Die Hüfte

Hüftschmerzen

Sie sind auf der Suche nach der Ursache für Ihre Hüftschmerzen oder Sie wissen nicht genau, was Ihre Hüftschmerzen verursacht?
Dann lassen Sie sich durch unsere Diagnostikum Hüftschmerzen leiten und kommen Sie zur wahrscheinlichsten Diagnose.

Einleitung

Hier finden Sie die wichtigsten anatomischen Grundlagen einer gesunden Hüfte und eine Übersicht aller wesentlichen Hüfterkrankungen mit einer kurzen Definition der Erkrankung.

Anatomie der gesunden Hüfte

Beim Hüftgelenk handelt es sich wie auch beim Schultergelenk um ein Kugelgelenk. Kugelgelenke haben den Vorteil, dass sie sich dreidimensional bewegen können. Der Hüftkopf lagert in der Hüftpfanne des Beckens.Gegen ein Auskugeln ist das Hüftgelenk durch die stärksten Bänder der Körpers gesichert. Der Hüftkopf, wie auch die Hüftpfanne ist von einer dicken Knorpelschicht überzogen. Die Gelenkschleimhaut (Synovia) bildet Glenkflüssigkeit, die zur ”Schmierung” konstant in das Gelenk abgegeben wird. Der Winkel zwischen Schenkelhals und Schaft beträgt im Normalfall 127° und ist damit als ideal anzusehen. Am Ende des Schenkelhalses setzten an zwei Knochenvorsprüngen (Trochanter major und minor) größe Muskelgruppen an, die für die Beweglichkeit der Hüfte entscheidende Bedeutung haben.

Abbildung der Hüfte

3D - CT - Becken

  1. Wirbelsäule
  2. Beckenschaufel (Os ilium)
  3. Hüftgelenk
  4. Hüftkopf
  5. Schenkelhals
  6. Symphyse
  7. kleiner Rollhügel (Trochanter minor)
  8. großer Rollhügel (Trochanter major)
Abbildung rechtes Hüftgelenk von vorn
  1. Hüftpfanne - Acetabulum
  2. Darmbeinschaufel - Ala ossis ilii
  3. Darmbeinkamm - Crista iliaca
  4. Gelenklippe der Hüftpfanne -
    Labrum acetabuli
  5. Hüftkopf (= Schenkelkopf) -
    Caput femoris
  6. Schenkelhals - Collum femoris
  7. Großer Rollhügel -
    Trochanter major
  8. Oberschenkelschaft -
    Corpus femoris
  9. Kleiner Rollhügel -
    Trochanter minor
  10. Sitzbein - Os ischii
  11. Hüftloch - Foramen obturatum
  12. Schambein - Os pubis
  13. Lenden-Kreuzbein-Knick - Promontorium

    Zu Hüftbein verschmelzen drei Knochen: Darmbein, Schambein und Sitzbein

Eine Übersicht aller Abbildungen von Dr-Gumpert finden Sie unter: medizinische Abbildungen


