genannt wird. Die innerste Schicht, das Endokard, besteht aus Epithelzellen und kleidet das Herz völlig aus. Bei einer Herzmuskelentzündung entzündet sich nur die mittlere Schicht, also die Muskelschicht. Die Entzündung kann entweder durch eine bakterielle oder virale Infektion entstehen oder ohne eine Infektion beispielsweise im Rahmen einer rheumatoiden Arthritis.


Allgemeine Symptome

Der Verlauf einer Herzmuskelentzündung (Myokarditis) kann ganz unterschiedliche Formen annehmen. Die meisten Myokarditiden verlaufen ohne oder mit milden klinischen Symptomen.
In extremen Fällen kann das erste Symptom einer Herzmuskelentzündung, gefährliche Herzrhythmusstörungen, sowie ein plötzlicher Herztod sein. Eine chronische Myokarditis kann eine dilatative Kardiomyopathie mit entsprechenden Symptomen auslösen. Die Beschwerden, die Patienten mit einer infektiösen Myokarditis zeigen, stehen meist mit dem ursprünglichen Effekt in Zusammenhang.
Treten Symptome auf und wird die Herzmuskelentzündung somit klinisch, klagen die Patienten meistens über:

Einen unnatürlich schneller Puls kann der Patient ebenfalls als Symptome angeben (Tachykardie), sowie Fieber. Das von ihm angegebene Herzstolpern wird sich durch ein EKG vermutlich als Extrasystole (Herzrhythmusstörungen) darstellen lassen.
In extremen Verlaufsfällen zeigen die Patienten die Symptome einer Herzinsuffizienz, die von Atemnot, Leistungsabfall bis hin zu geschwollenen Beinen (Ödeme) reichen können.

Herzmuskelentzündung erkennen

Die Symptomatik eines entzündeten Herzmuskels lässt sich an relativ vielen Blutbildparametern und Untersuchungen erkennen. Zumeist fällt den betroffenen jedoch ein deutlicher „Leistungsknick“ auf. Das Herz kann also nicht so viel Blut umpumpen, wie theoretisch benötigt würde.
Im Blutbild finden sich leicht bis mittelschwer erhöhte Entzündungsparameter wie die Leukozytenzahl oder das C-reaktive Protein. Außerdem lässt sich im Blutbild mit einer Spezialuntersuchung auch das Absterben von Herzmuskelzellen nachweisen.
Mithilfe des Ultraschalls kann man da eingeschränkte Schlagvermögen des Herzens sichtbar machen und mithilfe einer sogenannten Biopsie kann das entzündete Herzgewebe direkt untersucht werden.

Lesen Sie mehr zum Thema unter: Herzmuskelentzündung
 

Die typischen Symptome

Grippale Symptome

Die Symptome einer Herzmuskelentzündung sind meist sehr unspezifisch und veranlassen die Patienten nicht sofort zu einem Gang zum Arzt. Häufig fällt die Herzmuskelentzündung lediglich durch verminderte Belastbarkeit und schnell eintretende Ermüdungserscheinungen auf. Folge oder Begleiterscheinung der Viruserkrankung sind grippale Anzeichen wie Abgeschlagenheit, Müdigkeit, Unwohlsein. Außerdem ist die Funktion des Herzens eingeschränkt, was sich in einer eingeschränkten Leistungsfähigkeit bemerkbar macht.
Bei der Befragung betroffener Patienten berichten diese jedoch sehr oft von Erkältungskrankheiten, die im Vorfeld der Herzmuskelentzündung aufgetreten waren. Besonders häufig litten die Patienten vorher unter Husten, Schnupfen, Kopf-und Gliederschmerzen, sowie Fieber.

Husten

Die Symptome des grippalen Infekts können auch gleichzeitig mit den Symptomen der Herzmuskelentzündung auftreten; der Infekt muss nicht komplett ausgestanden sein, damit sich die Herzmuskelentzündung ausbilden kann.

