Der Fuß

Erklärung

Der Fuß stellt das Ende der unteren Extremität dar. Füße werden vom Menschen für den aufrechten Gang, das Gehen verwendet. Dementsprechend hat sich die Anatomie des Fußes angepasst.

Die Struktur des menschlichen Fußes und der Hand sind Variationen der selben fünf-Finger-Anatomie, zusammen mit vielen anderen Wirbeltieren.
Der Fuß besteht medizinisch gesehen aus:

Der anatomische Aufbau des Fußes

Aufbau des Fußes

Der folgende Text beschreibt sehr detailliert den anatomischen Aufbau des Fusses und ist sicher nur für sehr interessierte Patienten oder Personen aus dem medizinischen Bereich geeignet.

Abbildung Fußgelenk

Abbildung linker Fuß: Skelett von der rechten Seite (A) und von oben (B)
  1. Zehenendglied -
    Phalanx distalis
  2. Zehenmittelglied -
    Phalanx media
  3. Zehengrundglied -
    Phal. proximalis
    (1. - 3. Zehenknochen -
    Phalanges)
  4. Mittelfußknochen -
    Os metatarsi
  5. Inneres Keilbein -
    Os cuneiforme mediale
  6. Mittleres Keilbein -
    Os cuneiforme intermedium
  7. Äußeres Keilbein -
    Os cuneiforme laterale
  8. Würfelbein - Os cuboideum
  9. Kahnbein - Os naviculare
  10. Sprungbein - Talus
  11. Sprungbeinrolle - Trochlea tali
  12. Fersenbein - Calcaneus
  13. Vorsprung am 5. Mittelfußknochen - Tuberositas ossis metatarsalis quinti (V)

Eine Übersicht aller Abbildungen von Dr-Gumpert finden Sie unter: medizinische Abbildungen

CT Fuß seitlich

  1. Mittelfußknochen (Os metatarsale)
  2. Keilbein (Os cuneiforme)
  3. Kahnbein (Os naviculare)
  4. Würfelbein (os cuboideum)
  5. Sprungbein (Talus)
  6. Fersenbein (Calcaneus)
  7. Schienbein (Tibia)
  8. Achillessehne

Einteilung des Fußes

Der Fuß wird

  • in die Fußwurzel (Tarsus)
  • den Mittelfuß (Metatarsus)
    und
  • die Zehen (Digiti pedis)

eingeteilt.
Das Sprungbein (Talus) der Fußwurzel ist über das obere Sprunggelenk (Articulatio talocrualis) mit den beiden Unterschenkelknochen (Schienen- und Wadenbein) verbunden. Dabei bilden die unteren Anteile der Tibia (Schienenbein) und der Fibula (Wadenbein), die durch eine feste Bandverbindung (Syndesmosis tibiofibularis oder Syndesmose) zusammengefügte Knöchelgabel, die zangenartig die Gelenkflächen am Talus (Sprungbein) umklammert.
Diese Art der Knochenführung und die kräftig ausgebildeten Seitenbänder bedingen, dass im oberen Sprungelenk nur Beuge- und Streckbewegungen (Plantarfexion und Dorsalflexion) um eine quere, durch die Knöchel gedachte Achse vorgenommen werden können.
Die anderen Knochen der Fußwurzel:

  • das Kahnbein (Os naviculare)
  • die drei Keilbeine (Ossa cuneiformia)
    und
  • das Würfelbein (Os cuboideum)

sind kleiner als das Sprung- und das Fersenbein (Calcaneus) und sind zwischen diesen und den Mittelfußknochen eingefügt.
Talus, Calcaneus und Os naviculare begrenzen mit ihren entsprechenden Gelenkflächen das untere Sprunggelenk (Articulatio talotarsalis), das durch ein kräftiges Zwischenknochenband (Lig. talocalcaneum interosseum) in eine hintere Kammer (Articulatio subtalaris) und eine vordere Kammer (Articulatio talocalcaneonavicularis) geteilt wird.

