Gelbfieber

Englisch: Yellow fever

Synonyme: Ochropyra, Schwarzes Erbrechen, Siamesische Krankheit

Definition

Beim Gelbfieber handelt es sich um eine durch Stechmücken übertragen Infektionskrankheit. Das Virus, welches die Erkrankung verursacht, nennt sich Gelbfieber-Virus. Die Erkankung kennzeichnet sich in der Regel durch Fieber, Übelkeit und Erbrechen und kann sowohl von alleine abklingen als auch bei schwererem Verlauf unbehandelt zum Tode führen, da auch Blutungen im Magen-Darm-Trakt sowie plötzliches Leber- und Nierenversagen als Komplikationen auftreten können. Am häufigsten tritt Gelbfieber in Schwarzafrika und Südamerika auf, weswegen man sich vor einer Reise in diese Gebiete dagegen impfen lassen muss.


Einleitung

Das Gelbfiebervirus gehört zur Familie der Flaviviren findet sich vor allem in den tropischen und subtropischen Zonen Afrikas und Südamerikas. Früher kam die Erkrankung nur in Afrika vor, wurde aber durch den Regen Sklavenhandel auch nach Südamerika verschleppt. Die Stechmücke, die den Gelbfiebervirus übertragt, gibt es beispielsweise auch in Asien, dort kommt die Erkrankung aber nicht vor. Für dieses Phänomen gibt es keine Erklärung.

Der Gelbfiebervirus wird durch einen Mückenstich von der Mücke auf den Menschen übertragen. Die einzigen Organismen, in denen das Virus überleben kann, sind Primaten (Menschen und Affen) sowie die Stechmücken selbst. In den Risikogebieten erkranken laut Statistik jährlich etwa 200000 Menschen am Gelbfieber, 30000 davon versterben. Die Krankheit ist in Deutschland namentlich meldepflichtig.

Symptome

Nach einem Mückenstich und einer Infektion mit dem Gelbfiebervirus muss es nicht zwangsläufig zu einer Erkrankung kommen. Gerade bei Kindern sind häufig keine Krankheitssymptome zu beobachten, weswegen das Gelbfieber hier asymptomatisch verläuft und die Infektion unentdeckt bleibt. Tritt die Krankheit auf, so beträgt die Inkubationszeit, also die Zeit zwischen Mückenstich und den ersten Krankheitssymptomen, in der Regel 3-6 Tage.

Gelbfieber lässt sich in drei unterschiedliche Krankheitsstadien unterteilen. Im ersten Stadium, dem sogenannten Initialstadium, kommt es häufig zu einem plötzlichen Fieberanstieg auf bis zu 40 °C sowie starken Schüttelfrost. Hinzu kommen häufig starke Muskel- und Kopfschmerzen, Übelkeit (Nausea), Erbrechen (Emesis) und ein schnellerer Herzschlag (Tachykardie). Charakteristisch ist in diesem Stadium auch die Gelbverfärbung der Patienten, die zuerst an der Bindehaut sichtbar ist. Dieses Phänomen nennt man Gelbsucht oder Ikterus.

Nach etwa 3 bis 4 Tagen sinkt das Fieber in der Regel wieder und die Erkrankung kann folgenlos ausheilen. Dieses Stadium nennt man Remissionsstadium. Allerdings kann das Fieber danach auch erneut ansteigen und es anschließend zu einem schwereren Verlauf des Gelbfiebers mit Organschädigungen kommen.

Kommt es zu einem erneuten Fieberanstieg, so folgt das Stadium der Organschädigung. Dieser Verlauf tritt bei etwa 15 % der Erkrankten auf, häufig bei älteren Menschen oder Menschen, die bereits Probleme mit dem Immunsystem haben. Im Stadium der Organschädigung des Gelbfiebers kann es zu plötzlichem Leber- und Nierenversagen kommen. Ebenso kommt es dann häufig zu Blutungen an den Schleimhäuten am ganzen Körper sowie Blutungen im Magen-Darm-Trakt.
Als Folge dieser Komplikationen kann ein Kreisschlaufschock resultieren, welcher dann zum Tode führen kann. In dieser Krankheitsphase sterben etwa 50 % der Patienten an den Folgen der Gelbfiebererkrankung.

