Malaria

Einleitung

Malaria ist eine Infektionskrankheit, ausgelöst durch die Parasiten:

  • Plasmodium vivax
  • Plasmodium ovale
  • Plasmodium malariae
    und
  • Plasmodium falciparum.

Die verschiedenen Erreger führen zu verschiedenen Formen der Malaria, welche sich unter anderem durch ihre Symptomatik voneinander unterscheiden lassen. Sie gelangen fast ausschließlich über den Stich einer Anopheles-Mücke in den Menschen.
Es kommt bei einer Malaria zu grippeähnlichen Symptomen mit meist hohem Fieber. Infolge von Komplikationen, wie zum Beispiel akutem Nierenversagen und Lungenversagen, kann die Erkrankung zum Tode führen. Besonders in tropischen Gebieten ist die Malaria eine der häufigsten Todesursachen.

Malaria gehört zu den Tropenkrankheiten. Zu dieser Gruppe gehören noch viele andere Erkrankungen, wie zum Beispiel Dengue-Fieber oder Ebola, die erst 2015 zu einer schweren Epidemie führte. Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: Ebola.

Synonyme

Wechselfieber, Sumpffieber, Marschenfieber, Dreitagefieber

Epidemiologie / Häufigkeit / Vorkommen

Jährlich kommt es zu ca. 250 Millionen Malariaerkrankungen. Etwa 90% davon stammen aus Afrika. Damit ist es nach Tuberkulose die zweithäufigste Infektionskrankheit der Welt. Über 2 Millionen Menschen sterben pro Jahr an Malaria. Jeder fünfte Tod eines Kindes in Afrika kommt durch eine Malariaerkrankung zustande. Vor allem die Bevölkerung tropischer und subtropischer Gebiete ist einer Infektionsgefahr ausgesetzt, womit für etwa 40-50% der Weltbevölkerung eine ständige Gefahr besteht. In Deutschland hingegen gibt es ca. 500-1000 Malariaerkrankungen im Jahr.


Historie

Über die Jahrtausende hinweg sind Malariaepidemien dokumentiert. Man weiß von Fällen bei den alten Ägyptern vor ca. 3500 Jahren, welche damit den Fluch der Götter über sich kommen sahen. Sogar für den Untergang des Römischen Reichs sollen Epidemien einen entscheidenden Faktor gespielt haben.
Britische Eroberer sollen bereits regelmäßig Tonic Water getrunken haben, welches das wirksame Gegenmittel Chinin enthält, um sich vor Malaria zu schützen. Um den bitteren Geschmack zu ertragen wurde dabei gerne Gin beigemischt. 1907 erhielt dann der Franzose Alphonse Laveran den Nobelpreis für seine Entdeckung des Malariaerregers.

Ursachen

Der Erreger der Malaria sind die Protozoen (einzellige Endoparasiten) Plasmodium ovale, Plasmodium vivax (führen zu Malaria tertiana), Plasmodium malariae (Malaria quartana) und Plasmodium falciparum (Malaria tropica).
Der Überträger der Malaria ist die weibliche Anophelesmücke. Sehr selten kann es auch bei der Geburt durch die kranke Mutter oder bei Blutübertragungen zu Malariafällen kommen. Über den Stich der Mücke gelangen die sogenannten Sporozoiten (infektiöse Form des Parasiten) in die Blutbahn des Menschen. So passieren sie innerhalb weniger Minuten die Leber und setzen sich dort in den Leberzellen fest. Über ungeschlechtliche Vermehrung entsteht hier ein sogenannter Schizont, welcher wiederum tausende Merozoiten enthält (Exoerythrozytäre Phase).
Innerhalb einer Woche platzt der Schizont mitsamt der Leberzelle und die Merozoiten gelangen in das Blut.