Lesen Sie mehr zum Thema: Fußwurzelknochen Bruch

Im unteren Sprunggelenk erfolgen die Umwendebewegungen des Fußes um eine schrägverlaufende Achse, das Heben der inneren (Supination) und der äußeren Fußkante (Pronation).
Die anderen Gelenke zwischen den Knochen der Fußwurzel und die Fußwurzel-Mittelfußgelenke sind als straffe Gelenke (Amphiarthrosen) so gebaut, dass nur ein federndes Wackeln möglich ist.
Dagegen können die Grund-, Mittel- und Endgelenke der Zehen gebeugt und gestreckt werden.
In den Grundgelenken sind auch Spreizbewegungen möglich. Die große Zehe (Hallux) besitzt nur ein Grund- und Endgelenk (vergleichbar mit dem Daumen der auch nur zwei Glieder besitzt).
Bau und Beweglichkeit des Fußes sind dem aufrechten Stand und Gang des Menschen angepasst. Dem entspricht auch die doppelte Gewölbeform des Fußes. Das Skelett ist sowohl in der Längs- als auch in der Querrichtung gewölbt. Das Längsgewölbe des Fusses verläuft besonders über die Innenseite des Fußes, die Außenseite ist weit weniger gewölbt. Dagegen ist das Quergewölbe des Fusses vor allem im Bereich der Mittelfußknochen und der angrenzenden Keilbeine ausgebildet.
Die Gewölbe des Fusses werden durch die Form und die Lage der Fußknochen bestimmt sowie durch die Wirkung von Bändern und Muskeln aufrechterhalten.
Bei einem normal geformten Fuß ruht somit das Körpergewicht auf der Ferse und den Köpfchen des 1. und 5. Mittelfußknochens, den Teilen der Fußsohle, die auch besonders durch Fettgewebe gepolstert sind.
Ein Absinken des Längsgewölbes führt gewöhnlich zu einer Plattfußbildung, während der Spreizfuß durch eine Abflachung vor allem des Quergewölbes bedingt wird. Aus dieser Ausgangslage ergeben sich die Mischformen (Pes valgoplanus).
Im Zehenbereich kommt es häufig zur Abweichung der Großzehe Richtung der Kleinzehe (Hallux valgus), insbesondere beim weiblichen Geschlecht.
Die Arthrose im Großzehengrundgelenk des Fußes nennt man Hallux rigidus.

Abbildungen zum Thema Fuß



Schmerzen am Fuß

Fußschmerzen können verschiedenste Ursachen haben, die schwer einzuordnen sind.

Da der Fuß eines der komplexesten Bewegungsorgane des Menschen darstellt, sind Fußschmerzen ein häufiges aber schwer einzuordnendes Krankheitsbild.

Schmerzen im Fuß können je nach Art des Schmerzes, nach Lokalisation, Ausstrahlung, Vorerkrankungen oder eines abgelaufenen Unfallereignisses viele verschiedene Ursachen haben.

Zu nennen sind hierbei Schmerzen durch Knochenverletzungen oder Knochenbrüche (Frakturen) nach einem Unfallereignis (Trauma), welche als stechend beschrieben werden; aber auch Brüche durch eine dauerhafte Überbelastung (Ermüdungsbruch) können auftreten. Daneben können stechende, scharfe Schmerzen auch durch ein Umknicken des Fußes oder einen Bänderriss (Bandruptur) entstehen und zudem Schwellungen und Blutergüsse zeigen.

Als weitere Ursachen für Fußschmerzen sind Entzündungen der Muskelsehnen z.B. der Achillessehne (Achillodynie) oder der Sehnenansätze wie beim Fersensporn (Sehnenansatztendinopathie) zu nennen, welche einen eher stechenden Charakter aufweisen und einen typischen Anlaufschmerz hervorrufen können. Anlaufschmerzen lassen sich auch bei degenerativen Gelenkerkrankungen der Fußgelenke (Arthrose) finden.