Schmerzen im Hüftbereich

Schmerzen in der Hüfte ist eine sehr häufig auftretende Beschwerde, die durch viele verschiedene Ursachen bedingt sein kann. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen einer akuten, erworbenen Form und einer chronischen Form, die auch angeboren sein kann. Da Schmerzen in der Hüfte so vielfältige Gründe haben kann, sollte von einem Orthopäden die mögliche Ursache ermittelt werden. Dabei sind einige Fragestellungen von Bedeutung. Wo genau sind die Schmerzen? Wie lange dauern die Schmerzen schon an? Treten sie nur nach Belastung der Hüfte oder auch in Ruhe auf? Ist ein Unfall/Trauma der Grund für die Schmerzen?
Erst nach gesicherter Diagnosestellung können die Hüftschmerzen adäquat therapiert werden. Bei Schmerzen im Hüftgelenk können jeweils unterschiedliche Bestandteile des Hüftgelenks betroffen sein, welches sich aus Knochen mit Knorpel, Bändern und Muskeln zusammensetzt. Die häufigste angeborene Erkrankung, die sich in Schmerzen in der Hüfte äußert, ist die Hüftdysplasie. Dabei sind die Knochen des Hüftgelenks nicht vollständig ausgereift, sodass der zum Beinknochen gehörige Hüftkopf nicht korrekt in der Gelenkpfanne des Beckens liegt. Durch Vorsorgeuntersuchungen mit Ultraschall wird diese Fehlentwicklung meistens im Kindesalter entdeckt und kann dadurch früh behandelt oder zumindest aktiv beobachtet werden. Wird sie jedoch nicht erkannt, entsteht im Verlauf durch die Fehlstellung von Bein zum Becken eine Fehlhaltung, die sich vor allem in Schmerzen und einem unsicheren Gefühl in der Hüfte, im Iliosakralgelenk der Wirbelsäule, sowie in einer frühzeitigen Degeneration des Gelenkknorpels äußert.
Eine weitere Erkrankung, die Schmerzen im Hüftgelenk verursachen kann, ist Rheuma. Bei dieser autoimmunen Krankheit richten sich Antikörper des Immunsystems gegen körpereigenen Strukturen (vor allem Gelenkknorpel) und verursachen dort Entzündungen und Schmerzen. Rheuma befällt aber meist symmetrisch viele Gelenke gleichzeitig und äußert sich daher nicht allein in Hüftschmerzen.
Wenn sich beim Menschen viel Harnsäure im Blut ansammelt, da diese beispielsweise nicht schnell genug abgebaut wird oder eine große Menge durch die Nahrung zugeführt wird, lagert sich diese Harnsäure gerne in Gelenken ab. Das verursacht an den Gelenken Schmerzen. Bevorzugt als erstes davon betroffen ist das Gelenk der großen Zehe. Die Krankheit, die sich dahinter verbirgt, wird „Gicht“ genannt und gehört zu den Stoffwechselerkrankungen. Sie äußert sich oft in akuten Anfällen von Schmerzen in den betroffenen Gelenken und kann daher auch Schmerzen im Hüftgelenk auslösen. Bei Verdacht auf Gicht sollte umgehend ein Hausarzt aufgesucht werden.
Dieser kann die Diagnose sichern und eine angemessene Therapie, sowie eine die Umstellung auf eine geignete Ernährung bei Gicht einleiten.

Auch die Muskulatur des Hüftgelenks kann der auslösende Faktor für Schmerzen im Hüftgelenk sein. Diese kann durch Bewegungsmangel grade bei Menschen, die viel sitzen, verkürzt sein. Die Verkürzung löst dann bei Belastung bei den Betroffenen starke Schmerzen aus. Eine solche Muskelverkürzung kann durch eine bestehende Beugekontraktur durch den Orthopäden diagnostiziert und durch vermehrtes, angemessenes Training der Hüftmuskeln behandelt werden.
Eine weitere, sehr häufige Ursache für Schmerzen in der Hüfte ist eine Entzündung. Diese betrifft bevorzugt die Schleimbeutel, die in dem Gelenk liegen. Diese Schleimbeutelentzündung (Bursitis) kann akut auftreten oder sich in einem chronischen Prozess entwickeln. Oft sind eingewanderte Bakterien der Grund für die Entzündung. Diese infizieren das Gelenk und lösen so Schmerzen aus. Aber auch eine übermäßige Beanspruchung des Gelenks kann eine Entzündung der Schleimbeutel verursachen. Ein weiterer, sehr häufig auftretender Prozess, der Schmerzen im Hüftgelenk auslösen kann, ist der chronische Verschleiß des Gelenks, der als Arthrose bezeichnet wird und vor allem ältere Menschen betrifft. Der Knorpel, der die Gelenkoberflächen überzieht, nutzt sich mit der Zeit ab und geht zu Grunde. Die Knochenoberfläche des Hüftkopfs reibt nun bei jeder Bewegung unmittelbar an den Knochen der Gelenkpfanne. Dadurch verliert das Gelenk an Beweglichkeit und schmerzt bei Belastung. Da das Hüftgelenk von allen Gelenken des Körpers am stärksten belastet wird, tritt Arthrose hier sehr häufig als erstes auf. Der Verdacht der Arthrose wird durch den Orthopäden mit Hilfe von bildgebenden Verfahren, wie beispielsweise mittels einer MRT Untersuchung, bestätigt und gegebenenfalls wird die weitere Therapie eingeleitet.
Bei Schmerzen im Hüftgelenk ist es enorm wichtig, die Ursache zu ermitteln, um die richtige Therapie einzuleiten. Daher ist die gestellte Diagnose entscheidend über den weiteren Verlauf. Während Entzündungen, autoimmune Prozesse wie Rheuma oder Gicht medikamentös behandelt werden können, bedürfen eine Hüftdysplasie oder Arthrose eventuell einer operativen Maßnahme.