Dementsprechend ist ein bestehender Husten zwar nur ein direktes Symptom eines grippalen Infektes, kann jedoch indirekt bei zusätzlich bestehender Leistungsminderung und Atemnot bei Belastung den Verdacht auf eine Herzmuskelentzündung lenken.

Zusätzlich klagen viele Patienten mit Herzmuskelentzündung über häufige Herzrhythmusstörungen in Form von spürbarem „Herzstolpern“. Dieses kann so ausgeprägt sein, dass es einen Hustenreiz hervorruft.

Des Weiteren kann es im Verlauf der Erkrankung zu Schmerzen kommen, die bis in die Arme ausstrahlen. Die Schmerzen verschlechtern sich in der Regel beim Liegen und lassen sich durch tiefes Einatmen und Husten verstärken. Später einsetzende Symptome einer Herzmuskelentzündung können Appetit- und Gewichtsverlust sein.

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Gliederschmerzen

Gliederschmerzen oder auch Muskelschmerzen treten meist schon bei relativ banalen Infekten auf und sollten somit auch bei einer schwerwiegenden Erkrankung wie der Myokarditis nicht verwundern. Sie entstehen zum einen durch eine eingeschränkte Entfernung der Krankheitserreger aus dem Körper. Da sie nicht schnell genug von Leber und Niere aus dem Körperkreislauf gezogen werden können, beginnen sie sich überall abzulagern und werden erst bei Besserung des Gesundheitszustandes aus dem Körper eliminiert.
Zum zweiten schüttet der Körper sogenannte Entzündungsmediatoren aus, die ihm zum einen helfen, die Bakterien oder Viren zu detektieren, die aber leider  auch dafür sorgen, dass der Körper schmerzanfälliger wird.

Blutdruckveränderungen

Neben den Symptomen wie Müdigkeit, rascher Ermüdbarkeit, plötzlicher Leistungsknick und Herzrasen kann ein weiteres richtungsweisendes Symptom einer bestehenden Herzmuskelentzündung das Auftreten von niedrigem Blutdruck sein.

Einen niedrigen Blutdruck bezeichnet der Mediziner als Hypotonie, gemeint sind damit Blutdruckwerte unter 100/60 mm Quecksilbersäule. Die beiden Werte bestehen aus einem sogenannten systolischen Wert und einem diastolischen Wert.

Der systolische Wert ist der jeweils höhere Wert und entsteht während der Auswurfphase des Herzens, der sogenannten Systole. Er ist ein Maß für die Kraft des Herzens, besser gesagt die Auswurfkraft des Herzens mit welcher das Herz das Blut in den Körperkreislauf pumpt. Der diastolische Wert ist der niedrigere von beiden. Er entsteht in der Entspannungsphase des Herzens in der es sich mit Blut füllt.
Er ist ein Maß für die Elastizität der Gefäße. Im Rahmen einer Herzmuskelentzündung kommt es zu einer Schädigung der Muskelzellen am Herzen, sodass diese nicht mehr regelrecht arbeiten können. Es kommt also zu einer Schwächung der Leistungsfähigkeit des Herzens, was medizinisch auch als Herzinsuffizienz bezeichnet wird.
Zusätzlich können Störungen des Herzrhythmus entstehen, die besonders gefährlich werden können. Durch die Schwächung des Herzmuskels kann dieser in der Auswurfphase das Blut nicht mehr so effektiv und kraftvoll in den Körperkreislauf pumpen. Dieses kann sich in einem niedrigen Blutdruck, der Hypotonie, äußern.
Die Patienten leiden bei einer Schwäche des Herzens außerdem an einer rascheren Ermüdbarkeit und einer verringerten Leistungsfähigkeit.

