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Gelbfieber

Englisch: Yellow fever

Synonyme: Ochropyra, Schwarzes Erbrechen, Siamesische Krankheit

Einleitung

Beim Gelbfieber handelt es sich um eine durch Stechmücken übertragene Infektionskrankheit. Das Virus, welches die Erkrankung verursacht, nennt sich Gelbfieber-Virus.

Die Erkankung kennzeichnet sich in der Regel durch Fieber, Übelkeit und Erbrechen und kann sowohl von alleine abklingen, als auch bei schwererem Verlauf unbehandelt zum Tode führen. Grund hierfür sind Blutungen im Magen-Darm-Trakt sowie plötzliches Leber- und Nierenversagen als Komplikationen. Am häufigsten tritt Gelbfieber in Schwarzafrika und Südamerika auf, aufgrunddessen die Impfung gegen Gelbfieber vor einer Reise in diese Gebiete veranlasst wird.

In welchen Gebieten gibt es Gelbfieber?

Gelbfieber tritt in Afrika, Südamerika, und Zentralamerika auf. Da die betroffenen Gebiete im Bereich bestimmter Breitengrade auftreten, spricht man auch vom sogenannten „Gelbfiebergürtel“.

In Afrika sind vor allem die Gebiete südlich der Sahara betroffen, die sich auf Höhe des Äquators befinden. Beliebte, im Gelbfieber-Gebiet liegende Safari-Ziele sind z.B. Kenia, Tansania. Besonders betroffen sind auch die westafrikanischen Staaten am Golf von Guinea.

In Südamerika ist Gelbfieber eher im nördlichen Teil des Kontinents verbreitet: Brasilien, Peru, Bolivien, Venezuela, Ecuador und Kolumbien. Argentinien und Chile sind nicht betroffen.

In Zentralamerika findet sich Gelbfieber seltener als in Südamerika, betroffen sind hauptsächlich die karabischen Inselstaaten: Kuba, Dominikanische Republik, Jamaika und Haiti.

Gelbfieber kann in verschiedenen betroffenen Ländern regional sehr unterschiedlich verteilt sein, eine reisemedizinische Beratung ist deshalb vor Antritt der Reise sinnvoll.

Aus Asien wurden bislang keine Gelbfieberfälle berichtet, obwohl dort auch die für eine Übertragung nötigen klimatischen Bedingungen vorhanden sind.

Welche Mücken übertragen Gelbfieber?

Das Gelbfiebervirus gehört zur Familie der Flaviviren und befindet sich vor allem in den tropischen und subtropischen Zonen Afrikas und Südamerikas.

Früher kam die Erkrankung nur in Afrika vor, wurde aber durch den Sklavenhandel auch nach Südamerika verschleppt. Die Stechmücke, die den Gelbfiebervirus überträgt, gibt es beispielsweise auch in Asien, dort kommt die Erkrankung aber nicht vor. Für dieses Phänomen gibt es keine Erklärung.

Das Gelbfiebervirus wird durch einen Mückenstich von der Mücke auf den Menschen übertragen. Die einzigen Organismen, in denen das Virus überleben kann, sind Primaten (Menschen und Affen) sowie die Stechmücken selbst. In den Risikogebieten erkranken laut Statistik jährlich etwa 200.000 Menschen an Gelbfieber, 30.000 davon versterben. Die Krankheit ist in Deutschland namentlich meldepflichtig.

Man unterscheidet zwei Mückenarten, die beide Gelbfieber verursachen: Aedes aegypti und Dschungel-Mosquitos (z.B. Aedes africanus in Afrika und Haemogogus-Mücken in Amerika).

Dschungel-Mosquitos können das Gelbfiebervirus durch ihren Stich auf viele verschiedene Affenarten übertragen, die das natürliche Reservoir des Erregers darstellen. Aber auch Menschen, die sich im tropischen Regenwald aufhalten, können von Dschungel-Mosquitos mit Gelbfieber infiziert werden.

Halten sich diese infizierten Menschen später in mehr städtischen Gebieten auf, kann das Gelbfieber-Virus von der Mücke Aedes aegypti aufgenommen werden. Grund hierfür ist, dass diese Mücke in der Nähe menschlicher Siedlungen brütet. So wird die Mücke Aedes aegypti zum Überträger des Gelbfieber-Virus von Mensch zu Mensch, was als „Vektor“ bezeichnet wird. Durch die Mücke Aedes aegypti kann es in Gebieten mit vielen nicht gegen Gelbfieber geimpften Personen zu großen Ausbrüchen der Erkrankung kommen.

