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Rechtsseitige Nierenschmerzen

Einleitung

Die Nieren sind bei fast jedem Menschen doppelt vorhanden und liegen links und rechts der Wirbelsäule im hinteren oberen Teil des Bauchraumes.Die rechte wie auch die linke Niere sind zum größten Teil durch den Rippenbogen und durch eine dicke Fettkapsel vor Einflüsse von Außen geschützt.
Die rechte Niere liegt ca. 2-3 cm tiefer als die linke Niere, da die rechte Niere durch die Leber etwas in Richtung Becken geschoben wird. In unmittelbarer Nachbarschaft liegen rings um die rechte Niere noch noch der Magen, der Zwölffingerdarm (=Duodenum, der erste Teil des Dünndarmes), die Leber sowie die Bauchspeicheldrüse (=Pancreas).

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Unmittelbare Nachbarn der linken Niere sind der Magen, der Dickdarm, die Milz und das langgezogene Ende der Bauchspeicheldrüse (= Pancreas). Direkt auf der Niere aufsitzend finden sich die beiden Nebennieren, die sich in ihrer Funktion völlig von den Nieren unterscheiden.
Die Nebennieren produzieren eine Vielzahl von Hormonen, von denen vor allem das Adrenalin und Kortisol von Bedeutung sind.

Die Niere selbst hat die Aufgabe das Blut von Abfallprodukten des Stoffwechsels und von überschüssiger Flüssigkeit und Salzen zu reinigen. Fallen im Körper Abfallstoffe an, so werden sie ins Blut abgegeben und dann entweder in der Niere in der Leber oder in beiden Organen abgebaut. Die Niere funktioniert hierbei wie ein Filter durch den das gesamte Blut hindurchgepresst wird. So werden die unerwünschten Stoffe herausgefiltert während das restliche Blut in den Körper zurück fließt. Die abgepresste Flüssigkeit nennt man Primärharn. Von diesem werden im Körper in etwa 180 Liter pro Tag gebildet.
Damit diese enorme Menge nicht als Harn ausgeschieden wird und der Mensch nicht innerhalb kürzester Zeit austrocknet wird der Primärharn in der Niere extrem konzentriert und in seiner Zusammensetzung verändert bis letztendlich nur noch 1,5-2 Liter Flüssigkeit übrig sind, die dann über den Tag verteilt ausgeschieden wird. Der endgültige Harn gelangt dann aus der Niere über den sogenannten Harnleiter (=Ureter) in die Harnblase im Becken und von dort über die Harnröhre (=Urethra) aus dem Körper. Neben der Filter- und Entgiftungsfunktion ist die Niere noch maßgeblich an der Regulation unseres Blutdruckes, der Anregung der Produktion von roten Blutkörperchen und der Kontrolle des Salzhaushaltes beteiligt.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema: Wie kann ich Nierenschmerzen lindern?

Abbildung Ursachen und Therapie von Nierenschmerzen

Nierenschmerzen
(Flankenschmerzen in der
seitlichen Bauchregion)

  1. Linke Niere - Ren sinister
  2. Wirbelsäule -
    Columna vertebralis
  3. Rechte Niere - Ren dexter
  4. Harnleiter - Ureter
    Ursachen:
    A1 - Akute primäre
    (unkomplizierte)
    Nierenbeckenentzündung -
    Pyelonephritis
    (durch Bakterien in Harnwegen ausgelöst)
    A2 - Akute sekundäre
    (komplizierte)
    Nierenbeckenentzündung
    (durch Abflussstörungen, Stauungen
    in Harnwegen, vergrößerte Prostata)
    B - Nierensteine - Nephrolithen
    Urolithiasis -
    (Harnsteinbildung in der Niere)
    C - Nierenkrebs (bösartiger Nierentumor) -
    Nierenzellkarzinom
    Therapie:
    D - Antibiotische Behandlung -
    Breitbandantibiotika, Paracetamol,
    Novalgin
    E - Ausreichende Trinkmenge (2-3 Liter),
    regelmäßige Bewegung
    F - Hausmittel Brennesel und
    Cranberry Präparate, Nieren- und
    Blasentee, Wacholder, Löwenzahnblätter
    G - Wärmeanwendung, Wärmflasche,
    Einsatz von Wärmelampen,
    wärmende Bäder, Kytta-Salbe,
    Pferdebalsam