Knacken in der Hüfte

Viele Menschen sind beunruhigt, wenn ihre Gelenke bei bestimmten Bewegungen Geräusche machen, wie beispielsweise ein Knacken oder ein Knirschen. Generell kann man jedoch nicht sagen, dass ein knackendes Geräusch, welches ohne begleitende Schmerzen auftritt, ein direkter Hinweis auf eine Erkrankung sei, vielmehr treten solche Geräusche regelmäßig bei allen Menschen auf. Frauen sind in der Regel häufiger betroffen als Männer. Für ein knackendes Hüftgelenk gibt es mehrere mögliche Ursachen.
Zum einen kann es sein, dass die Gelenkflüssigkeit (Synovialflüssigkeit) kleine Luftbläschen bildet, die bei bestimmten Bewegungen platzen. Das passiert gerade nach langem Sitzen, wenn darauf eine schnelle Bewegung ausgeführt wird. Es kann aber auch sein, dass die Sehnen und Bänder des Hüftgelenks durch die Bewegung, nach langem Ausharren in einer bestimmten Stellung (zum Beispiel in der Sitzposition), ihre Position verändern und dadurch ein Geräusch verursachen. Eine dritte und wichtige Ursache für ein knackendes Hüftgelenk ist die oben bereits beschriebene Gelenksarthrose, von der vor allem ältere Menschen betroffen sind, deren Hüftgelenke sehr beansprucht ist. Der Knorpel der Gelenke ist abgenutzt und die Gelenke gleiten nicht mehr, sondern reiben mit den Knochenoberflächen aufeinander. Dadurch entsteht ein eher knirschendes Geräusch. Falls das Knacken neu auftretend bei jeder Bewegung zu hören ist und auch mit Schmerzen verbunden ist, sollte der Grund für das Knacken unbedingt bei einem Orthopäden abgeklärt werden.

Hüfte tapen

Gelenke oder Muskelpartien mit einem farbigen (Kinesio) Tape zu bekleben, ist seit einigen Jahren ein immer häufigerer Behandlungsansatz bei verschiedenen Beschwerden und Verletzungen geworden. Die Grundidee des Tapens kommt aus der Physiotherapie. Gerade bei Sportverletzungen wird häufig getapet. Das Tape liegt eng auf der Haut auf und dennoch flexibel. Es soll dadurch die Durchblutung fördern und die Schmerzen lindern. Die Muskulatur wird dadurch gestärkt. Außerdem schafft es eine größere Stabilität des getapeten Gelenks ohne es in den Bewegungsgraden einzuschränken. An der Hüfte werden Läufer besonders häufig getapet. Dabei wird der äußere obere Oberschenkel mit zwei länglichen Tapes versehen und diese werden diagonal an der Außenseite der Hüfte von zwei breiteren Tapes überklebt, sodass das Hüftgelenk sternförmig stabilisiert ist. Es gibt nicht viele wissenschaftliche Studien, die die tatsächliche Wirksamkeit der (Kinesio) Tapes nachgewiesen haben und ein Vorteil ist daher umstritten. Viele Behandelte sprechen aber von einem sicheren Gefühl an der betroffenen Stelle, sowie einer schnell einsetzenden Schmerzlinderung.

