Wenn Bauchschmerzen zusammen mit Rückenschmerzen auftreten, was kann das sein?

Einleitung

Bauchschmerzen und Rückenschmerzen sind weit verbreitete Symptome, die viele verschiedene Ursachen haben können.
Sehr viele Krankheiten äußern sich durch eines der beiden oder auch durch beide Beschwerdebilder. Demnach leidet fast jeder Mensch in seinem Leben einmal darunter. Einige Patienten leiden auch gleichzeitig unter Bauch- und Rückenschmerzen, wobei diese beiden Symptome nicht immer unmittelbar zusammenhängen müssen, sondern dann oftmals auch auf zwei verschiedene Ursachen zurückgeführt werden können.

Ursachen

Die möglichen Ursachen für Bauch- und Rückenschmerzen sind vielfältig.

Rückenschmerzen sind am häufigsten durch Erkrankungen des Skelettsystems bedingt, zum Beispiel durch altersbedingten Verschleiß, Bewegungsmangel und resultierende muskuläre Schwäche, Fehlhaltungen und Verspannungen.
Osteoporose (Knochenschwund) und Engstellen in den Austrittsstellen der Nerven an der Wirbelsäule (Spinalkanalstenose) sowie Bandscheibenvorfälle gehören ebenfalls zu den möglichen Auslösern von Rückenschmerzen.

Bauchschmerzen sind oft auf Nahrungsmittelunverträglichkeiten zurückzuführen. Besonders häufig sind dabei die Milchzuckerunverträglichkeit (Lactoseintoleranz), die Fructose- und die Glutenunverträglichkeit. Die Betroffenen klagen dabei oft über weitere Symptome, zum Beispiel Blähungen, Völlegefühl und Durchfall, die unmittelbar nach dem Essen auftreten.

Eine weitere häufige Ursache für Bauchschmerzen ist eine Magen-Darm-Infektion (Gastroenteritis). Sie wird am häufigsten durch Viren aber auch durch Bakterien oder Parasiten hervorgerufen. Die Magen-Darm-Entzündung geht in der Regel mit Bauchschmerzen, Übelkeit, Durchfall und/oder Erbrechen einher.
Weitere mögliche Ursachen für Bauchschmerzen sind Gallensteine, eine Magenschleimhautentzündung (Gastritis), eine Blinddarmentzündung (Appendizitis), eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung (Morbus Crohn, Colitis ulcerosa) oder ein Reizdarm-Syndrom.

Daneben gibt es viele weitere Ursachen, die Bauch- und Rückenschmerzen hervorrufen können. Bestehen Rücken- und Bauchschmerzen gleichzeitig, so ist ein mögliches Ursprungsorgan der Beschwerden die Bauchspeicheldrüse. Sie liegt im Bauchraum vor der Wirbelsäule und kann bei Beschwerden daher sowohl in den Bauch- als auch in den Rückenbereich ausstrahlen.

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Begleitende Symptome als Hinweise auf eine Erkrankung

Je nach Ursache können sich Bauch- und Rückenschmerzen unterschiedlich stark und unterschiedlich in ihrem Verlauf äußern. So können sie zum Beispiel permanent oder periodisch auftreten, stechend oder dumpf sein.

Oftmals gesellen sich noch weitere Symptome zu den Bauch- und/oder Rückenschmerzen, die dann Hinweise auf die zugrunde liegende Ursache liefern können. Bei einer Magen-Darm-Infektion treten oftmals Übelkeit, Durchfälle und/oder Erbrechen auf. Auch Fieber kann auftreten.
Nahrungsmittelunverträglichkeiten können zusätzlich Blähungen, Völlegefühl, Übelkeit und Durchfall mit sich bringen. Bei einer Magenschleimhautentzündung werden die Schmerzen unmittelbar nach dem Essen meist erst besser, kurz darauf jedoch wieder schlimmer.
Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen lösen neben Bauchschmerzen oft blutig-schleimige Durchfälle aus. Bei Morbus Crohn kommt es oftmals zusätzlich zu Fistelbildungen und Abszessen im Darm und der Analregion.

Rückenschmerzen sind durch muskuläres Ungleichgewicht bedingt häufig im Lendenwirbelbereich lokalisiert. Auch Nacken- Schulterschmerzen sind typisch. Neben der Wirbelsäule lassen sich dann häufig verhärtete Muskelstränge tasten.
Bei Bandscheibenvorfällen der LWS kann es je nach Größe des Vorfalls zu ausstrahlenden Schmerzen bis in die Beine oder Füße kommen sowie zu Sensibilitätsstörungen auf der entsprechenden Seite. Bei einem maximalen Vorfall (Massenprolaps) kommt es zu einer Störung der Blasen- und Mastdarmfunktion. Es handelt sich um einen Notfall, der schnellstmöglich operativ behoben werden muss.

