Frühgeburt

Definition

Als eine Frühgeburt wird ein Baby bezeichnet, das vor der vollendeten 37. Schwangerschaftswoche zur Welt gekommen ist. Meist wiegen die Babys einer Frühgeburt unter 1500g. Die Frühgeburtlichkeit ist mit einer Reihe von Risikofaktoren für das Kind verbunden.

Ursachen

Grundsätzlich gibt es eine Reihe von Ursachen für eine Frühgeburt, jedoch nicht bei allen Patientinnen trifft das zu. Manche gebären ihr Kind zu früh ohne einen der folgenden erkennbaren Gründe:

  • vorzeitige Wehen
  • vorzeitiger Fruchtblasensprung
  • Mehrlingschwangerschaft
  • Ablösung der Plazenta (Mutterkuchen)
  • Erkrankung der Mutter

All diese Merkmale einer möglichen Frühgeburt können auch als erste Anzeichen einer eventuell bevorstehenden Frühgeburt gedeutet werden. Bei vorzeitigen Wehen oder Fruchtblasensprung muss die Mutter aufmerksam werden und einen Arzt aufsuchen.

Lesen Sie hier mehr zum Thema Risikoschwangerschaft.


Überlebenschanchen

Die Überlebenschance von Frühgeborenen mit einem Geburtsgewicht unter 1500g hat sich mittlerweile deutlich verbessert.
Männliche Frühgeborene und Mehrlingsgeburten haben eine geringere Überlebenschance, als weibliche Frühgeborene. Das die Frühgeborenen heute eine wesentlich bessere Prognose haben, als früher liegt vor allem an der verbesserten intensivmedizinischen Versorgung der Babys und an dem besseren Management von Risikoschwangerschaften.

Wie passt sich das Neugeborene normalerweise an die Umwelt an?

Während der Schwangerschaft wird der Fetus über die Plazenta, dem Mutterkuchen, mit Sauerstoff versorgt.
In dieser Zeit besteht auch noch eine Verbindung zwischen linkem und rechtem Herzen (Foramen ovale), das bedeutet es bestehen noch nicht zwei Herzkammern. Diese werden zu diesem Zeitpunkt auch nicht benötigt, da die Lunge noch ohne Funktion ist.
Das Foramen ovale (Verbindung zwischen der rechten und linken Herzkammer) Dieses verschließt sich innerhalb weniger Tage (Wochen) nach der Geburt.
Auch Atembewegungen des Feten sind während der Schwangerschaft festzustellen. Die Lunge ist allerdings mit Flüssigkeit gefüllt. Nimmt das Neugeborenen seinen ersten Atemzug, so wird vermutlich ein so hoher Druck im Brustkorb aufgebaut, dass die Flüssigkeit in die Lymph- und Blutgefäße abdiffundiert.
Um seine Lungen vollständig entfalten zu können, muss eine bestimmte Substanz, der so genannte Surfactant, in den Lungen vorhanden sein. Die Lunge wird zudem nun durchblutet, was den Druck und die Füllung mit Blut im linken Teil des Herzen erhöht. So schließt sich nun das bisher offene Foramen ovale in der Herzwand.
Die Atemfrequenz eines Neugeborenen liegt mit 40/min wesentlich höher als beim Erwachsenen. Auch das Herz schlägt schneller (120/min). Nach der Geburt muss der Säugling selbst seine Körpertemperatur regeln. Da das Neugeborene über wenig Unterhautfettgewebe verfügt, erzeugt es seine Energie durch sein sogenanntes braunes Fettgewebe.

Die Neugeborenen werden anhand eines Schemas beurteilt, dem so genannten Apgar- Schema. Nach 1, 5 und 10 Minuten wird die Beurteilung erhoben. Maximal sind 10 Punkte zu erreichen. Bei einem Apgar- Wert unter 5 ist das Überleben des Kindes kritisch.

Frühgeborenenretinopathie

Die Frühgeborenenretinopathie ist eine Unterentwicklung der Netzhaut des Auges bei Frühgeborenen. Da das Neugeborene zu früh das Licht der Welt erblickt hat, sind seine Organe noch nicht vollständig ausgeprägt und vorbereitet auf die Welt außerhalb des Mutterleibs.

Weitere Informationen finden Sie unter Frühgeborenenretinopathie

Prophylaxe

Um einer Frühgeburt vorzubeugen müssen die Schwangeren gut aufgeklärt sein. Sie müssen auf Warnhinweise aufmerksam werden, um eventuell schädliche Situationen für den Fetus zu vermeiden und sich entsprechend zu verhalten.

Gefährlich sind vorzeitiger Fruchtblasensprung oder vorzeitige Wehen. Auch wenn die Mutter Zwillinge erwartet, sollte sie besonders aufmerksam auf Veränderungen in der Schwangerschaft achten. Durch regelmäßige Besuche beim Frauenarzt (Facharzt für Gynäkologie) und eingehende Beratung der Schwangeren soll den Risiken vorgebeugt werden.

Manchmal ist die Einlieferung in ein Krankenhaus notwendig. Droht eine Frühgeburt, so kann der werdenden Mutter strenge Bettruhe verordnet werden. Eine Überwachung rund um die Uhr ist nötig und nur im Krankenhaus gewährleistet. Dieses hängt vom Gefährdungsgrad des Frühgeborenen ab.

Weitere Informationen zu diesem Thema

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Eine Übersicht aller Themen der Gynäkologie finden Sie unter: Gynäkologie A-Z

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 07.04.2017
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