Fieber

Eine Herzmuskelentzündung entsteht häufig durch die Verschleppung eines grippalen Infektes. Die Patienten berichten oftmals von im Vorfeld aufgetretenem Husten, Schnupfen, Kopf- und Gliederschmerz und Fieber. Die Herzmuskelentzündung selber äußert sich nicht unbedingt durch typische Infektionszeichen, sondern eher durch unspezifische Symptome, wie reduzierte Belastbarkeit, Abgeschlagenheit und Atemnot, die bei bereits geringer körperlicher Belastung auftritt.

Fieber ist ein Symptom im Rahmen entzündlicher Erkrankungen, das die Reaktion des Organismus auf Krankheitserreger/Fremdkörper oder sonstige störende Faktoren anzeigt. Dementsprechend kann Fieber auch als Symptom im Rahmen einer Herzmuskelentzündung auftreten.

Es ist jedoch keineswegs zwingende Voraussetzung für die Diagnose einer Herzmuskelentzündung. Da sich die Erkrankung in vielen Fällen sehr symptomarm präsentiert, gehört Fieber auch nicht zu den häufigsten Symptomen einer Herzmuskelentzündung.

Wenn es jedoch auftritt, sollte körperliche Anstrengung unbedingt vermieden werden. Generell gilt, dass auf sportliche Aktivitäten während einer Infektion (egal ob mit oder ohne Fieber) verzichtet werden sollte, um das Risiko einer nachfolgenden Herzmuskelentzündung zu minimieren.

Sobald man Symptome, die zu einer Herzmuskelentzündung passen könnten, während/nach einem grippalen Infekt an sich beobachtet, sollte möglichst schnell ein Arzt konsultiert werden. Der Verlauf und die Symptome der Erkrankung können von Patient zu Patient sehr stark variieren, weshalb es keine festgelegten typischen Symptome gibt.

Die Mehrzahl der Patienten bemerkt von der Erkrankung zunächst überhaupt nichts. Tritt im Anschluss an einen grippalen Infekt plötzlich wieder Fieber auf, insbesondere im Zusammenhang mit einem Leistungseinbruch, Atemnot und/oder Herzstolpern, so sollte dies Anlass für einen Arztbesuch sein. Dies gilt auch für hohes Fieber während eines Infektes mit zusätzlicher ungewöhnlicher Schlappheit, Atemnot und Herzrhythmusstörungen.

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Schwitzen

Prinzipiell schwitzt ein Mensch vor allem zum Zweck der Wärmeregulation.

Über den Mechanismus des Schwitzens kann der Körper überschüssige Wärme an die Umgebung abgeben. Hiermit kann der Mensch seine Körpertemperatur gleich halten. Neben der Regulation der Körpertemperatur kann schwitzen die Folge einer Stressreaktion des Körpers sein.
Wenn es also zu Stress für den Körper kommt, dann spielt dabei das sogenannte sympathische Nervensystem eine tragende Rolle, das ein Teil des vegetativen Nervensystems ist. Dieses sympathische Nervensystem steuert die Schweißdrüsen und so führt dessen Aktivierung zum Schwitzen.

Schwitzen infolge von Stress tritt durchaus auch bei vielen Erkrankungen auf. So können Luftnot oder starke Brustschmerzen im Rahmen eines Herzinfarkts oder eben einer Myokarditis zu einer Stressreaktion des Körpers führen, wodurch starkes Schwitzen hervorgerufen werden kann.
Im Gegensatz zur Wärmeabgabe, bei der die Patienten schwitzen und warm sind, zeichnen sich die Patienten, die durch eine Stressreaktion schwitzen durch kühle und feuchte Haut aus. Ein weiterer Grund, der zum Schwitzen im Rahmen einer Herzmuskelentzündung führen kann, ist die Ursache einer Myokarditis. Wenn eine Herzmuskelentzündung beispielsweise seine Ursache in einer bakteriellen oder viralen Infektion hat, dann kommt es häufig als Reaktion des Körpers auf eine Infektion zu Fieber und dadurch zum Schwitzen.

