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Halsschmerzen in der Schwangerschaft

Einleitung

Der Begriff Halsschmerzen in der Schwangerschaft bezieht sich in der Regel auf Schmerzen, die aus dem Rachenraum kommen. Dabei handelt es sich meist um Schmerzen, die durch eine Infektion und Entzündung der Schleimhäute verursacht werden. Halsschmerzen können aber auch aus anderen Bereichen des Halses kommen. So verursachen Infektionen auch oftmals eine Schwellung der Halslymphknoten, was sich durch eine Druckschmerzhaftigkeit bemerkbar machen kann.

Ursachen

Halsschmerzen in der Schwangerschaft können verschiedentliche Ursachen haben. In den meisten Fällen handelt es sich um eine harmlose Erkältung aufgrund einer Virusinfektion, die nicht weiter behandelt werden muss. Allerdings können auch Bakterien die Auslöser der Halsschmerzen sein. Oftmals sind in diesem Fall auch die Mandeln entzündet, wodurch es zu einem schwereren Krankheitsverlauf kommen kann.  Allergien oder chemische Schadstoffe wie Rauch und Staub können eine Entzündung der Rachenschleimhaut verursachen und dadurch Halsschmerzen auslösen. Es gibt einige Krankheitserreger, die Halsschmerzen verursachen und für die meisten Personen einen sehr unkomplizierten Krankheitsverlauf mit sich bringen. Bei Schwangeren ist jedoch eine medikamentöse Therapie beispielsweise mit Antibiotika schwieriger durchzuführen, da viele Medikamente dem ungeborenen Kind Schaden zufügen können. Besonders aufmerksam sollte auf Infektionen wie die Toxoplasmose oder Listeriose geachtet werden. Diese Erreger können von der Mutter auf das Kind übertragen werden und so schwere Schäden verursachen.

Toxoplasmose

Bei der Toxoplasmose handelt es sich um eine normalerweise ungefährliche Infektionskrankheit, die von Katzen übertragen wird. Wer einmal eine Infektion hatte, bildet Antikörper und kann sich im Regelfall später nicht mehr anstecken. Die Toxoplasmose geht in der Regel mit leichten Symptomen wie Fieber, Müdigkeit, Kopf- und Gliederschmerzen einher. Oftmals treten Halsschmerzen im Rahmen von Lymphknotenschwellungen am Hals auf. Gefährlich ist die Toxoplasmose nur in der Schwangerschaft. In dieser Zeit kann sich die Infektion auf das ungeborene Kind ausbreiten und dort schwere Schäden, die teilweise zum Tod des Kindes führen, verursachen.

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Listeriose

Die Listeriose ist eine Infektionskrankheit, die über verschmutze Lebensmittel übertragen werden kann. Bei normal gesunden Personen ruft die Erkrankung normalerweise grippeähnliche Symptome hervor. Schwangere haben ein bis zu zwölf Prozent erhöhtes Erkrankungsrisiko. Auch bei ihnen werden die Symptome wie Fieber und Halsschmerzen oftmals als einfache Grippe abgetan. Gefährlich wird die Erkrankung für das ungeborene Kind. Es kann zu einer Entzündung der Plazenta (=des Mutterkuchens) kommen, wodurch die Bakterien auf das Kind übertragen werden. Dies führt bei den Kindern zu Blutvergiftungen, Hirnhaut- und Lungenentzündungen. Im schlimmsten Fall kommt es zum Tod des Kindes.

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Begleitende Symptome

Schluckbeschwerden

Halsschmerzen gehen in vielen Fällen mit Schluckbeschwerden einher. Durch die Entzündung im Hals sind die Schleimhäute gereizt. Beim Schlucken wirkt ein mechanischer Druck auf die Rachenschleimhaut, der bei der vorbestehenden Entzündung und Reizung schnell zu Schmerzen führt. Trotz der Schluckbeschwerden bei Halsschmerzen, ist es empfohlen, viel zu trinken. Gerade Salbeitee oder eine heiße Zitrone können die Entzündung hemmen, die Schleimhaut beruhigen und so die Schmerzen verringern.

Fieber

Halsschmerzen mit zusätzlich auftretendem Fieber deuten am ehesten auf eine einfache Erkältung oder einen grippalen Infekt hin. Da eine Infektion in der Schwangerschaft auch Auswirkungen auf das ungeborene Kind haben kann, sollte beim Auftreten von Fieber ein Arzt aufgesucht werden. Dieser kann eine gezielte Diagnostik einleiten, mit deren Hilfe er die Schwere der Infektion einschätzen kann. Je nach Ausgang der Diagnostik kann eine Therapie mit einfachen Hausmitteln oder gegebenenfalls die Gabe von Medikamenten erforderlich sein.

