Schluckbeschwerden

Einleitung

Essen und Trinken sind für uns Prozesse des täglichen Lebens. Wird die Nahrung im Mund zerkleinert, so folgt als nächster Schritt der Schluckakt, der den Nahrungsbrei weiter in Richtung Magen befördert. Das "Schlucken" bezeichnet den Verschluss der Luftröhre durch den Kehlkopfdeckel. Der Hintergrund ist, dass der Nahrungsbrei aus dem Mund prinzipiell gleichermaßen wahrscheinlich in Luft- und Speiseröhre gelangen kann. Aus diesem Grund wird durch den Schluckvorgang die Luftröhre mit Hilfe des Kehlkopfdeckels abgedichtet, so dass die Nahrung ausschließlich in die Speiseröhre gelangt. Das funktioniert in so gut wie 100% der Fälle.
Sollte der Schluckvorgang mal nicht funktionieren, verschlucken wir uns, und müssen Husten. Der Körper versucht dann aktiv Luft aus der Lunge nach oben zu stoßen, um den Fremdkörper aus der Luftröhre zu befördern. Was aber, wenn das Schlucken weh tut, und wir von ständigen Schluckbeschwerden geplagt sind? Einfache Vorgänge wie Essen und Trinken tun weh, manchmal ist auch die Stimme beeinträchtigt, und im schlimmsten Fall können wir gar keine Nahrung mehr aufnehmen. Welche Ursachen dahinterstecken, und was man dagegen tun kann, soll im Folgenden geklärt werden.

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Symptome

Von Schluckbeschwerden spricht man, wenn der Schluckvorgang beeinträchtigt ist, weh tut, oder nicht funktioniert. Symptome sind häufiges verschlucken, heisere Stimme, geröteter Rachen, und Schwellungen. Teilweise kann das Schlucken so schmerzhaft sein, dass eine Nahrungsaufnahme nicht mehr möglich ist, zum Beispiel im Zuge einer bakteriellen Mandelentzündung. Dann verlieren Betroffene innerhalb kurzer Zeit viel Gewicht, was den Körper zusätzlich schwächt, und eine Art Teufelskreis bildet. Komplikationen bei häufigem Verschlucken sind unter anderem eine Entzündung der Lunge, eine Reizung der Stimmbänder mit rauer, heiserer Stimme, und Halsweh.


Einseitige / rechtsseitige / linksseitige Beschwerden

Halsschmerzen, Schluckstörungen und Schluckbeschwerden im Allgemeinen können eine ganze Reihe unterschiedlicher Erkrankungen zugrunde liegen.
Treten die Beschwerden jedoch vor allem oder nur einseitig auf, ist die Liste der möglichen Ursachen sehr viel kürzer.

Prinzipiell kommen hierbei vor allem entzündliche Prozesse infrage. Verantwortlich für Schmerzen beim Schlucken und ein kloßartiges Gefühl einseitig im Hals sind hierbei meist die Mandeln.
Diese sind als eine der ersten Barrieren gegen Krankheitserreger oft schon bei einfachen grippalen Infekten entzündet und geschwollen. Der grippale Infekt (umgangssprachlich als Erkältung bezeichnet) ist eine durch recht harmlose Viren (meist Rhinoviren oder Adenoviren) verursachte Erkrankung, welche typische Symptome Halsschmerzen, Schnupfen, Husten und / oder Schluckbeschwerden mit sich bringt, wie sie wohl jeder kennt.

Auch eine echte Grippe kann diese Symptome nach sich ziehen. Sie ist im Gegensatz zum grippalen Infekt jedoch gleichzeitig mit einem plötzlich auftretenden Fieberanstieg und stärkeren Allgemeinsymptomen (Halsschmerzen, Schluckbeschwerden, Müdigkeit, Gliederschmerzen etc.) verbunden. Je nach Entzündungslokalisation kann bei diesen beiden entzündlichen Erkrankungen zwischen einer Pharyngitis (Rachenentzündung), Laryngitis (Kehlkopfentzündung) oder Tonsillitis (Mandelentzündung) unterschieden werden, welche jede für sich einseitige Schluckbeschwerden hervorrufen können. Grippale Infekte bedürfen keiner Behandlung, zumal Medikamente wie Antibiotika wirkungslos gegen Viren sind. Falls nötig ist es jedoch hilfreich Schmerzmedikamente wie Ibuprofen oder Paracetamol einzunehmen.

