Nackenschmerzen

Einleitung

Schmerzen im Nacken können die unterschiedlichsten Ursachen haben. Häufig strahlen Nackenschmerzen in die Schulter, Arme oder den Kopf aus. Auch Schwindel und Kopfschmerzen sind häufige Begleitsymptome von Nackenschmerzen.

Hauptsächlich verursachen Haltungsprobleme und chronisch überlastete, verspannte Muskeln die Beschwerden im Nackenbereich. Viel seltener sind ernsthafte Grunderkrankungen ursächlich für Schmerzen im Nacken. Mit zunehmendem Alter treten Verschleißerscheinungen an der Halswirbelsäule in den Vordergrund. Dadurch entstehen oft nicht nur Nackenschmerzen sondern häufig ist die Beweglichkeit des Halses ebenfalls eingeschränkt.

Medizinisch können Nackenschmerzen je nach ihrer Entstehung in vier Kategorien eingeteilt werden:

  • Mechanisch ausgelöste Nackenschmerzen
  • nicht mechanisch bedingte Nackenschmerzen
  • Übertragungsschmerzen und
  • psychisch ausgelöste Nackenschmerzen

Anatomie vom Nacken

Die wichtigsten Strukturen der Nackenregion (Regio nuchae) sind die Halswirbelsäule und die Nackenmuskulatur. Die Halswirbelsäule umfasst 7 Wirbel (Vertebrae cervicales), darunter der erste Halswirbel namens Atlas und der zweite, Axis. Diese beiden Halswirbel bilden mit dem Hinterkopf (Os occipitale) das obere und untere Kopfgelenk.

Durch einen knöchernen Kanal in der Halswirbelsäule zieht auf beiden Seiten je eine Arteria vertebralis (Wirbelarterie) in den Schädel hinauf. Die Halswirbelsäule ist der beweglichste Abschnitt der Wirbelsäule, besonders bei Rotationsbewegungen.

Die Nackenmuskulatur wird in eine vordere und eine hintere Muskelgruppe unterteilt. Sie ist für die

  • Drehung
  • Neigung
  • Beugung und
  • Streckung des Kopfes

sehr wichtig.


Ursachen für Nackenschmerzen

Nackenschmerzen können vielfältige Ursachen haben.

Nackenschmerzen können bei vielen sehr unterschiedlichen Erkrankungen auftreten.

1. Mechanisch ausgelöste Nackenschmerzen

Am häufigsten sind Nackenschmerzen mechanisch ausgelöst, das bedeutet, durch Verspannungen und Funktionsstörungen der Nackenmuskulatur oder durch Verschleißerscheinungen an den weichen Strukturen der Halswirbelsäule (wie Bandscheiben oder Bänder) bzw. harte, knöcherne Strukturen wie die Wirbel.

Mechanisch ausgelöste Schmerzen im Nacken können auch durch

vorkommen. Nackensteifigkeit kann ein hinweisendes Symptom einer Hirnhautentzündung (Meningitis) oder Hirnhautreizung sein, da es zu einer reflexhaften Anspannung der Nackenmuskulatur kommt. Die empfindliche und entzündete Hirnhaut erzwingt eine Schonhaltung des Nackens, da jede Bewegung starke Schmerzen im Nacken bzw. Kopf auslöst. Des Weiteren können

  • Verschleiß an den Bandscheiben (Chondrose und Osteochondrose) und Wirbeln (Spondylose)
  • Verletzungen und
  • Funktionsstörungen

zu mechanischen Einschränkungen im Nackenbereich und somit zu Nackenschmerzen führen. Die Schmerzen sind häufig einseitig und strahlen bis in die Schulter aus. Fehlhaltungen im Alltag und im Beruf (z.B. jahrelange Computer- oder Überkopftätigkeit) begünstigen diese mechanischen Beschwerden. In den kleinen Gelenken zwischen den Wirbeln (sogenannte Facettengelenke) können Blockierungen auftreten, dann kommt es besonders nach Ruhephasen zu einer Nackensteifigkeit. Die Facettengelenke können sich auch entzünden und Schmerzen verursachen, die oft in Schulter und Arm ausstrahlen.

