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Thrombose im Bein

Synonyme

Thrombus, Blutgerinnsel, Blutpfropf

Definition

Als Thrombose bezeichnet man ein Blutgerinnsel, das im venösen System des Körpers entsteht, ein Blutgefäß verschließt und den venösen Blutabfluss an der betroffenen Körperstelle unterbindet. Thrombosen treten häufig in den tiefen Bein- und Beckenvenen, seltener in Armvenen auf.

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Einleitung

Thromben, die im venösen Gefäßsystem entstehen, betreffen häufiger ältere Menschen über 60 Jahre, die aufgrund von anderen Erkrankungen bettlägerig oder immobil sind. Aber auch junge Menschen, vor allem junge Frauen, die orale Verhütungsmittel einnehmen, gehören zur Risikogruppe für thrombotische Erkrankungen.

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Thrombosen in tiefgelegenen Beinvenen sind zusätzlich zu den Beckenvenenthrombosen die am meisten vorkommende Art.

Eine Thrombose ist ein medizinischer Notfall und bedarf sofortiger ärztlicher Behandlung um Komplikationen wie etwa eine Lungenembolie zu verhindern.

Lesen Sie mehr zu dem Thema: Lungenembolie- Was sind die Symptome?

Symptome

Symptomatisch fällt eine Thrombose im Bein als erstes durch starke Schmerzen auf. Patienten charakterisieren diese Schmerzen als Spannungsschmerzen, ziehende Schmerzen und gelegentlich als Schweregefühl. Bei Hochlagerung der betroffenen Extremität nimmt der Schmerz merklich ab. Verglichen mit dem anderen Bein ist das von der Thrombose betroffene geschwollen, stark überwärmt und weist eine gespannte, glänzend rote bis bläulich gefärbte Haut auf. Es kommt zu Druckempfindlichkeiten und Bewegungsschmerzen, vor allem beim Beugen der Fußsohle. Seltene Symptome wie Fieber oder Pulsanstieg treten nur in einem Bruchteil der Fälle auf.

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Schwellung im Bein

Nur 10% der Patienten, die eine akute Beinvenenthrombose entwickeln, merken diese an den typischen Symptomen Schwellung, Schmerz und Blaufärbung. Die Schwellung kommt dadurch zustande, dass dem verstopften Gefäß weiterhin Blut zugeführt wird, dieses aber nicht weitergeleitet werden kann.

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Die wässrigen Bestandteile des Blutes gehen dann aus dem Blutgefäß in das umliegende Gewebe über und ein Ödem entsteht, eine wässrige Schwellung. Je stärker ausgeprägt die Schwellung, desto gefährlicher wird sie. Die Schwellung kann so weit voranschreiten, bis sie arterielle Gefäße abdrückt.

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Ursachen

Ursächlich für Thrombosen im Bein sind in erster Linie drei Faktoren, sie werden unter dem Namen Virchow-Trias zusammengefasst. Zu diesen zählen Veränderungen der Innenwände von Blutgefäßen, Blutströmungsveränderungen und Störungen in der Zusammensetzung des Blutes.

Gefäßwände verändern sich im Zusammenhang mit Verletzungen, wenn Narben entstehen und durch Entzündungen, ausgelöst durch Viren oder Bakterien. Ändert sich das Strömungsverhalten des Blutes, so entstehen Wirbel. Oft geschieht dies zum Beispiel im Rahmen einer Krampfadererkrankung (Varizen) oder durch eine Verlangsamung der Blutströmung bei einer Herzschwäche.

Lesen Sie mehr zu dem Thema: Krampfadererkrankung

Folglich kommt es zur Bildung von kleinen Gerinnseln, da die einzelnen Bestandteile des Blutes durch den unzureichenden Strom die Möglichkeit haben, sich zu ,,Häufchen“ (Gerinnseln) zusammen zu lagern, den Blutfluss weiter zu erschweren und schließlich das Gefäß ganz zu verschließen.