Training Hüfte

Das Hüftgelenk ist für den Körper enorm wichtig und bei nahezu allen mechanischen und statischen Bewegungen des Körpers beteiligt. Es wird von einem großen Bandapparat und über zehn verschiedenen Muskelgruppen gestützt. Diese Muskelgruppen sind bei vielen Menschen jedoch sehr schwach ausgebildet, da viele Berufe ein langes Sitzen erfordern. Dadurch werden die Muskeln nicht genügend aktiviert und bilden sich zurück oder verkürzen sich. Da das Hüftgelenk täglich hohen Belastungen ausgesetzt ist, kommt es dort am frühesten und am häufigsten zu einem Verschleiß. Um dem Prozess entgegen zu wirken, ist es sehr hilfreich, die Muskelgruppen des Gelenks zu stärken und zu trainieren. Ein Risikofaktor für einen verfrühten Verschleiß und eine gesteigerte Belastung ist zum Beispiel Übergewicht. Dadurch wird das Gelenk belastet und ist früher abgenutzt. Aber auch Bewegungsmangel oder übermäßige (Fehl-) Belastung bewirken eine frühzeitige Abnutzung des Knorpels und damit einen Verlust der Gelenkbeweglichkeit.
Der Hüftkopf ist wie eine Kugel in die Gelenkpfanne am Becken eingegliedert (die Hüfte wird auch als „Nussgelenk“ bezeichnet) und hat daher drei Bewegungsgrade, die jeweils durch unterschiedliche Muskeln betätigt werden. Um die Hüftbeuger zu trainieren wird empfohlen, auf dem Rücken liegend das eine, um circa 60 Grad angewinkelte, Bein zum Körper heranzuziehen, während es mit den Händen vom Körper weggedrückt wird. Das andere Bein bleibt jeweils gerade auf dem Boden liegen.
Die Hüftstrecker und damit die "Glutealmuskulatur" kann man trainieren, indem man auf dem Bauch liegend, abwechselnd das durchgestreckte Bein so weit wie möglich anhebt und versucht, es einige Sekunden oben zu halten. Nach den Phasen der Muskelanspannung während dem Training sollten die Muskeln zusätzlich gedehnt werden (s.u.). Die Muskelgruppe, die dabei hilft, das Bein in der Hüfte seitlich anzuheben (Hüftabduktoren), kann durch eine Übung im Liegen in Seitenlage trainiert werden. Dazu bleibt das untere Bein auf dem Boden liegen, während das obere Bein mehrmals gehoben, kurz gehalten und anschließend wieder gesenkt wird. Um das andere Bein zu trainieren, muss die Übung anschließend auf der anderen Seite liegend durchgeführt werden. Die Gegenspieler zu dieser Muskelgruppe sind die Hüftadduktoren. Sie helfen, das Bein wieder zum Körper heranzuführen. Um diese zu trainieren werden auf dem Rücken liegend beide Beine angewinkelt aufgestellt. Dann soll versucht werden, die Beine mittig gegen Widerstand der Hände zusammen zu pressen, wogegen die Hände die Beine jeweils nach außen drücken. Die letzte Muskelgruppe, die einzeln trainiert werden kann, ist die Gruppe der Innen- und Außenrotatoren. Dazu wird im Liegen das im Knie um 90 Grad angewinkelte Bein 90 Grad zum Körper gebeugt und gegen Widerstand der Fuß versucht nach außen (für die Innenrotatoren) und innen (für die Außenrotatoren) zu drücken. Das Knie bleibt dabei an derselben Stelle. All diese Übungen sind dafür gedacht, gezielt für die einzelnen Muskelgruppen des Hüftgelenks zu trainieren. Das ist nicht die einzige Möglichkeit, die Muskeln zu stärken und damit die Hüfte zu unterstützen. Auch mit regelmäßigen Schwimmeinheiten oder Radfahren stärkt man die Muskulatur um die Hüfte und wirkt so einem frühzeitigen Verschleiß entgegen.

