Actraphane®

Erklärung / Definition

Bei Actraphane® handelt es sich um ein Mischinsulinpräparat.
Dies bedeutet, dass es sowohl kurz- als auch langwirkende Insuline enthält.

Das kurzwirksame Normalinsulin entfaltet seine blutzuckersenkende Wirkung bereits nach einer halben Stunde, während der Effekt des langsamwirkenden Verzögerungsinsulins bis zu 24 Stunden aufrechterhalten wird.

Handelsnamen

  • Actraphane® 30/-50, Penfill 100 I.E./ml, Injektionssuspension in einer Patrone,
    Hersteller: Novo Nordisk

  • Actraphane® 30 FlexPen, 100 I.E./ml Injektionssuspension in einem Fertigpen,
    Hersteller: Novo Nordisk

  • Actraphane® 30 InnoLet, 100 I.E./ml, Injektionssuspension in einem Fertigpen,
    Hersteller Novo Nordisk

Anwendungsbereiche

Actraphane® findet Anwendung in der Therapie des insulinpflichtigen Diabetes mellitus. Dies umfasst sowohl Diabetes mellitus Typ I (absoluter Insulinmangel) als auch fortgeschrittene Stadien des Diabetes mellitus Typ II ( relativer Insulinmangel).


Wirkungsweise

Wie auch das von der Bauchspeicheldrüse produzierte Insulin binden die in Actraphane® enthaltenen Insuline an Rezeptoren in Fett- und Muskelzellen und ermöglichen so die Aufnahme des Zuckers Glukose in Zelle. Diese benötigt die Glukose zur Deckung ihres Energiebedarfs und zur Bereitstellung von Energie für andere Gewebe. Das Normalinsulin wirkt schon nach einer halben Stunde und zeigt sein Wirkungsmaximum nach ca. zwei Stunden. Allerdings ist es nach sechs Stunden komplett abgebaut.

Die Wirkungsdauer des Verzögerungsinsulins hingegen beträgt zwölf Stunden. Es benötigt zwei Stunden um zu wirken, das Wirkungsmaximum tritt sogar erst nach vier bis sechs Stunden ein, aber es auch noch 24 Stunden lang nachweisbar.

Actraphane® als Mischinsulin nutzt die Vorteile beider Insulinvarianten. Es wirkt nach einer halben Stunde, erreicht sein Wirkungsmaximum nach zwei bis acht Stunden und hat eine Wirkungsdauer von bis zu 24 Stunden. Dies ermöglicht eine für den Patienten einfache Einnahme nach einen festen Injektionsschema und einer reduzierten Anzahl der Injektionen, beispielsweise eine Einnahme zweimal täglich, vor dem Frühstück und vor dem Abendessen.

Der Nachteil ist jedoch, dass dieses Injektionsschema von regelmäßigen Mahlzeiten mit etwa der gleichen Menge an Kohlenhydraten ausgeht. Ist dies nicht der Fall, besteht die Gefahr, in einen Zustand des Unterzuckers zu geraten oder bei größeren Mahlzeiten einen zu hohen Blutzuckerspiegel zu entwickeln.

Anwendungsweise

Actraphane®wird meist nach einem starren Injektionsschema zwei- bis dreimal täglich eingenommen. Hierzu wird es subkutan (unter die Haut) gespritzt. Gut eignet sich hierfür die Haut an

  • Bauchdecke,
  • Gesäß und vorderem Oberschenkel.

Actraphane® wird entweder in Durchstechflaschen geliefert, woraus es vor der Anwendung mit Insulinspritzen aufgezogen wird oder als fertiger Pen, einem Injektionsstift, an dem die jeweilige Dosierung eingestellt werden kann.

Nebenwirkungen

Es besteht das Risiko einer Hypoglykämie (Unterzuckerung), wobei besondere Vorsicht nach Alkoholkonsum oder vermehrter Bewegung zu leisten ist. Als generelle Regel gilt, maximal eine halbe Stunde nach Einnahme eine kohlenhydratreiche Mahlzeit zu essen und auf Nebenmahlzeiten zu achten.

Aus einer Wechselwirkung mit dem Medikament Pioglitazon kann in seltenen Fällen eine Herzinsuffizienz resultieren.

Wechselwirkungen

Der Insulinbedarf des Körpers kann durch die Einnahme der folgenden Medikamente beeinflusst werden:

Bei einer parallelen Therapie mit Pioglitazon (orales Antidabetikum zur Behandlung von Typ-2 Diabetes mellitus) ist es in seltenen Fällen bei Patienten mit langbestehendem Diabetes mellitus Typ 2 und einer Vorgeschichte von Schlaganfällen der Entwicklung einer Herzinsuffizienz gekommen.

Kontraindikationen

Actraphane® darf nicht eingenommen werden, wenn Allergie gegen dieses Insulinprodukt oder eines seiner Bestandteile besteht oder bei ersten Anzeichen einer Unterzuckerung.

Preis

  • 30 ml Injektionssuspension für 94,75€
  • 15 ml Injekitonssuspension für 52,58€

 

 

Weitere Informationen zum Thema

Haftungsausschluss/ Disclaimer

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Qualitätssicherung durch: Dr. N. Gumpert      |     Letzte Änderung: 05.01.2018
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