Ebola

Einleitung

Ebola ist eine virale Infektionskrankheit, die zur Gruppe der "hämorrhagischen Fieber" (d.h. infektiöse Fiebererkrankungen, bei denen Blutungen auftreten) eingerechnet wird.

Sie tritt insgesamt selten auf, verläuft jedoch in einem Großteil der Fälle tödlich. Je nach Unterart des Virus liegt die Sterblichkeit an Ebolafieber bei 25-90%. Eine kausale Therapie besteht bisher nicht.

Der Name der Erkrankung geht auf den Fluss Ebola zurück, der sich in der Demokratischen Republik Kongo befindet. Dort kam es 1976 zum ersten großen bekannten Ebola-Ausbruch.

Der Verdacht auf eine Infektion mit dem Ebolavirus, eine gesicherte Erkrankung sowie auch der Tod infolge der Erkrankung sind in Deutschland namentlich meldepflichtig. Neuerkrankungen sind in Deutschland bisher nicht aufgetreten.

Epidemiologie

Bisher kam es vor allem in Afrika südlich der Sahara zum Auftreten von Neuerkrankungen an Ebola. Betroffene Staaten waren vor allem Zaire, Uganda und die Demokratische Republik Kongo.

2015 kam es zu einer größeren Ebola-Epidemie in Westafrika, die sich auf Sierra Leone, Guinea und Liberia konzentrierte, aber auch den Senegal, Nigeria, die Demokratische Republik Kongo und Mali betraf. Zur Zeit der Epidemie wurde eine weltweite Ausbreitung befürchtet, wozu es letztendlich nicht kam. Dabei gelten Mali, Nigeria, Liberia, Sierra Leone und Guinea aktuell wieder als Ebola-frei. In Deutschland sind bisher keine Erkrankungsfälle aufgetreten.

Ebola-Virus

Das Ebola-Virus gehört zur Gattung der Filoviridae.

Das Virus kann in fünf Unterarten unterteilt werden: Zaire, Sudan, Taï Forest, Bundibugyo und Reston. Lediglich bei der Unterart Reston besteht keine Gefahr für den Menschen, da dieses Virus nicht den Menschen befällt.

Das Virus dockt nach der Infektion an die menschlichen Körperzellen an, dringt in diese ein und vermehrt sich. Dabei kann das Virus fast alle menschlichen Körperzellen für seine Vermehrung nutzen. Aus den befallenen Körperzellen werden dann die neu generierten Viruspartikel freigesetzt und das Virus breitet sich immer weiter im Organismus aus.

Das Ebola-Virus gehört zu den RNA-Viren und gehört darunter mit seinem Durchmesser von 80nm zu den größten Vertretern.

Lesen Sie mehr zu dem Thema: Was ist das Ebola-Virus?

Wo ist der Ursprung von Ebola?

Erstmals nachgewiesen wurde das Ebola-Virus 1976 in der heutigen demokratischen Republik Kongo. Der Virus ist nach dem Fluss Ebola benannt, in dessen Nähe 1976 der erste bekannte Ausbruch stattfand. Damals wurde die Krankheit durch kontaminierte Nadeln und Spritzen in Krankenhäusern übertragen. Der natürliche Wirt des Ebola-Virus ist nicht genau bekannt, allerdings wird davon ausgegangen, dass das Virus hauptsächlich von Fledermäusen und Flughunden auf den Menschen übertragen wird. Der erste erkrankte Patient der großen Epidemie, die 2014 begann, war ein kleiner Junge aus einem Dorf in Guinea, der vermutlich an einem hohlen Baum mit Fledermäusen in Kontakt gekommen war. Bei der Untersuchung von DNA, die an dem Baum gefunden wurde, konnte festgestellt werden, dass dort eine Fledermausart gelebt hatte, die als Überträger des Ebola-Virus bekannt ist.

Ursachen für Ebola

Das Ebolafieber wird durch die Infektion mit dem Ebolavirus hervorgerufen.

Die Übertragung erfolgt von infizierten Menschen oder Tieren auf andere Menschen oder Tiere. Auch kontaminierte Gegenstände und Lebensmittel, zum Beispiel Buschfleisch, können bei Kontakt eine Erkrankung hervorrufen. In Gegenden, in denen das Virus endemisch ist, besteht natürlich eine größere Ansteckungsgefahr.