Für allgemeine Informationen lesen Sie auch: Infektionskrankheiten

Gelbfieber-Virus

Das Virus gehört zur Familie der Flaviviren (lateinisch flavus = gelb). Diese Viren haben ein Erbgut, das aus einem Einzelstrang von RNA besteht. Sie haben gemeinsam, dass sie alle durch Stechmücken oder Zecken übertragen werden. Das Gelbfieber-Virus infiziert Zellen der Immunabwehr, z.B. Fresszellen und startet hier mit der Vervielfältigung des Erbgutes.

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Wie ansteckend ist Gelbfieber?

Die Übertragung von Gelbfieber erfolgt durch die Stechmücken der Gattung Aedes. Eine direkte Ansteckung von Mensch zu Mensch ist nicht möglich. Aber natürlich ist es möglich, dass man sich in einem Gebiet, in dem die Stechmücke Aedes häufig vorkommt, ebenfalls mit Gelbfieber infiziert, wenn sich in der näheren Umgebung an Gelbfieber erkrankte Patienten befinden und man von einer Mücke, die diesen Virus in sich trägt, gestochen wird.

Prophylaxe und Prognose

Bis zum 14. Lebensjahr hat Gelbfieber eine sehr geringe Sterblichkeit und ähnelt vom Krankheitsverlauf, wenn es überhaupt bemerkt wird, eher einer normalen Grippe. Bei Erwachsenen dagegen ist die Sterblichkeit bei 20-50% deutlich höher, die Patienten versterben dann in der letzten Phase der Erkrankung an Multiorganversagen. Eine überstandene Infektion bietet vermutlich einen lebenslangen Schutz vor einer erneuten Infektion mit Gelbfieber.

Zur Prophylaxe dient eine Gelbfieberimpfung. Diese wurde um 1940 von einem südafrikanischen Arzt entwickelt und bietet einen zuverlässigen Schutz gegen die Infektion mit Gelbfieber. Daher ist es dringend anzuraten, vor jeder Reise in mögliche gelbfieberverseuchte Gebiete (sogenannter Gelbfiebergürtel) den Impfschutz herzustellen oder zu überprüfen. Über mögliche Nebenwirkungen einer Gelbfieberimpfung muss der jeweilige Patient individuell beraten werden, jedoch kann es auch bei der Impfung zu einer Vielzahl von Komplikationen kommen. Diese können von grippeähnlichen Symptomen bis hin zu lebensgefährlichen Impfreaktionen reichen. Diese sind allerdings sehr selten und sollten in der Regel nicht vor einer Impfung abschrecken.

Die Gelbfieberimpfung kann in speziellen Zentren bei Tropenmedizinern durchgeführt werden. Viele Länder verlangen bei der Einreise einen Nachweis über eine Gelbfieberimpfung und verweigern demnach die Einreise, wenn man nicht ausreichend gegen Gelbfieber geschützt ist. Auch Kinder müssen gegen Gelbfieber geimpft werden, es wird aber erst ab einem Alter von 9 Monaten von der Weltgesundheitsorganisation empfohlen. Bereits 10 Tage nach der Impfung ist ein ausreichender Impfschutz gegen Gelbfieber vorhanden. Man geht davon aus, dass die Gelbfieberimpfung für 30 Jahre vor einer Infektion schützt, empfiehlt aber zur Sicherheit bei erneuter Reise in Gelbfiebergebiete eine Auffrischung nach 10 Jahren. Bei der Impfung sollte Gelbfieber auf keinen Fall mit Gelbsucht (Hepatitisimpfung) verwechselt werden.Neben der Impfung kann auch durch das Tragen von langer Kleidung sowie das Auftragen von Mückenschutzmittel das Infektionsrisiko minimiert werden.

Impfung

Eine Impfung stellt die beste und effektivste Methode dar, um sich vor Gelbfieber zu schützen. Die Gelbfieber-Impfung ist sicher und hoch effektiv und kostet etwa 70 Euro. Viele Krankenkassen übernehmen die Kosten oder bieten einen Zuschuss zu Reiseimpfungen an. Bei der Gelbfieberimpfung werden attenuierte (abgeschwächte) Gelfieberviren subkutan (unter die Haut) appliziert.

