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Brennen im Bein

Definition - Was versteht man unter Brennen im Bein?

Ein Brennen im Bein wird oftmals mit einem brennenden Schmerz gleichgesetzt. Dieser kann sich je nach Ursache eher am Fuß und Unterschenkel oder im Bereich des Oberschenkels bis hin zum Gesäß befinden. Nicht selten strahlen insbesondere brennende Schmerzen auch in andere Körperregionen aus, sodass der genaue Schmerzpunkt von betroffenen Personen oftmals nicht präzise benannt werden kann. So ist anstelle eines einzelnen Punktes am Oberschenkel oftmals ein Brennen im gesamten Oberschenkel und Gesäß zu spüren.

Ein Brennen geht häufig von geschädigten Nervenfasern aus, auch eine überlastete Muskulatur kann ein Brennen verursachen. Unter dem Brennen im Bein kann man jedoch auch eine oberflächliche Empfindung der Haut verstehen, wie sie beispielsweise bei lokalen allergischen Reaktionen entstehen kann.

Ursachen

Die Ursachen für ein Brennen im Bein sind vielfältig. Oftmals ist eine Schädigung der Nerven der Grund für die unangenehme Empfindung. Am häufigsten ist dabei der Ischiasnerv betroffen, der bei einer Schädigung vor allem an der Oberschenkelrückseite, gerne aber auch an der Wade bis hin zum Fuß brennende Schmerzen verursacht.

Ein Brennen im Bein kann zudem durch die Muskulatur ausgelöst werden. Bei akuter sportlicher Belastung kann beispielsweise eine Überanstrengung der Muskulatur zum Brennen führen. Auch Tage nach der Belastung kann das Brennen in Form von Muskelkater  vorhanden sein.

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Wenn das Brennen im Bein auf eine Flüssigkeitsansammlung im Gewebe zurückzuführen ist, kann eine Thrombose  ursächlich sein, aber auch Krampfadern kommen in Betracht.

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Thrombose

Bei der Thrombose handelt es sich um eine Erkrankung, die aufgrund der Bildung von Blutgerinnseln im Gefäß zustande kommt. Am häufigsten sind die tiefen Beinvenen von der Thrombose betroffen. In der Regel ist eine Veränderung der Strömungsverhältnisse im Gefäß die Ursache für die Entstehung des Blutgerinnsels. Dadurch entstehen Verwirbelungen im Blutfluss, an einigen Stellen fließt das Blut besonders langsam, sodass es im Gefäß gerinnen kann. An diesem kleinen Gerinnsel setzen sich weitere Blutzellen fest, sodass das Gerinnsel immer größer wird und irgendwann das gesamte Gefäß verstopft. Dann spricht man von einer Thrombose.

Durch die Thrombose kommt es zum Aufstau von Flüssigkeit im Blutgefäß, diese tritt irgendwann durch die Gefäßwände in das umliegende Gewebe ein und kann dort ein Brennen verursachen. Am häufigsten tritt das Brennen am Unterschenkel auf. Zusätzlich ist das betroffene Bein oftmals geschwollen, nicht selten ist es auch überwärmt und gerötet.

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Bei einer Thrombose handelt es sich um einen akuten Notfall. Zum einen ist nämlich die Blutversorgung des betroffenen Beins nicht mehr gewährleistet, sodass es zu Gewebeschädigungen aufgrund von Nährstoffmangel kommen kann. Zum anderen kann sich das Gerinnsel aus der Beinvene lösen und in die Lunge transportiert werden, wo es je nach Größe eine Lungenembolie  verursachen kann. Diese kann im schlimmsten Fall innerhalb weniger Minuten zum Tode durch starken Sauerstoffmangel führen.

Die Behandlung der Thrombose besteht aus einer Blutverdünnung, die das Gerinnsel auflösen soll, zudem kann das Gerinnsel mittels Katheter (ein kleiner Draht, der ins Gefäß geschoben wird) aus der Vene entfernt werden.

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Krampfadern

Krampfadern sind oberflächliche Beinvenen, deren Gefäßwände aufgrund einer zu hohen Belastung geschwächt wurden. In den Beinen muss das Blut entgegen der Schwerkraft durch die Venen wieder zum Herzen zurückgeführt werden. Dafür besitzen die Venen kleine Klappen, die dafür sorgen, dass das nach oben transportierte Blut nicht wieder der Schwerkraft folgt und in die Füße zurückfließt. Auf Dauer können diese Klappen undicht (insuffizient) werden, sodass sie nicht mehr richtig schließen.

Daraufhin staut sich das Blut in den Venen, diese werden prall und beginnen sich unter der Haut zu schlängeln. Aufgrund des Blutaufstaus können viele Nährstoffe nicht mehr abtransportiert werden, sie sammeln sich im Gefäß und im Gewebe an und können zu brennenden Schmerzen im betroffenen Bein führen.