Auch Fehlstellungen des Fußes ( z.B. beim Spreizfuß oder Knick-Senkfuß) oder des Fußgewölbes, sowie Fehl- oder Überbelastung können zu Schmerzen im Fuß führen.

Daneben können auch Gewebsuntergänge (Infarkte) innerhalb der Fußknochen auftreten, die als Osteonekrose bezeichnet werden. Die Schmerzen werden als sehr tief liegend und dumpf beschrieben.

Bei der Einengung eines den Fuß innervierenden Nervens (Nervenkompressionen) (z.B. als Folge von Bandscheibenvorfällen), können brennende Schmerzen, Missempfindungen sowie Taubheits- oder Kribbelgefühle (Polyneuropathie) entstehen.

Auch Durchblutungsstörungen des Fußes, z.B. durch die Schaufensterkrankheit (periphere arterielle Verschlusskrankheit, pAVK) können mögliche Ursachen für Fußschmerzen darstellen.

Daneben sind auch Stoffwechselerkrankungen wie Gicht (eine Harnsäurestoffwechselstörung), die Zuckerkrankheit (Diabetes Mellitus) oder rheumatische Erkrankungen zu nennen, welche eher chronisch stechende aber auch kribbelnde Schmerzen im Bereich des Fußes hervorrufen.

Auch die Haut betreffende (dermatologische) Erkrankungen (wie z.B. Fußpilz oder eingewachsene Fußnägel) können Fußschmerzen auslösen.

Abbildung Fußschmerzen

Abbildung Fußschmerzen

Fußschmerzen

  1. Achillessehnenentzündung /
    Achillessehnenruptur
  2. Knochenbruch - Zehen,
    Mittelfuß, Fußwurzelknochen
    (hier Außenknöchelbruch)
  3. Bänderdehnung / Bänderriss
    am Sprunggelenk
  4. Untere und obere Fersensporn
    Calcaneussporn
  5. Hammerzehen und Krallenzehen
    (Deformitäten der Zehenknochen)
    Digitus malleus
  6. Fußsohlenwarzen
    Verrucae plantares
  7. Hallux valgus -
    (Abweichung der Großzehe
    im Grundgelenk)
  8. Hallux rigidus - (Gelenkverschleiß des Großzehengrundgelenkes)
  9. Entzündete Nägel / Nagelpilz
  10. Arthrose / Arthritis - degenerative Veränderung von Gelenken / Entzündung der Gelenke

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Gebrochener Fuß

Behandlung des gebrochenen Fußes

Brüche (Frakturen) des Fußes können viele verschiedene Knochen betreffen, so können neben den Zehenknochen (Phalangen), auch die Mittelfußknochen (Ossa metatarsalia) oder die Fußwurzelknochen (Ossa tarsi) brechen.

Je nachdem, welche Ursache hinter dem Bruch steht, welche Knochen beteiligt sind und wie schwerwiegend der Bruch erscheint, können unterschiedliche Beschwerden auftreten und unterschiedliche Behandlungen nötig werden.

Beispielsweise bleiben Brüche gerade der kleinen Zehenknochen häufig unbemerkt, können aber auch leichte bis schwere Schmerzen, Schwellungen oder Funktionseinschränkungen im Bereich der Zehen hervorrufen. Meist heilen derartige Brüche problemlos von selbst aus.

Brüche der Mittelfußknochen (Ossa metatarsalia), die häufig bei Sportlern auftreten, sind meist von stärkeren Schmerzen und Geheinschränkungen begleitet. Je nachdem, um was für eine Art von Bruch es sich handelt, kann entweder eine konservative Gipstherapie oder bei schwereren Brüchen (z.B. Trümmerbrüchen) eine operative Behandlung erfolgen. Neben den Brüchen durch äußere Krafteinwirkungen kommen Ermüdungsbrüche im Bereich des Mittelfußes bei sehr häufiger Überbelastung (z.B. bei Leistungssportlern) vor.