In Deutschland sind zwei Impfstoffe zugelassen, die beide den Gelbfieber-Impfvirus 17D-204 enthalten. Die Impfung wird im Unterschied zu anderen üblichen Impfungen in die Rückseite des Oberarms oberhalb des Ellenbogens gespritzt. Die Impfung gegen Gelbfieber muss bei einer staatlich zertifizierten Gelbfieberimpfstelle durchgeführt und mit Stempel und Unterschrift beglaubigt werden. Sie muss mindestens eine Woche vor dem geplanten Aufenthalt in einem Gelbfieber-Gebiet verabreicht werden, damit eine ausreichende Immunität sichergestellt werden kann. Der Impfschutz besteht nach einer Gelbfieberimpfung lebenslang.

In vielen Ländern des Gelbfiebergürtels ist eine Gelbfieberimpfung notwendige Bedingung zur Einreise oder Erteilung eines Visums, in manchen Ländern darf die Gelbfieberimpfung laut den gesetzlichen Bestimmungen nicht länger als zehn Jahre zurückliegen. Bei nicht vorhandenem Impfschutz wird dann ggf. am Flughafen des Landes nachgeimpft.

Lesen Sie mehr dazu unter: Gelbfieberimpfung

Wo finde ich eine Gelbfieber-Impfstelle?

Die Impfung gegen Gelbfieber darf nur in besonderen „Gelbfieberimpfstellen“ vorgenommen werden. In vielen Fällen findet man eine Gelbfieberimpfstelle an den Tropenmedizinischen Instituten der Universitätskliniken. Auch niedergelassene Tropen- oder Reisemediziner sind eventuell befugt, die Impfung vorzunehmen. Die Adressen der Gelbfieberimpfstellen können beim Gesundheitsamt oder bei den Landesärztekammern erfragt werden.

Risiken der Gelbfieberimpfung

10-30% derjenigen, die sich gegen Gelbfieber impfen lassen („Impflinge“) berichten innerhalb von einer  Woche nach der Impfung über leichte Lokalreaktionen an der Einstichstelle sowie leichte Allgemeinreaktionen wie ein schwaches Krankheitsgefühl. In Einzelfällen kann der Gelbfieber-Impfstoff durch das enthaltenen Hühnereiweiß und die enthaltenen Gelatine allergische Sofortreaktionen bis hin zum allergischen Schock auslösen.

Auf 1 Million Gelbfieberimpfungen kommen 5-20 allergische Reaktionen. Eine gefürchtete Nebenwirkung ist die Gehirnentzündung (Enzephalitis), die in 40 Jahren bei 21 Patienten nach einer Gelbfieberimpfung auftrat, die meisten davon bei Säuglingen unter einem Jahr.

In noch selteneren Einzelfällen kann durch die Impfung auch Gelbfieber oder ein Multiorganversagen verursacht werden, die im schlimmsten Fall tödlich enden.

Ergänzende Informationen finden Sie hier:

Symptome

Nach einem Mückenstich und einer Infektion mit dem Gelbfiebervirus muss es nicht zwangsläufig zu einer Erkrankung kommen.

Gerade bei Kindern sind häufig keine Krankheitssymptome zu beobachten, weswegen das Gelbfieber hier asymptomatisch verläuft und die Infektion unentdeckt bleibt. Tritt die Krankheit auf, so beträgt die Inkubationszeit, also die Zeit zwischen Mückenstich und den ersten Krankheitssymptomen, in der Regel 3-6 Tage.

Gelbfieber lässt sich in drei unterschiedliche Krankheitsstadien unterteilen.

Im ersten Stadium, dem sogenannten Initialstadium, kommt es häufig zu einem plötzlichen Fieberanstieg auf bis zu 40 °C sowie starken Schüttelfrost. Hinzu kommen häufig starke Muskel- und Kopfschmerzen, Übelkeit (Nausea), Erbrechen (Emesis) und ein schnellerer Herzschlag (Tachykardie). Charakteristisch ist in diesem Stadium auch die Gelbverfärbung der Patienten, die zuerst an der Bindehaut sichtbar ist. Dieses Phänomen nennt man Gelbsucht oder Ikterus.

Nach etwa 3 bis 4 Tagen sinkt das Fieber in der Regel wieder und die Erkrankung kann folgenlos ausheilen. Dieses Stadium nennt man Remissionsstadium. Allerdings kann das Fieber danach auch erneut ansteigen und es kann anschließend zu einem schwereren Verlauf des Gelbfiebers mit Organschädigungen kommen.