Eine Übersicht aller Abbildungen von Dr-Gumpert finden Sie unter: medizinische Abbildungen

Ursachen

So vielfältig die Aufgaben der Niere so vielfältig können auch die Ursachen von Nierenschmerzen auf der rechten oder linken Seite sein. Prinzipiell kann jede der beiden Nieren einzeln oder beide gleichzeitig von einer Erkrankung betroffen sein. Jeder Mensch jeden Alters kann plötzlich Nierenschmerzen auf der rechten oder linken Seite bekommen, Frauen sind jedoch etwas häufiger mit Nierenproblemen belastet als Männer.

Nicht immer ist auch die Niere selbst Ursache von Schmerzen in der Nierengegend. Wichtig ist immer die zugegebenermaßen nicht einfache Unterscheidung der Nierenschmerzen gegen Rückenschmerzen und nicht selten strahlen Nierenschmerzen in den Rücken aus. Ist jedoch die Niere Ursache der Schmerzen so zählen eine Nierenbeckenentzündung (=Pyelonephritis), eine Nierenentzündung (=Glomerulonephritis) oder eine Nierenkolik durch Nierensteine zu den häufigsten Ursachen der Schmerzen.
Weitere seltenere Ursache von Schmerzen in den Nieren können flüssigkeitsgefüllte Hohlräume (=Zysten), bei Kindern Fehlbildungen, Überlastung durch Medikamente oder Tumoren sein. Die meisten dieser Ursachen können nur eine Niere betreffen während die andere völlig gesund bleibt. Frauen berichten auch des Öfteren von Schmerzen in der Nierengegend währen ihrer Regelblutung.

Eine rechtsseitige Nierenbeckenentzündung (=Pyelonephritis) beschreibt eine Entzündung des sogenannten rechten Nierenbeckens. In diesem Teil der Niere sammelt sich der abgepresste und aufbereitete Urin bevor er durch den Harnleiter zur Blase abfließen kann. Diese Art der Entzündung entsteht wie eine Blasenentzündung durch Keime, die durch Harnleiter und Harnröhre in den Körper aufsteigen und dort eine Entzündung auslösen.
Auslöser sind meist Bakterien, selten auch Pilze. Meist geht einer Nierenbeckenentzündung bereits eine Blasenentzündung voraus, bevor sich die Keime weiter in Richtung Niere ausbreiten. Da die Niere ein sehr gut durchblutetes Organ ist können Keime einmal in der rechten Niere angekommen leicht in den Blutkreislauf übergehen und eine Blutvergiftung (=Sepsis) auslösen, die zwingend im Krankenhaus behandelt werden muss, da sie in extremen Fällen lebensgefährlich sein kann. Um dies zu verhindern ist es immer nötig bei einer Nierenbeckenentzündung ein Antibiotikum einzunehmen um die Keime effektiv abzutöten.

Auch die Niere selbst kann sich entzünden, in der Medizin spricht man dann von einer Nephritis. Eine Nierenentzündung tritt oftmals nach einer durchgemachten Nierenbeckenentzündung auf, ist aber nicht selten auch Folge anderer harmloser Erkrankungen. Bei Kindern kann beispielsweise Folge einer einfachen Infektion der Atemwege sein, wenn sich die Antikörper des Immunsystems in den Filterstrukturen der Niere verfangen und dort eine Entzündung hervorrufen. Auch viele Medikamente können als Nebenwirkung eine Nierenentzündung zur Folge haben.