Sehr typisch für einseitige Schluckbeschwerden ist jedoch auch die bakterielle Entzündung der Mandeln, welche von deutlichen Schmerzen beim Schlucken und weiß-gelblichen eitrigen Belägen (im Gegensatz zu viralen Entzündungen, welche stets eiterfrei sind) einhergehen. Bei den verantwortlichen Bakterien handelt es sich dabei meist um Streptokokken der Gruppe A. In der Regel nimmt die eitrige Mandelentzündung einen leichten Verlauf, welcher insbesondere mit Antibiotika sehr gut therapierbar ist. In einigen Fällen kann es aber auch zu schwerwiegenderen Folgeerkrankungen kommen.
Erwähnenswert ist dabei vor allem der Peritonsillarabszess. Hierbei handelt es sich um eine lokale Entzündung des die Mandeln umgebenden Bindegewebes. Diese führt schließlich zur Ausbildung eines eitergefüllten Abszesses, welcher starke Schluckbeschwerden und Halsschmerzen mit sich bringt. Diese Erkrankung bedarf definitiv ärztlicher Behandlung.

Da Schluckbeschwerden für den Patienten selbst oft schlecht zu beurteilen sind, länger als wenige Tage anhaltende Schluckstörungen oder starke Schmerzen beim Schlucken stets ärztlich abgeklärt werden, damit ernstzunehmende Erkrankungen ausgeschlossen oder rechtzeitig behandelt werden können.

Ursachen

Für Schluckbeschwerden gibt es eine große Reihe an möglichen Ursachen. Die Gründe lassen sich in mehrere verschiedene Gruppen einteilen: Hohes, oder niedriges Alter, medikamentöse Behandlung, Nerven- und konsekutiver Muskelausfall, Verlegung durch Fremdkörper, und physiologische Engstellen, die den Transport des Nahrungsbreis beeinträchtigen.

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Alter

Sowohl hohes, als auch niedriges Alter sind beeinflussende Faktoren für Schluckbeschwerden. Im Alter erschlaffen neben Muskeln auch Rezeptoren, und Nerven. Reize werden weniger gut übertragen, die Auslösung des Schluckvorgangs funktioniert weniger gut wie früher. Es ist keine Ausnahme, dass ältere Patienten weniger Appetit haben, wie früher. Das Essen schmeckt und riecht nicht mehr so gut wie früher, und stellt daher keinen großen Reiz mehr dar. Zusätzlich können ein künstliches Gebiss, Schmerzen im Mundbereich, und häufiges Verschlucken das Essen unattraktiv machen.
Aber auch im Kleinkind- oder Kindesalter können Schluckbeschwerden die Nahrungsaufnahme beeinträchtigen. Während die Ursache bei älteren Patienten meist an den "Umgebungsvariablen" liegt, haben Kleinkinder manchmal den richtigen Schluckvorgang noch nicht gelernt, oder nie richtig gelernt. Beides kann zu Schluckbeschwerden führen.

Medikamente

Ein weiterer Grund für Schluckbeschwerden, von denen insbesondere Patienten mit psychischen Leiden betroffen sind, ist die medikamentöse Behandlung. Neuroleptika - also "nerven-beruhigende-Medikamente" - sind Medikamente, die bei psychischen Leiden, wie Wahn, Schizophrenie, und allgemeinen Erregungszuständen eingesetzt werden. Man unterteilt typische, und atypische Neuroleptika, wobei die "typischen" zur etwas älteren Wirkstoffklasse zählen. Diese verursachen im besonderen Maß sogenannte "Extrapyramidalstörungen", also Störungen, bei denen der Schluckvorgang beeinträchtigt ist. Die Pyramidenbahn ist eine Nervenbahn, die Nervenfasern für die willkürliche, also willentlich beeinflussbare Motorik, enthält. Sie kann auch bei einem Schlaganfall geschädigt sein. Extra-pyramidalstörungen sind Störungen der unwillkürlichen Motorik, deren Aufgabe es eigentlich ist, die Pyramidenbahn zu kontrollieren. Ferner ist sie für unwillkürliche, automatisierte Vorgänge, wie den Schluckvorgang zuständig.
Diverse typische Neuroleptika beeinträchtigen jedoch die Funktion der extrapyramidalen Nervenbahnen. Nach Einnahme der Medikamente stellt der Patient dann fest, dass das Schlucken nicht mehr so leicht fällt wie früher, man sich häufiger verschluckt, und es teilweise sogar zu Mund- und Zungenkrämpfen kommt. Daher ist eine richtige Dosierung der typischen Neuroleptika wichtig.
Aus dieser Not heraus bemühte man sich um die Entwicklung von Neuroleptika, die weniger starke extrapyramidale Nebenwirkungen verursachen, und brachte die "atypischen" Neuroleptika auf den Markt. Ihr bekanntester Vertreter ist das Clozapin. Tatsächlich wurde damit eine Reduzierung der Schlund- und Zungenkrämpfe erreicht, allerdings werden sie nicht von jedem Patienten gleich gut vertragen, und besitzen ein anderes, nicht weniger starkes Nebenwirkungsspektrum.

