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Sakroiliitis

Definition

Als Sakroiliitis bezeichnet man entzündliche Veränderungen, die das Iliosakralgelenk, also das Gelenk zwischen Kreuzbein und Darmbein am unteren Bereich der Wirbelsäule, betreffen. Diese Entzündung ist chronisch-progredient und ausgesprochen schmerzhaft.

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Ursachen

Eine Sakroiliitis kommt nur äußerst selten als alleinstehende Erkrankung vor. In aller Regel stellt sie eine Folgeerkrankung beziehungsweise Komplikation einer bestehenden Grunderkrankung dar. Krankheiten, die häufig mit einer Sakroiliitis einhergehen, sind viele Erkrankungen aus dem rheumatischen Formenkreis, wie

Auch chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (Morbus Crohn und Colitis ulcerosa) sind regelmäßig mit einer Sakroiliitis vergesellschaftet.

Welche Faktoren letztendlich vorliegen müssen, damit es zu einer Sakroiliitis kommt, ist noch nicht geklärt. So wie für die meisten der oben genannten Erkrankungen ist jedoch auffällig, dass unter Betroffenen eine Häufung des HLA-B27 Proteinkomplexes besteht. Somit liegt eine genetische Disposition vor.


Symptome

Das Leitsymptom der Sakroiliitis ist der entzündliche Kreuz- oder Gesäßschmerz, der klassischerweise entweder nur nachts oder morgens auftritt oder im Laufe des Tages zumindest weniger stark wird. Typischerweise besteht ein Klopfschmerz oder eine Verschiebeschmerz über den veränderten Iliosakralgelenken. Bei manchen Patienten strahlen die Schmerzen bis in die Oberschenkel aus. Dazu kommt eine Steifigkeit der betroffenen Region, die sich mithilfe von Bewegung bessern lässt.

Lesen Sie mehr zum Thema: ISG Schmerzen

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Wer bin ich?
Meine Name ist Dr. Nicolas Gumpert. Ich bin Facharzt für Orthopädie und Gründer von Dr-Gumpert.de
Diverse Fernsehsendungen und Printmedien berichten regelmäßig über meine Arbeit. Im HR Fernsehen sehen Sie mich alle 6 Wochen live bei "Hallo Hessen". 
Aber jetzt ist genug angegeben ;-)

Die Wirbelsäule ist kompliziert zu behandeln. Auf der einen Seite ist sie hohen mechanischen Belastungen ausgesetzt, anderseits hat sie große Beweglichkeit.

Daher erfordert die Behandlung der Wirbelsäule (z.B. Bandscheibenvorfall, Facettensyndrom, Foramenstenosen, etc.) viel Erfahrung.

Ich behandele die unterschiedlichsten Erkrankungen der Wirbelsäule im Schwerpunkt.

Ziel jeder Behandlung ist die Behandlung ohne eine Operation.

Welche Therapie nachhaltig die besten Ergebnisse erzielt, kann nur nach Zusammenschau aller Informationen (Untersuchung, Röntgenbild, Ultraschall, MRT, etc.) beurteilt werden.

Sie finden mich im:

  • Orthopaedicum - Frankfurt
    Oeder Weg 2 - 4
    60318 Frankfurt am Main

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Leider ist eine Terminvereinbarung nur bei privater Krankenversicherungen möglich. Ich bitte um Verständnis!

Weitere Informationen zu meiner Person finden Sie unter Orthopaedicum Frankfurt

Diagnose einer Sacroiliitis

Für die Diagnose einer Sakroiliitis ist zunächst die Erhebung der Krankengeschichte (Anamnese) wichtig. Dann folgt eine klinische Untersuchung, die das Bewegungsausmaß der unteren Wirbelsäule überprüft. Außerdem gibt es einige Tests, die das Vorliegen einer Sakroiliitis sehr wahrscheinlich machen. Hierzu gehören der Stuhlsteigeversuch und ein positives Mennell-Zeichen: Der auf der Seite liegende Patient beugt das unten liegende Bein maximal, während das andere retroflektiert (nach hinten abgeknickt) wird. Dies löst bei einer Sakroiliitis die typischen Kreuzschmerzen aus.