Rückenschmerzen

Rückenschmerzen sind ein sehr unspezifisches Symptom einer Myokarditis. Ähnlich eines Herzinfarktes können sie, müssen aber nicht zwangsweise auftauchen. Die Schmerzen scheinen dabei meist in den Rücken auszustrahlen oder sogar hier ihren Ursprung zu haben. Mithilfe von Abtasten und leichtem Abklopfen der Wirbelsäule sowie einer Rundumbewegung der Wirbelsäule lässt sich jedoch feststellen, dass die Schmerzen weder knöchernen noch muskulären Ursprungs sind, sondern ihren Ursprung an einer andren Stelle als der Wirbelsäule haben müssen.

Schmerzen von Milz und Leber

Zur Schwellung von Leber und Milz kann es infolge der ungenügenden Pumpleistung des Herzens während einer Herzmuskelentzündung kommen. Das Blut staut sich sozusagen in den Körper zurück, da das Herz nicht so viel Blut wieder in den Körper pumpen kann, wie er Körper dem Herzen wieder zur Verfügung stellt. Da es Blutgefäße aus Leber und Milz gibt, die dem Herzen das Blut zuführen, kommt es im Falle der unzureichenden Pumpleistung neben der Ödembildung auch zum Rückstau in diese beiden Organe.
Feststellen lässt sich die Vergrößerung durch Tasten unter dem rechten und linken Rippenbogen oder relativ unkompliziert mithilfe eines Ultraschallgeräts.  

Übelkeit

Ähnlich wie beim Herzinfarkt kommt es auch bei der akuten Myokarditis häufig zu Übelkeit und Erbrechen. Warum genau es zum Erbrechen kommt, ist noch nicht wirklich geklärt, jedoch können diese beiden Symptome mit Medikamenten recht gut behandelt werden.
 

Symptome bei Babys

Auch Babys können eine Herzmuskelentzündung entwickeln. Da dies ein lebensbedrohliches Krankheitsbild darstellt, ist auf jegliche Anzeichen der Erkrankung unbedingt zu achten und frühzeitig ein Arzt aufzusuchen, sobald ein derartiger Verdacht besteht.

Je nach Alter des Kindes kann sich eine Herzmuskelentzündung sehr unterschiedlich präsentieren. Das Baby kann gar keine Symptome zeigen oder aber auch schwer krank wirken. Allgemein gilt, je jünger das Baby ist, desto höher ist das Risiko, dass die Herzmuskelentzündung sich zu einer chronischen Erkrankung entwickelt. Je später die richtige Diagnose gestellt wird, desto schlechter die Prognose.

Babys, die unter einer Herzmuskelentzündung leiden, können einige Symptome zeigen, die den Verdacht auf eine solche Erkrankung lenken können. Sie können beispielsweise plötzlich teilnahmslos/apathisch wirken, weniger oder kaum noch trinken und Fieber entwickeln. Weitere mögliche Anzeichen sind kurzzeitige Atemaussetzer (Apnoe), vermehrte Schweißproduktion und blaue Lippen oder eine blaue Zunge (Zyanose). Die Zyanose ist ein Anzeichen für eine bereits fortgeschrittene Beeinträchtigung des Herzmuskels, da sie den Sauerstoffmangel des Gewebes anzeigt.

Weist das Baby zudem noch Symptome wie einen sehr schnellen Herzschlag oder neu aufgetretene Herzrhythmusstörungen auf, so sollte es unbedingt einem Arzt vorgestellt werden. Jeder Hinweis auf eine mögliche Herzmuskelentzündung ist unbedingt ernstzunehmen. Je früher die Erkrankung diagnostiziert wird, desto früher kann eine adäquate Therapie begonnen werden und desto geringer ist das Risiko für Folgeschäden am Herzen des kleinen Patienten.

Diagnose einer Herzmuskelentzündung

Auch bei der Herzmuskelentzündung ist die Anamnese (Krankengeschichte) des Arztes in erster Linie von Bedeutung für die Diagnose. Wichtig ist für den Arzt, herauszufinden, ob in näherer Vergangenheit Infektionen vorlagen.

