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Was sind die Folgen einer Lungenembolie?

Einleitung

Die Folgen einer Lungenembolie sind sehr stark von der Schwere der Lungenembolie abhängig. Bei kleinsten Embolien sind die Symptome so gering, dass die Embolie über mehrere Monate unbemerkt bleibt. Eine fulminante Lungenembolie führt innerhalb weniger Minuten zum Tod. Da die Lunge für die Sauerstoffversorgung des gesamten Körpers zuständig ist, betreffen die Folgen meist viele unterschiedliche Organsysteme. Allen voran sind Lunge, Herz und Hirn betroffen.

Außerdem sind die Folgen von Lungenembolien immer stark davon abhängig, wie schnell eine betroffene Person behandelt wird.

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Welche Folgen einer Lungenembolie gibt es?

  • Folgen des Sauerstoffmangels:

    • Organschädigungen (vor allem Lunge, Hirn, Herz, Niere)

  • Folgen des Blutgerinnsels

    • Schädigung des Lungengewebes

    • Schädigung des Herzens aufgrund des erhöhten Blutdrucks

  • Psychische Folgen

  • Multiorganversagen (Versagen mehrerer Organe) mit eventuell tödlichen Folgen

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Folgen für das Herz

Gerade bei schweren Lungenembolien ist das Herz am schwersten betroffen. Bei einer Lungenembolie werden ein oder mehrere Gefäße durch einen Thrombus (Blutgerinnsel) verstopft. Das dahinterliegende Gebiet wird nicht mehr durchblutet, hier kann kein Sauerstoff ins Blut aufgenommen werden.

Dies hat zwei Effekte auf den Körper: Es entsteht eine Minderversorgung mit Sauerstoff und durch die Verstopfung entsteht ein höherer Blutdruck in den Lungengefäßen.

Der Sauerstoffmangel kann alle Organe des Körpers schädigen. Unter anderem kann auch das Herz betroffen sein. Da jeder Herzschlag aus Aktionen der Herzmuskulatur besteht, wird hier Sauerstoff verbraucht. Wird das Herz nicht mit ausreichend Sauerstoff versorgt, schädigt dies die einzelnen Herzmuskelzellen. Im schlimmsten Fall kommt es zum Gewebeuntergang. In der Folge kann eine Herzinsuffizienz (Herzschwäche) entstehen.

Doch nicht nur der Sauerstoffmangel hat einen Effekt das Herz. Auch der erhöhte Blutdruck in den Lungengefäßen stellt eine Herausforderung für die Herzmuskulatur dar. Das Herz muss infolge der Verstopfung kontinuierlich gegen einen erhöhten Druck anpumpen. Zunächst können die Herzmuskelzellen diese erhöhte Anforderung kompensieren, allerdings ist dies auf Dauer nicht möglich. Es kommt zum Rechtsherzversagen, die rechte Herzkammer dilatiert (vergrößert sich) und wird anschließend insuffizient (funktionsschwach).

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Herzstillstand bei einer Lungenembolie

Bei einer Lungenembolie wird vom Herzen eine vermehrte Pumpleistung verlangt, da gegen den erhöhten Blutdruck in der Lunge angepumpt werden muss.
Zugleich ist durch die Embolie ein Teil der Lunge nicht mehr funktionsfähig, sodass das Herz mit weniger Sauerstoff versorgt wird.

Diese Kombination aus erhöhter Arbeit und verminderter Sauerstoffversorgung kann das Herz ernsthaft schädigen.
Im schlimmsten Fall kann dadurch ein unmittelbar eintretender Herzstillstand ausgelöst werden.
Eine sofortige Reanimation ist notwendig, endet aber nicht immer erfolgreich.

Wie die Reanimation bei einem Herzstillstand erfolgt, lesen Sie in unserem passenden Artikel: Herzstillstand - Ursachen & sofortige Maßnahmen

Psychische Folgen einer Lungenembolie

Eine Lungenembolie kann je nach Schweregrad unterschiedliche Spuren in der Psyche der betroffenen Person hinterlassen. Die fulminante Lungenembolie ist eine akut lebensbedrohliche Situation. Es kommt zu Luftnot, Herzrasen und starkem Schwitzen. Ist die Lungenembolie so schwer, dass ein zwischenzeitlicher Herzstillstand eintritt und die Person reanimiert werden muss, sind die psychischen Folgen umso schwerer.

Viele Betroffene leiden anschließend an Angst- oder Panikstörungen. Sie können ihrem Körper nicht mehr so recht vertrauen und fürchten bei jedem kleinsten Anzeichen eine erneute schwere Krankheit. Hier hilft es, wenn bereits während des Krankenhausaufenthaltes und während der Reha professionelle psychologische Hilfe angeboten wird. So kann die Erkrankung unmittelbar nach ihrem Auftreten besprochen werden, die psychischen Langzeitfolgen sind dann meist deutlich abgemildert.