Bei einer rechtsseitigen Nierenkolik (=Nephrolithiasis) sind nicht Bakterien die Ursache für die Schmerzen in der Betroffenen Niere. Vergleichbar mit Gallensteinen bilden sich aus dem in der Niere abgepressten Urin Harnsteine, die dann die Ausflussgänge verstopfen. Verschiedene Stoffe im Harn wie beispielsweise die Harnsäure können im Urin ausfallen und Steine bilden, wenn sie in zu großen Mengen darin enthalten sind. Der aus Muskulatur bestehende Harnleiter versucht diese Steine dann durch wellenförmige Muskelbewegungen diesen in Richtung Blase zu befördern.
Treten diese Steine in der Niere auf nennt man sie Nierensteine, wandern sie dann entlang des Harnleiters werden sie dann als Harnsteine bezeichnet. Eine Zyste beschreibt einen flüssigkeitsgefüllten Hohlraum. Bei einer Nierenzyste befindet sich dieser Im Nierengewebe. Die Zysten sind meist erblich bedingt, Beschwerden treten aber meist erst im Erwachsenenalter auf. Nicht selten ist eine Zyste auch nur ein Zufallsbefund im Rahmen einer Ultraschalluntersuchung.

Beim Niereninfarkt der rechten Nierenarterie wird ein Blutgefäß der Niere wie beim Herzinfarkt von einem Blutgerinnsel verstopft und kann nicht mehr mit Blut versorgt werden. Durch den Sauerstoffmangel, der normalerweise durch die roten Blutkörperchen (=Erythrozyten) abtransportiert wird, sterben die meisten der nicht versorgten Zellen hinter dem Verschluss durch den Sauerstoffmangel innerhalb kürzester Zeit ab. Auch hier sind plötzliche starke Schmerzen auf der rechten Nierenseite die Anzeichen.

Symptome

Allgemeine Symptome:

Schmerzen im Nierenbereich treten meist nicht den ganzen Tag auf und sind eher dumpf und drückend, statt stechend. Wichtig ist auch die richtige Zuordnung von Begleitsymptomen wie Kopfschmerzen, Übelkeit oder Erbrechen.

Treten die Schmerzen auf der rechten Seite nach einem Unfall oder einer Gewalteinwirkung auf muss die Niere unbedingt von einem Arzt auf etwaige Verletzungen untersucht werden.


Ist die rechte Niere von einer Nierenbeckenentzündung betroffen äußert sich die Entzündung in starken dumpfen und drückenden Schmerzen in der seitlichen rechten Flanke. Hierzu kommen Abgeschlagenheit, Probleme beim Wasserlassen und Fieber. Da Fieber ein Zeichen dafür ist, dass Keime in die Blutbahn gelangt sind und so leicht den ganzen Körper befallen können sollte schon beim Auftreten von Übelkeit oder Erbrechen aber spätestens bei Fieber ein Arzt aufgesucht werden. Die meist begleitende Entzündung der Blase führt zu vermehrtem Harndrang und Schmerzen beim Wasser lassen. Deutliches Zeichen hierfür ist sichtbares Blut im Harn, der sich dann rötlich verfärbt.
Bei der Untersuchung wird der Arzt den Rücken abklopfen und im Bereich der rechten Niere ergibt sich bei einer Nierenbeckenentzündung der sogenannte typische „Klopfschmerz“ beim Abklopfen der rechten Nierenregion.

Bei der Nierenkolik der rechten Niere versucht der Körper den Stein über den Harnleiter Richtung Blase und weiter aus dem Körper zu transportieren. Dies geschieht über in kurzen Abständen folgende wellenförmige Muskelbewegungen des Harnleiters, der aus Muskeln besteht. Dieses wellenförmige Zusammenziehen verursacht bei den Betroffenen wehenartig wiederkehrende stärkste Schmerzen an der rechten Nierenregion oder darunter, wenn sich der Stein schon Richtung Blase vorwärts bewegt.