Bejaht dies ein Patient, muss auch an eine Herzerkrankung gedacht werden. Die körperliche Untersuchung durch den Arzt wird in den meisten Fällen keinen auffälligen Befund bringen.
Lediglich das Abhören (Auskultation) der Herztöne kann unter Umständen Tachykardie (Ruhepuls über 100 Schläge/Minute) und einen unregelmäßigen Herzschlag (Arrythmie) aufzeigen. Wichtig ist bei jedem Myokarditisverdächtigen Patient ein EKG anzufertigen. Als eines der wichtigsten Diagnosekriterien, kann die Auswertung der Erregungsbildung des Herzmuskels, wichtige Hinweise auf eine Myokarditis geben. Auch ein Langzeit-EKG sollte in Betracht gezogen werden.

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Wichtig ist auch die Blutuntersuchung des Patienten. Hierbei werden in der Regel folgende Parameter untersucht:

  • CK/CK-MB
  • Troponin (die Erhöhung dieser Werte sprechen eigentlich für einen Herzinfarkt, können aber auch bei einer Myokarditis erhöht sein).

Des Weiteren werden noch Entzündungsparameter im Blut überprüft, um eine Infektion nachzuweisen (Blutsenkungsgeschwindigkeit/ BSG und C-reaktives Protein/CRP-Wert).

Bakteriologische und virologische Untersuchungen können ebenfalls hilfreich sein. Hierbei wird entweder eine Stuhlprobe des Patienten auf Bakterien untersucht oder eine Blutprobe entnommen und diese im Labor in einem Inkubator bebrütet. Das Hormon BNP gibt Hinweis auf eine voranschreitende Herzinsuffizienz, die ja, wie bereits beschrieben, aus einer Myokarditis (Herzmuskelentzündung) resultieren kann.

Als bildgebende Verfahren kann der Arzt ein Ultraschall des Herzens, eine Röntgenaufnahme des Brustkorbes oder eine Magnetresonanztomographie anordnen. Der Ultraschall gibt bei einer Myokarditis (Herzmuskelentzündung) oft ein unauffälliges Bild wieder. Gelegentlich können hier aber ein Erguss des Herzbeutels und Bewegungsstörungen des Herzmuskels gesehen werden.
Im Falle einer Herzinsuffizienz würde man in der Röntgenaufnahme eine entsprechende Vergrößerung des Herzschattens, sowie eine Lungenstauung erkennen.

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Die Magnetresonanztomographie (MRT) vom Herzen kann unter Umständen eine verspätete Kontrastmittelanreicherung als Zeichen einer Myokarditis erkennen lassen. Eine Signalerhöhung im Herz-MRT würde in diesem Falle für ein Ödem im Bereich des Herzmuskels sprechen.
Das MRT des Herzens bietet des Weiteren die Möglichkeit, eine gezielte Probenbiopsie dem Herzmuskel zu entnehmen, um diese aus histologischer Sicht zu betrachten. In extremen Fällen kann die Myokardprobenbiopsie durch eine Herzkatheteruntersuchung notwendig sein.

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Herzmuskelentzündung und Sport

Gerade sportliche Aktivitäten oder sogar Leistungssport können im Rahmen einer Herzmuskelentzündung sehr gefährlich werden.

Durch die Entzündung ist das Herz deutlich angegriffen und kann somit nicht richtig auf die gesteigerte körperliche Aktivität reagieren, sodass es im schlimmsten Fall zum plötzlichen Versagen führen kann.
Grundsätzlich sollte daher im Rahmen eines grippalen Infektes oder auch eines allgemeinen fieberhaften Infekts auf sportliche Aktivität für einige Zeit verzichtet werden, um das Risiko der Entstehung einer Herzmuskelentzündung vorzubeugen.