Bauchschmerzen und Rückenschmerzen mit Übelkeit

Bauch- und Rückenschmerzen, die mit Übelkeit einhergehen, sind häufig auf Magen-Darm-Infektionen zurückzuführen.
Oft leiden die Betroffenen auch unter Durchfall und/oder Erbrechen. Übelkeit im Zusammenhang mit Bauchschmerzen kann jedoch auch bei einer Magenschleimhautentzündung auftreten. Die Schmerzen bessern sich in der Regel unmittelbar nach dem Essen, kehren dann jedoch wieder in starker Intensität zurück.
Starke Bauchschmerzen, die in den Rücken ausstrahlen und von Übelkeit und weiteren Symptomen begleitet werden, können auch auf eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse hinweisen (Pankreatitis).

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Bauchschmerzen und Rückenschmerzen mit Verstopfung

Bei Verstopfung treten häufig Bauchschmerzen auf, da der Darm es nicht schafft, den angestauten Stuhlgang weiter zu transportieren. Sehr fester Stuhl verlegt den Darm und die Darmmotorik genügt nicht, um ihn nach außen zu befördern. Der Darm versucht dann mit aller Kraft gegen die Blockade zu drücken, was sich durch krampfartige Bauchschmerzen bemerkbar machen kann. Präparate, die den Stuhl weicher machen und den Abtransport des Stuhls erleichtern, können Abhilfe verschaffen.

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Bauchschmerzen und Rückenschmerzen mit Durchfall

Treten Bauchschmerzen in Kombination mit Durchfall auf, weist dies auf eine Störung des Magen-Darm-Traktes oder der Verdauungsorgane wie Gallenblase oder Bauchspeicheldrüse hin. Beginnen zur gleichen Zeit Rückenschmerzen, werden sie häufig von der gleichen, im Bauchraum liegenden Ursache verursacht.

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Ein typisches Krankheitsbild, das gleichzeitig Bauchschmerzen, Rückenschmerzen und Durchfälle verursachen kann, ist die Entzündung der Bauchspeicheldrüse. Sie entsteht meist im Rahmen einer Alkoholabhängigkeit oder eines Gallensteinleidens. In der Regel klagen Patienten über starke, vom Oberbauch gürtelförmig um den Körper ausstrahlende Schmerzen, Übelkeit, Stuhlunregelmäßigkeiten und eine Gelbfärbung der Haut. Eine solche Entzündung der Bauchspeicheldrüse muss in einem Krankenhaus behandelt werden, da sie unter Umständen lebensbedrohlich werden kann.

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Gallensteine können, wenn sie den Abfluss der Galle verhindern, auch ohne Beeinflussung der Bauchspeicheldrüse Durchfälle sowie Schmerzen im rechten Oberbauch verursachen, die in den Rücken ausstrahlen.

Darüber hinaus Bauchschmerzen, Rückenschmerzen und Durchfälle gelegentlich bei Erkrankungen der Speiseröhre oder beim Reizdarm auf. Bestanden Rückenschmerzen bereits vor dem Auftreten von Magen-Darm-Beschwerden, sind die ursächlichen Erkrankungen meist unabhängig voneinander.

Bauchschmerzen und Rückenschmerzen mit Blähungen

Bauchschmerzen, Rückenschmerzen und Blähungen sind sehr häufig auftretende und unspezifische Symptome. Leichte Bauchschmerzen und Blähungen treten bei vielen Menschen kurzzeitig im Rahmen von Störungen des Magen-Darm-Traktes auf, beispielsweise im Rahmen von Überernährung oder einem Magen-Darm-Infekt. Solche Störungen können, wenn auch nur selten, leichte Rückenschmerzen verursachen. Derartige Beschwerden verschwinden häufig innerhalb von Stunden oder wenigen Tagen.

Meist sind Rückenschmerzen jedoch bereits lange vor den Beschwerden im Bauchraum vorhanden. Sie haben dann andere, unabhängige Ursachen wie einen Mangel an Rückentraining, Übergewicht, frühere Bandscheibenvorfälle oder Osteoporose.