Die dritte Hauptursache für Thrombosen, die veränderte Zusammensetzung des Blutes wird bedingt durch ein Ungleichgewicht von Blutgerinnung und der Auflösung von Blutgerinnseln. Normalerweise halten sich die beiden Komponenten die Waage, um bei intakten Gefäßen eine geregelten Blutfluss, gleichzeitig aber bei Gefäßverletzungen eine rasche Blutgerinnung zu ermöglichen. Im Rahmen verschiedener Erkrankungen kann dieses Gleichgewicht aus den Fugen geraten. Nennenswert ist hier vor allem die Thrombophilie, eine genetisch bedingte Neigung zur Bildung besonders vieler Blutgerinnsel mit hohem Risikopotential für Herz- und Kreislauferkrankungen.

Zusätzlich zu den drei Hauptursachen existiert ein breites Spektrum an Risikofaktoren, die die Entstehung von Thrombosen enorm begünstigen. Rauchen, Übergewicht, unzureichende Bewegung aber auch Krampfadern und die Einnahme von harntreibenden Medikamenten (Diuretika) zählen zu eben jenen Risikofaktoren.

Lesen Sie mehr zum Thema Thrombose Ursachen

Risikofaktoren

Neben den Risikofaktoren wie Übergewicht, Bewegungsmangel, Rauchen und die Einnahme der Pille existieren auch verschiedene seltene vererbbare Krankheiten, die das Thromboserisiko steigern. Diese kommen etwa zu 0,1%-5% in der Bevölkerung vor. Sie erhöhen das Risiko an einer Thrombose zu erkranken um das 3-8 Fache im Verhältnis zu Gesunden.

Die Pille

Am risikoreichsten von allen vehütenden Pillen ist das Kombinationspräparat aus Östrogen und Gestagen, da ihm der Stoff Drospirenon beigesetzt ist. Studien haben belegt, dass er das größte Risiko für Thrombose mit sich bringt. Statistisch interessant ist, dass aber nur 3-6 von 10.000 Frauen davon betroffen sind.

Rauchen erhöht das Risiko für eine Thrombose ebenso wie Übergewicht und Bluthochdruck. Es kann vorkommen, dass übergewichtigen rauchenden Patientinnen diese Form der Verhütung dann nicht verschrieben wird. Eine Alternative dazu stellen andere Hormonpräparate dar, die andere oder weniger Gestagene enthalten (z.B. Mikro- oder Minipille).

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Fliegen

Vielflieger, die lange Flüge absolvieren gehören zu einer speziellen Risikogruppe für Thrombosen in den Beinen. Durch stundenlanges Sitzen im Flieger, den niedrigen Luftdruck und die geringe Luftfeuchtigkeit in der Kabine eines Flugzeugs fließt das Blut langsamer. Außerdem knicken bei langem Sitzen die Venen in der Kniekehle ab, was den Blutstrom abermals verlangsamt und Thrombosen begünstigt.

Verspürt man beim fliegen Schmerzen in den Beinen oder weist andere Symptome, wie beispielsweise geschwollene Beine auf, ist es ratsam bei nächsten Flug über Stützstrümpfe nachzudenken. Es besteht auch die Möglichkeit vor der Flugreise Rat bei einem Arzt zu suchen, der gegebenenfalls gerinnungshemmende Medikamente verschreiben kann. Was man selbst tun kann ist ausreichend trinken um seinen Flüssigkeitshaushalt aufrecht zu erhalten und ab und zu während des Fluges aufzustehen und im Gang auf und ab zu laufen. Durch die Aktivität der Muskulatur werden die Venen komprimiert und Thromben haben weniger Chancen sich an den Gefäßwänden festzusetzen.

Diagnose

Ein ausführliches Arzt Patienten Gespräch (Anamnese) bildet den ersten Teil der Untersuchung. Nach Risikofaktoren wie Rauchen, Alkoholkonsum, Übergewicht oder Krampfadern muss besonders gründlich gefragt werden. Weiterhin kann mittels Ultraschall die Diagnose bestätigt werden. In Ultraschallbildern erkennt der Arzt Thrombosen im Bein mit dem ,,Kompressionstest“. Liegt eine Thrombose vor, kann die verstopfte Vene an der Stelle, an der der Thrombus sitzt nicht mehr zusammen gedrückt werden. Es ist folglich recht simpel für Ärzte Thrombosen sicher zu diagnostizieren und eine entsprechende Therapie einzuleiten.

