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Wärmetherapie

Einleitung

Wärmetherapie gehört in den meisten ihrer Anwendungsformen zum Fachgebiet der Physiotherapie und wird zur Klasse der Thermotherapien gezählt. In der Regel werden nicht-entzündliche Erkrankungen und Schmerzen mit Wärme behandelt. Diese Wärme kann dabei durch unterschiedlichste Quellen erzeugt werden.

Der Wärme werden unterschiedliche therapeutische Wirkungen zugeschrieben. Dazu gehört eine verbesserte Durchblutung, eine Erhöhung der Stoffwechselaktivität, Muskelentspannung, Schmerzlinderung und eine bessere Dehnbarkeit des Bindegewebes. Sie kommt sowohl in der klassischen westlichen Medizin als auch in der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) und den Naturheilverfahren zur Anwendung. 

Gründe für eine Wärmetherapie

Die Wärmetherapie ist sehr vielseitig einsetzbar. In der klassischen westlichen Medizin dient sie in erster Linie der Schmerzlinderung. Häufig wird die Wärmetherapie bei orthopädischen Beschwerden eingesetzt. So sind Muskelverspannungen (beispielsweise am Rücken) ein häufiger Grund für eine Wärmetherapie. Auch Gelenkbeschwerden, die keine entzündliche Ursache haben, werden mit Wärmetherapie behandelt.
Ebenso kann Wärmetherapie bei Überlastungsschäden der Muskulatur wie beispielsweise einer Muskelzerrung zum Einsatz kommen.

Wärmetherapie hat auch in der Meditation und Entspannung einen hohen Stellenwert. So werden viele Massagetherapien insbesondere aus dem asiatischen Raum mit Wärmetherapien kombiniert. Auch eine Durchblutungsproblematik kann ein Grund für eine Wärmetherapie darstellen. Durch die Wärme werden die Blutgefäße erweitert, dies verbessert die Durchblutung des dahinterliegenden Gewebes.

Zusätzlich kann eine Wärmetherapie im Körper ähnliche therapeutische Effekte wie ein Fieber haben. Durch die erhöhte Temperatur werden körperfremde Stoffe wie beispielsweise Krankheitserreger in ihrer Funktion gehemmt. So kann die Wärmetherapie auch die körpereigenen Abwehrkräfte stärken.

Informieren Sie sich hier rund über das Thema: Schmerzen

Wie läuft eine Wärmetherapie ab?

Bei der Wärmetherapie gibt es in der Regel ein Trägermedium, welches erwärmt wird, diese Wärme speichert und sie bei der Behandlung an den Körper weitergibt. Eine solche Wärmequelle wird in der Regel lokal eingesetzt um dort Schmerzen oder Verspannungen zu lindern. Als Trägermedium können wärmespeichernde Stoffe wie beispielsweise heiße Steine genutzt werden. Häufig kommt die Wärme bei der Hydrotherapie zum Einsatz. Dabei wird mit warmen Wasser gearbeitet, welches wie bei der heißen Rolle auf ein Handtuch gegeben werden kann. Aber auch ein warmes Fuß- oder Armbad ist eine Form der Wärmetherapie.

Mittels Infrarotstrahlung oder Heißluft kann die Wärme auch ohne ein echtes Trägermedium an den Körper abgegeben werden. Vielmehr wird die Wärmeenergie in Form von wohltuender Strahlung an den Körper abgegeben.
In der Regel wird die Wärmetherapie mit entspannenden Verfahren wie beispielsweise der Massage verbunden. Dies verstärkt die Wirkung der lokalen Wärmetherapie, gleichzeitig löst es auch eine geistige Entspannung aus, wodurch die Wärmetherapie im gesamtem Körper ihre Wirkung entfalten kann.

Die Fangopackung

Eine Fangopackung besteht aus dem auf etwa 50°C erwärmten Fango. Dabei handelt es sich um wertvolle Vulkanerde, die mit Flüssigkeit vermischt eine etwas matschige Konsistenz erhält. Diese warme Fangopackung wird auf die betroffenen Körperstellen verteilt. Anschließend wickelt man die Körperteile beispielsweise mit einer Folie ein. So verbleibt der Fango direkt auf der Haut, die Wärme kann länger einwirken und so auch in tiefere Körperschichten eindringen.

Die Vulkanerde enthält oftmals zusätzliche heilende Stoffe. So können nicht nur tieferliegende Probleme durch die Wärme behandelt werden, auch oberflächliche Hauterkrankungen wie Ekzeme oder die Schuppenflechte verbessern sich unter der Fangopackung.

Die Heißluft

Bei der Therapie mittels Heißluft, wird erwärmte Luft an den Körper herangebracht. Im Gegensatz zu vielen anderen Wärmetherapien handelt es sich bei der Heißluft um eine kontaktlose Therapie.

Durch den dauerhaften Kontakt mit der heißen Luft gelangt die Wärme nicht nur an die oberflächlichen Hautschichten, sie kann auch in tieferliegendes Gewebe eindringen und dort beispielsweise Muskeln und Sehnen entspannen. Eine Heißlufttherapie ist meist ein sehr mildes Wärmetherapieverfahren. Eine Behandlung dauert meist etwa 30 Minuten.