In seltenen Fällen treten starke Bauchschmerzen, Blähungen und Rückenschmerzen gleichzeitig oder kurz nacheinander auf. Sie können dann Zeichen einer behandlungsbedürftigen Erkrankung sein und sollten, wenn sie sich nicht innerhalb kurzer Zeit deutlich bessern, bei einem Arzt abgeklärt werden. Wichtige Auslöser sind in diesem Zusammenhang Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse. Dazu zählen die Bauchspeicheldrüsenentzündung sowie in der Bauchspeicheldrüse entstehende Zysten sowie Tumore.

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Daneben können Krankheiten der Gallenblase – beispielsweise Gallensteine oder die Gallenblasenentzündung – starke Beschwerden im rechten Oberbauch und im rechten Teil des Rückens verursachen.

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Bauchschmerzen und Rückenschmerzen mit Sodbrennen

Die Ursache von Sodbrennen liegt meist in der Überproduktion von Salzsäure im Magen. Die überschüssige Säure tritt in die Speiseröhre über und schädigt dort die Schleimhaut. Es entstehen brennende Schmerzen im Oberbauch und hinter dem Brustbein.
Auch viele Schwangere klagen über Sodbrennen. Das heranwachsende Baby drückt auf die Organe – auch auf den Magen – und fördert dadurch den Übertritt von Magensäure in die Speiseröhre.
Sodbrennen ist sehr unangenehm und kann bei dauerhaftem Bestehen zu ernsthaften Schäden an der Schleimhaut der Speiseröhre führen. Daher wird es häufig durch Säureblocker behandelt. Die bewährtesten Präparate sind die sogenannten Protonenpumpeninhibitoren, die zu einer Drosselung der Magensäureproduktion führen. Dadurch kann die beschädigte Schleimhaut abheilen und die Beschwerden gehen zurück. Bei einem generellen Ungleichgewicht zwischen Säure- und schützender Schleimproduktion im Magen kann es ansonsten zu einer Magenschleimhautentzündung oder auch zu der Entstehung eines Magengeschwürs kommen. Bauchschmerzen sind die Folge.

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Bauchschmerzen und Rückenschmerzen mit Müdigkeit

Bauch- und Rückenschmerzen in Verbindung mit Müdigkeit können unterschiedliche Ursachen haben. Nicht immer stehen sie im unmittelbaren Zusammenhang.
Bei Infektionskrankheiten, beispielsweise einer Magen-Darm-Infektion, tritt häufig Übelkeit und Erbrechen auf. Der Patient fühlt sich müde und schlapp, da die Infektion anstrengend für den Körper ist.
Auch bei bösartigen Erkrankungen kann Müdigkeit ein Symptom sein, wenngleich es sehr unspezifisch ist und sehr viele verschiedene Ursachen haben kann. Patienten mit Tumorerkrankungen können bei Knochenmetastasen Rückenschmerzen haben.
Bauchschmerzen können dabei zum Beispiel durch große Lymphknoten im Bauchraum ausgelöst werden. Auch bei rheumatischen Erkrankungen, bei denen zum Beispiel Gelenkschmerzen auftreten können, können Rücken- und Bauchschmerzen bestehen, die mit Müdigkeit einhergehen. Aufgrund der sehr unspezifischen Symptome ist bei anhaltender Problematik ein Arztbesuch sinnvoll.

Bauchschmerzen und Rückenschmerzen mit Kopfschmerzen

Gleichzeitig oder in engem zeitlichen Zusammenhang auftretende Bauch-, Rücken- und Kopfschmerzen haben nur selten eine gemeinsame, organische Ursache. In den meisten Fällen ist eine „psychosomatische“ Erkrankung der Auslöser. Als psychosomatisch werden Krankheiten bezeichnet, bei denen Psyche und Körper sich gegenseitig stark beeinflussen. Dadurch kann beispielsweise ursprünglich starker, psychischer Stress zu körperlichen Symptomen und der verstärkten Wahrnehmung von Schmerzen führen.

Psychosomatische Störungen werden von vielen Patienten mit Skepsis betrachtet, sind jedoch durch moderne Wissenschaft belegt und treten entgegen dem Glauben vieler sogar sehr häufig auf. Mit Behandlungsmethoden wie der Verhaltenstherapie, Biofeedback oder Entspannungstechniken lassen sich psychosomatische Beschwerden in vielen Fällen deutlich bessern.