Übertragung

Die Übertragung des Ebola-Virus erfolgt von Mensch zu Mensch, von Tier zu Mensch oder auch von kontaminierten Gegenständen oder Lebensmitteln auf den Menschen.

Das natürliche Reservoir des Erregers konnte bisher nicht zweifelsfrei identifiziert werden, wird jedoch in bestimmten Gattungen von Flughunden vermutet. Als Übertragungsweg von den Flughunden auf andere Tiere und den Menschen werden Früchte und Blätter vermutet, die durch Ausscheidungen und den Speichel infizierter Flughunde benetzt und schließlich durch andere Tiere oder den Menschen verzehrt werden.

Die Übertragung von Mensch zu Mensch erfolgt meist durch direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten infizierter Personen, beispielsweise durch Kontakt mit Erbrochenem, Blut, Stuhl oder Speichel. Auch Tränenflüssigkeit, Sperma, Muttermilch und Schweiß enthalten relevante Mengen Virus-RNA und kommen als infektiöse Körperflüssigkeiten in Frage.

Meist wird der Erreger über den Mund, beziehungsweise den Magen-Darm-Trakt aufgenommen. Auch über die Augenbindehäute ist eine Infektion möglich.
Die Tröpfcheninfektion, also eine Ansteckung durch Niesen oder Husten eines Betroffenen, soll dagegen kein wesentlicher Übertragungsweg der Erkrankung sein. Werden jedoch große Erregermengen durch das Niesen oder Husten ausgestoßen, die dann direkt auf einen bisher nicht Erkrankten treffen, so kann es sehr wohl zu einer Ansteckung kommen.

Hygienevorkehrungen sind zur Eingrenzung des Ebolafiebers daher die wichtigste Maßnahme, um bisher nicht Erkrankte vor einer Infektion zu schützen. Bevor erste Symptome der Erkrankung auftreten, sind mit dem Ebolavirus infizierte Personen nicht ansteckend.

Diese Symptome können auf Ebola hindeuten

Die Zeit zwischen der Infektion mit dem Ebolavirus und dem Ausbruch der tatsächlichen Erkrankung beträgt meist etwa 8-10 Tage, kann aber auch 5-20 Tage betragen.

Das Ebolafieber verläuft dann klassischerweise in zwei Phasen.
Die erste Phase erinnert an einen grippalen Infekt. Die Patienten entwickeln zunächst Fieber, Schüttelfrost, Kopf- und Gliederschmerzen. Auch Übelkeit und Erbrechen können auftreten. Des Weiteren kann es zu Durchfall, Schwindel, allgemeiner Kraftlosigkeit, Appetitverlust, Halsschmerzen und Bindehautentzündungen kommen.

Nach Abklingen dieser ersten Krankheitsphase bessern sich die Symptome meist für etwa 24-28 Stunden, bevor die zweite Krankheitsphase beginnt. Diese ist durch die charakteristischen Blutungen gekennzeichnet, die das hämorrhagische Fieber ausmachen. Die Patienten entwickeln erneut hohes Fieber und zeigen unterschiedliche Blutungssymptome.

Diese reichen von Einblutungen in die Augenbindehäute über Blutungen im Magen-Darm-Trakt bis hin zu Blutungen in Niere und Harnwegen. Die Blutungen äußern sich häufig durch blutigen Stuhl und/oder Urin.

Bei schweren und prognostisch ungünstigen Verläufen kommt es auch zu Bluthusten (Hämoptyse) und Bluterbrechen (Hämatemesis).

Auch Symptome durch Beeinträchtigung des zentralen Nervensystems sind beschrieben, zum Beispiel Krampfanfälle, Verwirrtheit und komatöse Zustände.

Einige Patienten entwickeln Einblutungen in die Haut und großflächige Hautausschläge. Im Verlauf kommt es zu Nierenversagen, Schockzuständen und schließlich zu einem multiplen Organversagen. Dabei kommt es zu Gewebsuntergang (Nekrosen) in multiplen Organen und schließlich einem Kreislaufstillstand.

Hämorrhagisches Fieber als Symptom

Hämorrhagisches Fieber ist kein Symptom. Unter dem Begriff „Hämorrhagisches Fieber“ werden Infektionen zusammengefasst, die durch unterschiedliche Viren ausgelöst werden.