Therapie

Gerade in der Schwangerschaft ist die Therapie vieler Erkrankungen eine Herausforderung. Viele Medikamente sind für Schwangere nicht zugelassen, da entweder bekannt ist, dass das Medikament das ungeborene Kind schädigt oder man nicht weiß, ob das Kind Schaden nehmen könnte. Da Studien an Schwangeren in Deutschland verboten sind, können die Medikamente nicht getestet werden. In der Regel sind Halsschmerzen auch in der Schwangerschaft auf verhältnismäßig harmlose Erkältungen zurückzuführen. Diese werden rein symptomatisch mit einer hohen Trinkmenge, Tee und Hustenbonbons therapiert. Liegt den Halsschmerzen eine bakterielle Erkrankung zugrunde, kann eine Antibiotikagabe erforderlich sein. Diese muss allerdings genau mit einem zuständigen Arzt abgesprochen sein, da nur wenige Antibiotika für Schwangere zugelassen sind. Daher wird bei Halsschmerzen in der Regel eine Therapie mit Hausmitteln empfohlen. Unter engmaschiger Kontrolle muss allerdings bei einer Verschlechterung der Beschwerden eventuell auf Medikamente zurückgegriffen werden. Die Entscheidung hängt im Einzelfall davon ab, wie gefährdet Mutter und Kind durch die Erkrankung sind und wie gefährlich das zur Therapie notwendige Medikament ist.

Medikamente

Gegen Halsschmerzen gibt es viele Medikamente. Die meisten davon sind in der Apotheke rezeptfrei erhältlich und allgemein ungefährlich. Allerdings sind viele dieser Medikamente nicht für Schwangere zugelassen. Der Grund dafür ist, dass Arzneimittelstudien bei Schwangeren nicht erlaubt sind und daher keine objektiven Daten zur Medikamentengabe in der Schwangerschaft erhoben werden können. Daher ist eine pauschale Aussage darüber, welche Medikamente bei Halsschmerzen in der Schwangerschaft helfen, nicht möglich. Da isoliert auftretende Halsschmerzen zunächst ungefährlich sind, sollten sie mit unproblematischen Hausmitteln wie Lutschpastillen, verschiedenen Tees und unterschiedlichen Lösungen zum Gurgeln behandelt werden. Doch gerade wenn zusätzlich weitere Symptome wie Fieber auftreten, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Dieser kann nach ausführlicher Diagnostik gezielt Medikamente verschreiben, die auch in der Schwangerschaft ungefährlich sind. Wer bei Halsschmerzen dennoch freiverkäufliche Medikamente aus der Apotheke haben möchte, sollte die Apotheker unbedingt über die vorliegende Schwangerschaft informieren.

Dolo Dobendan

Dolo Dobendan ® ist ein Medikament gegen Halsschmerzen, dessen Wirkung auf zwei unterschiedlichen Wirkstoffen beruht: Benzocain und Cetylpyridiniumchlorid. Benzocain ist ein Schmerzmittel und wirkt, wenn es als Lutschtablette genommen wird vor allem gegen Halsschmerzen. Durch das Benzocain werden die schmerzleitenden Nervenfasern betäubt, wodurch die schmerzstillende Wirkung zustande kommt. Cetylpyridiniumchlorid ist ein Antiseptikum und soll gegen die Bakterien wirken, welche die Halsschmerzen auslösen. Generell sind die Dolo Dobendan Lutschtabletten für Kinder ab 6 Jahren geeignet. Allerdings gibt es keine ausreichenden Untersuchungen zu Dolo Dobendan in der Schwangerschaft und in der Stillzeit. Eine Einnahme ist daher nur nach ärztlicher Empfehlung angeraten.

Weitere Medikamente mit ähnlichen Wirkungen: Lemocin ®, Neo-Angin ®, Dorithricin ®

Hausmittel

Gerade in der Schwangerschaft ist die Einnahme von Medikamenten oftmals problematisch, daher sollte bei leichten Halsschmerzen zunächst auf einige altbewährte Hausmittel zurückgegriffen werden. Um die Schleimhäute feucht zu halten sollte man viel trinken. Außerdem sind in der Apotheke Lutschpastillen erhältlich, die die Speichelproduktion anregen. Ein weiteres Hausmittel ist beispielsweise die heiße Zitrone. Idealerweise gibt man einen Teelöffel Honig hinzu. Die saure Zitrone regt die Speichelproduktion an und führt dazu, dass die Schleimhäute feucht bleiben. Das Gurgeln mit Salbeitee oder Salzwasser wird ebenfalls empfohlen, da es an den Schleimhäuten desinfizierend wirkt.