Kommt es zu einem erneuten Fieberanstieg, so folgt das Stadium der Organschädigung. Dieser Verlauf tritt bei etwa 15 % der Erkrankten auf, häufig bei älteren Menschen oder Menschen, die bereits Probleme mit dem Immunsystem haben. Im Stadium der Organschädigung des Gelbfiebers kann es zu plötzlichem Leber- und Nierenversagen kommen. Ebenso kommt es dann häufig zu Blutungen an den Schleimhäuten am ganzen Körper sowie Blutungen im Magen-Darm-Trakt.
Als Folge dieser Komplikationen kann ein Kreisschlaufschock resultieren, welcher dann zum Tode führen kann. In dieser Krankheitsphase sterben etwa 50 % der Patienten an den Folgen der Gelbfiebererkrankung.

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Ursachen

Wie bereits oben erwähnt, ist die Ursache der Gelbfiebererkrankung das Gelbfiebervirus, der durch Stechmücken übertragen wird. Diese Mücke wird daher auch Gelbfiebermücke genannt, allerdings kann die Erkrankung auch von anderen Stechmücken übertragen werden. Andere Wege, sich mit Gelbfieber zu infizieren, beispielsweise über die Luft oder Wasser, sind bis heute nicht bekannt. Wenn das Gelbfiebervirus durch den Mückenstich in den Körper gelangt ist, befallen die Viren in der Regel zuerst die Lymphknoten in der Nähe der Einstichstelle. Im Lymphknoten können sich die Viren vermehren und sich dann über den Blutkreislauf im ganzen Körper ausbreiten und befallen dabei häufig Herz, Leber, Knochenmark, Gehirn und Nieren.

Die Viren dringen in die Zellen der verschiedenen Organe ein und vermehren sich dort erneut, sodass es schlussendlich zum Absterben der Zelle kommt. Daraus resultieren die für das Gelbfieber charakteristischen Schädigungen an den Organen, beispielsweise Leberversagen oder Blutungen im Magen-Darm-Trakt. Besonders der Befall des Herzens kann gefährlich werden, da es dann zu einem Herzstillstand kommen kann. Aber auch bei allen anderen Organen kann es aufgrund der gleichzeitigen Schädigung mehrerer Organe (Multiorganversagen) zu lebensgefährlichen Situationen kommen, die nicht immer ausreichend behandelt werden können.

Diagnose

Die Diagnose der Gelbsucht erfolgt durch das klinische Bild der Symptome des Patienten. Im Anfangsstadium ist die Erkrankung allerdings noch schwer von anderen, harmloseren Erkrankungen zu unterscheiden. Aus der Kombination von Fieber, Gelbsucht und Blutungen an Schleimhäuten und aus dem Magen-Darm-Trakt kann sich dann häufig erst im zweiten Stadium die Diagnose ergeben.

Besonders wichtig bei der Diagnosefindung ist auch das Erfragen von Reisen des erkrankten Patienten in Gelbfieberrisikogebiete sowie das Vorhandensein eines ausreichenden Impfschutzes gegen Gelbfieber. Im Labor lässt sich das Virus im Blut bis zum 10. Tag der Erkrankung zuverlässig nachweisen und sichert die Diagnose. Außerdem können im Blut Antikörper gegen das Virus nachgewiesen werden.

In der Autopsie können am Leberpräparat charakteristische Veränderungen festgestellt werden. Während der Erkrankung allerdings ist eine Gewebeentnahme (Biopsie) am Patienten nicht erlaubt (kontraindiziert), da es dabei zu zusätzlichen Blutungen kommen kann.

Therapie (operativ/konservativ)

Bei Gelbfiebererkrankung kann man nur die durch die Erkrankung entstehenden Symptome bekämpfen. Daher wird jeder an Gelbfieber Erkrankte intensivmedizinisch betreut und ständig überwacht, um eine weitere Entgleisung der Symptome zu verhindern. Häufig wird versucht, den Patienten ausreichend mit Wasser über Infusionen zu versorgen (Hydratation) sowie ausreichend schmerzstillene Medikamente zu verabreichen. Gegen das Virus selbst gibt es keine Mittel, die das Virus direkt bekämpfen.

Weitere Informationen

Wichtige Informationen zum Thema "Gelbfieber" finden Sie auch hier

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 23.11.2018
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