Zur Gruppe der Hämorrhagischen Fieber gehören neben dem Ebola-Fieber unter anderem das Gelbfieber und das Dengue-Fieber. Die jeweiligen Erkrankungen unterscheiden sich neben den verschiedenen Viren, die sie auslösen auch in der Verlaufsform. Einige der hämorrhagischen Fieber treten akut auf, wie das Ebola-Fieber, und andere haben eher einen schleichenden Beginn.

Impfungen existieren momentan für das Dengue-Fieber und das Gelbfieber. Ein Impfstoff gegen das Ebola-Virus ist derzeit noch in der Erprobungsphase.

Lesen Sie hierzu auch den Absatz zum Impfstoff gegen Ebola

Krankheitsverlauf

Die Zeit von der Ansteckung mit Ebola, bis zum Ausbruch der Erkrankung und dem Auftreten der ersten Symptome ist relativ variabel und beträgt, wie bereits oben erwähnt, zwischen 5 und 20 Tagen, meist jedoch 8 bis 10 Tage. Zu Beginn der Erkrankung leiden die Infizierten an eher unspezifischen Symptomen, die einer Grippe ähneln.

Es kommt zu Hals-, Kopf-, Gelenk- und Muskelschmerzen, hohem Fieber, das bis zu 41° Celsius erreichen kann und damit verbunden auch zu Schüttelfrost. Außerdem können die Augen gerötet sein und ein Ausschlag kann entstehen. Bei leichterem Krankheitsverlauf kann es, bis zum Ende der Infektion, bei diesen Allgemeinsymptomen bleiben.

Kommt es allerdings zur schweren, hämorrhagischen Form, treten neben diesen Allgemeinsymptomen auch lebensgefährliche Symptome auf. Bei der hämorrhagischen Verlaufsform kommt es zu einer krankhaft erhöhten Blutungsneigung, der sogenannten hämorrhagischen Diathese. Sichtbar wird diese Blutungsneigung durch kleine punktförmige Einblutungen in der Haut, auch Petechien genannt. Tödlich kann diese Verlaufsform der Erkrankung vor allem durch die inneren Blutungen verlaufen. Diese betreffen vorrangig den Magen-Darm-Trakt und äußern sich durch starke blutige Durchfälle. Auch äußere Blutungen aus Augen und Mund tragen zum Blutverlust bei. Wird die erkrankte Person nicht frühzeitig adäquat behandelt, indem viel Flüssigkeit und bei Blutverlusten auch Bluttransfusionen durchgeführt werden, bricht der Kreislauf zusammen und der Patient stirbt an den Folgen des resultierenden Organversagens.

Wie hoch sind die Überlebenschancen bei einer Infektion?

Die Sterblichkeit der Patienten, die an Ebola erkrankt sind, ist sehr hoch. Beim letzten großen Ausbruch in Westafrika sind etwa 40% der Erkrankten verstorben. Man sollte allerdings bedenken, dass diese enorm hohe Sterblichkeit eine Folge der Verhältnisse in Westafrika ist.
Die medizinische Versorgung ist unzureichend und Erkrankte erhalten nicht die entsprechende Volumengabe oder Bluttransfusionen. Außerdem wird die Ausbreitung des Virus durch die mangelhafte Hygiene in den Krankeneinrichtungen begünstigt.

Die Überlebenschance bei einer Erkrankung an Ebola ist durch eine bessere und flächendeckend verfügbare Krankenversorgung in den Industrienationen wohl höher, als in den westafrikanischen Staaten.

Diagnostik

Um eine Infektion mit dem Ebolavirus zweifelsfrei nachzuweisen, reicht es nicht, den klinischen Zustand des Patienten zu beurteilen, da die Präsentation sehr ähnlich zu Infektionen mit anderen hämorrhagischen Viren sein kann.

Um die Diagnose zu sichern, wird Körpersekret des erkrankten Patienten benötigt, zum Beispiel Speichel, Urin oder Blut. Dieses muss in einem Hochsicherheitslabor der Stufe 4 unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen untersucht werden. Dort wird eine PCR (Polymerase Chain Reaction; Polymerase-Ketten-Reaktion) durchgeführt, wodurch die Virus-RNA im Körpersekret des Patienten identifiziert werden kann.

