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Übersichtsseite zu Tropenkrankheiten

Was ist eine Tropenkrankheit?

Eine Tropenkrankheit ist eine durch eine Infektion übertragende Erkrankung, die in tropischen Gebieten vorkommt. Hierzu gehören Mittel- und Südamerika, Afrika, Südostasien und der nördliche Abschnitt von Australien. Die Tropenkrankheiten werden häufig durch Erreger übertragen, die beispielsweise durch einen Mückenstich in den Körper gelangen.

Typische Symptome vieler Tropenkrankheiten sind Fieber, Durchfall und verschiedene Arten von Hautausschlägen. Vor einer Reise in ein tropisches Gebiet empfiehlt es sich daher immer, sich über mögliche Tropenkrankheiten und Impfungen dagegen zu informieren.

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Diese Tropenkrankheiten gibt es

Zu den häufigsten Tropenkrankheiten gehören:

Malaria

Malaria ist eine Tropenkrankheit, deren Erreger über die sogenannte Anopheles-Mücke übertragen werden. Die Bandbreite der Symptome von Malaria ist sehr groß. Es kann zu Übelkeit, Erbrechen, Veränderungen des Bewusstseins und Gelbsucht kommen. Außerdem treten für Malaria typische Veränderungen des Blutes auf, es kommt zu einer Blutarmut und einer vermehrten Anreicherung der Erreger im Blut, die für die Diagnose hilfreich ist.

Zur Behandlung gehören verschiedene Medikamente, wie beispielsweise Chloroquin. Diese können teilweise auch als Prophylaxe vorab eingenommen werden. Der effektivste Schutz gegen Malaria besteht in der Abwehr der Anopheles-Mücken.

Gelbfieber

Das Virus, das die Tropenkrankheit Gelbfieber auslöst, wird über die Gelbfiebermücke übertragen. 3-6 Tage nach der Ansteckung treten plötzlich Fieber mit Schüttelfrost, Kopfschmerzen, Muskelschmerzen und Übelkeit auf. Nach ca. 3-4 Tagen gehen die Symptome für 1-2 Tage zurück. Danach kommt es zu sehr schweren Symptomen, zu denen hohes Fieber mit Blutungen der Haut und der Schleimhäute zählt.

Außerdem kommt es oft zu blutigem Erbrechen und Blut im Stuhl. Auch die Leber ist in dieser Phase betroffen und es kann neben Gelbsucht sogar zum akuten Leberversagen kommen. Es gibt zwar keine Behandlung gegen Gelbfieber, dafür allerdings eine Impfung.

Ebola

In den letzten Jahren wurde die Ebola-Erkrankung durch die Medien immer bekannter. Noch sind nicht alle Fakten hierzu nachgewiesen. Die Übertragung des Ebola-Virus erfolgt vermutlich über Flughunde und Affen auf den Menschen. Bis zum Auftreten der Symptome vergehen zwischen 2 und 21 Tagen.

Zunächst kommt es meist zu einem plötzlichen Auftreten von hohem Fieber, Muskel- und Kopfschmerzen, sowie Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. Im späteren Verlauf kommt es zu Blutungen, Kreislaufzusammenbrüchen und einem Befall der Nieren. Die Krankheit verläuft oft tödlich. Bisher sind mögliche Therapien und Impfungen noch in der Erprobung.

Amöbenruhr

Die Amöbenruhr, die auch als Amöbiasis bezeichnet wird, wird durch Erreger übertragen, die über verunreinigtes Trinkwasser in den Körper gelangen. In ca. 90% der Übertragungsfälle treten keine Symptome auf. Kommt es doch zum Ausbruch der Krankheit, kann diese sich in zwei Arten äußern.

Es kommt entweder zu einem Befall des Darmes mit typischem himbeergeleeartigen Stuhl und Schmerzen beim Stuhl ablassen, oder zur Bildung von Abszessen (einer Ansammlung von Eiter), die vor allem in der Leber auftreten. Die Therapie erfolgt mit der Gabe von zwei Medikamenten, Metronidazol und Paromomycin. Eine Impfung existiert nicht.

Typhus

Typhus ist eine Tropenkrankheit, die vor allem in Afrika, Südostasien und Südamerika auftritt. Sie wird durch eine bestimmte Salmonellenart übertragen und kommt nach ca. 1-3 Wochen zum Auftreten der Symptome.

Hierzu gehören ein zunächst langsamer Anstieg der Körpertemperatur und Verstopfungen. Später kommt es zu Fieberschwankungen, Bauchschmerzen, erbsbreiartigen Stuhlgängen, einer Färbung der Zunge (Typhus-Zunge) und Ausschlägen an der Bauchhaut. Zur Behandlung werden Antibiotika eingesetzt.

Bei einer Reise in ein Risikogebiet wird eine Impfung gegen Typhus empfohlen.

Elephantiasis

Die Elephantiasis, die auch als Elefantenmann-Syndrom bezeichnet wird, ist eine Tropenkrankheit, die durch verschiedene Erreger übertragen werden kann. Hierzu gehören Fadenwürmer, aber auch die Bakterien, die Lepra übertragen können. Das Krankheitsbild beschreibt eine übermäßige Anschwellung von einem Körperteil, meist den Beinen oder äußeren Genitalien.

Grund hierfür ist eine Anstauung der Lymphe. Sie tritt oft in einem späten Stadium von anderen Erkrankungen auf. Es gibt keine medikamentöse Behandlung der Erkrankung, jedoch stehen, abhängig von der Schwere der Schwellung, die Lymphdrainage oder auch chirurgische Entfernungen zur Verfügung.