Nerven- und Muskelverletzung

Wie jede andere Bewegung des Körpers auch, sind für den Schluckvorgang eine Vielzahl von Muskeln notwendig: Einerseits wird über die Schlundschnürer der Rachen kontrahiert, andererseits der Kehlkopfdeckel auf die Speiseröhre gepresst. Zuletzt muss der Nahrungsbrei aktiv in die Speiseröhre, ein ca. 40 Zentimeter langer Muskelschlauch, geschoben werden. So wird einem klar, welch feines Zusammenspiel aus mehreren Muskeln der Schluckvorgang darstellt.
Fällt ein Muskel aus, so kann dies meist noch durch die restlichen Muskeln kompensiert werden, kommt es allerdings zur Schädigung mehrerer Muskeln, resultiert dies in Schluckbeschwerden oder der Unfähigkeit, den Schluckvorgang durchzuführen. Dies kann zum Beispiel im Zuge eines Schlaganfalles der Fall sein. Dabei werden Teile des Hirnes geschädigt, die motorischen Bereiche sind dabei häufig betroffen.
Bestimmte Nervenfasern ziehen vom Hirn zur Schlundmuskulatur, und sind nach einem Schlaganfall "gelähmt". Nicht umsonst schaut sich der Rettungsdienst im Verdachtsfall das Zäpfchen im Mund an, um etwaige Hinweise auf einen Schlaganfall zu verdichten, oder zu entkräften. Aber auch nach Operationen, oder durch tumoröse Infiltration können Nervenbahnen, und Muskeln geschädigt werden. Ein absolutes Warnsignal für einen Schlaganfall ist neben Schluckbeschwerden eine "verwaschene", undeutliche Sprache.

Fremdkörperverlegung

Schluckbeschwerden können ihre Ursache auch in einer Fremdkörperverlegung haben. Dabei denkt man zu allererst an ein Kleinkind, das sich an einem Spielzeug verschluckt hat, allerdings gibt es auch im Erwachsenenalter eine große Vielzahl an Ursachen für Schluckbeschwerden, die durch Fremdkörper im Hals-Rachen Bereich verursacht werden. Eine dieser Ursachen ist das sogenannte "Zenker-Divertikel". So bezeichnet man eine Auswölbung der Speiseröhrenwand, mit Bildung eines kleinen Hohlraums, der fortan an der Speiseröhre anhängt.
Entlang der Speiseröhre gibt es drei Engstellen. Die erste befindet sich rund 15 Zentimeter hinter der Zahnreihe, im Halsbereich. Ein dauerhaft zu hoher Druck an dieser Stelle führt zur Aussackung. In dieser Aussackung sammeln sich nun bei jeder Nahrungsaufnahme Speisereste an, die zu Verschlucken, Husten, und vor allem Schluckbeschwerden führen. Neben diesen Symptomen kommt es oft noch zu unangenehmen Mundgeruch, und einem Druck- und Kloßgefühl im Hals. Aber auch eine Mandelentzündung, oder infiltrierende Tumore im Hals-Rachen Bereich können den Schluckvorgang beeinträchtigen. Zuhause kann schon die erste Abklärung erfolgen: Mittels eines Handspiegels und einer Taschenlampe (oft verfügt auch ein Handy über eine entsprechende Lichtquelle), kann man erstaunlich weit in den Mund-Rachen-Raum leuchten. Um festzustellen, dass etwas "nicht normal" aussieht, muss man kein HNO-Arzt sein, oft gibt der Seitenvergleich zwischen rechter und linker Halsseite schon einen Anhaltspunkt. Eine weitere Untersuchung erfolgt im Verdachtsfall dann jedoch natürlich beim Facharzt.