Die heiße Rolle

Die heiße Rolle besteht meist aus einigen Handtüchern, die eng zusammengerollt werden. Anschließend werden sie zur Hälfte, zwei Dritteln oder als Ganzes in heißes Wasser eingetaucht. Diese heiße Rolle wird vom Therapeuten auf die zu behandelnden Körperteile ausgerollt. In der Regel wird dabei ein leichter Druck ausgeübt.
So besteht die Behandlung mit der heißen Rolle aus einer Mischung aus Druck und Wärme. Diese Kombination führt zu einer lokalen Verbesserung der Durchblutung. Dadurch wird die Stoffwechselaktivität der Muskulatur erhöht, es kommt zu einer verbesserten Entspannung der Muskeln.

Die Infrarotstrahlung

Bei Infrarot handelt es sich physikalisch gesehen um eine Strahlung, die eine etwas größere Wellenlänge hat als das für uns Menschen sichtbare Licht. Diese Infrarotstrahlung gibt ihre Energie in Form von Wärme an den Körper ab. Oftmals wird sie in Form einer Infrarot-Sauna eingesetzt. Dadurch wird der gesamte Körper erwärmt.
Doch auch lokal kann Infrarot zum Einsatz kommen, dabei werden meist spezielle Lampen verwendet. Diese werden etwas über dem betroffenen Körperteil angeschaltet, sodass beispielsweise bei Rückenschmerzen der gesamte Rücken mit vorsichtiger Wärme bestrahlt wird.

Auch bei Babys können Infrarotlampen zum Einsatz kommen. Man hängt sie gerne über den Wickeltisch, damit sich die Kleinen beim Wickeln wohlfühlen und nicht der Kälte ausgesetzt sind.

Das Ultraschallgerät

Ultraschallgeräte kennen die meisten als Geräte zur Diagnostik. Bei der Wärmetherapie mit Ultraschall werden etwas größere Wellenlängen (kleinere Frequenzen) eingesetzt. Diese dringen ins Gewebe ein und geben dort ihre Energie in Form von Wärme ab. So können auch tiefergelegene Gewebsschichten erwärmt werden. Wie bei allen Wärmeanwendungen führt dies zu einer Durchblutungssteigerung und damit einer Verbesserung des Stoffwechsels.

Lesen Sie auch den Artikel: Ultraschall zur Diagnostik

Folgen einer Wärmetherapie

Die Wärmetherapie führt sowohl bei lokaler (auf einen Körperteil beschränkt) als auch systemischer (den gesamten Körper betreffend) Anwendung zu einer Steigerung der Durchblutung. Durch die Wärme erhält der Körper das Signal, die Blutgefäße zu erweitern, so kann das Blut bis in die kleinsten Kapillaren gelangen.
Durch die verbesserte Durchblutung kann der Körper seine Stoffwechselaktivität erhöhen. Dem Gewebe werden nämlich mit der Erhöhung des Blutflusses mehr Nährstoffe zur Verfügung gestellt, gleichzeitig können Abfallprodukte des Stoffwechsels schneller abtransportiert werden. So kann die Heilung beispielsweise von Muskelverletzungen deutlich gefördert werden. Das Gewebe wird zudem mit mehr Energie versorgt und kann dadurch grundsätzlich besser arbeiten.

An den Gelenken wirkt sich die Wärmetherapie nicht nur an der Muskulatur aus. Auch die Gelenkflüssigkeit wird durch die Wärme positiv beeinflusst: Die Wärmetherapie verringert die Viskosität („Zähigkeit“) der Gelenkflüssigkeit und führt so zu einem verbesserten Bewegungsablauf im Gelenk. Gleichzeitig wird das Bindegewebe durch die Wärme dehnbarer, auch dies verbessert die Gelenkbeweglichkeit.
Durch die oftmals zusätzlich durchgeführte Massage wird an den behandelten Körperstellen ein weiterer Anreiz für eine Stärkung der Durchblutung geschaffen. Dies erhöht die Wirkung der Wärme zusätzlich. Gleichzeitig hat die Wärme auch auf den gesamten Körper eine entspannende Wirkung, wodurch Seele und Geist beruhigt werden können.

Erfahren Sie hier mehr zum Thema: allgemeine Krankengymnastik

Was sind die Kontraindikationen?

Kontraindikationen für die Wärmetherapie sind alle Arten von entzündlichen Prozessen. Typische Anzeichen dafür sind eine Rötung, Schwellung und Überwärmung der schmerzhaften Stelle.

Wärmetherapie sollte auch bei systemischen Entzündungen wie beispielsweise akuten Infektionen, Fieber, aber auch bei entzündlichem Rheuma (im akuten Schub) nicht eingesetzt werden. Da Wärme zu einer starken Erweiterung der Gefäße führt und damit den Blutdruck zwischenzeitlich deutlich senkt, ist auch bei Kreislaufbeschwerden Vorsicht geboten. Bei starken Durchblutungsstörungen (die teilweise bereits Gewebsschäden einhergehen) ist die Wärmetherapie kontraindiziert.

Lesen Sie auch den Artikel: Durchblutungsstörungen

Weiterführende Informationen

Mehr Informationen zum Thema Wärmetherapie/ Physiotherapie finden Sie hier:

Eine Übersicht aller Themen der Orthopädie finden Sie unter: Orthopädie A-Z

Qualitätssicherung durch:      |     Letzte Änderung: 01.03.2019
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