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Bauchschmerzen und Rückenschmerzen mit Atemnot

Bauchschmerzen und Rückenschmerzen, die mit Atemnot einhergehen, lassen an eine Ursache denken, die mit Herz oder Lunge zutun hat. So kann sich zum Beispiel ein Herzinfarkt auf diese Art und Weise äußern. Nicht immer treten die typischen Schmerzen im linken Arm auf. Es können stattdessen auch Schmerzen im Hals-Kieferbereich, am Rücken und im Bauch bestehen. Die Atemnot erklärt sich durch die verminderte Pumpleistung des Herzens, wodurch den Zellen des Körpers nicht mehr genug Sauerstoff zur Verfügung gestellt wird.
Eine andere mögliche Ursache ist zum Beispiel eine Lungenembolie. Dabei kommt es zu einer Verlegung der Lungenschlagadern, zum Beispiel durch Blutgerinnsel (Thromben). In der Folge wird das Blut nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff beladen und die rechte Herzkammer pumpt gegen einen immer größer werdenden Widerstand an. Unbehandelt kann es schließlich zu einem Rechtsherzversagen kommen.

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Bauchschmerzen und Rückenschmerzen mit Brustschmerzen

Bauch-, Rücken- und Brustschmerzen treten selten alle zur gleichen Zeit auf. Für gewöhnlich sind sie auf unterschiedliche Ursachen zurückzuführen.
Als gemeinsame Ursache kommen Blockaden im Bereich der Wirbelgelenke in Betracht, die durch die dort verlaufenden Nerven ausstrahlende Schmerzen auslösen können.
Auch bei ernsthaften Erkrankungen des Bauchraums, zum Beispiel dem akuten Abdomen, das verschiedene Ursachen haben kann, können disseminierte Schmerzen in Bauch, Rücken und Brust auftreten. Dies ist dann ein oftmals subjektiver Eindruck, da die Schmerzen beim akuten Abdomen so massiv sind, dass der Patient sie überall verspürt. Brustschmerzen können neben eingeklemmten Interkostalnerven auch auf einen Herzinfarkt oder eine Lungenembolie hinweisen.

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Bauchschmerzen und Rückenschmerzen in der Schwangerschaft

Auch in der Schwangerschaft kann es zu Bauch- und Rückenschmerzen kommen. Besonders in der Spätschwangerschaft treten die beiden Beschwerden häufig gemeinsam auf.

Grund dafür ist, dass das zunehmende Gewicht des Kindes einerseits auf den Darm drückt und Muskeln sowie Bänder im Bauchraum dehnt, andererseits den Rücken überbelastet. Um Bauchschmerzen zu mindern, können verschiedene Strategien ausprobiert werden. Beispielsweise kann auf blähende Nahrungsmittel wie Bohnen und Kohl verzichtet werden, um den Druck auf den Darm zu mindern. Auch Massagen und Wärmeanwendungen im Bauch- und Rückenbereich können helfen. Rückenschmerzen können zudem effektiv mit Sport und Hilfsmitteln wie einem Stützgurt angegangen werden.

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Bauchschmerzen und Rückenschmerzen nach dem Essen

Bauchschmerzen nach dem Essen können auf eine Nahrungsmittelunverträglichkeit hinweisen. Häufig treten in diesem Fall auch Blähungen und ein Völlegefühl auf. Befinden sich die Schmerzen in der Magenregion, könnte es sich auch um ein Magengeschwür handeln.
Weitere Ursachen, die die Beschwerden erklären könnten, sind Gallensteine und eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis). Bei Gallensteinen sind die Schmerzen vornehmlich im rechten Oberbauch im Bereich des rechten Rippenbogens lokalisiert und treten oft krampfartig auf.

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Bauchschmerzen und Rückenschmerzen ausgehend von der Niere

Bauch- und Rückenschmerzen können auch von der Niere kommen.
Die Nieren liegen im hinteren Bauchraum in unmittelbarer Nähe des Rückens und kommen daher für beide Beschwerdebilder in Frage. Besonders häufig ist dabei die Nierenbeckenentzündung, die meist durch eine aufsteigende Blasenentzündung ausgelöst wird. Die Betroffenen verspüren starke Flankenschmerzen auf der entsprechenden Seite und können auch Bauchschmerzen haben. Die Nierenbeckenentzündung wird mit Antibiotika behandelt. Unbehandelt kann sie zu einer bleibenden Schädigung der Nieren und zu einer gefährlichen Blutvergiftung (Sepsis) führen.

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Diagnostik

Zur Diagnostik bei Bauch- und Rückenschmerzen ist ein ärztliches Gespräch unerlässlich. Der Arzt erfragt dabei das genaue Beschwerdebild des Patienten, den zeitlichen Verlauf und das zeitliche Auftreten der Symptome sowie Faktoren der Verbesserung beziehungsweise Verschlechterung.