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Ingwer

Ingwer kann sowohl im Tee als auch als Gewürz im Essen aufgenommen werden. Gerade bei Halsschmerzen entfaltet der Ingwer seine volle Wirkung. Aufgrund der Mischung aus Scharfstoffen und ätherischen Ölen kann Ingwer besonders gut an Schleimhäuten und Atemwegen wirken. Zum einen werden durch Ingwer Bakterien abgetötet, zum anderen kommt es zu einer Lösung des Schleims und zu einer verbesserten Durchblutung in den Schleimhäuten. Die bessere Durchblutung hilft dem Körper, seine eigenen Abwehrkräfte vermehrt zu entfalten.

Salbei

Salbei hat eine beruhigende Wirkung auf die Schleimhäute. Durch seine Inhaltsstoffe wirkt es zudem gegen Bakterien und lindert Schmerzen. Bei Halsschmerzen in der Schwangerschaft kann man Salbei in verschiedenen Formen aufnehmen: Viele Halsbonbons enthalten Salbei. Die Bonbons regen die Speichelproduktion an und halten dadurch die Schleimhäute feucht. Den gleichen feucht haltenden Effekt erhält man, wenn man mit Salbeitee gurgelt. Der Salbeitee kann selbstverständlich auch getrunken werden. Die erhöhte Trinkmenge befeuchtet die Schleimhäute zusätzlich, außerdem ist ein guter Flüssigkeitsausgleich wichtig, um den Körper bei erhöhten Temperaturen ausreichend zu versorgen.

Homöopathie

Der Einsatz von homöopathischen Mitteln während der Schwangerschaft kann je nach Wirkstoff für das ungeborene Kind gefährlich werden. Daher sollten sie während der Schwangerschaft nur nach genauer Absprache mit einem Arzt eingenommen werden. Gegen Halsschmerzen gibt es unterschiedlichste homöopathische Wirkstoffe, deren Einsatz je nach Art der Halsschmerzen variiert. Belladonna wirkt bei Halsschmerzen mit Schluckbeschwerden. Bei einer Grippe oder einem Infekt ist Aconitum besonders geeignet. Bei stark geschwollenen und geröteten Mandeln werden Phytolacca  und Apis mellifica empfohlen.

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Dauer

Die Dauer der Halsschmerzen in der Schwangerschaft ist stark davon abhängig, was der Auslöser der Erkrankung ist. Während eine leichte Erkältung meist innerhalb einiger Tage bis eine Woche vorübergeht, kann ein grippaler Infekt deutlich länger andauern. Je nach Schwere des Infekts kann eine medikamentöse Therapie nötig sein. Um die Dauer der Halsschmerzen auch ohne Medikamente zu verkürzen, können verschiedene Hausmittel eingesetzt werden. Besonders geeignet sind Tees mit Salbei oder Ingwer. Salbei und Ingwer beruhigen die Schleimhäute und wirken antientzündlich. Außerdem hilft vieles Trinken gegen die Halsschmerzen.

Diagnose

Die Diagnose “Halsschmerzen in der Schwangerschaft” ergibt sich rein aus den klinischen Beschwerden. Oftmals sind Erkältungen und Infekte die Ursache dafür. Um die Schwere der Halsschmerzen einschätzen zu können ist eine weitere diagnostische Abklärung erforderlich. Dafür ist es relevant, ob der Rachen gerötet ist und ob die Mandeln geschwollen sind. Für eine potentielle Therapie ist es wichtig, einen viralen von einem bakteriellen Infekt zu unterscheiden. Dies wird meist über verschiedene Blutwerte entschieden.

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Können Halsschmerzen ein Schwangerschaftsanzeichen sein?

Halsschmerzen sind im Normalfall kein Anzeichen einer Schwangerschaft. Zu Beginn einer Schwangerschaft fällt meist die ausbleibende Regelblutung auf. Es kann zu Bauchschmerzen und besonders morgendlich auftretender Übelkeit und Erbrechen kommen. Halsschmerzen könnten im Rahmen des Erbrechens auftreten, da hierbei Magensäure durch die Speiseröhre in den Rachen gelangt. Wegen des hohen Säureanteils kann es zu einer Reizung der Schleimhaut kommen. Dies ist allerdings normalerweise nur bei sehr häufigem Erbrechen der Fall. Daher sind Halsschmerzen als Schwangerschaftsanzeichen eher untypisch.

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Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 15.11.2018
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