Dabei wird der Schmerz nicht durch gereizte Nervenwurzeln am Rückenmark verursacht (radikuläre Schmerzursache), sondern von den entzündeten Gelenken (pseudoradikuläre Schmerzursache). Dadurch kann es auch zu Gefühlsstörungen wie Kribbeln und Taubheitsgefühlen kommen. Komplexe Veränderungen an der Halswirbelsäule oder Durchblutungsstörungen der zum Kopf ziehenden Blutgefäße können Nackenschmerzen verursachen, die bis in den Hinterkopf hochziehen. Zusätzlich können Symptome wie

2. nicht mechanische Nackenschmerzen

Die nicht mechanisch bedingten Nackenschmerzen werden zum einen durch Störungen der kleinen Wirbelgelenke in der Halswirbelsäule verursacht und durch bestimmte Erkrankungen des Bewegungssystems.
So können die rheumatoide Arthritis (Rheuma), die Bechterew-Krankheit und einige ähnliche Krankheitsbilder im Bereich der sogenannten seronegativen Spondylarthropathien zu Schmerzen im Nackenbereich führen.

Ebenso selten sind neurologische Erkrankungen wie Nervenlähmungen und Läsionen des Rückenmarks. Bei Frauen ab dem 50. Lebensjahr deutlich häufiger als bei Männern kann ein entzündliches Muskelrheuma (z.B. Polymyalgia rheumatica) nicht nur zu Nacken-, Schulter- und Hüftschmerzen, sondern auch zu schmerzenden Entzündungen an den Schultergelenken sowie an den Handgelenken kommen.

Neben den Erkrankungen im Halswirbel- und Nackenbereich können auch Schultergelenkserkrankungen wie Schultergelenksarthrose (Omarthrose), Entzündungen der Schulterschleimbeutel, Risse der stabilisierenden Schultersehnen oder sonstige Schulterverletzungen zu Schmerzen im Nacken führen.

3. Übertragungsschmerzen

Nackenschmerzen können im Sinne eines Übertragungsschmerzes auch bei krankhaften Vorgängen in bestimmten Organen auftreten. Außerdem sind chronische Nackenschmerzen häufig in die Gruppe der Übertragungsschmerzen einzuordnen, da in den verspannten und verhärteten Muskeln sogenannte Triggerpunkte liegen, in deren Nähe Schmerzfasern (Nozizeptoren) liegen, die auf Dauerbetrieb geschaltet sind und zu einer Ausbreitung der Schmerzen führen.

4. Psychisch ausgelöste Nackenschmerzen

Nicht selten können Nackenschmerzen auch eine psychische Ursache haben (vor allem chronisch wiederkehrende Nackenschmerzen) oder durch psychischen Stress verstärkt werden. Starke Belastungen im Beruf oder im Alltag fördern Verspannungen und führen schnell zu Schmerzen im Nackenbereich.
Auch bei dem sogenannten Fibromyalgiesyndrom, einem komplexen Krankheitsbild mit vielfältigen Schmerzpunkten am Körper und weiteren Symptomen, vermutet man unter anderem auch psychische Auslöser für die Nackenschmerzen.

Auch internistische Erkrankungen wie beispielsweise Erkrankungen der Herzkranzgefäße bei der Angina pectoris oder ein Herzinfarkt (Myokardinfarkt) können Schulter- oder Nackenschmerzen auslösen.

Symptome bei Nackenschmerzen

Schmerzen im Nacken können in jeder Altersgruppe auftreten, verstärkt jedoch im fortgeschrittenen Alter und gehen häufig mit einer erheblichen Muskelverspannung einher. Schmerzausstrahlungen in Richtung Schulter und Arm sind möglich, dabei kann es auch zu Muskelschwäche, Gefühlsstörungen und Kribbeln kommen.

Bei einer Schmerzausstrahlung, Lähmung oder Sensibilitätsstörung spricht man von einem Nacken-Schulter-Arm-Syndrom (Zerviko-Brachial-Syndrom), das hauptsächlich durch Nervenreizungen (Bandscheibenvorfälle der Halswirbelsäule, Entzündungen, Tumoren) im Bereich der unteren Halswirbelsäule verursacht wird.

