Mit dem Rauchen aufhören

Synonyme

Tabakrauchen, Nikotinkonsum, Nikotinabusus

Englisch: tobacco smoking

Therapie/ Raucherentwöhnung

Die Raucherentwöhnung/ mit Rauchen aufhören als Therapie des Nikotinabusus kann auf verschiedene Weiser erfolgen. Möglich sind:

Unter „kaltem Entzug“ versteht man den mit dem Rauchen aufhören ohne unterstützende Maßnahmen. Akupunktur sowie Hypnose zum Aufhören zählen zu den alternativen Heilmethoden des Rauchens.

Die anderen genannten Verfahren gehen mit professioneller, meist ärztlicher, Unterstützung einher, wodurch sich die Erfolgsrate der Entwöhnung mehr als verdoppelt.

Auch die medikamentöse beziehungsweise Nikotinersatz-Therapie verringert die Rückfallquote.

Bei der Nikotinersatztherapie zum aufhören mit dem Rauchen werden Präparate eingesetzt, welche Nikotin enthalten. Hierzu gehören Nikotinpflaster, Nikotinkaugummi, Nikotinspray, Nikotininhalatoren oder nikotinhaltige Lutschtabletten. Eine Kombination verschiedener Präparate ist möglich. In Abhängigkeit der zuvor gerauchten Tabakmenge wird ihre Dosierung individuell festgelegt und die Aufnahme sollte optimalerweise nach einem festen Zeitschema erfolgen, zum Beispiel jede Stunde ein Kaugummi.


Alternativ kann eine medikamentöse Therapie zur Raucherentwöhnung eingeleitet werden um langfristig mit dem Rauchen aufhören zu können. Zugelassene Tabletten stellen Bupropion sowie Vareniclin dar. Bupropion gehört als selektiver Dopamin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer zu den Antidepressiva. Durch die Inhibition der Wiederaufnahme des durch die Nikotinwirkung ausgeschütteten Dopamins verbleibt dieses länger an den Rezeptoren, so dass die Entzugssymptomatik bei einem Rauchstopp verringert wird.

Das zweite Medikament, Vareniclin, stellt ein Alkaloid-Derivat dar und wirkt über die gleichen Rezeptoren wie Nikotin. Es bindet dort, weshalb die Rezeptoren aktiviert werden und infolgedessen ebenfalls weniger Entzugserscheinungen beim Rauchen aufhören auftreten. Außerdem besetzt das Vareniclin die Bindungsstellen der Rezeptoren, so dass Nikotin nicht mehr binden kann und damit wirkungslos wird. Bei Rauchen bleibt folglich das gewünschte Belohnungsgefühl aus.

Verhaltenstherapie als Möglichkeit zum Aufhören mit dem Rauchen zielt als erstes auf die Motivierung des Rauchers, den Nikotinkonsum aufzugeben. Es werden die positiven Effekte bei dauerhafter Abstinenz sowie die negativen Folgen bei anhaltendem Tabakkonsum ins Bewusstsein gerückt. Darauf folgt die Vorbeugung eines eventuellen Rückfalls, indem Faktoren analysiert werden, welche das Aufhören verhindern beziehungsweise erschweren könnten. Zum Beispiel ist der Raucher dazu angehalten, bestimmte Situationen, welche zum Rauchen verleiten könnten, zu vermeiden. Die letzte Stufe bildet die Aufrechterhaltung und Stabilisierung des neu gelernten rauchfreien Verhaltens.

Insgesamt folgt diese Art der Raucherentwöhnung dem transtheoretischen Modell, welches die Planung der Nikotinabstinenz in 4 Phasen einteilt:

  • Absichtsbildung: Absicht, das Rauchen aufzugeben
  • Vorbereitung: Vorbereitung des Rauchstopps
  • Handlung: Rauchstopp
  • Aufrechterhaltung: Vermeidung, erneut zu rauchen

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Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 14.12.2017
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