Ein Bruch eines der 7 Fußwurzelknochens kann neben Schmerzen auch Schwellungen und Belastungseinschränkungen hervorrufen. Häufige Ursachen von Brüchen der Fußwurzelknochen sind schwere herabfallende Gegenstände und (Verkehrs-)unfälle. Auch Ermüdungsbrüche oder Brüche infolge von Erkrankungen wie des Knochenschwunds (Osteoporose) der Fußwurzelknochen sind möglich.

Je nach Verletzung und Schweregrad können auch hier nicht-operative (durch Ruhigstellung) und operative Behandlungen infrage kommen. Die operativen Verfahren zielen alle darauf ab, den Bruch einzurichten (Reposition), ihn danach zu stabilisieren und dem Patienten anschließend eine aktive Bewegungstherapie zu verordnen.

Verstauchter Fuß

Eine Verstauchung (Distorsion) ist eine Verletzung der Gelenkkapsel oder des Bandapparates eines Gelenks. Dabei werden die Kollagenfasern dieser Strukturen überdehnt. Die häufigste Verstauchung des Fußes ist das Supinationstrauma (s.o.). Es tritt vor allem bei Sportlern und körperlich sehr aktiven Personen auf. Besonders gefährdet ist der Fuß im oberen Sprunggelenk. Eine Behandlung mit einem Tapeverband ist möglich.

Umgeknickter Fuß

Das Umknicken des Fußes nach innen (Supination) stellt die häufigste Ursache für eine Bänderüberdehnung, eine Bänderzerrung oder einen Bänderriss am Fuß dar. Hierbei knickt der Fuß nach innen weg und das Außenband wird überlastet. Das Umknicken nach außen und somit eine Verletzung des Innenbandes kommt im Vergleich zu einem Umknicken nach innen sehr selten vor. Eine mögliche Ursache für eine Verletzung des Innenbandes kann ein harter Tritt von frontal auf das Sprunggelenk sein.

Häufige Ursachen für das Umknicken nach innen sind zum Einen bestehende Ungleichgewichte zwischen den Schienbein- und den Wadenmuskeln, zum anderen das Tragen von hohen Absätzen. Auch kann es beim Aufkommen nach einem Sprung z.B. beim Sport zum Umknicken des Fußes kommen.

Infolge des Umknickens sind Schmerzen, Schwellungen, Blutergüssen (Hämatome) und Funktionseinschränkungen häufig. Jedoch ist es alleine durch die Beurteilung des Beschwerdebildes sehr schwierig, eine Bänderzerrung von einem Bänderriss abzugrenzen, wobei es bei einem Bänderriss häufiger zu Gelenkinstabilitäten kommen kann. Um zwischen einer Bänderzerrung und einem Bänderriss zu unterscheiden, wendet der Arzt geeignete Tests (z.B. den Schubladentest oder die Überprüfung einer seitlichen Aufklappbarkeit) oder bildgebende Verfahren an und kann dann eine geeignete Therapie einleiten.

Wichtig ist, dass der Patient nach einem schmerzhaften Umknicken schnellstmöglich einen Arzt aufsucht, auch wenn sich die Schmerzen nach einiger Zeit wieder verbessert haben. Bei einer Nichtbehandlung eines Bänderrisses drohen ernsthafte Spätfolgen, wie dauerhafte Instabilität des Gelenkes; auch ist die Wahrscheinlichkeit eines erneuten Umknickens deutlich erhöht. Auch fördert das Vorhandensein einer Instabilität im Laufe der Jahre die Entwicklung einer degenerativen Gelenkerkrankung (Arthrose).