Die Nackenschmerzen können sich zeitweise bessern und nach einer Weile erneut und eventuell verstärkt wieder auftreten. Häufig sind besonders lange Phasen der Anspannung (z.B. Arbeitsphasen am Computer) oder ungewohnte Überkopftätigkeiten Auslöser für akute Nackenschmerzen. Sehr selten kommt es zu einem Nacken-Zunge-Syndrom, was sich durch anfallartige Hinterkopfschmerzen, im Bereich der Zunge und im Nacken bei plötzlichem Kopfdrehen kennzeichnet.

Ursächlich dafür ist wahrscheinlich eine Veränderung im Bereich des Kopfgelenkes, wodurch die zweite Nervenwurzel, die der Halswirbelsäule entspringt, gereizt wird. Besonders beim Liegen auf der betroffenen Seite sind auch nächtlich auftretende Nackenschmerzen und eine Muskelschwäche im Schulter-Arm-Bereich möglich, häufig ausgelöst durch Reizzustände und Entzündungen in der Umgebung des Schultergelenks. Dagegen sind kurzfristige Taubheitsgefühle, die bald wieder abklingen, eher einer ungünstigen Schlafposition zuzuordnen.

Nicht selten kann die schmerzhaft verspannte Nackenmuskulatur zu einer Nackensteifigkeit mit vollständiger Blockierung der Beweglichkeit der Halswirbelsäule (Schiefhals, Torticollis) führen.
Ein gleichzeitiges Auftreten von

  • Kopfschmerzen
  • Schwindel
  • Ohrensausen oder
  • Sehstörungen

wird als Zervikozephales Syndrom bezeichnet. Übertragungsschmerzen entstehen nicht im Nacken (wo sie empfunden werden), sondern an anderer Stelle im Körper. Bei einem Herzinfarkt treten beispielsweise nicht selten Schmerzen zwischen den Schulterblättern bis in den Nacken auf. Solche Schmerzfortleitungen sind meistens nicht von Bewegungen der Wirbelsäule abhängig, was einen Hinweis auf einen Übertragungsschmerz liefern kann.

Lesen Sie mehr zum Thema unter: Hinterkopfschmerzen

Diagnose und Verlauf von Nackenschmerzen

Die Möglichkeiten der diagnostischen Untersuchung sind aufgrund der Vielfalt der Ursachen für Nackenschmerzen ebenfalls sehr zahlreich. Um die richtige Diagnose bei Schmerzen im Nacken zu stellen, sind zunächst einige Informationen der Krankengeschichte wichtig (Anamnese), da sie erste Hinweise auf die Ursachen geben.

Die körperliche Untersuchung der Halswirbelsäule im Hinblick auf lokale Schmerzpunkte, Muskelverspannungen und -verhärtungen sowie die Beurteilung der Beweglichkeit gibt weitere Hinweise auf mögliche Ursachen. Ebenso können Triggerpunkte (Reizpunkte, deren Berührung Schmerz auslöst) untersucht werden. Um auszuschließen, dass es sich bei der Ursache der Nackenschmerzen um eine Nerveneinklemmung handelt, kann unter Umständen eine neurologische Untersuchung erforderlich sein.

Bildgebende Verfahren wie

erlauben weitere Einblicke in den schmerzenden Nackenbereich. Wenn der Verdacht auf eine Hirnhautentzündung besteht, wird zusätzlich eine Liquorpunktion zur Untersuchung des Hirnwassers durchgeführt.

Besonders Nackenschmerzen aufgrund von muskulären Verspannungen verlaufen in der Regel positiv und klingen nach kurzer Zeit wieder ab. Liegen die Ursachen der Nackenschmerzen in Verschleißerscheinungen, Zuständen nach Halswirbelsäulenverletzungen, neurologischen oder rheumatischen Erkrankungen, kommt es häufig zu einem chronischen Verlauf mit Phasen relativer Beschwerdefreiheit und akuten Schmerzphasen.