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nach Bandscheibenvorfall der LWS

Bei einem Bandscheibenvorfall wird die Bandscheibe, die normalerweise zwischen zwei Wirbelknochen liegt, aus ihrer Position herausgeschoben, sodass sie beispielsweise auf das Rückenmark drückt. Dies stört die Leitungsfunktion des Rückenmarks oder auch der von dort ausgehenden Nerven, sodass Informationen über Berührungen, Druck, Temperatur, etc. nicht mehr adäquat an das Gehirn geleitet werden können. So werden diese Empfindungsqualitäten aus dem Bein vom Gehirn als unangenehmes Kribbeln oder Brennen interpretiert.

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Meralgia paraesthetica

Bei der Meralgia paraesthetica (auch Bernhardt-Roth-Syndrom oder Inguinaltunnel-Syndrom) ist eine Erkrankung, bei der ein Oberschenkelnerv im Leistenkanal eingeklemmt wird. Dieser Nerv (Nervus cutaneus femoris lateralis) ist für die Weiterleitung von Empfindungen (Sensibilität) wie Druck, Temperatur und Berührungen zuständig. In seinem Verlauf durchtritt der Nerv das Leistenband, dort kann er sehr schnell eingeengt werden.

Häufige Ursachen dafür sind Gewichtszunahme, eine Schwangerschaft oder auch ausgedehntes Krafttraining in der Leistengegend (Oberschenkel und Bauchmuskulatur). Die Meralgia paraesthetica äußert sich vor allem durch ein Brennen an der vorderen Oberschenkel-Außenseite. Auch elektrisierende oder nadelstichartige Schmerzen können auftreten.

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Vitaminmangel

Vitamine sind chemische Verbindungen, die unser Körper in geringer Dosis für verschiedene Funktionen benötigt. Jedoch kann der Körper diese Vitamine nicht oder nur in sehr geringen und damit nicht ausreichenden Mengen selbst herstellen. Ein Vitaminmangel kann daher bei einer unausgewogenen Ernährung schnell entstehen.

Im Zusammenhang mit Nervenfunktionsstörungen stehen vor allem die Vitamine E und D. Vitamin E ist ein fettlösliches Vitamin und kommt vor allem in pflanzlichen Fetten vor. Vitamin D wird vom Körper aus Vorstufen selbst gebildet, allerdings ist dazu die Aufnahme der Vorstufen beispielsweise aus Fisch notwendig, zudem benötigt der Körper Sonnenlicht um das Vitamin D herzustellen. Ein Mangel insbesondere dieser beiden Vitamine führt zu einem Funktionsverlust von Nervenfasern. Dadurch leiten die Nerven falsche Signale an das Gehirn weiter, wodurch auch ohne den entsprechenden Reiz ein Brennen im Bein wahrgenommen werden kann.

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Brennen im Ruhezustand

Ein Brennen im Bein im Ruhezustand spricht in der Regel für eine stärkere Schädigung der Gefäße oder eine grundsätzliche Schädigung der Nerven. Um brennende Schmerzen auslösen zu können müssen Gefäße schon sehr stark eingeengt sein, da die Nährstoffzufuhr nicht nur für eine angestrengte Muskulatur unzureichend ist, sondern das Gewebe chronisch unterversorgt ist. Bei Brennen, das durch eine Nervenschädigung hervorgerufen wird, treten die Beschwerden häufiger auch in Ruhe auf, da der Nerv auch ohne einen Reiz Fehlinformationen an das Gehirn leiten kann.

Brennen im Bein bei Rheuma

Rheuma  ist ein Sammelbegriff für viele Krankheiten, die auf einer Autoimmunerkrankung beruhen. Dabei richtet sich das Immunsystem gegen körpereigene Zellen, sodass es immer wieder zu Entzündungen kommt. Beim Rheuma ist vor allem der Bewegungsapparat (insbesondere die Gelenke) betroffen.

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Auf Dauer kommt es beim Rheuma zu einer Zerstörung der Gelenkflächen. Wenn durch die rheumatische Erkrankung erste Gelenkschäden auftreten, kann sich dies durch brennende Schmerzen bemerkbar machen. Am Bein können sowohl die großen Gelenke (Hüftgelenk, Kniegelenk, Sprunggelenk) als auch die kleinen Gelenke (Fußwurzelknochen, Gelenke zwischen den einzelnen Zehenknochen.