Hierbei können die Schmerzen bis in den Unterbauch oder die Geschlechtsteile ausstrahlen und die Ursache fälschlicherweise hier vermuten lassen. Das Wasserlassen funktioniert in der Regel ohne Beeinträchtigungen wenn nur eines Seite betroffen ist. Wird der Harnstein nicht behandelt und ist der Urin im Abfluss gehemmt können unterhalb des Steines leicht Infektionen im Harntrakt entstehen wenn der eigentlich reinigende Urinstrom fehlt, der aufsteigende Bakterien mit nach außen schwemmt.

Lesen Sie mehr dazu unter: Probleme beim Wasserlassen

Nierenschmerzen rechts und Übelkeit

Nierenschmerzen auf der rechten Seite, die gleichzeitig mit Übelkeit einhergehen können durch Nierensteine, die die rechte Niere oder den Harnleiter auf der rechten Seite blockieren, verursacht werden. Dieses Krankheitsbild wird als Nierenkolik bezeichnet und wird in vielen Fällen von Übelkeit und Erbrechen begleitet. Das typischste Symptom einer Nierenkolik des rechten Harntraktes sind krampfartige Flanken- bzw. Nierenschmerzen rechts, die in Schüben auftreten und je nach Position des Steines in den Rücken, den Unterbauch oder die Leisten- bzw. Genitalregion ausstrahlen.

Eine Nierenkolik kann durch eine Ultraschall-Untersuchung bestätigt werden. Behandelt wird mit Schmerzmitteln und krampflösenden Medikamenten. Die meisten Nierensteine gehen nach 48 Stunden spontan ab, passiert dies nicht (oder ist der Stein zu groß), kann der Nierenstein durch verschiedene operative Eingriffe entfernt werden.

Nierenschmerzen rechts und Übelkeit können auch bei einer akuten Pyelonephritis auftreten, einer akuten Entzündung des Nierenbeckens. Bei einer Nierenbeckenentzündung tritt außer den Nierenschmerzen der betroffenen Seite hohes Fieber, auch mit Schüttelfrost, auf. Übelkeit, Brechreiz und Schmerzen beim Wasserlassen sind ebenfalls möglich.

Eine Nierenbeckenentzündung wird mit Antibiotika behandelt, die entsprechend dem Keimspektrum ausgewählt werden, welches durch eine Urinuntersuchung festgestellt wurde.

Lesen Sie mehr dazu unter:

Nierenschmerzen recht und Blasenentzündung

Eine Blasenentzündung wird durch Bakterien oder anderen Erregern ausgelöst, die die Harnwege infizieren.

Eine Blasenentzündung weist folgende Symptome auf: Erschwertes Wasserlassen mit Schmerzen, häufigem Harndrang und somit erhöhter Frequenz des Wasserlassens bei reduzierter Urinmenge. Manchmal klagen die Patienten über Unterbauchschmerzen oder erleiden einen Harnverhalt oder (gerade ältere Patienten) eine neue Inkontinenz.

Eine Blasenentzündung wird über einen bis wenige Tage mit Antibiotika behandelt. Nierenschmerzen sind kein Symptom einer einfachen Blasenentzündung. Allerdings kann als Komplikation einer Blasenentzündung eine Nierenbeckenentzündung (Pyelonephritis) auftreten, die sich mit Nierenschmerzen rechts präsentiert, wenn die Erreger der Blasenentzündung die ableitenden Harnwege hinaufsteigen und schließlich die rechte Niere infizieren.

Auch wenn sich die Nierenbeckenentzündung aus einer „einfachen“ Blasenentzündung heraus entwickeln kann, ist sie wesentlich schwerwiegender und muss deshalb länger mit Antibiotika behandelt werden. Der Therapieerfolg sollte einige Tage nach Abschluss der Behandlung durch eine neue Urinuntersuchung überprüft werden.

Lesen Sie mehr dazu unter: Unterbauchschmerzen

Nierenschmerzen rechts und Blut im Urin

50% der Patienten, die sich mit sichtbarem Blut im Urin beim Arzt vorstellen, leiden an einer Tumorerkrankung. Blut im Urin plus Nierenschmerzen rechts kann auf einen Nierentumor hinweisen. Weitere Möglichkeiten sind Blasenkrebs oder Krebs des rechten Harnleiters oder ein Beckentumor, der sich in der Nähe des rechten Harnleiters befindet und in diesen hineinwächst. Die Nierenschmerzen sind dann die Folge des Urin-Rückstaus in die rechte Niere.

