Cayenne Pfeffer

Synonyme in weiterem Sinne

  • Chili
  • Paprika
  • Tabasco
  • spanischer Pfeffer
  • Porsche

Erklärung / Definition

Der Cayennepfeffer lateinisch Capsicum frutescens gehört zu der Familie der Nachtschattengewächse (Solanacea). Es ist ein einjähriges Kraut, das etwa 20 bis 100 cm hoch wächst. In den Tropen wächst es auch mehrjährig. Der Halbstrauch besteht aus holzigen, sperrig verzweigten Stängeln mit einzelnen länglich - ovalen Blättern. Die schmutzig-weißen Blüten stehen manchmal zu zwei bis vier Blüten in den Achseln der oberen Blätter und sind gestielt und nickend. Die Blüten besitzen fünf Staubblätter deren Staubbeutel violett aussehen. Die Pflanze bildet später 5 cm lange, ledrig glänzende rote, gelbe oder grüne Früchte, die im Hochsommer geerntet werden.

Historie

Der Cayenne-Pfeffer auch Chili genannt hat seine Heimat in Südamerika. Der Hafenstadt Cayenne, auf den Teufelsinseln in Guayana, verdankt er seinen Namen. Schon lange vor der Ankunft der Europäer wurden schon viele verschiedene Sorten des Cayennepfeffers von südamerikanischen Indianern kultiviert. Die Spanier führten die Pflanze Ende des 15. Jahrhunderts in Europa ein. Dadurch erhielt er hielt er den Beinamen „spanischer Pfeffer".


Zusammenfassung

Die Pflanze ist ursprünglich in Südamerika beheimatet und wird aber hauptsächlich aus Afrika importiert. Zur Arznei verarbeitet werden reife, getrocknete Früchte. Der Cayennepfeffer gehört zu einer scharfen Art der Nachtschattengewächse. Die Schärfe des Cayenne - Pfeffers oder Chilis ist ein reiner Schutz für die Pflanze. So wird sie vom Fressfeinden nicht zerstört / gefressen. Die Schoten der Heilpflanze sind rot, gelb und grün und haben einen hohen Rand für die Samen. Diese sitzen auf der so genannten Plazenta (Mutterkuchen). Diese Plazenta besitzt Drüsen, die das Capsicum (die Schärfe des Cayennepfeffers) enthält. Das Alkaloid Capsaicum ist farblos und sehr beständig und kann weder durch Kochen oder Einfrieren zerstört werden. Als wichtigste, arzneiliche Wirkstoffe der Chilischoten sind zu nennen Capsaicinoide wie Capsaicum und Dihydrocapsaicum, aber auch Flavonoide, Steroidsapponine, Carotinoide und ätherische Öle.

Herstellung

Für die medizinische Verwendung nimmt man reife, getrocknete Früchte, die eine kräftige orange bis rote Farbe haben und scharf schmeckende Schoten bilden. Zubereitungen in wirksamer Dosierung aus Cayennepfeffer sind in Form von Salben, Cremes, Tinkturen oder Pflastern (z.B. ABC-Pflaster, Wärmepflaster) im Handel. Sie kommen als fertige Präparate zur äußerlichen Anwendung. Die arzneiliche Wirkung beruht auf dem Inhalt von Capsaicinoiden.

Therapie und Anwendungsgebiete

Die Zubereitungen aus den Chilischoten gehören zu den wenigen pflanzlichen Schmerzmitteln, deren Wirksamkeit gesichert ist. Man nimmt sie nicht ein. Sie werden von außen auf die schmerzende Stelle gebracht in Form von Pflastern, Tinkturen oder Salben. Das Capsaicum aus dem Cayennepfeffer wirkt auf die Nerven im schmerzenden Bereich so ein, dass eine Ausschüttung von Signalen nicht mehr stattfindet und so eine Linderung erreicht wird. Das Schmerzempfinden nimmt vorübergehend ab. Am Ort der Anwendung wird die Durchblutung angeregt. Das Capsaicum wird rasch von der Haut resorbiert, eine Wirkung tritt bereits nach drei bis fünf Minuten ein.
Die Anwendungen der Heilpflanze haben sich bei:

bewährt.
Bei schmerzhafter Muskelverspannung im Bereich von Schulter, Armen und der Wirbelsäule wird die Cayennepfeffermischung immer wieder eingesetzt. Die bei Diabetikern auftretenden Nervenschmerzen (z. B. Post-Zoster-Neuralgie, diabetische Neuropathie, Phantomschmerz) oder bei Schmerzen nach einer Gürtelrose, so wie Schmerzen bei Gelenkentzündungen / Arthrose können durch den Cayenne Pfeffer behandelt werden.