Ursachen

Wie bereits oben erwähnt, ist die Ursache der Gelbfiebererkrankung der Gelbfiebervirus, der durch Stechmücken übertragen wird. Diese Mücke wird daher auch Gelbfiebermücke genannt, allerdings kann die Erkrankung auch von anderen Stechmücken übertragen werden. Andere Wege, sich mit Gelbfieber zu infizieren, beispielsweise über die Luft oder Wasser, sind bis heute nicht bekannt. Wenn der Gelbfiebervirus durch den Mückenstich in den Körper gelangt ist, befallen die Viren in der Regel zuerst die Lymphknoten in der Nähe der Einstichstelle. Im Lymphknoten können sich die Viren vermehren und sich dann über den Blutkreislauf im ganzen Körper ausbreiten und befallen dabei häufig Herz, Leber, Knochenmark, Gehirn und Nieren.

Die Viren dringen in die Zellen der verschiedenen Organe ein und vermehren sich dort erneut, sodass es schlussendlich zum Absterben der Zelle kommt. Daraus resultieren die für das Gelbfieber charakteristischen Schädigungen an den Organen, beispielsweise Leberversagen oder Blutungen im Magen-Darm-Trakt. Besonders der Befall des Herzens kann gefährlich werden, da es dann zu einem Herzstillstand kommen kann. Aber auch bei allen anderen Organen kann es aufgrund der gleichzeitigen Schädigung mehrerer Organe (Multiorganversagen) zu lebensgefährlichen Situationen kommen, die nicht immer ausreichend behandelt werden können.

Diagnose

Die Diagnose der Gelbsucht erfolgt durch das klinischen Bild der Symptome des Patienten. Im Anfangsstadium ist die Erkrankung allerdings noch schwer von anderen, harmloseren Erkrankungen zu unterscheiden. Aus der Kombination von Fieber, Gelbsucht und Blutungen an Schleimhäuten und aus dem Magen-Darm-Trakt kann sich dann häufig erst im zweiten Stadium die Diagnose ergeben.

Besonders wichtig bei der Diagnosefindung ist auch das Erfragen von Reisen des erkrankten Patienten in Gelbfieberrisikogebiete sowie das Vorhandensein eines ausreichenden Impfschutzes gegen Gelbfieber. Im Labor lässt sich das Virus im Blut bis zum 10. Tag der Erkrankung zuverlässig nachweisen und sichert die Diagnose. Außerdem können im Blut Antikörper gegen das Virus nachgewiesen werden.

In der Autopsie können am Leberpräparat charakteristische Veränderungen festgestellt werden. Während der Erkrankung allerdings ist eine Gewebeentnahme (Biopsie) am Patienten nicht erlaubt (kontraindiziert), da es dabei zu zusätzlichen Blutungen kommen kann.

Therapie (operativ/konservativ)

Bei Gelbfiebererkrankung kann man nur die durch die Erkrankung entstehenden Symptome bekämpfen. Daher wird jeder an Gelbfieber Erkrankte intensivmedizinisch betreut und ständig überwacht, um eine weitere Entgleisung der Symptome zu verhindern. Häufig wird versucht, den Patienten ausreichend mit Wasser über Infusionen zu versorgen (Hydratation) sowie ihm ausreichend schmerzstillene Medikamente zu verabreichen. Gegen das Virus selbst gibt es keine Mittel, die das Virus direkt bekämpfen.