Natürliche Engstellen

Physiologische Engstellen können zu Schluckbeschwerden und Sodbrennen führen.

Wie bereits angesprochen, befinden sich auf dem Weg von Mund in Richtung Magen drei physiologische, also natürliche, Engstellen, die der Nahrungsbrei passieren muss. Die erste Engstelle führt oft zur Entstehung von Divertikeln.
Die zweite Engstelle befindet sich direkt hinter dem Herzen, und kann typischerweise retrosternale Schmerzen verursachen. Betroffene haben verständlicherweise oft Angst, es könne sich um ein Problem des Herzens handeln. Das liegt daran, dass die Speiseröhre direkt am linken Vorhof des Herzens entlangzieht. Bei dieser Engstelle, die sich gut 25 cm hinter der Zahnreihe befindet, entsteht dann oft ein Druckgefühl in der Tiefe des Brustkorbes, das viele an einen Herzinfarkt denken lässt. Allerdings handelt es sich dabei um ein gastrointestinales Problem. Ein Herzinfarkt würde sich tendenziell auch eher mit ausstrahlenden Schmerzen in den linken Arm Ankündigen. Bei dieser Form von Beschwerden kommt es häufiger zu starkem Sodbrennen, Aufstoßen, Schluckbeschwerden, bis hin zu Erbrechen unverdauter Nahrung - Ein auf Dauer sehr unangenehmer Zustand für den Patienten. Eine Abklärung kann jedoch relativ einfach beim Gastroenterologen erfolgen, der dann auch eine entsprechende Therapie einleitet.

Schluckbeschwerden durch Verspannung

Als Ursache von Schluckbeschwerden können eine ganze Reihe von Erkrankungen aufgezählt werden. Hierzu gehören neben entzündlichen Prozessen des Mund- und Rachenraums auch neurologische Erkrankungen und Störungen der psychischen Befindlichkeit.
Tatsächlich sind in einigen Fällen jedoch auch Probleme im Bereich der Halswirbelsäule (HWS) ursächlich. Diese werden oft unter dem Oberbegriff des HWS-Syndroms zusammengefasst. Zu diesem gehören neben den Folgen eines Schleudertraumas oder eines Bandscheibenvorfalls auch funktionelle Verspannungen der Nackenmuskulatur. Diese können mannigfaltige Symptome wie Hals- und Nackenschmerzen, Schluckstörungen, Schwindel, Kopfschmerzen, sowie Sehstörungen und Ohrgeräusche hervorrufen.

Eine Therapie dieser Verspannungen ist oft langwierig, da ihr chronische Prozesse zugrunde liegen.
Ebenso muss sie meist individuell auf den Patienten abgestimmt werden um maximal effektiv zu sein. In der Regel kommen beim HWS-Syndrom sogenannte multimodale Therapieansätze zum Einsatz.
Kurz gefasst handelt es sich dabei um eine Therapieform, bei welcher unterschiedliche Behandlungsmethoden miteinander kombiniert werden.
sowohl die medikamentöse Schmerz- und Muskelentspannungstherapie, als auch die Physiotherapie spielen hier eine wichtige Rolle.
Zusätzlich können Behandlungsmethoden wie die Wärmetherapie hilfreich sein.

Ursachen an den Mandeln

Entzündungen der Gaumenmandeln (Angina tonsillaris / Tonsillitis) sind eine der häufigsten Ursachen für Schluckbeschwerden. Dabei sind meist harmlose Viren (insbesondere Rhinoviren und Adenoviren) im Rahmen grippaler Infekte als Auslöser auszumachen. Typische Symptome wie Halsschmerzen, Schnupfen, Husten und / oder Schluckstörungen sind die Folge.

Teilweise kann jedoch auch eine echte Grippe ursächlich für Schluckbeschwerden sein. Hierbei kommt es zu ähnlichen, jedoch deutlich stärker ausgeprägten Symptomen, sowie einen plötzlichen Fieberanstieg und Gliederschmerzen.

