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Lantus®

Einleitung

Der in Lantus® 100I.E./ml SoloStar Fertigspritze enthaltene Wirkstoff ist Insulin glargin. Dieses Insulin ist verändertes Insulin, das gentechnologisch unter Verwendung von Mikroorganismen hergestellt wird und im Vergleich zum menschlichen Insulin (Humaninsulin) eine lang anhaltende und gleichmäßig blutzuckersenkende Wirkung hat.

Lantus®darf nur nach ärztlicher Verschreibung verwendet werden und die Therapie erfolgt unter regelmäßigen ärztlichen Kontrolluntersuchungen.

Darreichungsform

Lantus® gibt es als Injektionslösung, als Patrone und auch als Fertigpen/Fertigspritze. Der Arzt legt fest, welche Wirkstärke und Darreichungsform für den individuellen Patienten die geeignete ist.

Anwendungsgebiet

Lantus® wird als Fertigspritze zur Behandlung von Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) bei Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern ab 2 Jahren angewendet.


Gegenanzeigen

Lantus® darf nicht angewendet werden, wenn eine Allergie (Überempfindlichkeit) gegen Insulin glargin oder andere Bestandteile der Lantus®Fertigspritze bestehen.

Besondere Sicherheitshinweise

Die Therapie mit Insulin muss unter medizinischer Kontrolle durch Arzt, Apotheker oder medizinischem Fachpersonal erfolgen. Die verordnete Dosierung, die empfohlene Ernährung und körperliche Aktivität, sowie regelmäßige Überwachungen (Blut-/Urintests) müssen eingehalten werden, um einen optimalen Therapieerfolg zu erzielen.

Hinweise bei Verreisen/ Urlaubplanung

Wichtig ist eine genaue Anleitung zur Behandlung möglicher Unterzuckerung (Hypoglykämie). Diese kann der behandelnde Arzt erklären.

Ehe eine längere Reise angetreten wird, sollten folgende Fragen geklärt werden:

  • Verfügbarkeit des Insulins im besuchten Land
  • evtl. Vorrat an Insulin und Injektionsspritzen
  • korrekte Aufbewahrungsweise des Medikaments während der Reise (Vorsicht Temperatur!)
  • Essenszeiten und Insulingabe während der Reise
  • Berücksichtigung einer möglichen Zeitumstellung (Zeitzonenwechsel)
  • Gesundheitsrisiken im besuchten Land
  • mögliche Maßnahmen bei Krankheitsgefühl/Unwohlsein

Besondere Situationen bei Behandlung mit Insulin

Bei größeren Verletzungen oder bei Krankheit kann der Blutzuckerspiegel ansteigen und so eine höhere Dosierung von Insulin notwendig werden.

Wenn nicht ausreichend gegessen wird, so kann der Blutzuckerspiegel sinken und zu einer Unterzuckerung (Hypoglykämie) führen.

In diesen Fällen muss frühzeitig ein Arzt gerufen werden.

Behandlung von Kindern

Ab 2 Jahren können auch Kinder mit Lantus® behandelt werden, für jüngere Kinder liegen keine Erfahrungen vor.

Lesen Sie mehr zum Thema: Diabetes bei Kindern

Schwangerschaft/Stillzeit

Auch hier ist dringend Beratung durch den behandelnden Arzt notwendig, da die Dosierung möglicherweise angepasst werden muss. Für die Entwicklung des Kindes ist ein konstanter Blutzuckerspiegel ohne drastische Schwankungen notwendig, sodass die Überwachung der Blut- und Urinwerte noch sorgfältiger erfolgen muss.

Beim Stillen ist es ebenfalls möglich, dass eine Anpassung der Insulindosis notwendig wird.

Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen

Wenn der Zustand einer Unterzuckerung (Hypoglykämie) auftritt, so kann es zu einer Einschränkung oder einem Ausfall von Konzentrations- und Reaktionsfähigkeit kommen.
Hier kann es helfen, durch Schulungen die Erstsymptome einer Unterzuckerung zu erlernen und direkt behandeln zu können (Traubenzucker einstecken).

Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten

Einige Medikamente beeinflussen den Blutzuckerspiegel, sodass es zu Wechselwirkungen mit Insulin (Lantus®) kommen kann, das den Blutzuckerspiegel senken soll.

Zu den Medikamenten, die zu einer Hypoglykämie (Unterzuckerung) führen können, gehören:

  • Antidiabetika
  • ACE-Hemmer (zur Behandlung hohen Blutdrucks)
  • Disopyramid (zur Behandlung bestimmter Herzkrankheiten)
  • Fluoxetin (zur Behandlung von Depressionen)
  • Fibrate (zur Senkung hoher Blutfettwerte)
  • Monoaminoxidase-(MAO-)Hemmer (zur Behanldung von Depressionen)
  • Pentoxifyllin, Propoxyphen, Salicylate (z.B. Acetylsalicylsäure (ASS) gegen Schmerzen und Fieber)
  • Sulfonamid-Antibiotika

Neben den blutzuckersenkenden Medikamenten gibt es auch noch Arzneimittel, die den Blutzuckerspiegel erhöhen können und damit eine Dosissteigerung von Lantus® notwendig machen können.
Hierzu zählen:

  • Kortikosteroide (u.a. Kortison, zur Behandlung von Entzündungen und ähnlichem)
  • Danazol (zur Beeinflussung des Eisprungs)
  • Diazoxid (zur Behandlung hohen Blutdrucks)
  • Diuretika (zur Behandlung eines hohen Blutdrucks bzw. zur Entwässerung)
  • Glukagon (zur Behandlung schwerer Hypoglykämie)
  • Isonazid (zur Behandlung von Tuberkulose)
  • Östrogene und Progestagene (z.B. Anti-Baby-Pille zur Empfängnisverhütung)
  • Phenothiazin-Medikamente (zur Behandlung psychiatrischer Beschwerden)
  • Somatropin (zur Behandlung von Wachstumsstörungen)
  • Sympathomimetika (z.B. zur Behandlung von Asthma)
  • Schilddrüsenhormone (zur Behandlung von Schilddrüsenfehlfunktionen)
  • Clozapin, Olanzapin (atypische, antipsychotisch wirkende Medikamente)
  • Proteaseinhibitoren (zur Behandlung von HIV)

Sowohl eine Über- als auch Unterzuckerung ist bei Einnahme folgender Medikamente möglich:

  • Betablocker (zur Behandlung hohen Blutdrucks)
  • Clonidin (zur Behandlung hohen Blutdrucks)
  • Lithiumsalze (zur Behandlung psychiatrischer Beschwerden)

Wechselwirkung mit Alkohol

Unter der Therapie mit Lantus®kann bei Alkoholkonsum der Blutzuckerspiegel sowohl steigen als auch abfallen, daher ist dies nach Möglichkeit zu vermeiden.

Art und Dauer der Anwendung

Lantus® wird in Form der Fertigspritze unter die Haut injiziert. Wichtig ist, dass dabei keine Vene erwischt wird, da es dann zu einer Unterzuckerung kommen kann. Der behandelnde Arzt kann die genaue Injektionstechnik anleiten. Innerhalb des ausgewählten Hautbereichs (z.B. Bauch) sollte die Einstichstelle bei jeder Injektion gewechselt werden.

Die Injektion von Lantus® muss jeden Tag zur gleichen Zeit erfolgen. Wie lange und mit wie viel Insulin die Behandlung mit Lantus®durchgeführt wird, entscheidet der behandelnde Arzt.

Überdosierung

Sollte zu viel Lantus®gespritzt worden sein, so kann es zu einem starken Abfall des Blutzuckerspiegels (Hypoglykämie) kommen, weshalb der Blutzuckerwert streng kontrolliert werden sollte. Zur Vermeidung einer Unterzuckerung muss dann mehr gegessen werden.