Andere, nicht bösartige Gründe für Nierenschmerzen und Blut im Urin sind zum Beispiel Nierensteine, die die Schleimhaut des Harntrakts verletzen können und so zu Blutungen führen. Setzt sich ein Blutgerinnsel in einer der rechten Nierenarterien oder ihrer Unteräste fest, entsteht durch die Sauerstoff-Unterversorgung ein Niereninfarkt, der zu Blut im Urin und Nierenschmerzen führt.

Erkrankungen des Nierengewebes (z.B. Systemischer Lupus erythematodes, IgA-Nephropathie , Glomerulonephritiden) sind ebenfalls Ursachen für Nierenschmerzen und Blut im Urin.

Fieber, Schmerzen beim Wasserlassen, Nierenschmerzen rechts und Blut im Urin sprechen für eine Nierenbeckenentzündung der rechten Seite.

Lesen Sie mehr dazu unter:

Nierenschmerzen rechts und Bauchschmerzen

Nierenschmerzen auf der rechten Seite sind meist nicht eindeutig lokalisierbar und die Betroffenen verspüren die von der Niere ausgehenden Schmerzen nicht selten im Bauchraum als Bauchschmerzen oder im Rücken als Rückenschmerzen.

Die Schmerzen werden auch im Bauchraum wahrgenommen, da der Harnleiter direkt hinter dem Bauchraum verläuft und Schmerzen, die dort sind als Bauchschmerzen wahrgenommen werden.Auch verlaufen Nervenbahnen um die Niere seitlich in der Bauchwand zur Leiste. Nierenschmerzen können also auch aus diesem Grund als Bauchschmerzen oder Leistenschmerzen wahrgenommen werden.

Schmerzen im Unterbauch mit Schmerzen beim Wasserlassen und häufigem Harndrang weisen auf eine Blasenentzündung hin, die sich auf die rechte Niere ausbreitet.

Plötzliche beginnende Nierenschmerzen rechts mit Bauchschmerzen, Übelkeit und Brechreiz sind typisch für eine Nierenkolik. Eine Nierenkolik wird durch einen Nierenstein verursacht, der die Niere oder den Harnleiter blockiert. Die Schmerzen bei einer Nierenkolik sind krampfartig und treten in Schüben auf. Sehr häufig strahlen sie in die Leisten- oder Genitalregion aus.

Nierenschmerzen rechts und Bauchschmerzen können auch ein Hinweis auf eine Nierenbeckenentzündung sein, die sich untypisch (also ohne die klassischen Symptome) präsentiert.

Weitere Ursachen für Nierenschmerzen und Bauchschmerzen sind Hantavirus-Infektionen sowie verschiedene Erkrankungen des Tubulussystems der Niere. Diese treten allerdings meistens beidseitig auf und sind nicht Auslöser von Nierenschmerzen nur einer Seite.

Nierenschmerzen rechts und Rückenschmerzen

Oftmals ist es schwierig Schmerzen an der rechten Niere von Rückenschmerzen abzugrenzen, da die Wirbelsäule und die umgebende Muskulatur in unmittelbarer Nachbarschaft dazu zu finden sind. Ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal von den Rückenschmerzen ist die Abhängigkeit der Schmerzen von Bewegungen, den Rückenschmerzen verändern sich meist durch Bewegung, Nierenschmerzen bleiben in ihrer Intensität meist gleich bei Bewegungen und verändern sich nur durch andere Umstände wie beispielsweise Wärme oder Kälte.