Jedoch können auch Bakterien für eine Entzündung der Mandeln verantwortlich sein. Dabei handelt es sich vor allem um Streptokokken der Gruppe A. Diese werden mit dem Speichel durch Tröpfcheninfektion, also durch Niesen, Husten und Küssen, übertragen und vermehren sich bei geschwächter Abwehr in den lymphatischen Geweben wie etwa den Gaumen oder Rachenmandeln.
Vor allem Kinder und Jugendliche sind hiervon betroffen. Eine Behandlung erfolgt, falls nötig, üblicherweise in Form einer medikamentösen Schmerztherapie (beispielsweise mit Ibuprofen oder Paracetamol) und der Einnahme eines Antibiotikums (z.B. Penicillin).
In Kombination mit Bettruhe ist die Mandelentzündung in der Regel gut beherrschbar und klingt bei konsequenter Einnahme des Antibiotikums innerhalb einiger Tage ab.

Komplikationen

Ohrenschmerzen

Komplikationen von Schluckbeschwerden können neben Gewichtsverlust und Nahrungsverweigerung auch Hals- und Ohrenschmerzen sein. Dazu muss man wissen, dass der Mund- und Rachenraum und das Mittelohr über einen kleinen Knorpelschlauch, die Tuba auditiva verbunden sind. Dieser Knorpelschlauch ist normalerweise geschlossen, wird aber beim Schluckakt unwillkürlich geöffnet. Dies dient dem Druckausgleich, zum Beispiel beim Fliegen: Wenn das Flugzeug startet, und schnell an Höhe gewinnt, verspürt man oft ein äußerst unangenehmes Druckgefühl auf den Ohren. Das Kommt daher, dass der Umgebungsdruck in der Raumluft nicht mehr dem Druck im Mittelohr entspricht.
Durch Schlucken kann die Tuba auditiva - oder auch "Eustachi-Röhre" - geöffnet werden, und ein Druckausgleich erfolgen. Ist man allerdings Erkältet und verschnupft, so ist die Eustachi-Röhre oft zugeschwollen, und der Druck auf den Ohren wird zum Dauerzustand. Daraus resultieren Kopfweh, Hörminderung, und ein stark beeinträchtigendes Krankheitsgefühl. Zur Abschwellung helfen dabei Nasentropfen. Aber Achtung bei der Anwendung: Ohrentropfen bringen in diesem Fall nichts, da sie nicht durch das Trommelfell in das Mittelohr gelangen - dieses ist nur über den Mund-Rachenraum zu erreichen.
Die Verbindung zwischen Rachen und Mittelohr ist jedoch Fluch und Segen zugleich: So wie über die Eustachi-Röhre ein Druckausgleich stattfinden kann, so können auch Bakterien und Viren in die kleine Höhle hinter dem Trommelfell eindringen, und für eine Mittelohrentzündung sorgen. Eine Mittelohrentzündung findet dabei selten beidseitig, sondern meistens rechts oder links statt. Dabei spielt es an sich keine Rolle, ob die Entzündung rechts oder links besteht, in ihrem Verlauf und ihrer Behandlung besteht kein Unterschied.
Meist werden antibiotische, abschwellende Nasentropfen verabreicht, im Extremfall muss das Trommelfell eröffnet werden, so dass eine Druckentlastung stattfinden kann.

Halsschmerzen

Zu Halsschmerzen kann es bei dauerhaften Schluckbeschwerden relativ schnell kommen. Schließlich befinden sich im Rachenbereich eine Vielzahl von Rezeptoren und Sinneszellen, die auf die anhaltende Belastung mit Schmerzsignalen reagieren. Dies ist ein Weg des Körpers dem Gehirn zu signalisieren, dass etwas nicht in Ordnung ist. Halsschmerzen können allerdings auch die Ursache sein, und Schluckbeschwerden auslösen. Ist im Zuge einer Erkältung der Hals erst einmal dick angeschwollen, fällt auch das Schlucken schwerer. Da sich die Schluckmuskulatur im Hals befindet, erscheint es nur logisch, dass Schluckbeschwerden und Halsweh einander bedingen. Was Sie gegen Halsschmerzen machen können, und welche Hausmittel es gibt, wird unter "Therapie" weiter besprochen.