Doch auch eine weniger akut verlaufende Lungenembolie kann ihre Spuren hinterlassen. Treten nur kleine Lungenembolien auf, werden diese oftmals über einen längeren Zeitraum nicht diagnostiziert, da das Beschwerdebild sehr unspezifisch ist. Meist treten Beschwerden wie Atemnot und erhöhter Puls nur bei Belastung auf. Deshalb werden die Symptome eventuell als Trainingsmangel, Alterserscheinungen und mangelnde Fitness abgetan. Betroffene fühlen sich nach einiger Zeit nicht mehr ernstgenommen, da niemand wirklich auf ihre Beschwerden eingeht. Meist löst sich das Problem aber mit der Diagnose, da die Krankheitsursache geklärt und beseitigt werden konnte.

Folgen einer kleinen Lungenembolie

Kleine Lungenembolien sind meistens die Folge von Thromben (Blutgerinnseln), die sich in kleinen Stücken von der Gefäßwand ablösen. Diese Lungenembolien betreffen in den seltensten Fällen größere Abschnitte des Gefäßsystems der Lunge.

Dadurch fallen sich nicht mit einer akuten Symptomatik auf. Stattdessen machen sich die Beschwerden schleichend bemerkbar. Oftmals sind die Probleme zunächst nur bei Belastung da. Es kommt zu einer verminderten körperlichen Belastbarkeit, Luftnot und einem schnelleren Pulsanstieg bei Belastung. Da die Symptome erst mit der Zeit deutlicher werden, wird das Problem meist mit mangelnder Fitness und steigendem Alter begründet.

So werden kleine Lungenembolien oftmals erst Monate bis Jahre nach ihrer Entstehung diagnostiziert. Dies hat zur Folge, dass viele der Schäden, die durch die kleinen Embolien entstanden sind, irreversibel (nicht mehr rückgängig zu machen) sind. Im Gegensatz zu größeren Thromben können sehr kleine Blutgerinnsel meist nicht operativ aus den Lungengefäßen entfernt werden. Stattdessen wird eine sogenannte Lysetherapie durchgeführt. Dabei werden blutverdünnende Medikamente eingesetzt, die die Gerinnsel auflösen sollen. Doch aufgrund des langen Verbleibens der Thromben in den Gefäßen ist diese Auflösung oft nicht mehr möglich. Daher bleiben Symptome wie Atemnot und verminderte Belastbarkeit auch nach der Diagnose bestehen.

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Folgen einer beidseitigen fulminanten Lungenembolie

Eine fulminante Lungenembolie bezeichnet die Lungenembolie in ihrer schwersten Form. Durch einen großen Thrombus (Blutgerinnsel), der sich plötzlich gelöst hat und in die Lunge geschwemmt wurde, werden die größten Äste des Lungengefäßsystems verstopft. Das Blutgerinnsel kann sogar so groß sein, dass die gesamte Lungenarterie betroffen ist.

Dies hat drei hochgradig lebensgefährliche Komplikationen zur Folge: Da die Lunge nur noch gering bis gar nicht durchblutet ist, wird der gesamte Körper nicht mehr mit Sauerstoff versorgt. Dadurch werden verschiedene Organe geschädigt. Besonders gefährdet ist dabei das Gehirn. Die Tatsache, dass die Lunge nicht mehr durchblutet werden kann, hat auch fatale Konsequenzen für das Herz. Dieses muss quasi gegen einen unendlich hohen Druck anpumpen, was innerhalb von Minuten zu einem Herzstillstand führt. Kann das Blutgerinnsel schnell genug entfernt werden, kann die Lunge dennoch einen Totalschaden davontragen. Solang der Thrombus alle Lungengefäße verstopft, ist das gesamte Lungengewebe nicht durchblutet. Dadurch sind die einzelnen Zellen für eine gewisse Zeit nicht mit Sauerstoff und anderen Nährstoffen versorgt, was zu Zelluntergängen und damit großflächigen Gewebeschädigungen führen kann.

Kann eine Lungenembolie auch ohne Folge ausheilen?

Ob eine Lungenembolie folgenlos ausheilen kann, ist einerseits von der Schwere der Embolie abhängig, andererseits spielen auch die Erste Hilfe Maßnahmen und die zügige Behandlung aller relevanten Faktoren eine entscheidende Rolle.

Je kleiner die Embolie ist, desto weniger schwere Komplikationen ergeben sich im Verlauf. Allerdings ist die Gefahr bei besonders kleinen Embolien, dass diese über einen längeren Zeitverlauf nicht entdeckt werden. Die Chancen auf eine folgenlose Ausheilung sind am besten, wenn das auslösende Blutgerinnsel innerhalb der ersten Minuten vollständig entfernt werden kann. So werden nur in den seltensten Fällen Organe dauerhaft in Mitleidenschaft gezogen. Um langfristige Folgen zu verhindern, muss immer eine blutverdünnende Therapie über mehrere Monate durchgeführt werden. Wenn diese komplikationslos erfolgen kann. Ist eine folgenlose Ausheilung der Lungenembolie sehr gut möglich.

Lesen Sie mehr zum Thema: Therapie einer Lungenembolie

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Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 01.03.2019
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