Lesen Sie mehr dazu unter: Bauchschmerzen und Rückenschmerzen

Nierenschmerzen rechts und Harndrang

Hinweise auf Nierenprobleme sind ebenso Veränderungen beim Wasser lassen. Ungewöhnlich und abklärungsbedürftig sind fast alle Veränderungen im Harndrang. Sowohl sehr häufiges aber auch sehr seltenes Wasser lassen, ungewöhnlich viel oder wenig Harn, aber auch Farb- und Geruchsveränderungen oder gar schäumender Urin sollten dringen abgeklärt werden. Auch Schmerzen beim Wasserlassen sind unangenehm und sollten immer durch eine Urinuntersuchung beim Arzt abgeklärt werden. Der Harndrang ist vom Füllstand der Blase abhängig und da diese bei den meisten Erkrankungen ebenfalls gereizt wird verändert sich auch der Harndrang und man muss ungewöhnlich oft bei ungewöhnlich kleinen oder großen Harnmengen zur Toilette.

Lesen Sie mehr dazu unter: Urin

Nierenschmerzen auf der rechten Seite und Harndrang kann durch eine Entzündung des Nierenbeckens verursacht sein. Eine Nierenbeckenentzündung tritt zusätzlich mit Fieber, eventuell Schüttelfrost, Übelkeit, Erbrechen und Schmerzen beim Wasserlassen auf.

Eine andere Ursache kann ein Tumor oder Steine der Harnblase sein, die starken Harndrang auslösen und einen Urinrückstau in die Nieren verursachen können und so zu Nierenschmerzen rechts führen.

Nierenschmerzen rechts in der Nacht

Treten die rechtsseitigen Nierenschmerzen nur nachts oder morgens nach dem Aufstehen auf, so könnte es an einer Abflussstörung des Harns liegen, die nur im Liegen auftritt. Nachts ist durch die Körperlage beim Schlafen der Abfluss gestört, der Harn staut sich und verursacht Schmerzen in der rechten Niere. Diese Abflussstörung kann mit Hilfe verschiedener Verfahren beurteilt werden und ist meist behebbar.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: nächtliche Nierenschmerzen

Nierenschmerzen rechts beim Liegen

Normalerweise sind Nierenschmerzen nicht durch die Position des Körpers veränderlich. Allerdings kann z.B. bei einer Nierenkolik der Schmerz im Liegen unerträglicher sein, weil Bewegung Ablenkung schafft.

Nierenschmerzen werden häufig mit Rückenschmerzen verwechselt. Treten Schmerzen in der Nierenregion vor allem im Liegen auf, ist ein Problem der Wirbelsäule eine wahrscheinliche Ursache. Ein Arzt kann durch eine kurze körperliche Untersuchung einschätzen, ob die Schmerzen eher von der Niere oder von der Wirbelsäule ausgelöst werden.

Therapie

Hausmittel/Naturheilmittel/Homöopathie:
Aus der Abteilung der Naturheilmittel eignen sich viele pflanzliche Stoffe zur Unterstützung bei Nierenschmerzen. Sauerdorn, Brennnesseln, Petersilie, oder auch die homöopathischen Berberis oder Eukalyptus können Entzündungen im Nierenbereich lindern.
In Sachen Ernährung sollte man auf eine salzarme, zuckerarme, eiweißarme und fettarme Ernährung achten um den Säure-Base-Haushalt des Körpers möglichst ausgeglichen zu halten. Als Hausmittel eignen sich Wärme- oder Kältekissen. Angewendet werden sollte das Kissen, das Linderung bringt. Bei den meisten Ursachen eignen sich besonders Wärmekissen in Form von Wärmflaschen oder Kirschkernkissen, die vorsichtig auf die Nierengegend im Rücken oder seitlich am Bauch aufgelegt werden können. Unterstützend können auch Öle, Gele oder Salben wie beispielsweise Kytta-Salbe® aufgetragen werden, die zusätzliche Linderung bringen.
Bei einer Nierenkolik eignen sich aus der Naturheilkunde Eisenkraut, Besenginster, Waldmeister, Sellerie, Weißdorn oder auch Löwenzahn zur Linderung der Beschwerden. Homöopathische Mittel wie acidum benozoicum, Acidum oxalicum, Berberis vulgaris sind ebenso geeignet.