Im Anschluss folgt die körperliche Untersuchung:
Bezüglich der Rückenschmerzen führt der Arzt verschiedene orthopädische sowie neurologische Tests durch, die Aufschluss darüber geben können, ob die Beschwerden vom Bewegungsapparat ausgehen und dadurch möglicherweise Nerven beeinträchtigt sind.
Bei Bauchschmerzen erfolgt zudem eine Untersuchung des Bauches. Der Arzt hört den Bauch zunächst ab und tastet ihn dann auf Organvergrößerungen, Verhärtungen und Druckschmerzhaftigkeit ab.

Bei Auffälligkeiten kann zusätzlich eine Ultraschalluntersuchung erfolgen. Bei Hinweisen auf eine abklärungsbedürftige Ursache der Beschwerden im Magen oder Darm kann möglicherweise eine Magen- und/oder Darmspiegelung angeordnet werden.
Bezüglich der Rückenschmerzen ist eine Bildgebung in Form von Röntgen, Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT) denkbar.

Therapie

Bauchschmerzen und Rückenschmerzen werden je nach zugrunde liegender Ursache unterschiedlich therapiert.
Bei Rückenschmerzen, die durch Verspannungen oder Fehlhaltungen verursacht wurden, helfen zur Überbrückung vor allem Schmerzmittel sowie Wärmeanwendungen und Physiotherapie, um eine Kräftigung der Muskulatur zu erreichen.
Auch Bandscheibenvorfälle werden in der Regel konservativ therapiert, wenn sie nicht so ausgeprägt sind, dass ein operativer Eingriff unumgänglich ist. Schmerzmittel und Physiotherapie sind die Mittel der Wahl.
Bauchschmerzen, die durch eine Magenschleimhautentzündung bedingt sind, werden in der Regel mit einem Säureblocker behandelt, zum Beispiel einem Protonenpumpeninhibitor. Dadurch wird die Säureproduktion gedrosselt und die geschädigte Magenschleimhaut kann abheilen.
Ist ein Bakterium für die Magenschleimhautentzündung verantwortlich (in der Regel Helicobacter pylori), werden zusätzlich Antibiotika verabreicht.
Magen-Darm-Infektionen bedürfen normalerweise keiner Therapie. Sie klingen innerhalb weniger Tage von allein ab. Bei sehr ausgeprägten Flüssigkeits- und Elektrolytverlusten muss jedoch in seltenen Fällen eine Infusionstherapie durchgeführt werden.
Nahrungsmittelunverträglichkeiten werden durch Meiden des auslösenden Nahrungsbestandteils behandelt.
Für chronisch-entzündliche Darmerkrankungen gibt es ein spezielles Therapieregime mit Immunsuppressiva und anderweitigen Präparaten, die die Entzündungsreaktion im Darm unterdrücken sollen. Für die zahlreichen anderen Ursachen von Bauch- und Rückenschmerzen werden entsprechend andere Therapien durchgeführt.

Prognose

Die Prognose von Bauch- und Rückenschmerzen ist abhängig von der zugrunde liegenden Erkrankung. Allgemein haben Bauchschmerzen dabei eine bessere Prognose als Rückenschmerzen, da letztere nicht selten durch altersbedingten Verschleiß und Fehlhaltungen bedingt sind, die eine höhere Tendenz zur Chronifizierung aufweisen.Schmerzen, die infektiös oder entzündlich bedingt sind, gehen in der Regel innerhalb relativ kurzer Zeit mit einer entsprechenden Therapie oder von allein wieder zurück.

Prophylaxe

Eine allgemeine Prophylaxe zur Vermeidung von Bauch- und Rückenschmerzen gibt es nicht.
Um Rückenschmerzen vorzubeugen, empfiehlt sich jedoch ausreichend körperliche Bewegung, insbesondere zum Ausgleich von vorwiegend sitzender Tätigkeit am Arbeitsplatz. Durch die Kräftigung der Muskulatur kann Fehlhaltungen und Verspannungen vorgebeugt werden.
Um Bandscheibenvorfälle zu verhindern, ist es ratsam, rückenschonend zu arbeiten. Schwere Gegenstände sollten stets aus den Beinen heraus und nicht aus dem Rücken heraus angehoben werden. Bauchschmerzen lassen sich nicht immer vermeiden. Magen-Darm-Infektionen sind häufig und treffen jeden einmal. Zur Vorbeugung sollte auf allgemeine Hygienemaßnahmen wie regelmäßiges Händewaschen geachtet werden.

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 13.04.2018
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