Prophylaxe und Prognose

Bis zum 14. Lebensjahr hat Gelbfieber eine sehr geringe Sterblichkeit und ähnelt vom Krankheitsverlauf, wenn es überhaupt bemerkt wird, eher einer normalen Grippe. Bei Erwachsenen dagegen ist die Sterblichkeit bei 20 – 50 % deutlich höher, die Patienten versterben dann in der letzten Phase der Erkrankung an Multiorganversagen. Eine überstandener Infektion bietet vermutlich einen lebenslangen Schutz vor einer erneuten Infektion mit Gelbfieber.

Zur Prophylaxe dient eine Gelbfieberimpfung. Diese wurde um 1940 von einem südafrikanischen Arzt entwickelt und bietet einen zuverlässigen Schutz gegen die Infektion mit Gelbfieber. Daher ist es dringend anzuraten, vor jeder Reise in mögliche gelbfieberverseuchte Gebiete (sogenannter Gelbfiebergürtel) den Impfschutz herzustellen oder zu überprüfen. Über mögliche Nebenwirkungen einer Gelbfieberimpfung muss der jeweilige Patient individuell beraten werden, jedoch kann es auch bei der Impfung zu einer Vielzahl von Komplikationen kommen. Diese können von grippeähnlichen Symptomen bis hin zu lebensgefährlichen Impfreaktionen reichen. Diese sind allerdings sehr selten und sollten in der Regel nicht vor einer Impfung abschrecken.

Die Gelbfieberimpfung kann in speziellen Zentren bei Tropenmedizinern durchgeführt werden. Dies hat historischen Gründe, an der Impfung selbst ist an sich nichts besonders oder schwierig. Viele Länder verlangen bei der Einreise einen Nachweis über eine Gelbfieberimpfung und verweigern demnach die Einreise, wenn man nicht ausreichend gegen Gelbfieber geschützt ist. Auch Kinder müssen gegen Gelbfieber geimpft werden, es wird aber erst ab einem Alter von 9 Monaten von der Weltgesundheitsorganisation empfohlen. Bereits 10 Tage nach der Impfung ist ein ausreichender Impfschutz gegen Gelbfieber vorhanden. Man geht davon aus, dass die Gelbfieberimpfung für 30 Jahre vor einer Infektion schützt, empfiehlt aber zur Sicherheit bei erneuter Reise in Gelbfiebergebiete eine Auffrischung nach 10 Jahren. Bei der Impfung sollte Gelbfieber auf keinen Fall mit Gelbsucht (Hepatitisimpfung) verwechselt werden.Neben der Impfung kann auch durch das Tragen von langer Kleidung sowie durch Mückenschutzmittel das Infektionsrisiko minimiert werden.

Diagnose

Die Diagnose der Gelbsucht erfolgt durch das klinischen Bild der Symptome des Patienten. Im Anfangsstadium ist die Erkrankung allerdings noch schwer von anderen, harmloseren Erkrankungen zu unterscheiden. Aus der Kombination von Fieber, Gelbsucht und Blutungen an Schleimhäuten und aus dem Magen-Darm-Trakt kann sich dann häufig erst im zweiten Stadium die Diagnose ergeben.

Besonders wichtig bei der Diagnosefindung ist auch das Erfragen von Reisen des erkrankten Patienten in Gelbfieberrisikogebiete sowie das Vorhandensein eines ausreichenden Impfschutzes gegen Gelbfieber. Im Labor lässt sich das Virus im Blut bis zum 10. Tag der Erkrankung zuverlässig nachweisen und sichert die Diagnose. Außerdem können im Blut Antikörper gegen das Virus nachgewiesen werden.

In der Autopsie können am Leberpräparat charakteristische Veränderungen festgestellt werden. Während der Erkrankung allerdings ist eine Gewebeentnahme (Biopsie) am Patienten nicht erlaubt (kontraindiziert), da es dabei zu zusätzlichen Blutungen kommen kann.

Weitere Informationen zur Gelbfieber

Weitere Informationen zu den Symptomen bei Gelbsucht finden Sie unter unseren Themen:

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 11.01.2018
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