Allgemeine Therapie:
Eine Nierenbeckenentzündung wird mit einem Antibiotikum behandelt um eine dauerhafte Entzündung, eine chronische Nierenbeckenentzündung, sowie die Ausbreitung der Bakterien über die Blutbahn zu verhindern. Sind Pilzinfektionen die Ursache, so komme ein sogenanntes Antimykotikum zum Einsatz.
Die starken Schmerzen, die durch eine Nierenkolik verursacht werden, können durch Schmerzmittel oder Medikamente, die den verkrampften Harnleiter entspannen, gut behandelt werden.
Buscopan® als bekanntester Vertreter hat eine entspannende Wirkung auf die Muskulatur und kann so die schmerzhaften Verkrampfungen gut lösen. In vielen Fällen finden die Nierensteine durch den Vorwärtstransport im Harnleiter ihren Weg aus dem Körper. Diesen Prozess kann man durch Trinken von viel Flüssigkeit beschleunigen, da die Niere so förmlich „durchgespült“ wird und der Stein mit dem Flüssigkeitsstrom aus der Niere und dem Harnleiter geschwemmt wird.
Auch verschiedene Medikamente können Harnsteine lösen und zur Behandlung versucht werden. Ist es durch all diese Verfahren nicht möglich den Stein zu entfernen, so kann man ihn durch eine Ultraschalltherapie in kleinere Bestandteile zerkleinern, die dann mit dem Harn abtransportiert werden.
Nur sehr selten müssen Nierensteine operativ entfernt werden. Da die Harnsteine von den Stoffen abhängig sind, die sie bilden, kann man durch eine geeignete Ernährung die Bildung weitgehend verhindern. Da das oftmals verantwortliche Oxalat in großen Mengen in Spinat, Sauerklee, Fleischprodukten, oder Mangold auftreten sollte man diese Nahrungsmittel möglichst meiden. Vorbeugend wird ebenfalls Zitronensaft empfohlen, der durch die enthaltene Säure die Bildung der Harnsteine verhindern soll.

Ein Tumor in der rechten Niere wird meistens durch eine Operation sowie eine nachfolgende Strahlentherapie behandelt.
Eine Zyste ist meistens kein Grund für eine Operation oder Therapie. Oftmals muss sie des Öfteren durch eine Ultraschalluntersuchung kontrolliert werden und Bedarf ansonsten keiner weiteren Behandlung. Eine durch Gewalteinwirkung verletzte Niere wird meist im Krankenhaus für mehrere Tage beobachtet und nur in extremen Fällen und bei starken Verletzungen muss die Niere operativ entfernt werden.

Diagnose

Basis der Untersuchung bildet wie immer in der Medizin die eingehende Befragung (=Anamnese) des Betroffenen. Oftmals hilft die Untersuchung des Urins bei der Ursachenfindung. Wichtige Hinweise auf eine Nierenerkrankung können Blut im Urin sein, denn dieser ist bei Gesunden frei von Blut. Weiterhin können sich vermehrt Eiweiß und weiße Blutkörperchen nachweisen lassen. Auch diese sind bei Gesunden wenn überhaupt nur in geringen Mengen vorhanden.
Eine weitere wichtige Untersuchung sind die bildgebenden Verfahren wie die Computertomographie (=CT), Magnetresonanztomographie (=MRT) oder die einfach durchzuführende Ultraschalluntersuchung. Während der körperlichen Untersuchung wird immer das Abklopfen des Rückens vorgenommen. Durch Abklopfen des Rückens mit der Handkante wird geprüft ob Schmerzen in der Nierenregion auftreten. Tritt Klopfschmerz auf, so ist das ein Anzeichen für eine Nierenerkrankung.

