Rosskastanie

Synonyme im weiteren Sinne

Lateinischer Name: Aesculus hippocastanum

Gattung: Rosskastaniengewächse

Volksnamen: Foppkastanie, Saukastanie, Pferdekastanie, weiße Kastanie, Gichtbaum, wilde Kastanien

Englisch: horse chestnut, chestnut, buckeye

Allgemeines

Von dem bis zu 35 meterhohen Laubbaum und Heilpflanze Rosskastanie (Aesculus hippocastanum) werden für die medizinischen Zwecke heute nur noch der getrocknete Samen verwendet.
Früher nutzte man auch die Blätter und die Rinde. Heute werden die Rosskastanien zum großen Teil aus osteuropäischen Ländern importiert.
Der wichtigste pharmakologisch wirksame Inhaltsstoff der Rosskastanie ist Aescin, ein Gemisch aus verschiedenen Triterpensaponinen (Aesculussaponine).
Das Aescin hemmt die körpereigene Produktion von Entzündungsstoffen und reduziert die Aktivität der Enzyme, die die Gefäßwände zersetzen könnten.


Historie

Die ursprüngliche Heimat der Rosskastanie ist der Balkan oder Vorderasien.
Erst im 16. Jahrhundert entdeckte man die ersten Bäume in Griechenland und später in Wien. Da die Früchte der Rosskastanie nur für die Fütterung der Pferde verwendet wurden, erhielt sie so ihren Namen.
Die Kastanien sind für den Menschen nicht genießbar. Über die medizinischen Eigenschaften der Rosskastanie wurde im Jahr 1896 von einem französischen Arzt das erste Mal berichtet.
Der Wirkstoff wurde erfolgreich bei Hämorrhoiden eingesetzt. In der Volksheilkunde wurde die Rinde früher zur Behandlung von Fieber und Malaria angewendet. Außerdem stellte man aus den Rosskastanienblättern einen Hustentee her.
Der Volksglauben sagte auch, dass man zur Vermeidung von Gicht und Rheuma einige Kastanien in der Hosentasche tragen solle.

Die Pflanze

Die Heilpflanze Rosskastanie gehört zu der Familie der Hippocastanaceae. Sie ist ein dicht belaubter bis zu 35 m großer, sommergrüner Baum.
Kastanien sind hinreichen bekannt und weit verbreitet in Parks und Gärten.
Im Frühjahr, von April bis Juni, tragen die Zweige dicke, kegelförmige, weiße Knospen, auch "Kerzen" genannt. Die Blätter bestehen aus fünf bis sieben Fingern.
Im September reifen die kugeligen, glänzend braunen Samen der Rosskastanie in gelb-grünen, stacheligen Kapseln heran und springen, wenn sie reif sind, aus der Schale heraus. Die Samen der Rosskastanie sind nicht zum Verzehr geeignet.

Arzneilich verwendete Pflanzenteile

Hauptsachlich die Samen, selten auch die Blüten, die Blätter und die Rinde.

Inhaltsstoffe

Aesculus-Saponine (Aescin), Gerbstoffe

Therapie und Anwendungsgebiete

Zum medizinischen Anwendung kommen die Extrakte der Rosskastaniesamen insbesondere zur Behandlung von Beschwerden der Beinvenen.
Das in der Heilpflanze Rosskastanie enthaltene Aescin erhöht den Venentonus und die Fließgeschwindigkeit des Blutes und verhindert so die Bildung von Ödemen (Wasseransammlung im Gewebe).
Schmerzen und Schweregefühl in den Beinen können gemildert werden.
Wissenschaftlich belegt sind die Anwendungen von Rosskastaniensamenextrakten bei chronischen Venenerkrankungen wie:

Der Wirkstoff dichtet die Gefäßwände ab. Im umliegenden Gewebe kann sich weniger Flüssigkeit ansammeln und so zu Problemen führen. Nach zwei Wochen ist es möglich, dass sich der Umfang von Füßen und Unterschenkel nach der Einnahme von Rosskastaniensamen reduziert hat.

Bei Stauungen des lymphatischen Systems oder bei Herzinsuffizienz (Herzschwäche) ist der Rosskastaniensamen nicht wirksam.

Darreichungsform

Die Mehrzahl der Fertigpräparate enthält einen wässrig-alkoholischen Trockenextrakt in Form von:

  • Kapseln
  • Dragees oder
  • Tabletten

Wichtig für den Therapieerfolg ist der Gehalt an Aescin über den Tag verteilt.
Die empfohlene Menge liegt bei 50 bis maximal 150 mg pro Tag (eventuell in "retard" Form).
Neben der Einnahme von Rosskastaniensamenextrakten sollte eine begleitende Therapie mit Kompressionen, Beinwickeln und kalten Beingüssen durchgeführt werden.
Zur äußerlichen Anwendung werden Rosskastanienextrakte in Form von Gels, Salben und Sprays angeboten
Gels und Salben sollten äußerlich nur zur Prophylaxe und Therapie von venösen Stauungen, Prellungen und Blutergüssen (Hämatom) eingesetzt werden, für diese Art der Therapie gibt es bisher keine wissenschaftlichen Erkenntnisse zur Wirksamkeit.

Hersteller und Handelsnamen

Hersteller sind beispielhaft genannt und wurden nach dem Zufallsprinzip ausgewählt. Wir haben mit keinem Hersteller eine persönliche Verbindung!

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Nebenwirkung und Wechselwirkung

In Einzelfällen kann es nach der Einnahme von Rosskastaniensamen (Aesculus hippocastanum) zu folgenden Beschwerden kommen, da die enthaltenen Saponine eine schleimhautreizende Wirkung haben:

Besonders zu beachten ist, dass die Teezubereitungen aus Blättern der Rosskastanie oder der Verzehr der Samen zu Vergiftungen führen können!

Weiterhin kann es durch den Gehalt an Cumarin und Aescin zu blutgerinnungshemmender Wirkung kommen.
Vorsicht daher bei gleichzeitiger Einnahme von Marcumar oder Aspirin.

Außerdem können allergische Reaktionen bei der Einnahme von Rosskastaniensamen nicht ausgeschlossen werden.

Bei Schwangerschaft und Stillzeit sollte auf jeden Fall der Arzt befragt werden.

Aesculus hippocastanum in der Homöopathie

Das Mittel Aesculus wird aus den frischen und geschälten Früchten gewonnen. Es findet Verwendung bei gestauten Venen sowohl im Pfortadergebiet als auch bei Krampfadern. Außerdem bei gestauten und blutenden Hämorrhoiden. Aber auch bei chronischer Verstopfung mit Pflockgefühl im After und bei Entzündungen in Luftröhre oder Kehlkopf wenn sie mit trockener Schleimhaut einhergehen. Die gebräuchlichsten Potenzen sind die D1 bis D3.

Mehr hierzu erfahren Sie unter unserem Thema: Aesculus hippocastanum

Phytopharmaka in Deutschland

Die Liste der umsatzstärksten Pflanzenpräparate führte mit Abstand die Ginkgo an:

  1. Ginkgo
  2. Johanniskraut
  3. Teufelskralle
  4. Rosskastanien
  5. Artischocke
  6. Mariendistel
  7. Brennnessel
  8. Umckaloabo
  9. Weißdorn
  10. Efeu

Eine Liste aller Heilkräuter / Heilpflanzen, die wir bereits veröffentlicht haben finden Sie unter: Medikamente A-Z.

Weiterführende Informationen

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Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas M. Gumpert      |     Letzte Änderung: 14.12.2017
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