Dehnen

Um eine bessere Beweglichkeit im Hüftgelenk zu erreichen und die Hüfte zu stärken, ist neben dem Trainieren der Muskeln ein anschließendes Dehnen sehr zu empfehlen. Das Dehnen hilft dabei, Verkrampfungen der durch das Training beanspruchten Muskeln zu verhindern und sie wieder zu entspannen. Dazu kann im Liegen abwechselnd ein Bein im Knie gebeugt so weit wie möglich zum Körper gezogen werden und einige Sekunden in dieser Position verharrt werden. So werden die Hüftstrecker gedehnt.
Um die Hüftbeuger und die vorderen Oberschenkelmuskeln zu dehnen, können Sie im Stehen ein Bein an der Ferse so weit wie möglich Richtung Po ziehen und einige Sekunden halten. Eine weitere Dehnübung für die Hüftmuskeln wird im Sitzen durchgeführt. Dazu das eine Bein ausstrecken, das andere Bein anwinkeln und schräg über das ausgestreckte Bein stellen. Mit dem Arm das Knie des angewinkelten Beins vom Körper wegdrücken, während der Fuß fest auf dem Boden gehalten wird. Weitere Übungen können mit einem Physiotherapeuten besprochen und erlernt werden.

Hüfte messen

Die Messung des Hüftumfangs dient vor allem zum genauen Maßnehmen der Kleidergröße. Dazu wird das Maßband an der breitesten Stelle der Hüfte angelegt und die Zentimeter Zahl abgelesen. Die breiteste Stelle ist bei Männern und Frauen meist unterschiedlich und sollte daher vorher gut abgeschätzt werden. Um die richtige Kleidergröße zu bestimmen wird außerdem die Körpergröße in Zentimetern benötigt. Mit Hilfe von Tabellen kann dann die passende Kleidergröße abgelesen werden. Natürlich ist dafür nicht nur der Hüftumfang von Bedeutung. Auch Faktoren wie der Taillenumfang, die Oberweite, die Schulterbreite sowie die Arm- und Beinlänge spielen für das Finden der perfekten Kleidergröße eine wichtige Rolle.
Der Hüftumfang wird zudem häufig bei der Bestimmung des Body – Maß Index (BMI) gemessen. Bei Übergewicht spielt neben dem reinen Gewicht außerdem die Körperform eine wichtige Rolle, wenn abgeschätzt werden soll, ob das Übergewicht ein Risikofaktor für bestimmte Erkrankungen ist. Es wird zwischen der „Apfel“- und der „Birnenform“ unterschieden. Die Verteilung des Körperfetts überwiegend in der Bauchgegend, wie es bei der „Apfelform“ der Fall ist, wird als stärkerer Risikofaktor gewertet, als wenn das Körperfett vor allem an der Hüfte und den Beinen vermehrt vorkommt. Dazu wird das „Taillen-Hüft Verhältnis“ mit der Formel Taillenumfang/Hüftumfang bestimmt. Bei Frauen sollte der errechnete Wert unter 0,8 liegen und bei Männer unter 0,9. Bei einem Verhältnis von über 0,85 bei Frauen beziehungsweise über 1 bei Männern liegt ein apfelförmiges Übergewicht vor.