Unterdosierung/Vergessen

Wenn zu wenig Lantus® injiziert wurde oder eine Gabe ausgelassen wurde, so kann der Blutzuckerspiegel stark ansteigen und es kommt zu einer Hyperglykämie. Auch in diesem Fall muss eine engmaschige Kontrolle des Blutzuckerwertes erfolgen.
Das Injizieren der doppelten Menge an Insulin ist absolut kontrainjiziert, sollte eine Gabe vergessen worden sein! Vielmehr muss die Wiederanpassung des Blutzuckerspiegels unter strenger Kontrolle durchgeführt werden.

Abbruch der Therapie mit Lantus®

Wird die Behandlung abrupt abgebrochen, so kann es zu stark erhöhtem Blutzucker (Hyperglykämie) kommen und einer damit verbundenen Ketoazidose (Ansäuerung des Organismus).

Dies entsteht, weil der Körper bei dem entstandenen schweren Insulinmangel die Energie statt aus dem Zucker dann aus dem Fett gewinnen muss und es durch die Abbauprodukte hierbei zu einer Übersäuerung des Blutes kommt.

Aus diesen Gründen darf die Therapie mit Lantus® Insulinspritze nicht eigenmächtig und rasch, sowie ohne Rücksprache mit einem Arzt abgebrochen werden.

Nebenwirkungen

Eine mögliche Nebenwirkung der Therapie mit Lantus®ist eine Unterzuckerung (Hypoglykämie) durch falsche Dosierung.
Hierdurch kann es zur Bewusstlosigkeit bis hin zu lebensbedrohlichem Hirnschaden kommen.

Meist sind die frühen Anzeichen für eine Unterzuckerung vom Patienten erlernbar und so dann frühzeitig zu therapieren.
Bei den folgenden Symptomen ist sofort ein Arzt aufzusuchen:

  • großflächige Hautreaktion (Hautausschlag und Juckreiz)
  • starke Haut-/Schleimhautschwellungen (Angioödem)
  • Atemnot
  • Blutdruckabfall mit beschleunigtem Puls und Schwitzen

Diese Anzeichen können eine seltene allergische Reaktion auf das Insulin darstellen und lebensbedrohlich werden.

Wird das Insulin zu oft in die gleiche Hautstelle gespritzt, so kann das Fettgewebe an dieser Stelle schrumpfen (Lipoatrophie) oder zunehmen (Lipohypertrophie). Aus diesem Grund sollte die Einstichstelle regelmäßig gewechselt werden.

Bei etwa 3-4% der behandelten Patienten kommt es zu allergischen Reaktionen an der Einstichstelle, die sich ausbreiten kann und normalerweise innerhalb weniger Tagen oder Wochen zurückgeht.

Mögliche andere Nebenwirkungen sind Sehstörungen, Wassereinlagerungen (und damit verbundene Schwellungen im Bereich Unterschenkel und Knöchel), Geschmacksempfindungsstörungen, Muskelschmerzen und Bildung von Antikörpern gegen das Insulin.

Warnzeichen für eine Hypoglykämie (Unterzuckerung)

Der Körper kann Signale für einen zu niedrigen Blutzuckerspiegel darin äußern, dass man schwitzt, kühle und feuchte Haut, Angstgefühl, schnellen Puls, hohen Blutdruck, Herzklopfen oder unregelmäßigen Herzschlag hat.

Im Gehirn selbst äußern sich die Symptome folgendermaßen:

Die Symptome für eine Unterzuckerung hängen in ihrem Ausprägungsgrad von diversen Faktoren ab, sodass man sich nicht alleine darauf verlassen kann, sondern zusätzlich regelmäßige Blutzuckermessungen durchführen sollte.

Gegenmaßnahmen bei Nebenwirkungen

Beim Auftreten von Nebenwirkungen unter Anwendung von Lantus®ist ein Arzt aufzusuchen, der das weitere Vorgehen festlegt.

Weitere Informationen

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Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 16.07.2018
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