Lesen Sie mehr zum Thema: Thrombose erkennen

D-Dimere

Mit der Blutabnahme kann die Erhöhung der sogenannten D-Dimere und der Entzündungsparameter festgestellt werden. Die Entzündungsparameter, die hier interessieren, sind einmal die erhöhte Zahl von weißen Blutkörperchen, sowie die Blutsenkungsgeschwindigkeit des Blutes, wenn es sich in einem Glas befindet. Je schneller sich die festen Blutbestandteile von den flüssigen trennen und absetzen, desto wahrscheinlicher ist ein krankhafter Vorgang im Körper.

Ein niedriger bzw. negativer D-Dimer-Wert schließt das Vorliegen einer Thrombose immer aus. Ein hoher oder positiver D-Dimer Wert kann einen Thromboseverdacht erhörten, allerdings muss es sich nicht immer um eine Thrombose handeln.

Um ganz sicher zu gehen, sollte bei verdächtigem D-Dimer Wert ein Ultraschall zur Diagnosesicherung durchgeführt werden.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: D-Dimere

Therapie

Thrombosen im Bein weisen auf eine nicht mehr richtig funktionierende Auflösung von Blutgerinnseln hin. Therapeutisch wird daher generell auf Substanzen zurückgegriffen, die diesen Mechanismus wieder in Gang setzten.

Heparin ist dabei das Mittel der Wahl, es verhindert die Bildung weiterer Thrombosen. Zum Auflösen der Thrombose im Bein kann auch eine Rekanalisation durchgeführt werden. Dabei wird die Vene mittels eines Katheters aufgedehnt, so dass ein geregelter Blutfluss wieder möglich wird.

Bei der medikamentenbasierten Auflösung (Lyse) kommen Substanzen wie die Streptokinase, welche aus Bakterien gewonnen wird, und in der Lage ist Blutgerinnsel aufzulösen, zum Einsatz. Daneben wird die Schwellung des Beins durch eine Kompressionstherapie behandelt. Mit elastischen Bandagen im Anfangsstadium und Kompressionsstrümpfen nach der Akutphase wird der venöse Blutstrom gefördert und eine Ablösung des Gerinnsels verhindert.

Was tun bei einer Thrombose im Bein?

Besteht der Verdacht auf eine Thrombose im Bein, sollte man einige Punkte auf jeden Fall beachten. Das schmerzende Bein ist so wenig wie möglich zu bewegen, hochlagern kann die Schmerzen bessern, empfiehlt sich im Übrigen auch zur Druckentlastung. Man darf das Bein jedoch nicht auf harten Unterlagen lagern, Kissen oder zusammengerollte Decken schaffen Abhilfe.

Thrombosen im Bein sind medizinische Notfälle und bedürfen der Behandlung im Krankenhaus. Trotzdem gilt es, Ruhe zu bewahren und nicht in Panik zu geraten. Entweder lässt man sich in eine Notaufnahme fahren, oder alarmiert den Rettungsdienst. Selbst Autofahren sollte man nicht, da sich der Thrombus lösen, und mit dem Blutstrom zum Herzen wandern kann.

Dauer

Wie lange das Krankheitsbild der Thrombose andauert, ist von vielen unterschiedlichen Faktoren abhängig. Eine sehr kleine Thrombose kann durch die genannten konservativen Maßnahmen beherrscht werden. Je größer der Thrombus, je stärker die Beschwerden und je aufwendiger die Therapie im Anschluss, desto länger ist der Patient davon betroffen. Es gibt auch Thrombosen, die in Spezialkliniken von Ärzten mit besonderer Spezialisierung operiert werden (Trendelenburg-Operation). Diese Patienten müssen in der Regel ein Leben lang Gerinnungshemmer nehmen und/oder Kompressionsstrümpfe tragen.