Therapie von Nackenschmerzen

Das Tragen einer Halsmanschette kann zur Entlastung der Halswirbelsäule beitragen.

Die Behandlung richtet sich bei Nackenschmerzen immer gegen die Ursache der Beschwerden, im Vordergrund stehen krankengymnastische und physikalisch-therapeutische Maßnahmen. Verspannungsbedingte Nackenschmerzen klingen meist von alleine nach wenigen Tagen bis Wochen ab. Im akuten Stadium ist meist die symptomatische Behandlung mit Schmerzmedikamenten (NSAR, z.B. Voltaren®), Kälte- oder Wärmepackungen sowie eine vorübergehende Entlastung der Halswirbelsäule erforderlich.

Der Betroffene kann häufig selbst mit Hilfe von aktiver Bewegung und Muskelkräftigung selbst dazu beizutragen, dass die Beschwerden gelindert werden oder sogar ganz verschwinden. Ebenso kommen Krankengymnastik, aktive Muskelkräftigung, Akupunktur, TENS-Behandlungen oder das direkte Verabreichen von entzündungshemmenden Medikamenten in den Nackenbereich zur Schmerzlinderung in Frage. Physikalische Strom- oder Ultraschallbehandlungen fördern die Durchblutung und Stoffwechselprozesse im Gewebe und können entkrampfend wirken. Chirotherapie oder Manuelle Medizin sollte im Halsbereich aufgrund der Gefahr von Nervenschädigungen nur äußerst zurückhaltend Anwendung finden.

Eine Entlastung des Nackenbereichs (z.B. nach einem Schleudertrauma) erreicht man beispielsweise durch eine Halsmanschette aus Schaumstoff (Schanz´sche Krawatte) oder einen stabileren Halskragen aus Kunststoff. Nachts kann die Halswirbelsäule durch eine Nackenrolle oder ein entsprechend geformtes Nackenkissen ebenfalls entlastet werden.
Je nach Ursache der Nackenschmerzen kommen auch operative Behandlungsmöglichkeiten in Frage. Durch die moderne Wirbelsäulenchirurgie bis hin zu mikrochirurgischen und wenig belastenden Operationstechniken gibt es mittlerweile eine große Bandbreite an therapeutischen Möglichkeiten.

Übungen bei Nackenschmerzen

Mit einem Gymnastikball oder einer Gymnastikrolle lässt sich eine effektive Übung zur Lockerung der Nackenmuskulatur durchführen. Die Bälle oder die Rolle werden beim liegenden Patienten unter den Rücken kurz oberhalb des Gesäßes gelegt. Die Beine werden angestellt. Der gestreckte Körper kann nun mit den Beinen nach vorn und hinten gefahren werden. Bei den Vor-, und Rückwärtsbewegungen muss der Hals nach hinten gestreckt bleiben, der Blick sollte nach oben zur Decken gerichtet sein und der Hals gerade gehalten werden. Mehrere Wiederholungen sollten durchgeführt werden. Nach einer kurzen Lockerungspause sollte die Übung nochmals wiederholt werden. Sinn der Übung ist die gerade Streckung der Halswirbelsäule und die dadurch entstehende Entstauchung.

Eine weitere Übung kann im Sitzen durchgeführt werden. Bei gestrecktem Rücken werden die beiden Arme rechts und links angewinkelt und die Hände hinter dem Kopf gefaltet. Mit leicht federnden, sanften Bewegungen soll nun der rechte Ellenbogen nach links gezogen werden, dabei dreht sich der Oberkörper des sitzenden Patienten auch nach links, während der linke Ellenbogen hinter dem Kopf auf die rechts Seite gezogen wird. Auch diese Übung sollte mehrmals wiederholt werden. Auch hierbei wird die Halswirbelsäule sanft entstaut.

Die dritte Übung ist an einer Wand durchführbar. Der Betroffene sitzt auf einem Stuhl, beide Ellenbogen sind angewinkelt und die Hände sind am Hinterkopf verschränkt. Der Kopf wird der Wand genähert , bis die Ellenbogen die Wand berühren. In dieser Position sollte einen Augenblick verblieben werden. Sodann sollte versucht werden den Rücken Richtung Wand zu ziehen, die Halswirbelsäule sollte dabei gerade bleiben. Wiederum sollte die Übung sanft durchgeführt werden. Auch hier sollten einige Wiederholungen durchgeführt werden. Alle Übungen kann man auch gut in den Alltag, z.B. auch während einer Arbeitspause, integrieren.