Prophylaxe

Die Niere ist eines der am besten durchbluteten Organe unseres Körpers. Je mehr Flüssigkeit wir trinken und so in unseren Körper aufnehmen, umso mehr Flüssigkeit muss er über die Nieren wieder ausscheiden um unseren Flüssigkeitshaushalt in Gleichgewicht zu halten. Sowohl eine Nierenbeckenentzündung als auch eine Nierenkolik können durch viel Trinken von klaren Flüssigkeiten wie Wasser oder Tee zum Teil verhindert werden. Die Niere produziert dann so viel Harn, sodass Nierenbecken sowie Harntrakt und Harnblase regelregt ausgespült werden und eventuelle krankheitserregenden Keime werden mit dem Flüssigkeitsstrom mit aus dem Körper transportiert werden. Außerdem wird der Harn durch die viele Flüssigkeit stark verdünnt und die Bildung von Harnsteinen durch zu viel Harnsäure und andere Stoffe verhindert. Optimalerweise sollte der Harn fast farblos sein.

Nierenschmerzen in der Schwangerschaft

Die meisten Frauen werden im Laufe ihrer Schwangerschaft an Schmerzen verschiedener Organe leiden. Durch das stetig wachsende Kind werden nach und nach viele Organe im Bauch der werdenden Mutter aus ihrer normalen Lage verdrängt. Dies führt neben Magenschmerzen auch nicht selten zu Nierenschmerzen.
Drückt die wachsende Gebärmutter auf den Harnleiter oder andere Strukturen, die für den Abtransport des in der Niere gebildeten Harns zuständig sind, so kann sich der Harn aufstauen und es kann zum Harnstau kommen, der neben Nierenschmerzen im schlimmsten Fall zu dauerhaften Nierenschäden durch eine Entzündung führen kann.

Eine Schwangerschaft ist auch immer mit einem erhöhten Risiko für Infekte der Harnwege wie einer Blasenentzündung oder einer Nierenbeckenentzündung behaftet und Frauen sollten bei den für die Infektion typischen Beschwerden einen Arzt aufsuchen.

Etwa 5% aller Frauen haben Bakterien im Urin, die aber keine Symptome verursachen. Etwa ein Drittel dieser Frauen mit asymptomatischer Bakteriurie entwickelt in der Schwangerschaft eine akute Pyelonephritis, eine Entzündung des Nierenbeckens.

Außer den Nierenschmerzen der rechten Seite treten bei diesen schwangeren Frauen auch hohes Fieber (oft mit Schüttelfrost) auf. Übelkeit, Brechreiz und Schmerzen beim Wasserlassen sind ebenfalls möglich. Eine Nierenbeckenentzündung wird mit Antibiotika behandelt, die entsprechend dem Keimspektrum ausgewählt werden, welches durch eine Urinuntersuchung festgestellt wurde.

Um Nierenbeckenentzündungen in der Schwangerschaft zu verhindern, wird bei jeder Vorsorgeuntersuchung in der Schwangerschaft der Urin auf Bakterien untersucht und die Schwangere bei Bakterien im Urin mit Antibiotika behandelt. Nierenschmerzen rechts in der Schwangerschaft bei Schwangeren, die eine bekannte Nierenerkrankung haben, können ein Hinweis auf eine Verschlechterung der Nierenkrankheit sein.

Plötzlich auftretende starke Schmerzen können durch Lageveränderungen des Kindes auftreten, wenn es zum Beispiel in diese Region tritt. Diese Schmerzen verschwinden bei der nächsten Lageveränderung des Kindes meist von alleine wieder. Bei Schmerzen in der rechten Niere sollten Frauen bei Unsicherheit möglichst zeitnah einen Arzt aufsuchen, da Schmerzen in der Leber auch als Nierenschmerzen fehlgedeutet werden können und Leberschmerzen bei Schwangeren immer als Warnzeichen für das potenziell lebensgefährliche HELLP-Syndrom gelten und einer sofortigen Behandlung bedürfen.
Bei Unsicherheiten oder unklaren Beschwerden sollten schwangere Frauen lieber öfter einen Arzt aufsuchen als aus falscher Scheu einen Arztbesuch zu vermeiden.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: Nierenschmerzen in der Schwangerschaft

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 01.03.2019
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