Eingeschlafener Fuß

Wenn jemand davon spricht, sein Fuß sei „eingeschlafen“, so handelt es sich um ein Taubheitsgefühl und ein Kribbeln im betroffenen Fuß, die durch eine ungünstige Körperhaltung zustande kommen.
Dabei wird der versorgende Nerv abgeklemmt und es resultiert eben diese Missempfindung. Durch Ändern der Körperhaltung klingt das Symptom jedoch schnell wieder ab. Schlafen Extremitäten jedoch häufiger ein, das heißt stellen sich häufiger und länger anhaltend dieses Taubheitsgefühl und die Missempfindung ein, kann dies Hinweis auf eine ernsthaftere Erkrankung, wie etwa eine Polyneuropathie sein. Risikofaktoren hierfür sind Alkoholmissbrauch, Diabetes mellitus und Infektionen. Diese bedürfen dann einer medikamentösen Therapie.

Therapieoptionen bei Fußschmerzen

Tapen des Fußgelenks

Der Tapeverband (englisch tape „Band) ist ein in der Sportmedizin, Orthopädie und Unfallchirurgie häufig verwendeter funktioneller Verband, der sowohl kurativ als auch präventiv verwendet wird. Man nennt ihn einen funktionellen Verband, da er die verletzten Gelenke oder Muskeln nicht vollständig ruhigstellt. Durch ihn werden lediglich übermäßige Bewegungen verhindert.
Die Wirkprinzipien des Tapeverbandes sind nicht vollständig geklärt. Zu ihnen zählt aber die Augmentation, eine verbesserte Propriozeption, Kompression und Schienung. Augmentation bedeutet, dass ein Kapsel-Band-Apparat durch den Tapeverband funktionell gestützt und gestärkt wird. Dieser Effekt beruht darauf, dass die Pflasterstreifen des Tapeverbandes einwirkende Zugkräfte auf die Haut übertragen und somit die Bänder und Gelenkkapsel entlasten. Eine verbesserte Propriozeption ist eine verbesserte Wahrnehmung von Körperbewegungen.
Der Tapeverband hat das Ziel, dem betroffenen Gelenk Bewegungsfreiheit zu lassen, es aber gleichzeitig zu stabilisieren und zu stützen. Er besteht aus selbsthaftenden, unelastischen Pflasterstreifen, sogenannten tapes. Das Material des Tapeverbandes muss wasserdurchlässig sein, da er sonst, da die Haut schwitzt, nicht richtig haften würde.
Tapeverbände werden speziell am Fuß häufig am oberen Sprunggelenk sowie bei Frakturen der Mittelfußknochen eingesetzt. Im Folgenden werden die Tapeverbände des Fußes näher erläutert.

Tapeverband am Sprunggelenk

Tapeverbände dienen am oberen Sprunggelenk der Stabilisierung des Außenbandapparats bei Verletzungen aber auch chronischen Bandschwächen.
Verletzungen des oberen Sprunggelenkes sind sehr häufig. Ihnen liegt meist ein sogenanntes Supinationstrauma zugrunde. Das Supinationstrauma ist ein schmerzhaftes Umknicken des Fußes, bei dem das sogenannte Ligamentum talofibulare anterius in fast allen Fällen verletzt wird. Dies ist ein Band des äußeren seitlichen Bandapparats.
Die Verletzungen des Sprunggelenks werden je nach Schwere in drei Grade unterteilt. Die Verletzungen reichen von bloßen Verstauchungen ohne Bandruptur, Teilrissen bis hin zu vollständigen Bandrupturen. Chronische Bandschwächen resultieren aus unvollständig verheilten Bandverletzungen. Diese machen das Gelenk beim Sport anfälliger für Mikrotraumen, die sehr schmerzhaft sein können.
Der augmentierende Tapeverband wird dabei so angelegt, dass er straff anliegt und die Funktion des Außenbandapparats unterstützt. Nach Untersuchung des Sprunggelenks wird die genaue Verlaufsrichtung der Tapes individuell festgelegt. Der Verband beginnt in der Regel knapp unterhalb des Knies und endet dann an den Zehengrundgelenken. Der Fuß wird beim Anlegen des Verbandes in Pronation und Dorsalextension gelagert, das heißt die Fußspitze wird angehoben und die Fußsohle nach außen gedreht.
Allgemein verlaufen hierbei Tapezügel vom seitlichen Unterschenkel schräg zum Fuß. Dort werden sie semizirkulär fixiert. Die Pflasterstreifen bedürfen dann noch einer Straffung im Bereich über dem Außenknöchel mittels zu ihnen senkrecht verlaufender Fixierstreifen. Das erfüllt den Zweck einer weiteren Stabilisierung des Verbandes.