Lesen Sie mehr zum Thema: Kompressionsstrümpfe

In der Regel wird die Therapie mit Kompressionsstrümpfen oder –Verbänden für mindestens 3 Monate durchgeführt. Wie schnell der Patient sich verbessert hängt auch davon ab, wie gesund oder krank er insgesamt ist. Klar ist, dass eine frühe Bewegung (genannt Mobilisation), angepasst an seine Beschwerden, den Verlauf positiv beeinflusst.

Lesen Sie mehr zu dem Thema: Kompressionsverband

Wenn ein Patient mit Thrombose als letzte Therapieoption eine OP bekommen hat, folgt daraus eine längere Zeit im Krankenhaus. Dabei unterscheidet man zwischen einer kleineren und einer größeren OP-Option. Bei der kleineren OP wird eine Sonde (Katheter) unter Röntgenkontrolle in das entsprechende Gefäß bis zum Gerinnsel eingeführt. Dort kann der Thrombus vor Ort sozusagen klein geschnitten werden oder er wird durch ein Medikament ausgelöst, das man durch die Sonde gibt.

Die andere Option, die ungern gewählt wird, ist die größere, bei der man das Bein entlang des Gefäßes aufschneidet und das verstopfte Gefäß entnimmt (Thrombektomie). Dies ist die OP, die vor allem von Spezialisten durchgeführt wird.

Folgen einer Thrombose im Bein

Am meisten gefürchtet unter den Folgen einer Thrombose im Bein ist mit Abstand die Lungenembolie. Sie entsteht, wenn der Thrombus seine Haftung an der Gefäßwand verliert und mit dem Blutkreislauf in die Lunge transportiert wird und dort eine Arterie verschließt.

Dazu kommt es, wenn das Bein bewegt wird, also beispielsweise beim Aufstehen. Im Zuge einer Lungenembolie treten Atemstörungen, Brustkorbschmerzen, Herzrasen und im schlimmsten Fall ein Schock auf, der meist tödlich endet. Viele Patienten sterben an einer Lungenembolie. Bei plötzlich einsetzenden Schmerzen in der Brust sowie Atembeschwerden nach, beziehungsweise während einer Thrombose im Bein muss sofort der Notruf gewählt werden.

Lesen Sie mehr zu dem Thema: Wie kann man eine Lungenembolie erkennen?

Eine weitere Komplikation einer Thrombose im Bein besteht im erneuten Auftreten von Thrombosen (Thromboserezidiv). Blutverdünnende Medikamente schaffen Abhilfe.

Wie gefährlich ist eine Thrombose im Bein?

Eine Thrombose erfordert prinzipiell immer einen Gang zum Arzt. Kleinste Gerinnsel können auch von dem natürlichen Gerinnungsauflösenden System des Körper aufgelöst werden und nie Beschwerden bereiten. In diesem Fall merkt der Betroffene nichts von der Thrombose.

Tatsache ist aber auch, dass ein Gerinnsel weiteren Blutplättchen eine Möglichkeit zum Verklumpen gibt und größer werden kann. Auch kann es „wandern“, also an einen anderen Ort des Körpers gelangen und dort Organe schädigen.

Da sich aus der tiefen Beinvenenthrombose die Lungenembolie entwickeln kann, oder eine starke Schwellung, die das Bein absterben lassen kann, ist also die Beinvenenthrombose als gefährlich einzuschätzen. Je früher man bei Beschwerden zum Arzt geht, desto besser!

Prognose

Die Prognose einer Thrombose im Bein ist umso besser, je früher die Erkrankung erkannt und behandelt wurde. Je länger die Thrombose im Bein unbehandelt besteht, desto mehr steigt das Risiko am sogenannten Postthrombotischen Symptom zu erkranken. Dabei entsteh eine chronische Venenschwäche, welche zur Folge hat, dass sich Krampfadern vermehrt ausbilden.