Gleichzeitig wird bei den Tests auch auf andere ähnlich verlaufende Erkrankungen hin untersucht, beispielsweise auf Malaria, Marburg-Fieber, Dengue-Fieber oder Lassa-Fieber.

Als alternative diagnostische Methode zur PCR steht die Anzucht des Virus auf speziellen Nährböden zur Verfügung. Das Virus wächst dort in einer charakteristischen fadenartigen Form, welche im Elektronenmikroskop erkannt werden kann.

Therapie

Bisher steht für die Behandlung des Ebolafiebers keine kausale Therapie zur Verfügung.

Die Behandlung beschränkt sich daher auf die Linderung der Symptome und die Milderung des Krankheitsverlaufs. Die Patienten müssen intensivmedizinisch betreut werden.

Das Fieber wird gesenkt, die Patienten erhalten Elektrolyt- und Glukoselösungen zum Ausgleich von Flüssigkeits- und Elektrolytverlust. Antivirale Medikamente haben bisher keine Wirkung gezeigt. Essenziell in der Behandlung der Patienten ist deren Isolierung und Abschirmung von anderen Patienten und dem behandelnden Personal. Das Patientenzimmer wird nur in spezieller Schutzkleidung betreten.

Der ungeschützte Kontakt mit Körperflüssigkeiten und Ausscheidungen des Patienten birgt eine hohe Ansteckungsgefahr und ist unter allen Umständen zu vermeiden.

Dementsprechend werden Patienten, die in Deutschland behandelt werden, in spezielle Isoliereinheiten gebracht, die für die Therapie hochinfektiöser Patienten ausgerüstet sind. Solche Isoliereinheiten befinden sich beispielsweise an der Charité in Berlin, an den Universitätskliniken in Düsseldorf, Hamburg und Frankfurt am Main sowie in Krankenhäusern in Leipzig, Stuttgart, München und Würzburg.

An einer kausalen Therapie gegen das Ebolafieber wird intensiv geforscht. Probeweise wurde bei erkrankten Personen bereits ein noch nicht zugelassener Antikörper gegen das Ebolavirus eingesetzt, welcher bei einigen Patienten zu einer Besserung, bei anderen jedoch zu keiner Veränderung des Krankheitszustandes führte.

Ist eine vollständige Heilung möglich?

Grundsätzlich ist die Sterblichkeit unter Ebola-Patienten sehr hoch. Leider liegt die hohe Sterblichkeitsrate auch an der schlechten medizinischen Versorgung und Hygiene in den Epidemiegebieten.

Bildet der Körper während der Erkrankung Antikörper gegen das Ebola-Virus, kann die Erkrankung überlebt werden. Die Vorraussetzung für ein Überleben ohne Folgeschäden ist allerdings, dass die Blutungen in den Griff bekommen werden und Bluttransfusionen und Flüssigkeitsinfusionen erfolgen.

Ohne diese intensive Behandlung kommt es sehr häufig zum Kreislauf- und Organversagen. Wenn allerdings verhindert werden kann, dass während der Erkrankung Organe größere Schäden nehmen, kann eine vollständige Heilung erreicht werden. Nehmen allerdings Organe durch das Kreislaufversagen Schaden, so können langfristige Folgen auftreten, beispielsweise können Nieren, die nur unzureichend mit Blut versorgt wurden, in Ihrer Funktion eingeschränkt sein oder komplett versagen. Bei dieser Komplikation sind nach der Infektion eine Dialyse bzw. ein Spenderorgan notwendig.

Impfstoff

An der Entwicklung eines Impfstoffes gegen das Ebolafieber wird seit einigen Jahren intensiv geforscht.

Seit September 2014 wird erstmals ein in den USA entwickelter Impfstoff an gesunden Versuchspersonen getestet. In diesem Impfstoff wurde ein Schimpansen-Virus mit einem Partikel aus einem Ebola-Virus fusioniert. Gegen diesen Ebola-Viruspartikel soll der Organismus der Probanden Antikörper bilden.

Ein weiterer Impfstoff aus Kanada befindet sich nach erfolgreicher Testung an Affen nun ebenfalls in der Testphase am Menschen. Besonders durch den großen Ausbruch des Ebolafiebers im Jahr 2015 wurde die Forschung an einem Impfstoff aufgrund des hohen Bedarfs enorm vorangetrieben. Experimentelle Impfstoffe wurden der WHO probehalber dort bereits zur Verfügung gestellt.