Gesichert wird die Diagnose durch bildgebende Verfahren. Mit einem Röntgenbild lässt sich die Sakroiliitis mithilfe der New-York-Kriterien gleichzeitig in einen Grad von 1 bis 4 einteilen.

  • Bei einer Sakroiliitis ersten Grades liegen verdächtige Veränderungen vor,
  • bei einem Grad zwei finden sich umschriebene Erosionen und / oder subchondrale Sklerosierungen, wobei der Gelenkspalt allerdings noch normal weit ist.
  • Liegt ein Grad drei vor, so bestehen deutliche Erosionen beziehungsweise Sklerosierungen und der Gelenkspalt ist entweder erweitert oder verschmälert. Zudem können hier bereits Ankyloseknospen vorliegen.
  • Die Sakroiliitis vierten Grades ist durch eine Ankylose, das heißt eine knöcherne Versteifung des Gelenks, gekennzeichnet.

Im Röntgen lassen sich Veränderungen allerdings erst nach durchschnittlich acht Jahren Krankheitsdauer nachweisen. Eine frühere Diagnose erlaubt die Magnetresonanztomographie (MRT der LWS oder MRT vom Becken).
Das MRT der LWS / Becken zeigt sicher die Entzündung des ISG´s. Auch kann durch das MRT der LWS / Becken der Zustand des Gelenks (ISG-Arthrose) sicher dargestellt werden.

Wenn eine Sakroiliitis diagnostiziert wird, ohne dass vorher eine der oben genannten Grunderkrankungen bekannt war, so sollte eine weiterführende Diagnostik erfolgen, um diese mitunter schwerwiegenden Krankheiten nicht zu übersehen und rasch therapieren zu können.

Wichtige Differenzieldiagnosen sind:

Auch tuberkulöse oder bakterielle Entzündungen der Wirbelsäule können gelegentlich Symptome bereiten, die denen einer Sakroiliitis gleichen.

Therapie

Die Therapie einer Sakroiliitis beruht hauptsächlich auf zwei Bausteinen: Der konsequenten Physiotherapie und der Schmerzlinderung. Die Physiotherapie sollte unter fachlicher Aufsicht durchgeführt werden, wobei es wichtig ist, dass ein Patient auch eine Anleitung erhält, um selbständig Gymnastik regelmäßig auch zu Hause durchführen zu können. Zur Behandlung der Schmerzen kommen in erster Linie Medikamente aus der Gruppe der nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR) zum Einsatz. Hierzu zählen unter anderem Ibuprofen oder Diclofenac. Zunächst einmal sollten Betroffene diese Schmerzmittel nur bei Bedarf nehmen und nur wenn wirklich nötig kontinuierlich, und dann auch nur zeitlich begrenzt.
Eine weitere Option stellen Kortikosteroide ein. Diese sollten auch nur zeitweise eingesetzt werden und möglichst ausschließlich dann, wenn andere Schmerzmedikamente keine Wirkung gezeigt haben. Diese Kortikosteroide können auch direkt in die betroffenen Iliosakralgelenke injiziert werden.

Es gibt noch weitere entzündungshemmende Medikamente, wie zum Beispiel Sulfasalazin oder die sogenannten Biologicals, die im Rahmen der Therapie einer Sakroiliitis genutzt werden können. Ob die Gabe dieser Mittel sinnvoll ist oder nicht, hängt aber vor allem auch davon ab, welche Erkrankung der Sakroiliitis zugrunde liegt.

Bei sehr fortgeschrittenen Erkrankungen kann als letzte Möglichkeit eine operative Therapie erwogen werden, wobei hier die Vor- und Nachteile von Patient und Arzt unbedingt gemeinsam genau diskutiert werden müssen. Sollte die Entscheidung zu einem chirurgischen Eingriff getroffen sein, so kommen entweder ein Gelenkersatz oder eine Aufrichtungs-OP in Frage.

Verlauf und Prognose

Die Sakroiliitis gehört zu den chronisch-progredienten Entzündungen, was bedeutet, dass sie, wenn sie einmal aufgetreten ist, nicht mehr vollständig zu heilen ist und im Laufe der Zeit eher an Schwere zunimmt. Durch konsequente Physiotherapie kann eine Schwerbehinderung heutzutage jedoch meistens verhindert werden.

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 31.07.2018
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