Mit jeder Krampfader steigt nun aber auch das Risiko eine erneute Thrombose (Thromboserezidiv) zu entwickeln. Je länger man die Behandlung einer Thrombose aufschiebt, desto höher wird auch die Gefahr einer Lungenembolie. Lungenembolien sind weitaus schwieriger zu behandeln als Thrombosen im Bein und enden daher oftmals tödlich.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema: Postthrombotisches Syndrom

Dauer der Arbeitsunfähigkeit

Ob aus einer Thrombose eine teilweise oder komplette Arbeitsunfähigkeit resultiert, hängt von der Art der Arbeit und der Schwere der Erkrankung ab.

Prinzipiell sollte der behandelnde Arzt immer eine Empfehlung aussprechen. Kurz nach einer Fibrinolyse (Thrombusauflösung) oder Operation, ist der  der Patient krank geschrieben

Menschen die eine Arbeit ausführen, die ungünstig bei Gerinnungshemmung ist (zum Beispiel Stuntmen, Schwerstarbeit, Bauarbeiten) sollten ihre Arbeit nicht weiterführen oder am Arbeitsplatz an einer anderen Position eingesetzt werden. Lange Sitzzeiten sollten allerdings ebenfalls vermieden werden. Spezielle Informationen können auch Patientenschulungen bieten, die von Krankenkassen und einigen Krankenhäusern ausgerichtet werden.

Thrombosen vorbeugen

Im Alltag kann man selbst einige Dinge tun, um Thrombosen im Bein vorzubeugen. Wichtigster Punkt ist hierbei die ausreichende Bewegung. Gerade für Menschen mit Bürojobs, oder Menschen die viel auf der Stelle stehen, ist es von Bedeutung, sich regelmäßig zu bewegen. Am ehesten empfiehlt sich Bewegung, welche die Beinmuskulatur beansprucht, zum Beispiel spazieren gehen oder walken.

Stützstrümpfe oder Kompressionsverbände lassen sich ebenfalls in den Alltag integrieren um das Thromboserisiko zu senken.

Worauf man auch achten sollte ist immer genug zu trinken, damit der Flüssigkeitshauhalt ausgeglichen bleibt. Bestehen erbliche Risiken, wie bei einer Thrombophilie, so muss auf medikamentöse Gerinnungshemmung zurückgegriffen werden. Neben dem Heparin werden auch Kumarinderivate, wie das Marcumar® verabreicht. Unter dieser Medikation muss eine regelmäßige Blutuntersuchung beim Arzt erfolgen, da Heparin und Kumarine das Blutungsrisiko steigern.

Lesen Sie mehr zu dem Thema: Thromboseprophylaxe

Bewegung

Bewegung ist deswegen so wichtig, da sie den Blutfluss fördert und die sogenannte Muskelpumpe fördert. Dabei üben die Muskeln durch ihr Zusammenziehen einen gesunden Druck auf die Gefäße aus. Daher stellt Bewegung eine gute Prophylaxe gegen Thrombose dar.

Während einer Thrombose darf das Bein allerdings nicht stark bewegt werden. Es sollte hochgelagert und ruhig gestellt werden.

 

Wie erkennt man selbst eine Thrombose am Bein?

Da die tiefe Beinvenenthrombose die häufigste Art der Thrombose ist, werden hier vor allem deren Beschwerden beschrieben. In 50 % der Fälle verläuft die tiefe Beinvenenthrombose ohne Symptome. Leider zeigt sich nur in circa 10% aller Thrombosen eine typische Dreierkonstellation: Das betroffene Bein ist geschwollen, bläulich und der Patient spürt einen dumpfen Schmerz.

Weitere Beschwerden stellen ein Spannungs- oder Schweregefühl dar, das betroffene Bein ist wärmer als das Gesunde und auf der Haut sieht man die Venen stärker. Ist der Thrombus in der Lunge, klagen die Patienten über eine plötzlich auftretende Luftnot, ein Schwindel- oder Schwächegefühl. Manchmal fallen solche Patienten auch in Ohnmacht. Sie atmen schneller und stärker und haben Schmerzen im Brustkorb.