Eine weitere Übung sollte auch sitzend durchgeführt werden. Mit der linken Hand sollte über den Kopf das rechte Ohr gegriffen werden. Der Kopf sollte nun sanft zur linken Seite gezogen und einige Sekunden gehalten werden. Danach wird anders herum verfahren und mit der rechten Hand der Kopf (linkes Ohr) nach rechts gezogen werden.

Prophylaxe von Nackenschmerzen

Um Nackenschmerzen vorzubeugen, sollten monotone Belastungen und Fehlhaltungen unbedingt vermieden werden. Überbelastungen der Nackenmuskulatur aber auch übertriebene Schonung wie Bettruhe kann den Nacken belasten und zu Schmerzen führen. Gezieltes Muskeltraining kann zur Vorbeugung von Nackenschmerzen und frühzeitigem Verschleiß an der Halswirbelsäule eingesetzt werden.

Besonders bei dauerhaft sitzenden Tätigkeiten kann es zu Muskelverspannungen kommen. Hier können Entspannungsübungen, regelmäßige kurze Pausen und Lockerungsübungen für die Schulter- und Nackenmuskulatur vorbeugend wirken.
Zugluft, Feuchtigkeit und Kälte sowie einseitige Haltungen und Bewegungsabläufe (z.B. das Tragen von Schultertaschen) sollten vermieden werden. Ergonomisch geformte Nackenrollen oder -kissen und die Wahl einer optimalen Matratze können Verspannungen durch ungünstige Schlafpositionen vorbeugen. Starke Stressbelastung sollte so gut wie möglich vermieden oder abgebaut werden, da durch Stress Verspannungen im Nackenbereich verstärkt werden können.

Wenn die Nackenschmerzen immer wieder auftreten oder nicht von alleine verschwinden, sollten sie unbedingt von einem Arzt abgeklärt werden.

Nackenschmerzen und Kopfschmerzen

Häufig treten Nacken- und Kopfschmerzen in Kombination auf und bedingen sich gegenseitig

Oft ist schwierig herauszubekommen, was zuerst war, da beide Symptome parallel auftreten können. Nackenschmerzen über längeren Zeitraum führen oftmals zu Kopfschmerzen. Hierbei werden oft von unten her ziehende bis in den Hinterkopf hineinreichende Beschwerden angegeben. Oftmals kann man die Kopfschmerzen bei Druck auf die Halswirbelsäule verstärken.
Manchmal kommt es aber auch vor, dass der Patient zuerst Kopfschmerzen hat und aus diesem Grund in eine unphysiologische Haltung der Wirbelsäule geht, was wiederum zu einer vermehrten Muskelspannung im Bereich der Halswirbelsäule führt. Dies führt dann zu Nackenschmerzen.

Gefürchtet sind infektbedingte Nackenschmerzen. Hirnhautentzündungen führen zum sogenannten Meningismus, bei dem neben Kopfschmerzen auch starke Nackenschmerzen angegeben werden. Die Patienten können den Kopf oftmals nicht auf die Brust legen.Hier ist schnelles Handeln gefordert, da es sich um einen lebensbedrohlichen Zustand handelt. In seltenen Fällen kommt es bei einer Hirnhautentzündung nicht zu Kopfschmerzen, sondern ausschließlich zu Nackenschmerzen und der Unfähigkeit, den Kopf auf die Brust zu legen.Die Unterscheidung ist klinisch oftmals schwierig und so muss vom Arzt eine genaue neurologische Untersuchung durchgeführt werden.

