Actrapid®

Erklärung

Actrapid® ist ein kurzwirksames Normalinsulinpräparat, das als Injektionslösung verabreicht wird.

Handelsnamen

  • Actrapid FlexPen®, 100 I.E./ml Injektionslösung in einem Fertigpen,
    Hersteller: Novo Nordisk
  • Actrapid InnoLet® 100 I.E./ml Injektionslösung in einem Fertigpen,
    Hersteller: Novo Nordisk
  • Actrapid Penfill®, 100 I.E./ml Injektionslösung in einer Patrone,
    Hersteller: Novo Nordisk

Anwendungsbereiche

Actrapid® wird in der Therapie eines insulinpflichtigen Diabetes mellitus Typ-1 oder Typ-2 eingesetzt, entweder als reine Kurzinsulingabe oder im Rahmen einer intensivierten Insulintherapie als Bestandteil eines Mischinsulinpräparats. Aufgrund des schnellen Eintretens seiner Wirkung ist es vor allem zur kurzfristigen Intervention bei Stoffwechselentgleisungen und zur Ersteinstellung von Diabetikern geeignet.


Wirkungsweise

Bei der Erkrankung Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) wird entweder kein (Typ-I) oder zu wenig (Typ-2) Insulin gebildet.
Anstatt in die Zellen des Körpers aufgenommen zu werden, reichert sich der Zucker Glukose zunehmend im Blut an. Actrapid imitiert die Wirkung des körpereigenen Insulins, indem es an Rezeptoren in Fett- und Muskelzellen bindet und so die Aufnahme von Glukose in die Zelle ermöglicht. Diese benötigt Glukose zur Deckung ihres Energiebedarfs und zur Bereitstellung von Energie für andere Gewebe.

Als Normalinsulin entspricht Actrapid dem Aufbau des körpereigenen Insulins. Es wird jedoch von einer Hefe produziert, in die das für die Insulinproduktion zuständige Gen eingeschleust wurde. Wie das von der Bauchspeicheldrüse freigesetzte Insulin, setzt auch die Wirkung des Actrapids schon nach 15-30 Minuten ein und wird zwischen vier und sechs Stunden lang aufrechterhalten. Sein Wirkungsmaximum erreicht es nach ca. zwei Stunden. Der Vorteil eines kurzwirksamen Insulins ist seine Eignung zur kurzfristige Intervention bei Stoffwechselentgleisungen. Dies ist allerdings gleichzeitig mit der Gefahr einer Hypoglykämie (Unterzuckerung) verbunden.

Anwendungsweise

Actrapid® wird 30 Minuten vor dem Essen subkutan (unter die Haut) gespritzt. Gut eignet sich hierfür die Haut an Bauchdecke, Gesäß und vorderem Oberschenkel. Um einer Verdickung der Haut an diesen Stellen vorzubeugen, sollte der Injektionsort möglichst variiert werden.

Actrapid® wird entweder als Injektionslösung in Durchstechflaschen dargereicht, woraus es vor der Anwendung mit Insulinspritzen aufgezogen wird oder als fertiger Pen (Injektionsstift), an dem die jeweilige Dosierung eingestellt wird. Von medizinischem Fachpersonal kann es auch intravenös verabreicht werden.

Nebenwirkungen

Genannt werden die relativ am häufigsten auftretenden Nebenwirkungen, ein Anspruch auf Vollständigkeit besteht jedoch nicht. Ausführliche Informationen finden sich in der Packungsbeilage.

Es besteht das Risiko einer Hypoglykämie (Unterzuckerung), weswegen als generelle Regel gilt, maximal eine halbe Stunde nach Einnahme eine kohlenhydratreiche Mahlzeit zu essen und auf Nebenmahlzeiten zu achten. Da die Konzentrationsfähigkeit unter einer Unterzuckerung leidet, kann die Fähigkeit zur Bedienung eines Fahrzeugs oder einer Maschine in diesem Fall eingeschränkt sein. Als weitere mögliche Nebenwirkung traten gelegentlich Sehstörungen auf. Am Ort der Injektion können sich Hautveränderungen entwickeln, was durch häufige Variation der Injektionsstelle jedoch abgemildert wird.

Ferner können vorübergehend Nervenschmerzen (Neuropathie) und vornehmlich zu Beginn der Insulintherapie Wassereinlagerungen in Gelenken mit Schwellungen auftreten.

Aus einer Wechselwirkung mit dem Medikament Pioglitazon resultiert in seltenen Fällen eine Herzinsuffizienz.

Wechselwirkungen

Der Insulinbedarf des Körpers kann durch die Einnahme der folgenden Medikamente beeinflusst werden:

Bei einer parallelen Therapie mit Pioglitazon (orales Antidabetikum zur Behandlung von Typ-2 Diabetes mellitus) ist es in seltenen Fällen bei Patienten mit langbestehendem Diabetes mellitus Typ 2 und einer Vorgeschichte von Schlaganfällen der Entwicklung einer Herzinsuffizienz gekommen.

Gegenanzeigen

Actrapid® darf nicht eingenommen werden, wenn Allergien oder verstärkte Reaktionen gegen dieses Insulin oder eines der weiteren Bestandteile des Präparat, z.B. Metacresol bekannt sind.

Bei einem bereits bestehenden niedrigen Blutzuckerspiegel ist die Gefahr einer Hypoglykämie groß. Diese kündigt sich u.a. an durch

  • Zittrigkeit,
  • Blässe und Herzrasen

und kann bei massivem Zuckermangel im Gehirn in einer Bewusstlosigkeit enden. Das Risiko einer Unterzuckerung steigt zusätzlich nach Alkoholkonsum. Ein weiteres Ausschlusskriterium für die Gabe von Actrapid® ist eine Funktionsstörung

Da die Gabe von Actrapid® gewichtsabhängig erfolgt, ist darüber hinaus Vorsicht bei schneller Gewichtsabnahme geboten.

Weitere Informationen zum Thema

Haftungsausschluss/ Disclaimer

Wir weisen darauf hin, dass Medikamente niemals eigenständig, ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt abgesetzt, angesetzt oder verändert werden dürfen.
Bitte beachten Sie, dass wir in unseren Texten keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder Richtigkeit erheben können. Durch aktuelle Entwicklungen können die Angaben ggf. veraltet sein.

Qualitätssicherung durch: Dr. N. Gumpert      |     Letzte Änderung: 05.01.2018
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