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begleitende Symptome

Das Brennen im Bein ist in der Regel auf eine Funktionsstörung der Nerven zurückzuführen. Sind nur sensible Nervenfasern betroffen, die also Informationen über Berührungen, etc. an das Gehirn leiten, können neben dem Brennen im Bein auch andere Empfindungsstörungen auftreten. Häufig sind diese Empfindungsstörungen mit Schmerzen verbunden, diese können beispielsweise elektrisierend oder einschießend sein. Auch ein Taubheitsgefühl kann zusammen mit dem Brennen im Bein auftreten. So werden Berührungen vom Körper nicht mehr wahrgenommen und das Bein fühlt sich taub an.

Von der Nervenschädigung können zudem auch sogenannte motorische Nerven betroffen sein, diese leiten Informationen vom Gehirn an die Muskulatur und sind daher für deren Beweglichkeit zuständig. Durch eine Schädigung der Nerven kann es zu Kraftverlusten bis hin zu Lähmungen kommen.

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Ist das Brennen im Bein aufgrund einer Durchblutungsstörung vorhanden, zeigen sich meist etwas andere Symptome. Typischerweise ist die betroffene Region schlecht durchblutet, die Haut ist daher oftmals blass, der betroffene Körperteil fühlt sich eher kalt an. Zudem treten häufiger kleine Verletzungen an der Haut auf, da diese sich durch den Nährstoffmangel nicht mehr gut schützen können. Die entstandenen Wunden verheilen außerdem langsamer.

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Diagnose

Beim Brennen im Bein handelt es sich zunächst nicht um eine Diagnose, sondern um ein Symptom. Dieses kann ein Anzeichen für verschiedene Erkrankungen sein. Die Diagnostik besteht zunächst aus einer Anamnese, bei der der Arzt weitere Begleitsymptome erfragen kann. Auch Risikofaktoren für Nervenschädigungen oder Durchblutungsstörungen sowie eine Thromboseneigung können in der Anamnese erfragt werden.

Anschließend erfolgt eine körperliche Untersuchung mit einer Testung der Sensibilität (Empfindung) und Motorik. Um die Nervenfasern zusätzlich zu untersuchen, kann die Nervenleitgeschwindigkeit getestet werden. Die Durchblutung der Gefäße am Bein wird meist im Ultraschall untersucht.

Behandlung / Therapie

Die Therapie des Brennens im Bein ist von der zugrundeliegenden Erkrankung abhängig. Handelt es sich dabei eher um Schmerzen, kann eine symptomatische Therapie mit Schmerzmitteln  sinnvoll sein.

Zusätzlich sollte die Ursache therapiert werden. Bei durch Überanstrengung des Bewegungsapparates hervorgerufenem Brennen besteht die beste Therapie meist aus einer körperlichen Schonung. Das Gewebe erholt sich je nach Schweregrad innerhalb von einigen Tagen bis Wochen. Eine symptomatische Schmerztherapie ist ausreichend.

Gefäßschäden hingegen bedürfen einer ausführlichen Therapie. Risikofaktoren wie Bewegungsmangel, Übergewicht, Alkohol- und Nikotinabusus sollten behandelt werden. Zudem gibt es Medikamente, die die Durchblutung fördern und die Bildung von Kalkablagerungen und Blutgerinnseln im Gefäß verhindern. Reicht dies nicht aus, kann die Gefäßverstopfung in der Regel durch einen minimalinvasiven Eingriff mittels Katheter behandelt werden.

Bei Nervenschädigungen ist die Therapie sehr aufwändig, sie besteht aus einer Kombination aus Bewegungstherapie, Medikamenten, eventuell auch einer Operation. Da Nervenfasern sich nur sehr langsam und schlecht erholen, muss hier mit einer langen Therapiedauer gerechnet werden.

Dauer

Die Dauer der Beschwerden beim Brennen im Bein ist je nach Ursache des Symptoms sehr unterschiedlich. Gerade bei Nervenleitungsstörungen handelt es sich um eher langwierige Erkrankungen. So sind beispielsweise bei einem Bandscheibenvorfall eine ausführliche Physiotherapie und Rückenschule erforderlich, gegebenenfalls (wenn die Bandscheibe das Rückenmark zu sehr einengt und zu viele Beschwerden verursacht) muss eine Operation erfolgen. Auch danach können die Beschwerden noch vorliegen, bei vielen Betroffenen verschwinden sie jedoch nach einigen Wochen.

Auch Gefäßschädigungen sind eher chronische Probleme, sodass auch hier ohne eine Therapie nicht mit einer Besserung zu rechnen ist. Unter Therapie können sich die Beschwerden innerhalb einiger Wochen bis Monate zurückbilden.

Bei akuten Geschehnissen ist von einer kürzeren Dauer der Symptome auszugehen.

Qualitätssicherung durch: Dr. Nikolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 01.03.2019
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