Hüfte Einrenken

Die Hüfte ist ein sehr komplex zusammengesetztes, großes Gelenk, das aus vielen einzelnen Knochen besteht, die unterschiedlich miteinander verbunden sind. Für den Körper ist es ein extrem wichtiges Gelenk, da es den Rumpf mit den Beinen verbindet. Es ist dadurch bei nahezu allen Bewegungen, ob im Stehen, Sitzen oder Laufen, beteiligt. Durch zu langes, falsches Sitzen im beruflichen Alltag und zu wenig Bewegung, haben viele Menschen Probleme mit dem Hüftgelenk. Insbesondere in dem Teil, der als Iliosakralgelenk bezeichnet wird, klagen viele Betroffene über Schmerzen und ein unsicheres Gefühl bei manchen Bewegungen. Das kann unter anderem den Grund haben, dass das Hüftgelenk an dieser Stelle ausgerenkt oder blockiert ist. Wenn dies der Fall ist, sollte ein Orthopäde oder ein Physiotherapeut aufgesucht werden, der das Hüftgelenk reponiert (einrenkt). Außerdem kann der Betroffene bei häufigem Auftreten eines blockierten Iliosakralgelenk Übungen lernen, die die Muskulatur um das Gelenk herum stärken. Diese Muskulatur ist bei vielen Betroffenen zu schwach ausgebildet und der Grund für ein häufiges Ausrenken. Außerdem sollte gemeinsam mit dem Arzt Ursachenforschung betrieben werden, um weitere Gründe für die Luxation (das Ausrenken) zu erkennen.
Wenn nicht das Iliosakralgelenk betroffen ist, sondern der eigentliche Hüftkopf, der zum Oberschenkelknochen gehört, aus der Hüftpfanne herausgelöst ist, sollte eine sofortige Reposition stattfinden. Da in der Nähe des Hüftkopfs viele wichtige Gefäße und Nerven entlang ziehen, die durch die Luxation abgeklemmt werden könnten, ist es wichtig, hierbei schnell zu handeln, damit die Versorgung des Beines weiter gewährleistet werden kann. Bleibt die Blut- und Sauerstoffversorgung für einen zu langen Zeitraum aus, kann es im Bein zu Gewebeuntergang kommen. Außerdem treten bei dem Betroffenen durch die Luxation erhebliche Schmerzen auf. Die Diagnose wird durch Röntgenaufnahmen gesichert. Dabei wird außerdem festgestellt, ob eventuell weitere Frakturen oder Weichteilverletzungen vorliegen. Ist dies nicht der Fall, kann die Reposition des Hüftkopfs ohne Operation durch Zug- und Rotationsbewegungen des Arztes stattfinden. Falls weitere Frakturen behandelt werden müssen oder Nerven beschädigt sind, wird meist der Weg einer operativen Reposition gewählt.

Erkrankungen des Hüftgelenks

typische Hüfterkrankungen

Hüftarthrose

Der Begriff “Hüftgelenksarthrose“ (= Koxarthrose oder auch Coxarthrose) umfasst alle degenerativen Erkrankungen im Bereich des Hüftgelenkes, die durch Erkrankung (z.B. angeborene Störung der Funktionseinheit Hüftkopf – Hüftpfanne oder Durchblutungs-, bzw. Stoffwechselstörungen, ...), Unfall (z.B. Schenkelhalsbruch) oder Verschleiß hervorgerufen werden.

Allen ursächlichen Erkrankungen gemein ist die zunehmende Zerstörung des Gelenkknorpels, die letztlich auch Gelenkstrukturen (Gelenkkapsel, Knochen) und die zughörige Muskulatur befällt.
Weitere Informationen erhalten Sie unter: Hüftgelenksarthrose

Hüftgelenkstotalendoprothese

Unter einer Hüftprothese (künstliches Hüftgelenk) versteht man den Ersatz des Gelenks durch künstliche Elemente. Dabei besteht das künstliche Hüftgelenk aus den gleichen Teilen wie das menschliche Hüftgelenk. Während der Prothesenimplantation wird Gelenkpfanne des Beckens durch eine “Künstliche” ersetzt. Der Schenkelhals und der Hüftkopf wird durch den Prothesenanteil des Oberschenkelknochens (Schaft) mit aufsitzendem “Kunst-Kopf” ersetzt.
Weitere Informationen erhalten Sie unter: künstliches Hüftgelenk

Schenkelhalsbruch

Bei einem Schenkelhalsbruch / Schenkelhalsfraktur bricht das obere Ende des Oberschenkelknochens (Femur) knapp unterhalb des Oberschenkelkopfes (Hüftkopf), meist aufgrund eines Sturzes auf die seitliche Hüfte.
Weitere Informationen erhalten Sie unter: Schenkelhalsbruch und Schenkelhalsfraktur