Ein gefürchtete Komplikation ist der Verschluss aller Venen eines Beines. Diess kann zum Beispiel dann auftreten, wenn man die Thrombose zu lange (mehrere Stunden oder Tage) nicht behandelt. Hier wird die Schwellung so stark, dass auch die arteriellen Gefäße (die mit dem sauerstoffreichen Blut) abgedrückt werden und das Bein bekommt nicht mehr genug Sauerstoff. Das Bein ist dann gefährdet abzusterben und daher sollte notfallmäßig sehr schnell operiert werden um die verstopften Gefäße freizuräumen

Schwangerschaft

Schwangerschaft und Wochenbett sind Faktoren, die das Risiko an einer Thrombose im Bein zu erkranken, stark erhöhen. Tatsächlich sind thrombotische Erkrankungen die häufigste Todesursache während der Schwangerschaft und kurz nach der Geburt.

Dies resultiert aus der hormonellen Umstellung des Körpers während einer Schwangerschaft. Schwangerschaftshormone wie etwa das Progesteron erweitern die Venen, so dass das Blut nur langsam fließen kann, die Thrombosebildung also begünstigt wird. Frauen mit Risikoschwangerschaften, denen Bettruhe verordnet wurde sind besonders gefährdet, da zusätzlich die alltägliche Bewegung fehlt. Mit zunehmendem Wachstum des Babys wird allmählich ein immer größerer Druck auf die Venen im Bauchraum ausgeübt. Somit wird auch dort das Risiko für Blutgerinnsel durch eine verlangsamte Blutzirkulation gesteigert.

Während einer normalen Schwangerschaft sollte die Frau stets darauf achten sich genug zu bewegen. Sitzt man längere Zeit, sollte man zwischen durch immer mal wieder aufstehen und herumlaufen oder spazieren gehen. Kompressionsstrümpfe und eventuell die Behandlung mit Heparin helfen auch in der Schwangerschaft, Thrombosen im Bein zu verhindern. Heparin wird allerdings nur verabreicht, wenn wirklich ein sehr hohes Thromboserisiko besteht, da man in der Schwangerschaft möglichst wenige Medikamente zu sich nehmen sollte um dem ungeborenen Kind nicht zu schaden.

Lesen Sie mehr zum Thema unter: Thrombose und Schwangerschaft

Symptome in der Schwangerschaft

Während der Geburt bemüht sich der Körper möglichst viel Gerinnung zu betreiben, da er einen hohen Blutverlust verhindern will. Deswegen sollte die gebärende Frau vor allem nach dem Geburtsvorgang überwacht werden und sensibel für plötzlich auftretende neue Schmerzen in den Gliedmaßen sein. Die Symptome sind dieselben wie bei der (Beinvenen)Thrombose oder Lungenembolie.

Nach Operationen

Postoperativ, also nach einer Operation sind vor allem ältere Menschen länger zur Bettruhe verpflichtet. Immobilität fördert jedoch die Entstehung von Thrombosen, insbesondere von Thrombosen in den Beinen. Mit der Gefahr einer Thrombose steigt natürlich auch die Gefahr von gefährlichen Folgeerkrankungen wie der Lungenembolie.

Zwischen der Schwierigkeit der Operation und dem Thromboserisiko besteht ein Zusammenhang. Risikoreiche Operationen, also beispielsweise Hüftoperationen oder der chirurgische Eingriff nach einem Polytrauma (Vielfachverletzung) bergen ein erhöhtes Risiko für Venenthrombosen im Bein, während Allgemeinchirurgische Operationen nur ein moderates Risiko für Thrombosen mit sich bringen.

Um Thrombosen im Bein und ihre Folgen zu verhindern, ist es wichtig, dass Patienten möglichst früh und unter fachgerechter Anleitung aus dem Bett mobilisiert werden. Das Tragen von Thrombosestrümpfen und das Spritzen von Heparin unterstützen ebenfalls die Thromboseprophylaxe. Bei der Behandlung mit Heparin als Injektion muss eine Überwachung der Blutparameter erfolgen, da es unter der Medikation ansonsten zu gesteigertem Blutungsrisiko kommen kann.

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 23.11.2018
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