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Tendinitis calcarea der Hüfte

Einleitung

Als Tendinitis calcarea im Allgemeinen wird eine Erkrankung bezeichnet, bei welcher es zu kalkartigen Ablagerungen in Sehnen und Sehnenansätzen kommt. Es wird davon ausgegangen, dass 2 bis 3 % aller Menschen hiervon betroffen sind.
Am häufigsten erkranken dabei Menschen zwischen dem dritten und fünften Lebensjahrzehnt.

Am häufigsten von einer Tendinitis calcarea betroffen ist eine Gruppe von Muskeln in der Schulterregion (die sogenannte Rotatorenmanschette), umgangssprachlich ist dann von einer Kalkschulter die Rede. Ebenfalls oft betroffen sind die Kniescheibensehne und die Achillessehne.
In Sehnen des Hüftgelenks treten derartige Kalkablagerungen hingegen eher selten auf.

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Symptome

Obwohl es selten vorkommt, kann die Erkrankung auch im Hüftgelenk starke Beschwerden verursachen. Im Vordergrund stehen dabei über Tage bis Wochen stärker werdende, meist als stechend empfundene Schmerzen bei Bewegung und Belastung des Hüftgelenks.
Durch Druck auf die betroffene Sehne können auch ganz gezielt Schmerzen provoziert werden.
Als weitere Symptome können Schwellungen, Rötungen und Bewegungseinschränkungen aufgrund der Schmerzen auftreten.

All diese Beschwerden sind Zeichen einer Entzündungsreaktion.


Ursache

Ursächlich für das Krankheitsbild der Tendinitis calcarea sind degenerative, also verschleißbedingte, Veränderungen der jeweiligen Sehne.
Der genaue Prozess ist dabei noch nicht ganz geklärt. Fest steht jedoch, dass verschiedene Prozesse an der Sehne einen Umbau des Sehnengewebes und die Einlagerung von Kalkkristallen nach sich ziehen.
Infolge hiervon laufen entzündliche Prozesse ab, welche die entzündungstypischen Beschwerden Schwellung, Rötung und Schmerzen auslösen.

Im Falle der Hüfte können von diesem Vorgang verschiedene Sehnen betroffen sein. Bisher wurden Kalkablagerungen im Musculus gluteus maximus, Musculus adductor brevis und dem Musculus iliopsoas beobachtet.

Therapie

Wie andere von einer Tendinitis calcarea betroffene Gelenke auch, erfolgt die Behandlung des betroffenen Hüftgelenks in den meisten Fällen konservativ, also nicht-operativ.

Hierbei spielt vor allem die Einnahme sogenannter nicht-steroidaler Antirheumatika (NSAR) im Vordergrund. Diese Schmerzmittel, zu denen auch die bekannten, rezeptfreien Mittel Aspirin (ASS), Diclofenac und Ibuprofen gehören, wirken sowohl schmerzstillend, als auch entzündungshemmend.

Wichtig ist zudem eine Schonung des Schulter bzw. der Hüfte, um eine weitere Reizung des Sehnengewebes zu verhindern. Starke Belastungen sollten daher in jedem Fall vermieden werden. Hierdurch allein kann in einem Großteil der Fälle bereits eine Selbstheilung der Erkrankung bewirkt werden. Weiße Blutkörperchen beginnen mit dem Abbau der Kalkeinlagerungen und das Sehnengewebe kann sich erholen.

Daneben sind als weitere Maßnahmen zur Förderung der Heilung und Linderung der Schmerzen krankengymnastische Übungen und Kältetherapien verfügbar.

Neben dem bei starken Schmerzen ebenfalls sinnvollen Spritzen von Lokalanästhetika empfehlen manche Ärzte zusätzlich die Injektion von Steroiden, wobei jedoch umstritten ist, wie hilfreich dieser Therapieschritt tatsächlich ist.

Ebenfalls möglich ist die Anwendung der sogenannten extrakorporalen Stoßwellentherapie (ESWT), bei welcher die Kalkkristalle durch niedrigenergetische Wellen zertrümmert werden. 
Dieses Verfahren ist jedoch kostspielig und wird üblicherweise nicht von den Krankenkassen übernommen. Zu erwähnen ist dabei außerdem, dass nur etwa die Hälfte aller Patienten von dieser Behandlungsmethode profitieren.

Etwa 95 % aller Tendinitiden calcareae heilen unter dieser konservativen Therapie innerhalb weniger Wochen von allein aus. Bei den restlichen 5 %, welche meist von großen Kalkansammlungen betroffen sind, kann ein operativer Eingriff zur endgültigen Genesung nötig sein. 
Generell wird dieser vorgenommen, wenn nach etwa sechs Monaten kein Erfolg durch konservative Maßnahmen erreicht werden konnte.

Schmerzen

Die Tendinitis calcarea an der Hüfte kann erhebliche Schmerzen verursachen, welche definitiv nicht ertragen werden müssen oder sollten. Sie werden durch entzündliche Prozesse an der Sehne hervorgerufen und gehen häufig mit einer Schwellung und Rötung einher.
Diese Schmerzen können im Alltag zudem sehr hinderlich sein, da sie bei Belastung (in diesem Fall also beim Laufen) verstärkt werden und zu Bewegungseinschränkungen führen können.
Schon allein aus diesem Grund, aber auch weil hierdurch eine Heilung beschleunigt wird, ist eine adäquate Schmerztherapie sinnvoll.
Erreicht wird diese meist schon durch die Einnahme von rezeptfreien Schmerzmitteln aus der Gruppe der Nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR).
Zu ihnen zählen allgemein bekannte Mittel wie Aspirin (ASS), Ibuprofen und Diclofenac.
Die Besonderheit dieser Schmerzmittel liegt darin, dass sie nicht nur schmerzstillend, sondern auch entzündungshemmend wirken.

Sollte diese Therapie nicht ausreichen, ist zudem eine Injektion von Lokalanästhetika in den Bereich der betroffenen Sehne möglich.
Mit Hilfe dieser Maßnahmen ist bei so gut wie allen Patienten eine Schmerzfreiheit, bzw. ein erträgliches Maß an Schmerzen, zu erreichen.

Weitere Informationen

Eine Übersicht aller Themen aus dem Bereich der Orthopädie finden Sie unter: Orthopädie A-Z

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 31.07.2018
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