Sie nisten sich in den roten Blutkörperchen (Erythrozyten) ein, worauf sie sich hier über Vermehrung wiederum zu Schizonten entwickeln. Diese enthalten im Schnitt etwa 12 Merozoiten (Erythrozytäre Phase).
Platzen die befallenen roten Blutkörperchen reagiert der Körper darauf mit einem Fieberschub auf die freigewordenen Merozoiten und ihre Toxine. Die im Blut schwimmenden Merozoiten befallen darauf erneut andere rote Blutkörperchen. Dieser Zyklus von Platzen, Befallen, Vermehren und wieder Platzen dauert bei P. vivax und ovale 48 Stunden, bei P. malariae 72 Stunden. Dies erklärt weshalb die Fieberschübe zyklisch alle 3 (P. vivax und ovale) und 4 Tage (P. malariae) auftreten. Das P. falciparum unterliegt keinem solchen Rhythmus, daher kommt es hier zu unregelmäßigen Fieberschüben.

Symptome

Bei den beiden „gutartigen“ Formen der Malaria, der M. tertiana und quartana verläuft die Erkrankung eher leicht. Es kommt dabei zu der oben beschriebenen Fieberrhythmik. Ein fehlender Rhythmus schließt aber dennoch keine Malaria aus.

Ein Fieberschub hat oft folgenden Verlauf: In der sogenannten kalten Phase steigt das Fieber innerhalb von 30-60 Minuten bis zu ca. 41° Grad an. Es kommt dabei zu starkem Schüttelfrost. Für 2-6 Stunden bleibt das Fieber in der heißen Phase bestehen. Bis es innerhalb von 3-4 Stunden danach mit starkem Schwitzen zur Entfieberung kommt. Neben den Fieberattacken kann der Erkrankte ein allgemeines Unwohlsein, Kopf – und Gliederschmerzen, eine vergrößerte Leber und Milz und Magen-Darmprobleme verspüren.

In manchen Fällen geht Malaria durch die zerstörten Blutkörperchen mit einer hämolytischen Anämie (Blutarmut) einher.

Bei der zu zwei Dritteln auftretenden Malaria tropica kann es neben den oben beschriebenen Symptomen zu manchen Komplikationen kommen. Besonders neurologische Ausfälle können auftreten. Aber auch ein Kreislaufschock, Lungenödeme und akutes Nierenversagen sind schwerwiegende Folgen einer Malaria tropica.

Diagnose

Zur Diagnose der Malaria wird ein Blutausstrich gemacht. Unter dem Mikroskop können auch die Plasmodienarten unterschieden werden.
Der sogenannte „Dicke Tropfen“ wird zur Anreicherung der Erreger im Blut herangezogen. Dabei wird ein Tropfen Blut auf 1 cm Durchmesser verstrichen und nach 30 Minuten lufttrocknen mit der Giemsamethode angefärbt. Danach wird das Präparat mikroskopiert.

Therapie

Bei den harmloseren Malariaformen M. tertiana und quartana ist das Mittel der Wahl Chloroquin. Bei den Plasmodien vivax und ovale bleiben neben den im Blut vorkommenden Erregern, manche in der Leber zurück. Für diese Schizonten muss Chloroquin mit Primaquin kombiniert werden.
Die Therapie der meist komplizierteren Malaria tropica hat mit großen Resistenzproblemen zu kämpfen. Daher sind die Wahlmittel unterschiedlich und meist mit einem Institut für Tropenmedizin abzusprechen.

Prophylaxe

Bevor man in ein von Malaria bedrohtes Gebiet reist, sollte man sich vorweg gut über die aktuellsten Empfehlungen für das jeweilige Gebiet informieren. Ein sogenannter Stechschutz bieten Moskitonetze zum Übernachten und das Vergittern von Fenstern und Türen. Solche Maßnahmen werden als obligat betrachtet. Es wird auch das Tragen von heller und langer Kleidung empfohlen. Jede freie Körperstelle sollte zudem mit Insektenschutz eingerieben werden.

Ob eine Chemoprophylaxe notwendig ist, ist wiederum von den verschiedenen Gebieten abhängig.
Gängige Medikamente sind:

  • Mefloquin
  • Atovaquon
    oder
  • Proguanil.

Bei geringer Malariagefahr sind lediglich Notfallmedikamente einzusetzen, welche als Stand-by-Mittel nur bis zum nächsten Arzt vorhalten sollten!

Prognose

Bei einer frühzeitig begonnenen adäquaten Therapie liegt die Sterblichkeit der Malaria tropica bei ca. 1%.
Unbehandelt hingegen sind es über 20%

Weitere Informationen

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Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 11.01.2018
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