Tapeverband bei Fraktur der Mittelfußknochen

Bei Frakturen eines oder mehrerer der fünf Mittelfußknochen wird ein schienender Tapeverband eingesetzt. Er windet sich zirkulär um den Fuß und begrenzt dessen Verformbarkeit. Angebracht wird er am unbelasteten Vorfuß. So wird der Fuß beim Auftreten geschont. Solch ein Tapeverband kann im Sport auch präventiv verwendet werden.

Tapeverband bei einer Hammerzehe

Eine Hammerzehe (meist die 2. Oder 3. Zehe) weist eine Kontraktur im Endgelenk oder Mittelgelenk auf. Der Tapeverband unterstützt hier die Streckung des Zehenendgelenkes. Der Tapeverband verläuft dabei von der Zehenbeere über die Rückseite der Zehe bis zur Achillessehne.

Tattoo am Fuß

Trotz oder gerade weil ein Tattoo an der Fußseite oder auf dem Fußrücken bei sommerlicher oder fehlender Fußbekeidung gut sichtbar ist, sind Tattoos dort recht beliebt. Das Verfahren der Anbringung dieser dauerhaften "Zierbemalung" der Haut ist dasselbe, das auch in anderen Körperregionen angewendet wird: Tröpfchen für Tröpfchen wird mit Hilfe einer Nadel ein Farbstoff unter die Haut gespritzt, der vom Körper nicht abgebaut werden kann. Aus medizinischer Sicht kann davon nur abgeraten werden, denn neben teils erheblichen Schmerzen während und nach der Prozedur (dies soll vor allem für Körperregionen mit wenig Unterhautgewebe - wie zum Beispiel den Fuß - gelten), sind auch ernsthaftere Gefahren damit verbunden. Wird bei der Anbringung nicht unter höchsten hygienischen Standards gearbeitet, so sind Infektionen etwa mit HIV oder Hepatitis möglich.

Auch kommt es im Rahmen des Abheilens einer Tätowierung zu einer großflächigen Immunantwort, während der der Körper (vergeblich) versucht, die Farbtröpfchen zu entfernen. Da ihm dies aber nicht gelingt, kapselt der die eingespritzte Fremdsubstanz dann in der Folge ab. Auch können verwendete Farbarten giftige oder allergische Reaktionen auslösende Inhaltsstoffe haben. Viele von ihnen sind bis heute vor allem in Bezug auf ihre Langzeitgefährlichkeit nur unzureichend untersucht. Des Weiteren ist die Entfernung von Tattoos nicht selten mit Schmerzen oder Komplikationen verbunden.

Auch sind durch Eisenanteile in der Tattoofarbe Komplikationen im Rahmen einer MRT-Untersuchung möglich (Überwärmung bis zu Verbrennung, sowie Verschlechterung der MRT-Bildqualität). Letztendlich ist erwähnenswert, dass in Deutschland jegliche Behandlungs- und Arzneimittelkosten, die infolge einer Tätowierung oder ihrer Entfernung entstehen, von den Krankenkassen nicht übernommen werden. Stattdessen müssen diese als Folgen eines medizinisch nicht notwendigen Eingriffes (die von Ärzten übrigens gemeldet werden müssen), vom Patienten selbst getragen werden.

Autor: Dr. N. Gumpert      |     Letzte Änderung: 01.07.2016
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