Nackenschmerzen und Erkältung

Nackenschmerzen können auch als Begleitsymptom einer Erkältung auftreten. Ursache können hierbei entzündete Nasennebenhöhlen sein, die sehr schmerzhaft sein können und neben der Stirn auch in den Hinterkopf und Nacken ausstrahlen können. Bei einer starken Erkältung sind neben der Nase und der Nasennebenhöhle auch oft die Ohren dicht bzw. schmerzhaft.
Alles zusammen kann auch dazu führen, dass sich der Schmerz in den Nackenbereich verteilt. Grippale Infekte führen auch ohne Schnupfen zu Kopf- und Muskelschmerzen.
Da die Halswirbelkörper mit Nackenmuskeln besetzt sind, kann es auch hier zu den oft nur in Armen und Beinen angegebenen Muskelschmerzen kommen. Bei einer Erkältung kann man den Nackenschmerzen vorbeugen, indem man versucht, die Nase und die Nasennebenhöhlen freizuhalten. Hierbei hilft Nasenspray sowie Inhalation mit Salzwasserdampf.

Bei Nackenschmerzen jeder Art sollte auf das Tragen einer Halskrause bzw. anderen fixierenden Maßnahmen verzichtet werden. Eine Ausnahme stellen Nackenschmerzen direkt nach einem Unfall dar.Bis eine entsprechende Diagnostik erfolgt ist sollte auf eine Halskrause verzichtet werden. Spätbehandlung nach Schleudertrauma sollte ebenfalls ohne Halskrause durchgeführt werden, da es hierbei schnell zu Muskelrückbildungen im Bereich der Halswirbelsäule kommen kann.

Nackenschmerzen und Radfahren

Nackenschmerzen können bei allen alltäglichen Bewegungen entstehen. Bei allen Tätigkeiten, bei denen die Halswirbelsäule sehr starr und lange in einer Position gehalten wird, kann es zu Verspannungen im Bereich der Wirbelkörper kommen.

Beim Fahrradfahren wird der Oberkörper oftmals in eine nach vorne gebeugte Position gebracht, während der Kopf und die Halswirbelsäule gestreckt werden, um nach vorne zu sehen. Für kurze Zeit wird diese Haltung keine Beschwerden auslösen. Bei langen oder regelmäßigen Fahrradtouren wird es aber zunehmend zu entsprechenden Beschwerden kommen, wenn nicht ausreichend Lockerungsübungen und Pausen eingelegt werden.
Es gibt spezielle Sattel, die es ermöglichen, eine halbwegs gerade Position des Rückens während des Fahrradfahrens einzuhalten, was nicht nur zu einer Entlastung der Halswirbelsäule sondern auch der gesamten Wirbelsäule führt.

Gleiches gilt auch für das Schwimmen. Beim Brustschwimmen wird der Kopf ähnlich unphysiologisch aus dem Wasser gehalten, was zu vermehrter muskulären Belastung führt. Beim Rückenschwimmen kommt es aber zu einer Entlastung der Wirbelsäule.

Zusammenfassung

Nackenschmerzen zählen zu den häufigsten Symptomen der heutigen Zeit. Sie treten sowohl akut und plötzlich auf, können sich aber auch verfestigen und chronisch werden. Mit ein Grund für die Zunahme der Häufigkeit der Nacken-, und Schulter-, sowie Rückenschmerzen sind vor allem die häufige sitzende Tätigkeit, die die meisten Menschen heute beruflich ausüben. Nacken ist die umgangssprachliche Bezeichnung für die Halswirbelsäule. Der Nacken gehört demnach zur Wirbelsäule, die für die Statik und Stabilität des menschlichen Körpers zuständig ist.

Treten Nackenschmerzen auf, muss zunächst einmal geschaut werden, woher sie kommen. Zwar sind die durch Muskelverspannungen auftretenden Nackenschmerzen wohl die häufigste Ursache, jedoch können auch schwerwiegende und ernstzunehmende Ursachen dahinterstecken. Zu nennen wäre hier vor allem der Bandscheibenvorfall der HWS oder auch die Hirnhautentzündung.

Harmlose Nackenschmerzen entstehen vor allem durch Verspannungen der Muskulatur im Bereich der Nackenwirbel. Es gibt zahlreiche Übungen, um Nackenschmerzen zu bessern.

Weitere Informationen

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Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 28.02.2017
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