Leishmaniose

Die Erreger der Leishmaniose werden über die sogenannte Sandmücke übertragen und führt je nach Erregerunterform zu verschiedenen Krankheitserscheinungen. Die Unterform, die die Haut betrifft, führt zu Beulen am ganzen Körper, die unter Bildung einer Narbe innerhalb von einem Jahr abheilen.

Die sogenannte viszerale Unterform, führt zu einem Befall der inneren Organe und ist unbehandelt meist tödlich. Die dritte Unterform betrifft die Schleimhäute, wodurch vor allem der Rachen und die Luftröhre erkranken. Die Behandlung erfolgt abhängig von der Unterform mit verschiedenen Medikamenten, wie z.B. Antimon oder Paromomycin.

Gegen die Leishmaniose existiert keine Impfung.

Lepra

Die schon seit vielen Jahrhunderten bekannte Tropenkrankheit Lepra wird durch eine bestimmte Bakterienart übertragen. Die Bakterien werden von Mensch zu Mensch über Flüssigkeiten, beispielsweise aus Wunden, übertragen. Die Erkrankung befällt vor allem die Haut und es kommt zu einer unterschiedlichen Ausprägung von Hautwunden, Verfärbungen und Knotenbildungen. Außerdem kommt es zum Ausfall der Wahrnehmung der Verletzungen durch die Nerven.

Bei einer starken Ausprägung führen Verletzungen oft zu Verstümmelung der Gliedmaßen. Aber auch andere Organe, wie die Leber oder die Knochen können befallen sein. Die Therapie beinhaltet die Medikamente Dapson, Rifampicin und gegebenenfalls Clofazimin.

Schlafkrankheit

Die Schlafkrankheit, die auch als Afrikanische Trypanosomiasis bezeichnet wird, tritt, wie der Name schon sagt, vor allem in Afrika auf. Die Erreger werden über die sogenannte Tsetse-Fliege übertragen und führen je nach Region zu einer west- und einer ostafrikanischen Verlaufsform.

Zu den Symptomen gehören in beiden Fällen zunächst Hautveränderungen und ein Anschwellen der Lymphknoten. Später kommt es zu einer Entzündung der Hirnhäute, einer Meningoenzephalitis, die zu den für die Krankheit typischen Schlafstörungen führt. Diese können bis zum Koma führen.

Eine frühzeitige Therapie mit Medikamenten ist sehr wichtig, da die Erkrankung sonst tödlich verläuft.

Chagas Krankheit

Die Chagas Krankheit, die auch als die Amerikanische Trypanosomiasis bezeichnet wird, tritt dem Namen entsprechend vor allem im Mittel- und Südamerika auf. Die Erreger werden vor allem durch Wanzen auf den Menschen übertragen und führen nur bei ca. einem Viertel aller Infizierten zu Symptomen.

Hierzu gehören am Anfang Hautveränderungen mit Schwellungen, Fieber und Durchfälle. Später kommt es neben dem Befall des Magen-Darm-Trakts vor allem zu einer ausgeprägten Erkrankung des Herzens mit Herzrhythmusstörungen und Herzinsuffizienz.

Da die medikamentöse Therapie der Chagas Krankheit nur begrenzt wirksam ist, ist es sehr wichtig, sich vor der Übertragung der Erreger zu schützen.

Dengue-Fieber

Das Denguefieber, auch Knochenbrecherfieber genannt, wird durch das Dengue-Virus ausgelöst, das durch eine bestimmte Mückenart übertragen wird und vor allem in den Tropen Asiens auftritt. Die Symptome können in drei Phasen eingeteilt werden. Zunächst kommt es zu Fieber und Glieder- und Muskelschmerzen. Später kommt es nach einem kurzen Fieberabfall zu einem erneuten Anstieg der Körpertemperatur und Hautausschlägen.

Meist bilden sich die Symptome danach zurück und es kommt nur selten zur dritten Phase, in der Blutungen und Blutveränderungen auftreten. Die Therapie erfolgt symptomorientiert und es gibt keine Impfung.

Flussblindheit

Die Flussblindheit wird auch als Onchozerkose bezeichnet und tritt vor allem in Afrika und Amerika auf. Sie wird durch Fadenwürmer übertragen und führt zu einer erhöhten infektiösen Ansammlung im Bereich der Augen. Dadurch kommt es bei ca. 10% aller Infizierten zu Sehstörungen bis hin zur vollständigen Erblindung.

Aber auch andere Symptome, wie Hautveränderungen und Juckreiz, können auftreten. Die Behandlung erfolgt mit Hilfe der Medikamente Ivermectin und Suramin, wodurch diese Tropenkrankheit vollständig geheilt werden kann.

Tuberkulose

Die Tuberkulose wird durch Tuberkelbakterien übertragen. Diese sind besonders resistent, weswegen die Erkrankung vor allem in Entwicklungsländern schwierig zu bekämpfen ist. Zu den Symptomen gehören zunächst leichtes Fieber, Nachtschweiß, Gewichtsverlust und ein Befall der Lunge mit Husten und Auswurf.

Bei Infizierten, deren Immunsystem geschwächt ist, kann es später zu einem Befall der anderen Organe, wie beispielsweise der Knochen- oder Hauttuberkulose, kommen. Es gibt verschiedene Verfahren, um die Tuberkulose nachzuweisen. Zur medikamentösen Behandlung gehören Rifampicin, Isoniazid, Ethambutol und Pyrazinamid, die über mehrere Monate eingenommen werden müssen.

Aufgrund der unzureichenden Wirksamkeit der sogenannten BCG-Impfung gegen die Tuberkulose wird diese nicht mehr generell empfohlen.

Weiterführende Informationen

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Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 12.08.2019
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