Mögliches Symptom einer beginnenden Herzmuskelentzündung, das sich vielleicht vor allem am Anfang erst im Rahmen erhöhter körperlicher Aktivität oder auch beim Leistungssport zeigen kann, ist eine deutlich schnellere Ermüdbarkeit. So kann es dazu kommen, dass man beim Laufen vielleicht nicht mehr seine übliche Strecke bewältigen kann oder eben deutlich mehr Zeit für diese benötigt.
Möglicherweise kann es zu vermehrten Gliederschmerzen nach dem Sport kommen. Weitere Symptome der Herzmuskelentzündung, die sich im Rahmen von Sport zeigen oder verschlimmern können, sind neu aufgetretene Herzrhythmusstörungen, vermehrtes Herzstolpern oder auch ein deutlich schnellerer Herzschlag.
Auch Schmerzen im Bereich des Brustkorbs können ein Zeichen einer beginnenden Herzmuskelentzündung sein. Je nach Schweregrad der Entzündung kann es zudem zu vermehrter Atemnot und Kurzatmigkeit kommen.
Zu Beginn der Erkrankung führt meist nur schwere körperliche Belastung wie Sport zu Atemnot. Im weiteren Verlauf der Erkrankung oder bei deutlicher Verschlechterung der Erkrankung kann Atemnot auch schon bei leichter körperlicher Belastung wie dem Treppensteigen auftreten.

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Zusammenfassung

Unter einer Myokarditis (Herzmuskelentzündung) versteht man die Entzündung des Herzmuskels. Diese entsteht in den häufigsten Fällen durch Viren (50% aller Myokardititen).
Man unterscheidet infektiöse Ursachen, zu denen:

  • Viren
  • Bakterien
  • Pilze
  • Protozoen
    und
  • Parasiten

gehören.
Die zweite Form wird durch nichtinfektiöse Ursachen ausgelöst (rheumatische Erkrankungen, Entzündungen der Gefäße (Vaskulitiden), strahlenbedingte Myokardititen und Arzneimittelunverträglichkeiten).
Auch kann es Herzmuskelentzündungen durch eine Überreaktivität des Immunsystems kommen.
In diesem Fall können meist Antikörper im Blut nachgewiesen werden. Herzmuskelentzündungen verlaufen in der Regel ohne größere Symptome, was die mögliche Gefahr aber nicht schmälert. Häufig treten Hermuskeletzündungen nach durchgemachten Infektionen in der näheren Vergangenheit auf. Besonders wichtig sind hierbei die sogenannten Beta-hämolysierenden Streptokokken.
Löst eine Myokarditis Symptome aus, klagen die Patienten oft über Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Fieber, Herzrhythmusstörungen bis hin zu schweren Herzinsuffizienzsymptomen. Neben der Anamnese, in der der Arzt durchgemachte Infektionen erfragt, benötigt er ein Blutbild des Patienten, das ihm darüber Aussagen geben kann, ob ein Infekt vorliegt oder ob Autoantikörper nachweisbar sind. Das Ultraschallbild des Herzens kann Aussagen über ein Ödem des Herzbeutels und Bewegungsstörungen des Herzens geben. Die Magnetresonanztomografie (MRT) kann ebenfalls zur bildlichen Darstellung des Herzens genutzt werden.

Behandelt wird zunächst die Grundinfektion/Ursache. Meist kommen hierbei Antibiotika zum Einsatz. Da in den meisten Fällen ein viraler Infekt vorliegt, kann der Einsatz einer antiviralen Therapie (Interferon) notwendig werden. Symptomatisch sollte man die Komplikationen behandeln, dem Patienten Ruhe gönnen und ggf. die durch die Myokarditis (Herzmuskelentzündung) entstandenen Begleiterkrankungen, behandeln.

In 80% der Fälle heilt eine Herzmuskelentzündung (Myokarditis) aus. Lediglich ungefährliche Herzrhythmusstörungen können in vielen Fällen bestehen bleiben. Trotz der hohen Heilungsrate darf eine Myokarditis nicht unterschätzt und muss konsequent stationär behandelt werden.

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 13.09.2018
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