Wirkung

Die Scharfstoffe (Capsainoide) des Cayennepfeffers entfalten ihre Wirkung als erstes durch eine lokale, erhöhte Durchblutung. Dann wirken sie auf die Nerven im schmerzenden Bereich ein. Dadurch lösen sich muskuläre Verspannungen. Das Capsaicum aus dem Cayennepfeffer hemmt die Freisetzung eines Botenstoffes in den Nervenenden. Dadurch können die Schmerzensignale nicht mehr weitergeleitet werden und die Nervenenden bilden sich unter der Behandlung zurück. Der Schmerz wird nach der Therapie nicht mehr weitervermittelt. Die erste Wirkung stellt sich sehr schnell ein.

Darreichungsform

Den Cayennepfeffer gibt es in folgenden Darreichungsformen:

  • Pflaster (Wärmepflaster)
  • Salbe
  • Tinktur

Darreichung und Dosierung

Für die Wirkung ist der Gehalt an Capsaicum verantwortlich. Bei halbfetten Zubereitungen benötigt man schon einen Capsaicumgehalt von 0,02 bis 0,05%, dagegen in flüssigen Zubereitungen höchstens 0,01 % und bei Pflastern 10 bis 40 mg pro cm2. Es empfiehlt sich, auf im Handel erhältliche Fertigprodukte zurückzugreifen, da man die Zubereitungen aus dem Cayennepfeffer nur zur äußerlichen Anwendung nehmen soll. Bei geringeren Mengen stellt sich die gewünschte Wirkung nicht. Bei Überdosierung können unangenehme Nebenwirkungen auftreten.

Nebenwirkung

Die Anwendung von Cayenne - Pfeffer führt fast immer zu einer Hautreizung. Es entstehen Juckreiz, Brennen oder Hautrötungen. Bei zu starker Wirkung kann das Präparat mit kaltem Wasser entfernt werden.
Geschädigte Hautpartien und Schleimhäute dürfen nicht mit Cayennepfeffer Zubereitungen in Verbindung kommen. Vorsicht bei der Schleimhaut vom Auge! Das Auge ist sehr empfindlich und kann dauerhaft durch den Pfeffer geschädigt werden.
Die Anwendungsdauer der capsaicumhaltigen Salben und Cremes betrug bisher zwei Tage. Nach neuesten klinischen Studien kann der Zeitraum der Behandlung verlängert werden. Die Wirkstoffmenge des Heilkrauts Cayennepfeffer ist entscheidend.
Bei zu niedriger Mengen ist die erwünschte Wirkung nicht zu erwarten. Bei Überdosierung durch zu hohe Capsaicumkonzentrationen können sensible Nerven eventuell dauerhaft geschädigt werden.
Die richtige Dosierung ist daher wichtig. Bitte fragen Sie Ihren behandelnden Arzt! Capsaicum haltige Zubereitungen können bei empfindlichen Personen Allergien auslösen.

Hersteller / Handelsname

Hersteller sind beispielhaft genannt und wurden nach dem Zufallsprinzip ausgewählt. Wir haben mit keinem Hersteller eine persönliche Verbindung!

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Eine Liste aller Heilkräuter / Heilpflanzen, die wir bereits veröffentlicht haben finden Sie unter: Medikamente A-Z.

Weiterführende Informationen

Weitere Informationen finden Sie unter anderem auch über unseren Themen:

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Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass alle Medikamente nie selbständig und ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt abgesetzt, angesetzt oder verändert werden dürfen.

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas M. Gumpert      |     Letzte Änderung: 30.12.2017
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