Hüftkopfnekrose

Unter Hüftkopfnekrose sind alle erworbenen Erkrankungen des Hüftkopfes zu verstehen, die durch eine Ischämie (Mangeldurchblutung des Hüftkopfes) zu einer unterschiedlich großen, meist partiellen Absterben des Hüftkopfes führen und die in ihrem Endstadium in eine Koxarthrose (Hüftgelenksarthrose) übergehen können.
Weitere Informationen erhalten Sie unter: Hüftkopfnekrose

Morbus Perthes

Beim M. Perthes handelt es sich um eine Durchblutungsstörung des kindlichen Hüftkopfes unbekannter Ursache.
Weitere Informationen erhalten Sie unter: M. Perthes

Epiphysiolysis capitis femoris

Bei der Epiphysiolysis capitis femoris handelt es sich um eine Ablösung und Abgleitung des Schenkelhalskopfes in der Wachstumsfuge vom Schenkelhals meist im frühen Pubertätsalter.
Weitere Informationen erhalten Sie unter: Epiphysiolysis capitis femoris

Hüftdysplasie

Bei einer Hüftdysplasie handelt es sich um eine kindliche Reifungsstörung mit Störung der Pfannendachverknöcherung. In der weiteren Entwicklung kann der Hüftkopf aus der Pfanne auskugeln = luxieren und sich eine Hüftluxation entwickeln.
Eine Hüftdysplasie ist ein Hochrisikofaktor für die Entwicklung einer Hüftarthrose (Coxarthrose). Durch das fehlende Pfannendach (Erker) wird die Gewichtsübertragung vom Oberschenkel (Femur) auf das Becken durch fehlende Kongruenz der Gelenkpartner ungünstig
Weitere Informationen erhalten Sie unter: Hüftdysplasie

ISKD - Nagel

Der ISKD - Nagel ist zur Verlängerung des Beines entwickelt worden. Mit dem ISKD-Nagel kann sowohl der Unterschenkel (Schienbein, Tibia) wie auch der Oberschenkleknochen (Femur) verlängert werden.
Beim ISKD-Nagel handelt es sich um ein Implantat, wer in den Röhrenknochen von Schienbein (Tibia) und Oberschenkelknochen (Femur) implantiert werden kann.
Der Verlängerungsnagel ist so aufgebaut, dass zwei ineinander verschiebliche Nagelanteil sich gegenseitig verlängern können.
Die Distraktion (Verlängerung) wird nach dem Ratschenprinzip ausgelöst durch 3° alternierende (gegenseitige) Rotation
160 Rotationsbewegungen ergeben 1 mm Distraktion (täglich erwünschtes Verlängerungsziel)
Weitere Informationen erhalten Sie unter unserem Thema: ISKD - Nagel

Kurzschaftprothese

Im Rahmen der technischen Entwicklung in der Orthopädie werden immer weitere Prothesenmodell entwickelt, die das Ziel haben, möglichst wenig Knochenmaterial während der Hüftoperation zu entfernen, um bei einer möglichen Wechseloperation gute Voraussetzungen zu finden, um eine neue Prothese wieder sicher verankern zu können. Neben der Kappenprothese (McMinn-Prothese), eignet sich die Kurzschaftsprothese für eine knochensparende Implantation.
Weitere Informationen erhalten Sie unter unserem Thema: Kurzschaftprothese

Coxitis fugax

Eine Coxitis fugax wird auch als Hüftschnupfen bezeichnet und ist eine Entzündung des kindlichen Hüftgelenkes. Eine Coxitis fugax heilt in der Regel unter einen angemessenen Therapie folgenlos aus.
Weitere Informationen erhalten SIe unter unseren Thema: Coxitis fugax.

Autor: Dr. N. Gumpert      |     Letzte Änderung: 28.02.2017
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