Schluckbeschwerden beim Essen

Schluckbeschwerden können sehr viele Ursachen haben. Dazu gehören vor allem Entzündungen des Mund- und Rachenraumes, aber auch neurologische Erkrankungen durch welche es nicht mehr zu einer ausreichenden Innervation und somit Steuerung der am Schluckvorgang beteiligten Muskeln kommt. Als weitere Ursachen kommen zudem Erkrankungen der Schilddrüse, psychische Störungen, und natürlich Erkrankungen der Speiseröhre in Frage.

Schluckbeschwerden machen sich dabei vor allem beim Essen und Trinken bemerkbar und umfassen sowohl Störungen des Nahrungstransports, aber auch Schmerzen beim Schlucken.

Um der Ursache der Schluckbeschwerden beim Essen auf den Grund gehen zu können ist in vielen Fällen ärztlicher Rat notwendig, da wie oben beschrieben viele Bereiche der Medizin, sei es der HNO-ärztliche Bereich oder der neurologische, verantwortlich sein können.

Therapie

Da Schluckbeschwerden sehr viele Ursachen haben können, ist es vorerst wichtig, den tatsächlichen Auslöser zu finden. Oft ist auch ein multifaktorielles Beschwerdeschema nicht auszuschließen. Gegen chronische Prozesse, wie Divertikel, Entzündungen, oder muskuläre Veränderungen müssen meist auch invasivere Therapien gewählt werden. Oft kommt man um eine Operation nicht herum. Unterstützend kann ein Logopäde, oder eine Schlucktherapie den Heilungsprozess unterstützen.

Für die klassischen Schluckbeschwerden, die im Zuge einer Erkältung auftreten existieren jedoch eine Menge an gut wirksamen Hausmitteln, die schnelle Linderung versprechen. Eine akute Erkältung therapiert man am besten mit Bettruhe und viel Wärme. Ein Schal hält des Hals warm, heißer Kamillentee mit Honig gesüßt sorgt für innere Wärme. Wichtig ist, dass der Tee weder zu kalt, noch zu heiß sein sollte. Als Richtwert gilt, man sollte die Tasse nicht in einem Zug leertrinken können, sich aber auch nicht die Zunge verbrennen. Wenn auf Grund der Schluckbeschwerden das Essen nicht klappt, kann stattdessen auch eine heiße Suppe gegessen werden.
Heilkräuter wie Salbei oder Thymian wirken ebenfalls schmerzlindernd, und beschleunigen den Heilungsprozess.
Ein ebenfalls bewährtes Hausmittel sind die Quarkwickel. Dazu nimmt man handelsüblichen Quark, streicht ihn ca. einen halben Zentimeter dick in ein Leinentuch, und wickelt ihn um den Hals. Der Quark sollte in etwa Zimmertemperatur haben, und kann bis zu zwei Stunden am Hals bleiben. Die Prozedur sollte täglich ein- bis zweimal wiederholt werden. Sobald der Wickel unangenehm oder zu kalt wird, muss er jedoch entfernt werden.
Raucher sollten während der Erkrankung das Rauchen auf jeden Fall einstellen, da der die Inhaltsstoffe der Zigarette lokale Entzündungen hervorrufen, und die Blutgefäße verengen. Dadurch kühlt der Hals aus, und Entzündungsprozesse werden gefördert.

Neben diesen Hausmitteln ist ein Gang zum Haus- oder HNO-Arzt in einigen Fällen jedoch unausweichlich. Suspekte Schwellungen über Wochen, Fremdkörpergefühl, und Eiter sollten definitiv ärztlich abgeklärt werden. Hinter Ihnen können sich Entzündungen, akute Ereignisse wie ein Schlaganfall, bis hin zu Tumoren verbergen. Eine Heilung mittels Hausmitteln ist in diesen Fällen nicht möglich.

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Prognose

So unterschiedlich die Ursachen für Schluckbeschwerden sein können, so unterschiedlich ist auch die Heilungsdauer. Bei einer gewöhnlichen Erkältung ist man bereits nach wenigen Tagen beschwerdefrei, bei einer behandelten Mandelentzündung spätestens binnen einer Woche. Manche Erkrankungen, wie ein Schlaganfall, bedingen jedoch jahrelanges Rehabilitationstraining, und können auch lange Zeit später noch Beschwerden verursachen. Oft hilft allerdings auch schon die Umstellung auf ein anderes Medikament, oder traditionelle Hausmittel, um eine Beschwerdefreiheit zu erlangen.

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Autor: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 01.02.2017
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